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Dokumentenidentifikation DE3445588A1 19.06.1986
Titel Zirkel mit schwenkbarer Aufnahme
Anmelder A.W. Faber-Castell Unternehmensverwaltung GmbH & Co, 8504 Stein, DE
DE-Anmeldedatum 14.12.1984
DE-Aktenzeichen 3445588
Offenlegungstag 19.06.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.06.1986
IPC-Hauptklasse B43L 9/24

Beschreibung[de]

Zirkel mit schwenkbarer Aufnahme

Die Erfindung betrifft einen Zirkel mit einer schwenkbaren Aufnahme an wenigstens einem Schenkel, die in einer Durchgangsbohrung ein Gewinde enthãlt,in das Aufzeichnungs- oder Einstechspitzen einsetzbar sind.

Bei Zirkeln handelt es sich um präzise Zeichenhilfen, die in Folge der geforderten Genauigkeit mit erheblichem Fertigungsaufwand zu hohen Kosten hergestellt werden. Es ist daher nicht möglich für unterschiedliche Aufzeichnungs- oder Einstechspitzen jeweils einen Spezialzirkel zu verwenden. Zu diesem Zweck haben sich Aufnahmen als vorteilhaft erwiesen, in die verschiedene Spitzen, z.B. Tuschefüller oder Bleieinsatze einsetzbar sind.

In Zirkelschenkel einsteckbare Aufnahmen sind allgemein bekannt.

Nach dem DE-GM 70 07 809 liegt ein sogenanntes Haltestück vor, das eine Gewindebohrung zum Einschrauben eines Zeichengerätes aufweist. Die Lage der Gewindebohrung und somit des Schreibeinsatzes ist geometrisch genau bestimmt und kann nicht verändert werden. Demnach lässt sich nur eine bestimmte Art von Spitzen einsetzen, die in ihrem Durchmesser und in ihrem Abstand zum Zirkelkopf passend sein mussen.

Nach der DE-OS 19 03 653 ist weiterhin ein Zirkel mit einem auswechselbaren Arbeitseinsatz bekannt, bei dem eine gerade und eine abgekröpfte Zirkelspitze zum Einsatz gebracht werden können.

Die unterschiedlichen Nadeln sind in einem Schwenkteil befestigt, das um wenigstens eine halbe Umdrehung verschwenkbar ist. Dadurch lassen sich alternativ unterschiedliche Nadelenden verwenden. Der Abstand der Nadel spitzen zum Drehpunkt muß hierbei jedoch völlig identisch sein, damit der gewünsche Austausch der Spitzen durchgeführt werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, an einem Zirkelschenkel unterschiedliche Aufzeichnungs- oder Einstechspitzen zu befestigen, wobei der Abstand der Spitze zu dem Zirkelkopf unverändert bleiben muß. Durch eine einzige Aufnahme soll gewährleistet sein, daß in ihren Abmessungen unterschiedliche Spitzen einschraubbar sind, die sich sowohl hinsichtlich des Abstandes der Spitze zu dem Befestigungsgewinde als auch im Gewindedurchmesser unterscheiden.

Nach der Erfindung wird dies in vorteilhafter Weise durch eine Aufnahme erreicht, die um eine Drehachse am Zirkelschenkel schwenkbar ist, die einen unterschiedlichen Abstand zu einer Stirnflache und einer Ringfläche der Aufnahme hat. Auf diese Weise werden für die einzusetzenden Spitzen jeweils die passenden Anlageflachen zur Verfügung gestellt. Dies wird allein durch Verschwenken der Aufnahme erreicht.

Ein äußerlich abgewogenes Erscheinungsbild wird erreicht, wenn die beiden Stirnseiten der Aufnahme den gleichen Abstand zur Drehachse haben und sich die Durchgangsbohrung aus einer Gewindebohrung und einer Erweiterung mit dazwischenliegender Ringfläche zusammensetzt. Als Anlage für die einzusetzenden Schreibgeräte dient in diesem Fall eine Stirnseite und eine Ringfläche, die unsichtbar bleibt.

