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Dokumentenidentifikation DE3429343A1 20.02.1986
Titel Mehrteilige Kunststoffbienenwabe und Verfahren zum Züchten von widerstandsfähigen Bienen mit derartigen Waben
Anmelder Apis Imkereiprodukte GmbH, 7109 Widdern, DE
Erfinder Schmidt, Matthias, 6950 Mosbach, DE
Vertreter Wasmeier, A., Dipl.-Ing.; Graf, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8400 Regensburg
DE-Anmeldedatum 09.08.1984
DE-Aktenzeichen 3429343
Offenlegungstag 20.02.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.02.1986
IPC-Hauptklasse A01K 47/04
IPC-Nebenklasse A01K 51/00   A01M 17/00   

Beschreibung[de]

Titel: "Mehrteilige Kunststoffbienenwabe und Verfahren zum

Züchten von widerstandsfähigen Bienen mit derartigen Waben".

Hehrteilige Kunststoffbienenwabe und Verfahren zum Züchten von widerstandsfähigen Bienen mit derartigen Waben".

Die Erfindung bezieht sich auf mehrteilige Kunststoffbienenwaben, die vorzugsweise aus einer Mittelwand und zu beiden Seiten dieser Mittelwand angeordneten Zellenwänden bestehen, nach dem nberbegriff des Anspruches 1, sowie auf ein Verfahren zum Züchten von insbes. gegen die Varroa-Milbe widerstandsfähigen Bienen mit Hilfe derartiger Kunststoffwaben.

Gegenstand der Patentanme]dung P 33 42 485 der Anmelderin ist eine rnehrteilige Kunststoffbienenwabe, die aus einer Mittelwand und hiervon getrennt hergestellten, gespritzten Zellenwänden besteht, die mit der Plittelwand verbunden sind. Die einzelnen Zellenwände dieser Waben sind in auf beiden Seiten der Mittelwand angeordnete Vertiefungen eingesetzt, z.B. eingesteckt. In der Praxis bedeutet dies, daß die-Verbindungsstellen relativ aufwendig herzustellen sind, da die Aussparungen in der Mittelvand und die diese Aussparungen einzusetzenden "Füße" der Zellenwände mit ziemlich hoher Genauigkeit hergestellt werden müssen, damit einwandfreie Waben erreicht werden. Die Dicke der Zellenwände der Waben nach P 33 42 485 nimmt von der Mitte nach außen gleichncßig zu. Hierbei kann der Wabendurehmesser am Zellenboden relativ groß gehalten werden, so daß ausreichend Platz Für die Ansammlung von Futtersaft und für die Entwicklung dor Maden besteht. Als Nachteil hat sich jedoch bei derartigen lEunststoffwaben herausgestellt, daß die Zellenöffnungen am oberen Rand der Wabe einen relativ kleinen Durchmesser haben, der den Ausgang für die Bienen schwierig gestalten kann. Des weiteren haben derartige Waben ein relativ hohes Gewicht und sind materialaulwendig, da die Wände massiv aus Kunststoffs bestehen.

Aufgabe der rfindung ist es, die gattungsgemäßen Waben so auszugestalten, daß sie wirtschaftlich und einfach gefertigt sowie zusammengebaut werden können, daß sie mit möglichst geringem Materialaufwand und möglichst geringem Gewicht und damit kostengünstig hergestellt werden können, daß die rorm der Zellen so ausgebildet ist, daß die in den Zellen befindlichen Maden sich optimal entwickeln und daß insbes. die Larven sich sowohl früher verdeckeln als auch früher schlüpfen als dies bei normalen Zellen und unter normalen Lebensbedingungen der Fall ist. Aufgabe vorliegender Erfindung ist ferner, ein Verfahren zum biologischen Bekämpfen der Varroa-Milbe anzugeben, das unter Verwendung derartiger mehrteiliger Kunststoffzellen durchgeführt wird.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Kennzeichens des Anspruches 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Mit dem erfindungsgemäßen Vorschlag wird erreicht, mehrteilige Kunststoffbienenwaben herzustellen, deren Zellenwände so beschaffen und geformt sind, daß für die Maden im Bodenbereich der Zelle optimale Lebensbedingungen geschaffen werden, indem im Bodenbereich der Zelle ein möglichst großer Bereich zur Aufnahme des Futtersaftes geschaffen wird, während sich die Zellenwand im äußeren Abschnitt nach oben verjüngt, um das Schlüpfen der jungen Bienen zu erleichtern und um den Materialaufwand und das Gewicht für die Herstellung der Waben zu senken. Auch ist es auf Grund der Ausgestaltung der Zelenwände nach der Erfindung möglich, innerhalb einer Fläche bestimmter Größe mehr Zellen unterzubringen, als dies bei bekannten Ausgestaltungen, z.8.

nach der oben genannten älteren Anmeldung der Anmelderin der Fall ist. Als besonders zweckmäßig hat sich herausgestellt, die Kanten am Übergang zwischen den Lellenbegrenzungsänden und der Oberseite der Zellenwand abzurunden, da damit die Bienen in der Lage sind, das sich an dieser Stelle befindliche und mit der Wabe verbundene Häutchen leichter zu entfernen.

