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Dokumentenidentifikation DE3424869C1 16.01.1986
Titel Vorrichtung zur gewichtsmäßig konstanten Beschickung einer weiterverarbeitenden Maschine mit Schüttgut
Anmelder Maschinenfabrik Engelhardt GmbH, 8510 Fürth, DE
Erfinder Engelhardt, Georg, 8501 Oberasbach, DE
Vertreter Kessel, E., Dipl.-Ing.; Böhme, V., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 06.07.1984
DE-Aktenzeichen 3424869
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.01.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.1986
IPC-Hauptklasse G01G 13/06

Beschreibung[de]

Aufgrund dieser Ausgestaltung wird auf die Gesamtanlage erst dann eingewirkt, wenn'feststeht, daß die untergewichtige Füllung der Waage nicht auf einer rasch vorübergehenden Einmalstörung, sondern auf einer länger anhaltenden bzw. wiederkehrenden Dauerstörung beruht. Eine Einmalstörung liegt vor, wenn bei der Füllung der Waagschale, die auf deren den Alarm auslösende untergewichtige Füllung folgt, die Nennschüttmenge wieder innerhalb der durch den Zeittakt vorgegebenen Zeitdauer zugeführt worden ist; in diesem Fall wird der am Ausgang anstehende Zeitgliedalarm vor Ablauf der Verzögerungszeit gelöscht. Wiederholt die untergewichtige Füllung sich jedoch, wird der am Ausgang anstehende Zeitgliedalarm nach Ablauf der Verzögerungszeit aktiviert, was das Auskoppeln der Waagschale aus der Zwangsentleerung, das Abschalten der Austragsförderrinne sowie der weiterverarbeitenden Maschine und das Einfrieren des Zeittakts zur Folge hat; die Waagschale wird dann solange mit Schüttgut nachversorgt, bis sich darin die der Sollgewichtsvorgabe entsprechende Schüttgutmenge (= Nennschüttmenge) befindet; erst dann wird die unterbrochene Zwangsentleerung der Waagschale in die Austragsförderrinne wieder im Zeittakt aufgenommen und die Austragsförderrinne sowie die weiterverarbeitende Maschine eingeschaltet.

In der Praxis werden mitunter mehrere Vorrichtungen der hier in Rede stehenden Art zu einer Anlage oder Einrichtung zusammengefaßt, z. B. dann, wenn ein aus mehreren Komponenten bestehendes Gemisch nach einer bestimmten Rezeptur hergestellt werden soll. Dabei wird eine Vorrichtung zum vom Meßwertgeber der weiterverarbeitenden Maschine unmittelbar angesteuerten Führungsgerät bestimmt, von dem die Steuerungen der anderen Vorrichtung(en) proportional mitgeführt werden.

Um nun zu verhindern, daß bei Ausfall oder verminderter Beschickung einer Komponente eine Rezepturverfälschung eintritt, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß bei Auftreten eines Alarmsignals bei einer der miteinander verkoppelten Vorrichtungen die nicht gestörte(n) Vorrichtung(en) außer Betrieb gesetzt wird bzw.

werden derart, daß die Austragsförderrinne(n) stillgesetzt und der bzw. die Zeittaktgeber eingefroren wird bzw. werden, bis die gestörte Vorrichtung wieder funktionstüchtig ist.

Aufgrund dieser Ausgestaltung spielt es keine Rolle, wenn die Zeittakte der einzelnen miteinander verkoppelten Vorrichtungen unterschiedlich lang bemessen sind. Durch das Einfrieren der Zeittaktgeber an der bzw.

den nicht gestörten Vorrichtung(en) wird erreicht, daß nach Beseitigung der Störung die nächste Entleerung erst nach Ablauf der aufgetauten Restzeit erfolgt. Da auch die Austragsförderrinne(n) während der Strörung stillgesetzt war(en), wird auch die Konstanz des darauf befindlichen Schüttgut-Austragsstroms nicht beeinträchtigt.

In der Zeichnung ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

Es zeigt F i g. 1 eine Beschickungs-Vorrichtung und F i g. 2 die Überwachungs-Schaltung.

Fig.1 Iäßt einen Schüttgut enthaltenden Vorratstrichter A erkennen, dessen Mündung sich in einem regelbaren Abstand vom Bett B einer darunter angeordneten Längsförderrinne C befindet. Die aus dem Vorratstrichter A auf die Längsförderrinne C fließende Schüttgutmenge wird bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel durch das Maß des vorerwähnten Abstands bestimmt; sie kann jedoch auch durch einen Regulierschieber od. dgl. eingestellt werden.

