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Dokumentenidentifikation DE3516210A1 06.11.1986
Titel Folienprägedruckverfahren
Anmelder Schöbel, Sonja, 8011 Kirchheim, DE
Erfinder Schöbel, Dieter;
Schöbel, Sonja, 8011 Kirchheim, DE
Vertreter Geyer, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Hagemann, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Kehl, G., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 06.05.1985
DE-Aktenzeichen 3516210
Offenlegungstag 06.11.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.11.1986
IPC-Hauptklasse B41M 1/24
IPC-Nebenklasse B41M 1/04   B41M 1/20   G03F 5/14   

Beschreibung[de]

FOLIENPRÄGEDRUCKVERFAHREN

Die Erfindung bezieht sich auf ein Folienprägedruckverfahren, bei dem von einer Originalvorlage ein Filmnegativ und ausgehend von diesem ein Druckstock im Fotoätzverfahren hergestellt wird, und eine auf einen Träger aufgebrachte Folie mit dem Druckstock gegen ein zu bedruckendes Objekt gepreßt wird.

Derartige Verfahren sind bekannt. Bei einem solchen Verfahren wird eine Originalvorlage fotografisch aufgenommen, d. h. ein Filmnegativ erstellt. Das Filmnegativ wird mit Hochleistungsleuchten optisch auf eine mit einer fotoempfindlichen Schicht behandelte Druckplatte projiziert. Diese Druckplatte wird entwickelt und mit Schutzlack beschichtet. Der Schutzlack bleibt nur an denjenigen Stellen haften, die beim Belichten der Druckplatte mit Licht bestrahlt wurden, d. h. an denjenigen Stellen, die auf dem Filmnegativ hell und folglich auf der Originalvorlage dunkel sind. Durch eine chemische Ätzung wird die Druckplatte an den Stellen, an denen sie nicht mit Schutzlack bedeckt ist, abgetragen, so daß ein Druckstock entsteht, der erhabene Stellen und Vertiefungen aufweist, wobei die erhabenen Stellen den in der Originalvorlage dunklen Bildteilen entsprechen. Mit Hilfe eines auf diese Weise erstellten Druckstockes wird eine auf einen Kunststoffträger aufgebrachte Folie gegen ein zu bedruckendes Objekt gepreßt. Dabei wird der Druckstock üblicherweise erwärmt, so daß die Folie an das zu bedruckende Objekt an den erhabenen Stellen des Druckstockes angeschmolzen und mit dem Objekt verbunden wird, während diejenigen Teile der Folie, die im Bereich vertiefter Druckstockpartien liegen, auf dem Träger haften bleiben und nach dem Druckvorgang entfernt werden. Auf diese Weise wird auf das zu bedruckende Objekt eine Folie aufgebracht, die in ihrer Form den dunklen Bildteilen der Originalvorlage entspricht.

Mit dem bekannten Verfahren können nur zwei Kontrastwerte, nämlich hell und dunkel verarbeitet werden, wobei dem Kontrastwert dunkel Bereiche mit ãufgeprägter Folie entsprechen und dem Kontrastwert hell freie Bereiche entsprechen, an denen das zu bedruckende Objekt sichtbar ist. Die Wiedergabe von Halbtönen ist mit dem bekannten Verfahren nicht möglich.

Halbtöne können bei bekannten Folienprägedruckverfahren nur bei handgefertigten Druckstöcken erzielt werden. Dabei können durch feine Riffelungen des Druckstockes, die zur Veränderung der Rauhigkeit der aufgeprägten Folie führen, Halbtoneffekte erzielt werden. Solche Verfahren sind jedoch zeitaufwendig und teuer.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Folienprägedruckverfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, das zur Wiedergabe von Kontrastzwischentönen geeignet ist. Das Verfahren nach der Erfindung soll einfach durchzuführen sein, insbesondere soll keine spezielle kUnstlerische Handbearbeitung des Druckstockes erforderlich sein.

Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Originalvorlage vor der Herstellung des Filmnegatives mit einem optischen Raster bedeckt wird. Durch das optische Raster wird die Originalvorlage in Rasterpunkte unterteilt. Dunkle Bereiche zeichnen sich nach der Bedeckung mit dem optischen Raster dadurch aus, daß sehr viele oder nahezu alle Rasterpunkte in den entsprechenden Bereichen dunkel sind, während Halbtonbereiche sich dadurch auszeichnen, daß je nach Tönung ein mehr oder weniger großer Anteil der optischen Rasterpunkte dunkel wiedergegeben werden und die übrigen Rasterpunkte hell bleiben. Ein entsprechendes Raster entsteht auf dem Druckstock und die Prägefolie wird entsprechend dem Raster auf das zu bedruckende Objekt aufgebracht.

Optische Raster zur Erzielung von Halbtönen bei der Wiedergabe von Bildern, beispielsweise bei der Wiedergabe von Bildern in Zeitungen oder Büchern sind an sich bekannt. Gleichwohl war es nicht vorhersehbar und ist als überraschend zu werten, daß das Folienprägedruckverfahren im Rasterverfahren durchgeführt werden konnte, da die Aufbringung des Folienmaterials wesentlich kritischer und störanfälliger als das Aufbringen von Druckfarbe, beispielsweise beim Buch- oder Zeitungsdruck, ist.

Besonders vorteilhaft hat sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Verwendung eines Rasters mit 225 bis 625 Rasterpunkten pro cm2 erwiesen. Solche Raster, die in einer Geraden etwa 15 bis 25 Punkte pro cm aufweisen, sind einerseits ausreichend grobmaschig, um eine gegenseitige Beeinflussung zweier benachbarter Punkte und somit ein Zerfließen der Folie zwischen den beiden Druckpunkten zu vermeiden und geben gleichwohl Kontrastzwischentöne in für das Auge angenehmer Weise wieder, wobei die Rasterung auf dem fertigen Druck nur mit Mühe erkennbar ist.

Besonders vorteilhafte Ergebnisse haben sich mit Rastern eingestellt, die 390 bis 410 Rasterpunkte pro cm2 aufweisen. Diese Punktdichte weicht erheblich von den im Zeitungs-, Buch- oder Offsetdruck verwendeten Rastern ab.

Ganz besonders vorteilhafte Ergebnisse konnten nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens dann erreicht werden, wenn die Ätzung des Druckstockes bis zu einer Ätztiefe von 1,5 bis 2 mm, vorzugsweise bis zu einer Ätztiefe von 1,85 mm erfolgte.

Während beim Druck mit Druckfarbe die Ätztiefe des Druckstockes weitgehend unkritisch ist, hat es sich überraschenderweise gezeigt, daß die Qualität des Folienprägedruckes besonders kritisch von der Ätztiefe abhängt. Zu geringe Ätztiefen führen leicht zu einem Zerfließen der aufzuprägenden Folie, während eine zu tiefe Ätzung in hellen Bildbereichen zur Erzeugung von sogenannten "Spitzlichtern", also zu völlig von Druckmaterial freien Bereichen führt.

Die Verwendung einer bis zu 1700C hitzebeständig#Legierung für den Druckstock, insbesondere die Verwendung einer Magnesium-Zinklegierung, hat überraschenderweise zu besonders guten Druckergebnissen geführt.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung wird als Folie eine bei der Ablösung scharfe Konturen bildende, d. h. eine "hartlösende" Folie verwendet. Insbesondere bei glattem zu bedruckenden Papier oder Karton hat sich die Verwendung einer solchen Folie als besonders günstig zur Erzielung von naturgetreuen Kontrastzwischentönen erwiesen.

Vorzugsweise werden in dem Verfahren Gold-, Silber- oder Kupferfolien, entweder in Naturfarbe oder mit Farbzusatz verarbeitet. Der Druckstock wird dabei je nach Folie auf 700C bis 1500C erhitzt und vorteilhafterweise lediglich über 5/100 bis 7/100 Sekunden angepreßt. Im Gegensatz zum herkömmlichen (großflächigen) Folienprägedruckverfahren hat sich das erfindungsgemäße Verfahren auch als sehr temperaturempfindlich erwiesen. So erfordern feinere Bilder, d. h. Bilder mit wenig großen dunklen Flächen, eine geringere Temperatur, während die Erstellung von Bildern mit größeren Dunkelflächen eine höhere Temperatur erfordern.