Mit dem erfindungsgemäßen Vorschlag wird insbes. erreicht, daß aufgrund der verbesserten Lebensbedingungen, die die Maden im Zellenboden vorfinden, die Bienenlarven bis zur Verdeckelung nur ca. vier Tage anstelle von bisher sechs Tagen benötigen und daß bis zum Schlüpfen der Maden nicht mehr zwölf, sondern lediglich zehn Tage vergehen. Dies hat eine außerordentliche Bedeutung für die erfolgreiche Bekämpfung der Varroa-Milbe, da diese Milben etwa im normalen Rhythmus der Bienenentwicklung ihre Eier legen, die Maden schlüpfen und dergl.. Das Varroa-Wcibchen legt Eier in die Brutzelle, es schlüpfen Varroa-Männchen und -Weibchen, die sich ein bis zwei Tage vor dem Schlüpfen der Bienen paaren. Wenn es somit, wie mit vorliegender Erfindung geschehen, gelingt ist, den Zeitaufwand für das Verdeckeln der Bienenlarven und für das Schlüpfen der Bienen entscheidend zu verringern, wird eine Vermehrung der Varroa-Milben dadurch, daß eine Paarung nicht stattfindet, unterbunden. Dies bedeutet, daß eine wirksame Bekämpfung der Varroa-Milbe aufgrund rein biologischer Gegebenheiten gewährleistet ist, so daß die aufgrund der verbesserten Lebensbedingungen früher verdeckelten und früher geschlüpften Bienen im wesentlichen frei von Varroa-Milben sind.

Nachstehend wird die Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles erläutert. Es zeigt: rig. 1 eine Schnittdarstellung durch eine mehrteilige Kunststoffbienenwabe nach der Erfindung, und Fig. 2 eine Detaildarstellung des Ausganges einer Bienenzelle.

Beidseits der Mittelwand 1 sind Seitenwände 2 und 3 der Bienenzellen angeordnet, die stumpf bzw. lose bei 4, 5 an der jeweiligen Oberseite der Mittelwand 1 anliegen. Die Wände 2 und 3 bestehen jeweils aus zwei Abschnitten, nämlich einem inneren Abschnitt 6 und einem äußeren Abschnitt 7, wobei der innere Abschnitt sich von der Mittelwand 1 leicht nach außen bis zu einer Stelle 8 erweitert und dann in den äußeren Abschnitt 7 übergeht, der sich nach außen bis zur Stirnseite 9 stärker verjüngt als der Abschnitt 6 sich erweitert. Der Übergang der äußeren Seitenwand 7 in die Stirnwand 9 erfolgt so, daß die Ränder 10 und 11 abgerundet sind, so daß, wie in Fig. 2 dargestellt, die Zellen an den gerundeten Übergangsstellen mit einem Häutchen 12 überspannt werden. Da die verdeckelten Bienenlarven vor dem Schlüpfen bzw. zum Schlüpfen das Häutchen durchbrechen müssen, ergibt sich aufgrund der abgerundeten Ausgestaltung der oberen ßegrenzungsränder der Zellenwände, daß die Larven einen besseren Zugang zum Rand des Häutehens an der Stelle haben, an der das Häutchen mit der Zellenwand verbunden ist. Die Mittelwand 1 ist vorzugsweise auf den beiden Oberseiten mit einer Schicht 13 aus Wachs überzogen, insbes. an den Stellen der Vertiefungen 14, die den Zellenboden bilden.

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Anspruch[de]

Patentansprüche: 1. Kunststoffbienenwabe mit Zellen mit voller oder nahezu voller Zellenwandhöhe, mit einer Mittelwand und beidseitigen Zellenwänden, wobei Mittelwand und Zellenwände getrennt voneinander hergestellt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellenwände und die Mittelwand an der der Mittelwand zugewandten Stirnwand bündig und stumpf an der Mittelwand lose anliegen, derart, daß eine Verbindung zwischen Mittelwand und Zellenwänden vorhanden ist, und daß die Zellenwände zu beiden Seiten der Mittelwand als Ganzes an bestimmten Zellen mit der Mittelwand befestigt sind.

2. Kunststoffbienenwabe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zellenwände aus zwei Abschnitten bestehen, die einstückig ausgebildet bzw. gespritzt sind, von den-en der der Mittelwand benachbarte Abschnitt sich vom Zellenboden - nach außen konisch leicht erweitert und der äußere Abschnitt sich nach außen konisch stärker verjüngt.

3. Kunststoffbienenwabe nach Anspruch 2, dadurch ge!<ennzeichnet, daß die beiden Abschnitte etwa gleiche Länge haben, aer äußere Abschnitt vorzugsweise etwas länger ist als der innere.

4. Kunststoffbienenwabe nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren und/oder die äußeren Stirnseiten am Rande bzw. am Übergang zu den Zellenseitenwänden gerundet sind.

5. Kunststoffbienenwabe nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitte-lwand eine durchgehende Wachsschicht aufweist.

6. Kunststoffbienenwabe nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelwand Vertiefungen für den Zellenboden aufweist.

7. Verfahren zu Bekämpfen der Varroa-Milbe auf biologischem enge, vorzugsweise unter Verwendung einer Kunststoffbienenwabe nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß für die Bienenmaden in den Zellen aufgrund der Formgebung des Zellenraumes optimale Entwicalungs- und Schlüpfbedingungen geschaffen werden, daß die Bienenlarven zwei Tage frtiher zum Verdeckeln und die Maden etwa zwei Tage früher zum Schlüpfen veranlaßt werden als bei herkömmlichen Zellen bzw. als herkömmlich üblich ist, und daß durch das frühere Schlüpfen der Bienenmaden eine Paarung und Vermehrung der in den Bienenzellen vorhandenen Varroa-Männchen und -Weibchen verhindert wird.







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