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Dokumentenidentifikation DE3527072A1 05.02.1987
Titel Zeichenschablone
Anmelder Limbach jun., Peter, 5330 Königswinter, DE
Erfinder Limbach jun., Peter, 5330 Königswinter, DE
Vertreter Harwardt, G., Dipl.-Ing.; Neumann, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 5200 Siegburg
DE-Anmeldedatum 29.07.1985
DE-Aktenzeichen 3527072
Offenlegungstag 05.02.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.02.1987
IPC-Hauptklasse B43L 13/20

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Zeichenschablone, insbesondere aus Klarsichtkunststoff in viereckiger Grundform mit äusseren Anlagenkanten, für die Darstellung von Guß- und Schmiedekonstruktionen. Schablonen zur Darstellung bestimmter Linienverläufe sind in vielfältiger Form bekannt. Daneben gibt es Winkelmesser und Maßstäbe in ähnlicher Ausführung zur Darstellung und Messung von Winkeln und Längen.

Bei der zeichnerischen Darstellung von Gußkonstruktionen weicht eine Vielzahl der Linien von der Horizontale und Vertikale ab, da die Gußteile mit den sogenannten Gußschrägen darzustellen sind, die unter kleinen Winkeln bzw. Steigungen, etwa von 1 : 10 bis 1 : 100 zu zeichnen sind. Bei der normalen zeichnerischen Arbeit an der Zeichenmaschine führt dies zu Problemen, da die Winkelköpfe auf derart kleine Winkel nur schwierig einzustellen sind, da Rasten an den Winkelköpfen in der Regel nur von 15° zu 15° vorgesehen sind. Ein weiteres Problem liegt darin, daß die einzuhaltenden Maßangaben sich in der Regel auf senkrechte Höhen beziehen, die somit auf der Zeichenmaschine zunächst bei Normalposition des Winkelkopfes an der vertikal stehenden Zeichenschiene markiert werden müssen, worauf anschließend dann die geneigte Gußschräge einzuzeichnen ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mittel zur erleichterten Darstellung von Gußkonstruktionen zur Verfügung zu stellen, mit denen die Nachteile überwunden werden, die bei der Arbeit mit Zeichenmaschinen bestehen.

Die Lösung besteht in einer Zeichenschablone der eingangs genannten Art, die gekennzeichnet ist durch zumindest zwei Zeichenkanten, die zur Darstellung von Formschrägen dienen und zu jeweils äußeren, als Bezugskanten dienenden Anlagekanten gleichgroße, im Verhältnis zu der oder den Bezugskanten entgegengesetzt orientierte Winkel bilden und mit Skaleneinteilungen versehen sind, die den senkrechten Abstand zur jeweiligen Bezugskante oder dazu in ganzzahligen Verhältnissen maßstäblich reduzierte Längen wiedergeben.

Mit einer derartigen Zeichenschablone ist es möglich, den Winkelkopf in seiner Normalposition mit vertikal und horizontal stehender Zeichenschiene festzustellen und eine Anlagekante der Zeichenschablone mit der horizontalliegenden Zeichenschiene zur Anlage zu bringen. Zumindest eine der weiteren, als Zeichenkante dienenden außenliegende Kanten der Zeichenschablone ist dann unter der vorgesehenen geringen Neigung als Lineal für eine Gußschräge eingerichtet, wobei die Skaleneinteilung unmittelbar zum Abmessen der wahren, d. h. senkrechten Höhen benutzt werden kann. Die Skaleneinteilung gibt also den gewünschten Maßstab dividiert durch den Sinus des Winkels der Gußschräge wieder.

Je nach der Grundform der Zeichenschablone können die entgegengesetzt geneigten Gußschrägen ohne Wechsel der Bezugskante oder mit Wechsel der Bezugskante dargestellt werden, wobei es weiterhin, je nach Grundform der Zeichenschablone möglich ist, beide Schrägen an einer rechten bzw. einer linken Kante darzustellen oder beide Schrägen an gegenüberliegenden, dafür aber ohne Veränderung der Lage der Zeichenschablone ausgerichteten Kanten darzustellen.

