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Dokumentenidentifikation DE3529469A1 26.02.1987
Titel Zeichengerät
Anmelder Link, Bernhard, 6967 Buchen, DE
Erfinder Link, Bernhard, 6967 Buchen, DE
DE-Anmeldedatum 16.08.1985
DE-Aktenzeichen 3529469
Offenlegungstag 26.02.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.02.1987
IPC-Hauptklasse B43L 13/20

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Zeichengeräte der Gruppe Maßstabs- und Winkelschablonen, anwendungserweitert durch die Einbeziehung einer Drehspitze zum Zeichnen von Kreisen und Winkeln im Schwenkverfahren.

Die Ausstattung von schablonenartigen Zeichengeräten, insbesondere Linealen mit einer Drehspitze ist bereits mehrfach vorgeschlagen worden; sei es gemäß DE-PS 3 17 364, um das Zeichnen von Kreisen zu ermöglichen, sei es gemäß DE-PS 3 26 999, um das Zeichnen von Radialstrahlen zu erleichtern. Auch weitere Lösungen sind durch die DE-PS 3 24 597, 3 46 547, 5 87 609, DE-AS 10 63 392, 12 39 483, und US-PS 26 51 843 bekannt. Hierbei handelt es sich um mehr oder weniger unvollständige als Sekundärausstattung angelegte Lösungsansätze oder um verschlechternde Lösungsansätze, die dem Gebrauchswert des ursprünglichen Zeichengerätes mehr abträglich als dienlich sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Anwendungsbereich von Zeichengeräten der Gruppe Maßstabs- und Winkelschablonen zu erweitern, indem die Vorzüge, die im Gebrauch einer Drehspitze liegen, ausgeschöpft werden. Auf dem Sektor des Kreis- und Bogenzeichnens soll die Nutzungsmöglichkeit dieser Zeichengeräte aus der bisherigen Eingeschränktheit herausgeführt werden und auf dem Sektor des Winkel- und Richtstrahlzeichnens soll die Arbeitstechnik mit diesen Zeichengeräten aus der bisherigen Rückständigkeit herausgehoben werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß für das Zeichengerät von der Grundform eines Lineals oder rechtwinkligen Zeichendreiecks ausgegangen wird; darüber hinaus aber auch vorteilhafte neue Formen eingeführt werden. Diese Grundtypen werden nun mit anwendungserweiternden Merkmalen ausgestattet.

Sie erhalten eine Punkt-Lochreihe, deren Löcher den Hauptteilungen eines Maßstabs zugeordnet sind, und dazu eine Einrichtung, mit der am Fußpunkt der Lochreihe eine Drehspitze im Intervall zweier Löcher arretiert in Position zu bringen ist. Dies kann durch Ausnehmungen am Zeichengerät erreicht werden, in welche ein zugehöriges Griffstück mit Drehspitze einsetzbar ist; Ausnehmungen in einer Weise ausgeformt und angeordnet, daß sich für die Drehspitze ein Einstich längs eines Langloches am Fußpunkt der Lochreihe ergibt.

Desweiteren wird eine Winkelskala an der längsten linearen Außenkante so angelegt, daß sich ein größtmöglicher Radialstrahl vom Schnittpunkt der Skala aus ziehen läßt. Aus einer Halteposition - für ein loses Griffstück mit Drehspitze sind dies in die Winkelskala eingefügte Ausnehmungen - läßt sich die Drehspitze an der Stelle des Schnittzentrums der Skala in die Strichlinie des Zeichenstiftes einbringen und durch Anheben des Griffstückvorderteils zurücknehmen.

Eine vorteilhafte Koordination wird erreicht, wenn Winkelskala und Punkt-Lochreihe an der Nullmarke des Maßstabs ihren jeweiligen Ausgang nehmen, so daß die Ausnehmungen für die Winkelskala mit denen der Lochreihe zur Überlagerung gelangen.

Im Falle einer hinreichend langen Führungskante, das heißt insbesondere bei Linealen, sind zu beiden Flanken Ausnehmungen vorgesehen, über die ein Feststecken des Zeichengerätes auf der Unterlage zur Benutzung als Anlegeschiene möglich ist.

Durch diese Maßnahmen der Erfindung erhält man Zeichengeräte von universellem Charakter, mit denen Kreise über alle Bereiche gezeichnet werden können - je mehr noch, mit denen konstruiert werden kann wie mit einem Zirkel - und mit denen Winkel im Schwenk gezeichnet werden können - ja mehr noch, mit denen sich fortan auch ganze rundläufige Konstruktionen meistern lassen -.

Die Ausgestaltung des Zeichengerätes ist nicht an einen speziellen Grundtyp gebunden. Vielmehr können sich mehrere Typen, wie zum Beispiel Dreieck und Lineal vorteilhaft ergänzen. Eine bezüglich der Verhältnisse der Kantenlänge bevorzugte Ausführungsform sieht bei Dreiecken vor, daß die Kathetenwinkel 67.5° und 22,5° betragen, oder einen Winkel von 75° haben und im Stumpf auslaufen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Vorderteil des Griffstücks, also der Teil mit der Drehspitze aufwärts anwinkelbar ist, was sich mittels einer Biegeverjüngung über dem hinteren Steg erreichen läßt.