Eine von äußeren Einflüssen weitgehend unabhängige Lagerung der schwenkbaren Aufnahme wird erreicht, wenn diese an diametral gegenuberliegenden Seiten Drehzapfen aufweist, die in ein Gabelstück an einem der Zirkelschenkel eingreifen. In diesem Fall kann die Gängigkeit der Aufnahme vorbastimmt werden, wenn an der Aufnahme zwei gegenuberliegende Planflächen angeformt sind, an denen die Enden des Gabelstückes unter Vorspannung anliegen.

Um auch dem Benutzer die Möglichkeit zu bieten, die Gängigkeit der Aufnahme individuell einzustellen ist in wenigstens einem Zapfen ein Schlitz und ein Innengewinde vorgesehen, in das eine konische Schraube eingreift. Durch Verdrehen der konischen Schraube wird der Zapfen infolge des Schlitzes auseinandergedrückt und erzeugt mehr oder weniger Reibung in der Aufnahmebohrung am Zirkelschenkel.

Da die einzusetzenden unterschiedlichen Schreibgeräte auch in sich Toleranzen aufweisen ist eine Aufnahme vorgesehen, in die eine Gewindbuchse mit einer Gewindebohrung eingesetzt ist, an die sich eine Erweiterung anschließt. Durch Verstellen der Gewindebuchse lassen sich die Abstände zu der zweiten Zirkel spitze genau einstellen, so daß eventuelle Herstellungenauigkeiten ausgeglichen werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Schreibgeträte mit unterschiedlichen Aufnahmegewinden einzusetzen, wenn in die Aufnahme eine Gewindebuchse mit unterschiedlichen Gewindebohrungen eingesetzt ist.

Die Gestaltung der Aufnahme lässt sowohl eine spanabhebende wie auch die Herstellung im Spritzgießverfahren zu. Zur spanabhebenden Bearbeitung ist von einem Rechteckprofil auszugehen, an das auf einem Automaten die Zapfen mit den Planflächen angedreht werden konnen. Die gleiche Gestaltung ist so gewählt, daß auch bei einfachem Aufbau der Form das Spritzgießverfahren angewendet werden kann, das sich besonders gut zur Massenherstellung eignet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen Fig. 1 eine Seitenansicht des Zirkels mit einem Tuschefüller als Arbeitseinsatz, Fig. 2 eine Teilansicht des Gabelstückes mit der im Schnitt dargestellten Aufnahme, Fig. 3 eine perspektivische Darstellung der Aufnahme und Fig. 4 eine Schnittdarstellung der Aufnahme mit eingesetzter Gewindebuchse.

Aus der Fig. 1 ist ein herkömmlicher Zirkel zu ersehen, der aus einem Zirkelkopf 1 besteht, mit dem ein Griffteil 2 verbunden ist.

In bekannter Weise dient der Zirkelkopf 1 zur schwenkbaren Lagerung der Zirkelschenkel 3, die abknickbar ausgebildet sein können. An einem der Zirkelschenkel 3 ist eine Aufnahme 4, um eine Drehachse 5 schwenkbar, gelagert. Dazu sind an der Aufnahme 4 vorzugsweise zwei gegenüberliegende Drehzapfen 6 angeformt. Die Aufnahme 4 weist weiterhin eine Durchgangsbohrung 7 auf, die sich aus einer Erweiterung 8 und einer Gewindebohrung 9 zusammensetzt. Die Durchgangsbohrung 7 wiederum endet an gegenüberliegenden Stirnflächen 10 und bildet zwischen der Erweiterung 8 und der Gewindebohrung 9 eine als Anlage dienende Ringflache 11. Wie insbesondere aus der Fig. 3 zu ersehen ist, sind an der Aufnahme 4 Planflachen 12 vorgesehen, aus denen die Drehzapfen 6 herausragen, von welchen mindestens einer einen Schlitz 13 und ein Innengewinde 14 enthalt.

Mittels einer Schraube 15 lässt sich somit die Beweglichkeit der Aufnahme 4 in den Lagerbohrungen eines Gabelstückes 16 einstellen.