In besonderer Ausgestaltung der Erfindung sind innerhalb der Schablonenfläche grundsätzlich parallel zur außenliegenden Zeichenkante verlaufende, geradlinig begrenzte Ausschnitte mit innenliegenden Zeichenkanten vorgesehen. Diese innenliegenden Zeichenkanten können entweder mit anderen Maßstäben als die außenliegenden Zeichenkanten versehen sein, so daß mit einer Schablone Zeichnungen unterschiedlicher Maßstäbe ohne regelmäßiges Umrechnen hergestellt werden können. Alternativ hierzu ist es auch möglich, die innenliegenden Zeichenkanten zur Darstellung von Gußschrägen zu verwenden, die gegenüber den mit den außenliegenden Zeichenkanten darstellbaren Gußschrägen eine abweichende Neigung aufweisen. Zumindest eine der Innenkanten der Ausschnitte muß in diesem Falle von der exakten Parallelität zur Außenkante geringfügig abweichen. Hiermit geht eine abweichende Skaleneinteilung einher.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung sind innerhalb der Schablonenfläche Führungskurven ausgeschnitten, die etwa 90°-Bögen bevorzugter Zeichnungsradien entsprechen, wobei jeweils ein Ende des Bogens parallel zur einer Bezugskante endet oder tangential ausläuft und das andere Ende parallel zu einer Zeichenkante endet oder tangential ausläuft. Durch eine derartige Ausgestaltung ist die Möglichkeit gegeben, die sich an die Gußschräge anschließenden Radien zur Horizontale erleichtert darzustellen, ohne der Gefahr zu unterliegen, daß, wie es beispielsweise bei der Verwendung einer üblichen Radienschablone passieren kann, der Bogen sich nicht nahtlos an den Linienverlauf anschließt. Die Führungskurven sind bevorzugt in räumlicher Nähe zu den entsprechenden Zeichenkanten innerhalb der Schablone anzuordnen, um derart den richtigen und schnellen Gebrauch zu ermöglichen.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung geht dahin, daß die Schablonenfläche mit Linienscharen versehen ist, die parallel zu als Bezugskanten dienenden Anlagekanten verlaufen und im Abstand mit den Einheiten der Skaleneinteilung übereinstimmen. Dies hat den Vorteil, daß die Zeichenschablone nicht nur durch die Anlage an der horizontalen Zeichenschiene ausgerichtet werden kann, sondern auch durch Ausrichten nach bereits gezeichneten horizontalen Linien, wodurch mit einer feinen Rasterung beispielsweise auch die Führungskurven für die Radien schnell und sicher benutzt werden können, ohne daß der Winkelkopf der Zeichenmaschine in der Höhe verstellt werden muß.

Die verschiedenen Grundformen der Zeichenschablone und ihre Anwendung ergibt sich aus der nachfolgenden Zeichnungsbeschreibung. Hierin zeigt

Fig. 1 eine Zeichenschablone von drachenähnlicher Grundform,

Fig. 2 eine Zeichenschablone nach Fig. 1 mit geänderten Ausschnitten,

Fig. 3 eine Zeichenschablone in Form eines Parallelogramms,

Fig. 4 eine Zeichenschablone in Form einer Raute.