Die Längsförderrinne Cist mit einem Vibratorantrieb Dversehen, mittels welchem dem in der Rinne Cbefindlichen Schüttgutstrom eine regelbare Fördergeschwindigkeit in Richtung auf eine Waage E mit Waagschale F erteilt wird. Mithilfe von Wiegekontakten bzw. Schaltpunkten der Waage E erfolgt die Füllung der Waagschale Fmit der Nennschüttmenge in zwei Stufen, wobei - je nach Materialbeschaffenheit - in der sogenannten Grobstrom-Dosierphase ca. 90-98% der Nennschüttmenge in schnellem Zulauf und in der sogenannten Feinstrom-Dosierphase der Rest in verzögertem Zulauf zugefördert werden. Die in F i g. 1 gezeigte Darstellung des Schüttgutstroms in der Längsförderrinne C entspricht dessen Beschaffenheit in dem Augenblick, in welchem die Waage E bei Erreichen des der Sollgewichtseinlage entsprechenden Gewichts die Rinne Cstillsetzt.

Mit G ist eine unterhalb der Waagschale F angeordnete Austragsförderrinne bezeichnet, der die Aufgabe zukommt, die im vorgegebenen Zeittakt von der Waage E entleerten Schüttgutportionen so zu vergleichmäßigen, daß an ihrem Ende ein gleichbleibend auf die Fördereinrichtung der weiterverarbeitenden Maschine austragender Schüttgutstrom vorliegt. Die Austragsförderrinne G ist mit einem stufenlos regelbaren Vibrationsantrieb H ausgerüstet, der diese Vergleichmäßigung ermöglicht. Außerdem weist die Austragsförderrinne G für schwer zu vereinzelnde Schüttgüter wie bsp. Textilglas-Fasern oder Talkum materialkonform gestaltete Vorvereinzelungsstufen J bzw. - bsp. für Kreiden -auch eine dem Materialverhalten angepaßte Austragsstufe Kauf.

F i g. 2 läßt die Schaltung der Überwachungseinrichtung erkennen.

- Leerseite -


Anspruch[de]

Patentansprüche: 1. Vorrichtung zur gewichtsmäßig konstanten Beschickung einer weiterverarbeitenden Maschine, insbesondere eines Extruders, mit Schüttgut, das zunächst einer Waage zugeführt, dort einer Sollgewichtseinlage entsprechend gewogen, dann in einem bestimmten Zeittakt portionsweise auf eine Austragsförderrinne ab- und schließlich von dieser in gleichbleibend austragendem Strom unmittelbar auf die Fördereinrichtung der Maschine aufgegeben wird, wobei der Waage ein die Entleerung steuernder Zeittaktgeber, der in Abhängigkeit von der Sollgewichtseinlage und der Durchsatzmasse des herzustellenden Endprodukts eingestellt wird, und der weiterverarbeitenden Maschine ein die Durchsatzmasse erfassender Meßwertgeber zugeordnet sind, dessen Signale den Zeittaktgeber steuern, d a -durch gekennzeichnet, daß der Waage(E) eine deren untergewichtige Entleerung verhindernde Überwachungseinrichtung zugeordnet ist, die einen die der Sollgewichtseinlage entsprechende Füllung der Waage (E) anzeigenden Wiegekontakt (d) aufweist, der mit dem vom Zeittaktgeber (b) gesteuerten Entleerungskontakt (c) derart geschaltet ist, daß der Entleerungskontakt (c) nur dann wirksam wird, wenn der Wiegekontakt (d) die ordnungsgemäße Füllung der Waage (E) anzeigt, andernfalls ein Alarmsignal auslöst, wobei dem Alarmgeber (e) ein Zeitglied (4) vorgeschaltet ist, das nach Ablauf einer Vorgabezeit die der Waage (E) nachgeschalteten Baueinheiten, insbesondere die weiterverarbeitende Maschine, von der Störung unterrichtetf 2. Einrichtung, bestehend aus mindestens zwei Vorrichtungen des Anspruchs 1, die der weiterverarbeitenden Maschine unterschiedliche Komponenten in einem bestimmten Verhältnis zuführen, wobei die eine Vorrichtung zum vom Meßwertgeber der weiterverarbeitenden Maschine unmittelbar angesteuerten Führungsgerät bestimmt wird und die andere(n) Vorrichtung(en) in Abhängigkeit von dem Führungsgerät mitgeführt wird bzw. werden (Master-Slave-Kopplung), dadurch gekennzeichnet, daß bei Auftreten eines Alarmsignals bei einer der miteinander verkoppelten Vorrichtungen die nicht gestörte(n) Vorrichtung(en) außer Betrieb gesetzt wird bzw. werden derart, daß die Austragsförderrinne(n) (J) stillgesetzt und der bzw. die Zeittaktgeber (b) eingefroren wird bzw. werden, bis die gestörte Vorrichtung wieder funktionstüchtig ist.