Die Aufnahme 4 ist in erster Linie zum Einsetzen von Schreibgeraten 17 geeignet, die wenigstens ein Gewinde 18 und einen Anlagebund 19 aufweisen. Dabei ist es moglich, daß sowohl das Gewinde 18 im Durchmesser unterschiedlich sein kann, als auch der Anlagebund 19 eine unterschiedliche Entfernung zur Schreibspitze aufweisen kann. In der Zeichnung ist beispielsweise ein Tuschefuller als Schreibgerät 17 dargestellt; es sind aber auch andere Schreibgeräte mit Gewinde bekannt, die z.B. als Kugelschreiber, Feinminenstifte oder ahnliches ausgebildet sein können.

In der Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform einer Aufnahme 20 dargestellt, in die eine Gewindebuchse 21 eingesetzt ist, die eine im Durchmesser kleinere Gewindebohrung 22 und ein großeres Gewinde 23 enthält. Zwischen beiden Gewinden 22, 23 wird wiederum eine Ringflache 24 gebildet, die dem Anlagebund 19 am Schreibgerat 17 angepasst ist. Um die Gewindebuchse zusatzlich fein einzustellen dienen Sacklocher 25, in die ein entsprechendes Werkzeug einsetzbar ist.

Die Aufnahme 4 lasse sich um die Drehachse 5 um volle 360O verschwenken. Auf diese Weise können jeweils eine Stirnfläche 10 oder eine Ringflache 11 eine Anlage bilden, mit der der Abstand der Schreibspitze zum Zirkelkopf bestimmt ist. Bei der Verwendung einer Gewindebuchse 21 nach Fig. 4 kann der Abstand auch einmalig feinjustiert werden. Bei der Verwendung unterschiedlicher Schreibgeräte ist demnach nur die Aufnahme 4 um 1800 zu verschwenken, wodurch sich unterschiedliche Schreibgerate verwenden lassen, ohne daß dabei am -zweiten Zirkelschenkel beispielsweise die Einstechspitze nachgestellt werden muß.

Bezugszeichen 1 Zirkelkopf 2 Griffteil 3 Zirkelschenkel 4 Aufnahme 5 Drehachse 6 Drehzapfen 7 Durchgangsbohrung 8 Erweiterung 9 Gewindebohrung 10 Stirnflache 11 Ringfläche 12 Planfläche 13 Schlitz 14 Innengewinde 15 Schraube 16 Gabel stück 17 Schreibgerät 18 Gewinde 19 Anlagebund 20 Aufnahme 21 Gewindebuchse 22 Gewindebohrung 23 Gewinde 24 Ringfläche 25 Sackloch


Anspruch[de]

Patentansprüche 1. Zirkel mit einer schwenkbaren Aufnahme an wenigstens einem Schenkel, die in einer Durchgangsbohrung ein Gewinde enthält, in das Aufzeichnungs- oder Einstechspitzen einsetzbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (4) um eine Drehachse (5) am Zirkelschenkel (3) schwenkbar ist, die einen unterschiedlichen Abstand zu einer Stirnfläche (10) und einer Ringfläche (11) der Aufnahme (4) hat.

2. Zirkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Stirnseiten (10) der Aufnahme (4) den gleichen Abstand zur Drehachse (5) haben und daß sich die Durchgangsbohrung (7) aus einer Gewindebohrung (9) und einer Erweiterung (8) zusammensetzt.

3. Zirkel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Aufnahme (4), an diametral gegenüberliegenden Seiten,Drehzapfen (6) angeordnet sind, die in ein Gabelstück (16) an einem der Zirkelschenkel (3) eingreifen.

4. Zirkel nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an der Aufnahme (4) zwei gegenüberliegende Planflächen (12) angeformt sind, an denen die Enden des Gabelstückes (16) unter Vorspannung anliegen.

5. Zirkel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in wenigstens einem Zapfen (6) ein Schlitz (13) und ein Innengewinde (14) vorgesehen ist, in das eine konische Schraube (15) eingreift.

6. Zirkel nach den Anspruchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Aufnahme (20) vorgesehen ist, in die eine Gewindebuchse (21) mit einer Gewindebohrung (22) eingesetzt ist, an die sich ein Gewinde (23) anschließt.

7. Zirkel nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (4; 20) spanabhebend aus Metall hergestellt ist.

8. Zirkel nach den Anspruchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (4; 20) im Spritzgießverfahren hergestellt ist.







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