In Fig. 1 weist die Schablone zwei senkrecht zueinander liegende Anlagekanten 1, 2 und zwei außenliegende Zeichenkanten 3, 4 auf. Die Anlagekante 1 dient als Bezugskante für die Zeichenkante 3, die Anlagekante 2 als Bezugskante für die Zeichenkante 4. Die Neigung der Zeichenkanten ist stark überzeichnet, da aufgrund der geringen Abweichung der Gußschrägen von der Vertikalen die Winkel α&min; und α&min;&min; auch nur geringfügig von der Vertikalen bzw. Horizontalen abweichen können. Wird die Anlagekante 1 horizontal ausgerichtet, insbesondere durch Anliegen an einer vertikalen Zeichenschiene, so kann die Zeichenkante 3 als Lineal für eine nach rechts geneigte Gußschräge dienen. Die Skaleneinteilung 5 an der Zeichenkante 3 entspricht dabei dem senkrechten Abstand von der Anlagekante 1, während die Skaleneinteilung 6 an der Zeichenkante 4 dem wahren Abstand von der Anlagekante 2 entspricht. Ein Raster 7 läßt diesen Zusammenhang ohne weiteres erkennen. Um eine nach links geneigte Gußschräge darstellen zu können, muß die Zeichenschablone um 90° nach rechts gedreht werden, wodurch die Anlagekante 2 in die Horizontale kommt und die Zeichenkante 4 als Lineal verwendet werden kann. Innerhalb der Schablonenfläche ist ein Ausschnitt 8 dargestellt, dessen Innenkanten als Zeichenkanten für weitere, abweichende Neigungswinkel verwendet werden können, wobei die Winkel β&min; und γ&min; sowie β&min;&min; und γ&min;&min; ebenfalls stark überzeichnet sind. Zum Abmessen der wahren Längen bzw. für die Skaleneinteilung an den zusätzlichen Zeichenkanten 9, 10, 11, 12 kann ebenfalls das Raster 7, gleiche Maßstäbe vorausgesetzt, herangezogen werden. Es sind weiterhin die Führungskurven 13 dargestellt, die sich auf die Zeichenkanten 3 beziehen sowie die Führungskurven 14, die sich auf die Zeichenkanten 4 beziehen.

In Fig. 2 ist eine abweichende Ausführung gezeigt, bei der bei an sich gleicher Ausgestaltung wie bei der Schablone nach Fig. 1 der Ausschnitt 8&min; in der Weise abgewandelt ist, daß seine Innenkanten 9&min;, 11&min; und 10&min;, 12&min; zu den außenliegenden Zeichenkanten 3 und 4 parallel sind für abweichende Skaleneinteilungen in bezug auf die Skaleneinteilung 5 und 6. Die nicht dargestellten Skaleneinteilungen an den Zeichenkanten 9&min;, 11&min; und 8&min;, 12&min; sollen sich jedoch, wenn auch maßstäblich, auf den Abstand von den Anlagekanten 1 und 2 beziehen. Jeweils drei Wanddickenmarkierungen 30 an den Zeichenkanten 3 und 4 vereinfachen die zeichnerische Darstellung paralleler Wandlinien.

In Fig. 3 weist die Zeichenschablone eine Anlagekante 15 auf, die als Bezugskante für die Zeichenkanten 17 und 18 dient. Parallel zur Anlagekante 15 ist eine Außenkante 16, die grundsätzlich ebenfalls als Anlage- und Bezugskante dienen kann, in der Regel jedoch dieser Funktion nicht dient. Die Skaleneinteilungen 19 an der Zeichenkante 17 und 20 an der Zeichenkante 18 geben wiederum den senkrechten Abstand von der Bezugskante 15 wieder, wie aus dem Bezug des Rasters 7 zum wahren Maßstab 21 hergeleitet werden kann. Die Winkel α, β sind in dem bereits früher angesprochenen Sinne stark überzeichnet. Außer von den Führungskurven 13 zur Zeichenkante 17 und den Führungskurven 14 zur Zeichenkante 18 wird deren Funktion auch von den Radien 22 und 23 erfüllt, die zugleich, d. h. in einem Strich mit den entsprechenden Zeichenkanten 17 und 18 benutzt werden können. Die kantenparallelen Linien des Rasters 7 geben senkrechte Abstandsmaße von den Zeichenkanten 17-18 wieder zur vereinfachten zeichnerischen Darstellung paralleler Wandlinien.