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur gewichtsmäßig konstanten Beschickung einer weiterverarbeitenden Maschine, insbesondere eines Extruders, mit Schüttgut, das zunächst einer Waage zugeführt, dort einer Sollgewichtseinlage entsprechend gewogen, dann in einem bestimmten Zeittakt portionsweise auf eine Austragsförderrinne ab- und schließlich von dieser in gleichbleibend austragendem Strom unmittelbar auf die Fördereinrichtung der Maschine aufgegeben wird, wobei der Waage ein die Entleerung steuernder Zeittaktgeber, der in Abhängigkeit von der Sollgewichtgseinlage und der Durchsatzmasse des herzustellenden Endprodukts eingestellt wird, und der weiterverarbeitenden Maschine ein, die Durchsatzmasse erfassender Meßwertgeber zugeordnet sind, dessen Signale den Zeittaktgeber steuern.

Eine solche Vorrichtung ist aus der DE-PS 31 40 965 bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung wird die Waagschale also dem Zeittakt entsprechend zwangsentleert. Diese Zwangsentleerung findet daher auch dann statt, wenn die Waagschale - z. B. infolge einer Störung der Schüttgutzufuhr - nur teilweise gefüllt oder vollkommen leer ist Hält dieser Zustand längere Zeit an, so kann das zu Mängeln am herzustellenden Endprodukt bzw. zu Rezepturverfälschungen oder, wenn die Fördereinrichtungtung der weiterverarbeitenden Maschine eine Schnecke ist, zu deren Trockenlaufen führen; letzteres wäre bsp. bei der Herstellung von Glasfaserprodukten in einem Extruder der Fall, wenn dessen Beschickung mit Material für die Schmelze ausfällt und der Glasfaserzuschlag für sich allein weiterläuft.

Aus der DE-AS 2611914 ist bekannt, einer Waage eine Überwachungseinrichtung zuzuordnen, die eine Entleerung der Waage verhindert, sobald diese eine untergewichtige Füllung aufweist, und die der Waage nachgeordneten Baueinheiten außer Betrieb setzt. Diese bei jeder untergewichtigen Füllung erfolgende Unterbrechung des Betriebsablaufs ist jedoch recht störend. Es treten nämlich relativ oft sogenannte Einmalstörungen auf, d. s. Störungen, bei denen das Nachdosieren bis zum Erreichen der Nennschüttmenge die durch den Zeittakt vorgegebene Zeitdauer nur geringfügig überschreitet und die durch voraufgegangene bzw. folgende übergewichtige Füllungen ausgeglichen werden; diese rasch vorübergehenden Einmalstörungen (Pulsationsschwankungen) sind daher in der Praxis meist tolerierbar. Anders verhält es sich dann, wenn die untergewichtige Füllung der Waage auf einer länger anhaltenden bzw. wiederkehrenden Dauerstörung beruht; eine daraus resultierende untergewichtige Füllung der Waage muß das Abschalten der dieser nachgeordneten Baueinheiten auslösen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mangelhafte Schüttgutzufuifr zur weiterverarbeitenden Maschine und die dadurch bedingten Unzulänglichkeiten zu vermeiden, wobei allerdings zwischen rasch vorübergehenden Einmalstörungen und länger anhaltenden bzw. wiederkehrenden Dauerstörungen unterschieden und nur auf letztere reagiert werden soll.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Waage eine deren untergewichtige Entleerung verhindernde Überwachungseinrichtung zugeordnet ist, die einen die der Sollgewichtseinlage entsprechende Füllung der Waage anzeigenden Wiegekontakt aufweist, der mit dem vom Zeittaktgeber gesteuerten Entleerungskontakt derart geschaltet ist, daß der Entleerungskontakt nur dann wirksam wird, wenn der Wiegekontakt die ordnungsgemäße Füllung der Waage anzeigt, andernfalls ein Alarmsignal auslöst, wobei dem Alarmgeber ein Zeitglied vorgeschaltet ist, das nach Ablauf einer Vorgabezeit die der Waage nachgeschalteten Baueinheiten, insbesondere die weiterverarbeitende Maschine, von der Störung unterrichtet.







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