Sollen absichtlich Spitzlichter erzeugt werden, so empfiehlt sich das Arbeiten bei reduzierter Temperatur. Es hat sich gezeigt, daß das er#-findungsgemäße Verfahren vorzugsweise bei Temperaturen durchgeführt wird ~ die 50 bis 100c niedriger liegen als die Temperaturen, die üblicherweise je nach eingesetztem Material bei den herkömmlichen (großflächigen) Folienprägedruckverfahren zum Einsatz kommen.

Auch die Wahl der Zurichteauflage (Patrize) hat sich bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens als die Qualität des Druckes beeinflussender Faktor erwiesen.

Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wurden-bei Druck auf Papier gute Ergebnisse mit einer Zurichteauflage aus Preßspan erzielt.

Dabei wurde auf einen großflächigen Druckausgleich geachtet.

Zur Erläuterung des Verfahrens nach der Erfindung dient das nachfolgend beschriebene Ausführungsbeispiel: Optisches Raster: 400 Punkte pro cm2 Druckstockdicke : 7 mm Druckstockmaterial: Magnesium-Zinklegierung, hitzebeständig bis 1700C Ätzbad: Salpetersäure, 360C Ätzzeit: 5 Minuten Ätztiefe: 1,85 mm Folie: Gold, hartlösend Temperatur des Druckstockes beim Druck : 1100c Zurichteauflage: Preßspan Objekt: Papier in Kartonstärke Das bei Durchführung des oben genannten Ausführungsbeispieles erzielte Druckergebnis wird anhand der Figuren 1 bis 3 erläutert. Es zeigt: Figur 1: einen Druckausschnitt in natürlicher Größe; Figur 2: etwa denselben Druckausschnitt wie in Figur 1, jedoch zweifach vergrößert; Figur 3: das bei dem Druck gemäß Figur 1 verwendete Negativ in Originalgröße.

In den Druckwiedergaben der Figuren 1 und 2 entsprechen die schwarzen Punkte einem punktförmigen Stück aufgeprägter Goldfolie. Wie zu erkennen ist, weist das Bild sowohl vollständig schwarze Bereiche 1 , vollständig weiße Bereiche 2 und verschiedene Zwischen- oder Halbtonbereiche 3 und 4 auf. Gleichwohl ist die Rasterung bei dem in natürlicher Größe wiedergegebenen Bild nicht störend.

Dagegen ist in der vergrößerten Wiedergabe gemäß Figur 2 die Rasterung deutlich sichtbar.

Figur 3 zeigt einen entsprechenden Ausschnitt des fotografischen Negativs. Wie aus einem Vergleich der Darstellungen in Figur 1 und 3 ohne weiteres hervorgeht, sind bei dem in Figur 1 dargestellten Goldfolienprägedruck praktisch alle auf dem Filmnegativ enthaltenen Kontrastschattierungen wiedergegeben.


Anspruch[de]

PATENTANSPRÜCHE 1. Folienprägedruckverfahren, bei dem von einer Originalvorlage ein Filmnegativ und ausgehend von diesem ein Druckstock im Fotoätzverfahren hergestellt wird, und eine auf einen Träger aufgebrachte Folie mit dem Druckstock gegen ein zu bedruckendes Objekt gepreßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Originalvorlage vor der Herstellung des Filmnegatives mit einem optischen Raster bedeckt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Raster 225-625 Rasterpunkte pro cm2, aufweist.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Raster 390-410 Rasterpunkte pro cm2 aufweist.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ätzung des Druckstockes bis zu einer Ätztiefe von 1,5 mm bis 2 mm erfolgt.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ätzung des Druckstockes bis zu einer Ätztiefe von 1,85 mm erfolgt.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Material für den Druckstock eine bis 1700C hitzebeständige Legierung verwendet wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Material für den Druckstock eine Magnesium-Zinklegierung verwendet wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Folie eine bei der Ablösung scharfe Konturen bildende (hartlösende) Folie verwendet wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gold-, Silber- oder Kupferfolie verwendet wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckstock auf 700-1500C erhitzt wird.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckstock 5/100 bis 7/100 Sekunden angepreßt wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zurichteauflage (Patrize) aus Preßspan verwendet wird.







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