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Dokumentenidentifikation DE3501932A1 24.07.1986
Titel Verfahren zum Entfernen von Ethylendinitrilotetraessigsäure (EDTA) aus wäßriger Lösung, insbesondere Abwasser
Anmelder Metallgesellschaft AG, 6000 Frankfurt, DE
Erfinder Liebgott, Helmut, Dipl.-Chem., 6074 Rödermark, DE;
Fischer, Friedrich, 6380 Bad Homburg, DE
Vertreter Fischer, E., Dr., Rechtsanw., 6000 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 22.01.1985
DE-Aktenzeichen 3501932
Offenlegungstag 24.07.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.07.1986
IPC-Hauptklasse C02F 1/76

Beschreibung[de]

Verfahren zum Entfernen von Ethylendinitrilotetraessigsäure

(EDTA) aus wäßriger Lösung, insbesondere Abwasser Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Ethylendinitrilotetraessigsäure (EDTA) und deren Salzen aus wäßriger Lösung, insbesondere Abwasser.

EDTA wird z.B. als Eisen-II-chelat zur Entfernung von NOx bei der Rauchgaswäsche verwendet. Beim Abstoßen der verbrauchten Waschlösung gelangt EDTA ins Abwasser. Die EDTA besitzt einen chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) von theoretisch 931 mg O2/g EDTA. Die Konzentration an EDTA im Abwasser kann zwischen 2 g bis 60 g/l betragen. Es ist bekannt, EDTA aus Abwässern dieser Art nach alkalischer Fällung des Eisens als Oxidhydrat und dessen Abtrennung durch Ansäuern mit einer Mineralsäure teilweise wiederzugewinnen.

Der Restgehalt an EDTA in der verbleibenden Lösung ist jedoch noch zu hoch, als daß ihr Abstoßen statthaft wäre.

EDTA kann weiterhin aus bestimmten Sedimenten Schwermetalle mobilisieren, so daß diese ins Grundwasser gelangen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, EDTA aus wäßrigen Lösungen, insbesondere Abwässern, auf einfache Weise zu entfernen. Erfindungsgemäß geschieht dies dadurch, daß man bei einem pH-Wert von mindestens 4 der Lösung Hypochlorit zumischt und dabei die EDTA oxidativ zerstört.

Hypochlorit kann in Form der unterchlorigen Säure (HOC1) oder ihrer Salze, z.B. Natriumhypochlorit zugegeben werden.

Ebenso kann als Oxidationsmittel Chlor in die schwach alkalisch eingestellte Lösung eingeleitet oder Chlor elektrolytisch in der Lösung selbst erzeugt werden.

Zweckmäßigerweise wird die Lösung auf einem pH-Wert von 6 bis 10 und bevorzugt schwach alkalisch gehalten. Wenn man die Oxidation von EDTA im Abwasser in saurer Lösung durchführt, entstehen dabei Chloressigsäuren, die das Abwasser besonders stark belasten.

Es wurde festgestellt, daß man die erfindungsgemäße oxidative Zerstörung der EDTA bei Temperaturen der Lösung im Bereich von 10 bis 100 0C und vorzugsweise 40 bis 80 0C durchführen kann. Die Die Umsetzung erfolgt nach der Gleichung

+ 20 NaOCl = 6 C02 + N2 + 20 NaCl + 4 NaHC03 + 4 H2O, d.h., es werden für ein Mol EDTA 40 Oxidationsäquivalente benötigt.

Bei der Zerstörung der EDTA mit Natriumhypochlorit-Lösung werden auch andere, leichter oxidable Verbindungen unschädlich gemacht, so z.B.

Beispiel: Ein aus einer NOx -Wäsche anfallendes Abwasser, das auf herkömmliche Art nicht mehr regeneriert werden kann, enthält pro Liter 0,01 Mol EDTA in Form des Natriumsalzes, 0,005 Mol Fe3+ -Ionen, 2+ 0,005 Mol Fe -Ionen, 0,02 Mol 2- -Ionen SO3 0,001 Mol HCOO--Ionen und 100,00 g CaCl2 Die Oxidation wird bei einem pH-Wert von 6,5 durchgefshrt, wobei der Oxidationsverlauf anhand der Aufzeichnung einer potentiometrischen Titration festgehalten wird. Die Zeichnung zeigt schematisch den Verlauf des Redoxpotentials (Y-Achse) in Abhängigkeit vom Verbrauch an Hypochlorit (X-Achse).

Im Intervall 0 bis A der X-Achse laufen andere Oxidationsvorgänge als die oxidative Zerstörung der EDTA ab; erst bei A setzt diese Zerstörung ein, die bei B abgeschlossen ist.

Zusätzlich wird der Gehalt an organisch gebundenem Kohlenstoff (TOC) im Abwasser und in der oxidativ behandelten Lösung bestimmt. Der TOC-Gehalt des Abwassers beträgt 1265 mg/l, da außer EDTA und Formiat noch weitere, nicht identifizierte organische Kohlenstoffverbindungen im untersuchten Abwasser vorhanden sind. Das oxidativ behandelte Abwasser weist einen TOC-Gehalt von nur noch 14 mg/l auf.


Anspruch[de]

Patentansprüche 1. Verfahren zum Entfernen von Ethylendinitrilotetraessig säure (EDTA) und deren Salzen aus wäßriger Lösung, insbesondere Abwasser, dadurch gekennzeichnet, daß man der Lösung bei einem pH-Wert von mindestens 4 Hypochlorit zumischt und dabei die EDTA oxidativ zerstört.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet; daß man die Lösung auf einen pH-Wert von 6 bis 10 einstellt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zum oxidativen Zerstören der EDTA Natriumhypochlorit (NaOCl) verwendet.

4. Verfahren zum Entfernen von EDTA und deren Salzen aus wäßriger Lösung, insbesondere Abwasser, dadurch gekennzeichnet, daß man zum oxidativen Zerstören der EDTA Chlor in die schwach alkalische Lösung einleitet oder Chlor elektrolytisch in der Lösung erzeugt.

5. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß man die Lösung auf einer Temperatur im Bereich von 10 bis 100 0C und vorzugsweise 40 bis 80 0C hält.







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