In Fig. 4 ist eine Zeichenschablone dargestellt, bei der jede außenliegende Kante als Anlagekante und als Zeichenkante dienen kann, wobei jeweils benachbarte Kanten Zeichenkante und Bezugskante bilden. In der dargestellten Lage dient die Kante 27 als Anlagekante und die Kanten 24 bzw. 26 als Zeichenkanten für nach rechts geneigte Linien. Nach dem Drehen der Zeichenschablone nach rechts um nahezu 90°, soweit bis die Kante 24 in die Horizontale bzw. zur Anlage mit einer horizontalen Zeichenschiene kommt, können die Kanten 25 und 27 als Zeichenkanten für eine nach links geneigte Linie benutzt werden.

Die Skaleneinteilungen an den Zeichenkanten geben auch hier wiederum den jeweils wahren senkrechten Abstand zur Bezugskante wieder, wie sich anhand der wahren Maßstäbe 28 und 29 im Zusammenwirken mit dem Raster 7 ersehen läßt. Anstelle der Kanten 27 und 24 können in entsprechender Weise auch die Kanten 25 und 26 abwechselnd als Bezugskanten verwendet werden. Bei dieser Zeichenschablone stellt sich die vorteilhafte Wirkung ein, daß sowohl nach rechts als auch nach links geneigte Linien für Gußschrägen jeweils wahlweise auf der rechten Seite der Schablone (für Rechtshändler) oder auf der linken Seite der Schablone (für Linkshändler) gezeichnet werden können, so daß die Notwendigkeit eines Übergreifens über die führende oder festhaltende Hand mit der das Zeichengerät führenden Hand vermieden werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichenschablone, insbesondere aus Klarsichtkunststoff, in viereckiger Grundform mit äußeren Anlagekanten, für die Darstellung von Gußkonstruktionen und Schmiedekonstruktionen, gekennzeichnet durch zumindest zwei Zeichenkanten, die zur Darstellung von Formschrägen dienen und zu jeweils äußeren, als Bezugskanten dienenden Anlage- und/oder Zeichenkanten gleichgroße, im Verhältnis zu der oder den Bezugskanten entgegengesetzt orientierte Winkel bilden und mit Skaleneinteilungen versehen sind, die den senkrechten Abstand zur jeweiligen Bezugskante oder dazu in ganzzahligen Verhältnissen maßstäblich reduzierte Längen wiedergeben. (Skaleneinteilung nicht nur an den Bezugskanten).
  2. 2. Zeichenschablone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Schablonenfläche grundsätzlich parallel zu außenliegenden Zeichenkanten verlaufende, geradlinig begrenzte Ausschnitte mit innenliegenden Zeichenkanten vorgesehen sind.
  3. 3. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schablonenfläche mit Linienscharen versehen ist, die parallel zu als Bezugskanten dienenden Anlagekanten verlaufen und im Abstand mit den Einheiten der Skaleneinteilung übereinstimmen.
  4. 4. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Schablonenfläche Führungskurven ausgeschnitten sind, die etwa 90°-Bögen bevorzugter Zeichnungsradien entsprechen, wobei jeweils ein Schenkel parallel zu einer Bezugskante endet oder tangential ausläuft und der andere Schenkel parallel zu einer Zeichenkante endet oder tangential ausläuft.
  5. 5. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch zwei rechtwinklig zueinander liegende, aneinanderstoßende Anlagekanten und zwei gegenüber den jeweils anstoßenden Anlagekanten einen Winkel von < 90° bildende Zeichenkanten (Fig. 1 und 2).
  6. 6. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch zumindest eine vorzugsweise zwei parallel gegenüberliegende Anlagekanten und zwei beidseitig an die eine Anlagekante anstoßende, gegenüber dieser gleichgroße, entgegengesetzt orientierte Winkel von < 90° bildende Zeichenkanten (Fig. 3).
  7. 7. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch jeweils paarweise einander parallel gegenüberliegende, ein Parallelogramm, insbesondere eine Raute bildende Anlage- und Zeichenkanten (Fig. 4).
  8. 8. Zeichenschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch zumindest paarweise an den Zeichenkanten mit Abstand voneinander angeordnete senkrecht zu den Zeichenkanten angetragene Randabstandsmarkierungen.






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