Der universelle Charakter der Geräte verlangt, daß der Radius beim Zeichnen der Kreise unkontinuierlich einstellbar sein muß. Um aber auch die metrischen Radien, die Radien im Schritt der Maßstabseinteilung, gut und leicht einstellen zu können, sind an der Außenwand der Langlochöffnung für die Drehspitze Rastereinschnitte, respektive Kerben zum Eintasten angelegt.

Ferner sind die Stege in der Dicke breiter gehalten als die lichte Weite des Langloches der Drehspitze, um im Falle einer überlagernden Anordnung das eindeutige, punktgenaue Einsetzen des Griffstücks in der Winkelposition zu gewährleisten.

Schließlich ist vorgesehen, daß die Zeichengeräte eine Aussparung in der Kontur des Griffstücks aufweisen, in die dieses nach dem Gebrauch des Gerätes in Flachlage untergebracht werden kann.

Die Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Kreiszeicheneinrichtung;

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der Winkelzeicheneinrichtung;

Fig. 3 eine Seitenansicht des eingesetzten Griffstücks;

Fig. 4 in Draufsicht einen Bildausschnitt der Schablone mit den Hauptmerkmalen in der Zusammenfassung;

Fig. 5-8 eine Zusammenstellung von bevorzugten Ausführungsformen für die Schablonen.

In Fig. 1 und 2 sieht man das angehobene Griffstück 50 über den Ausnehmungen, mit denen es zusammenarbeitet. Dieses Griffstück braucht nur noch in die für die gewünschte Funktion maßgebenden Ausnehmungen 13, 14, 23,24 eingesetzt zu werden, damit wie in Fig. 3 ersichtlich die Drehspitze 51 auf der Zeichenunterlage zum Einstich gelangt. Das Griffstück 50 besteht aus einer langgestreckten, seitensymetrischen Griffschale, die an ihrer Bodenfläche zwei querlaufende Stege 53, 54 besitzt. Der Abstand der Stege und die Dicke der Stege ist präzise auf den Abstand der Ausnehmung und die Weite der Ausnehmung eingepaßt, auf das das Griffstück klemmfest am Zeichengerät in den Sitz kommt. Im gleichen Abstand wie zum hinteren Steg 54 tritt dem vorderen Steg 53 vorgelagert eine Drehspitze aus dem Griffstück 50 aus. Dadurch, daß der hintere Steg 54 sich in einer Biegeverjüngung 56 fortsetzt, läßt sich der vordere Teil, wie in Fig. 3 angedeutet nach oben stellen und die Drehspitze 51 hiermit sowohl von der Unterlage als auch von der Geradenziehkante 21 wegnehmen.

Zum Zeichnen von Kreisen wird das Griffstück 50 mit den Stegen 53, 54 in die Ausnehmungen 13, 14 für die Punkt- Lochreihe 11, dargestellt in Fig. 1 eingesetzt. Dabei kommt die Drehspitze 51 über dem Langloch 12 zu liegen. Durch Drücken der Drehspitze 51 nach unten wird der Mittelpunkt eines Kreises festgelegt, der durch das Einstechen eines Zeichenstiftes in ein Loch der Punkt- Lochreihe 11 gezeichnet werden kann. Zum Zeichnen eines Kreises mit einem Radius, dessen Länge zwischen zwei Löchern der Punkt-Lochreihe 11 liegt, wird mit niedergedrückter Drehspitze 51 das Griffstück 50 hinten angehoben bis die Klemmwirkung der Stege 53, 54 in den Ausnehmungen 13, 14 aussetzt und das Dreieck in Längsrichtung der Ausnehmungen 13, 14 um den gewünschten Betrag verschoben werden kann. Sucht man einen metrischen Radius, dann kann man ihn mit der vornübergeneigten Drehspitze 51 an der Außenwand des Langloches 12 in einer Rasterkerbe eintasten und hernach das Griffstück 50 hinten absenkend in den Sitz bringen.

Zum Zeichnen von Winkeln im Schwenkverfahren oder zur Ausführung von grundläufigen Konstruktionen wird das Griffstück 50 mit den Stegen 53, 54 in die Ausnehmungen 23, 24 für die Winkelskala, dargestellt in Fig. 2 eingesetzt. Dabei kommt die Drehspitze im Schnittzentrum 22der Skala vor der Geradenziehkante 21 zu liegen. Hat man eine Bezugslinie gezeichnet, zu der winklig eine weitere Linie angeordnet werden soll, dann braucht man nur noch die Drehspitze 51 im angezeigten Scheitelpunkt einzustechen und das Zeichengerät um den gewünschten Winkelbetrag schwenken, wobei die Gradzahl auf der Bezugslinie eingestellt wird und schon kann man die weitere Linie unmittelbar ausziehen.

In Fig. 4 ist die Zusammenlegung der Kreis- und Winkelzeicheneinrichtung an der Nullmarke des Maßstabs dargestellt. Wie man sieht fällt hierbei die Ausnehmung 24 in die Ausnehmung 13 und die Ausnehmung 23 über und neben das Langloch 12.

Aus Fig. 5 bis Fig. 8 ist zu entnehmen, daß bestehende Zeichengeräte, wie zum Beispiel das Dreieck der Fig. 5 und das Lineal der Fig. 8 durch die Übertragung der Erfindung auf einfachste Weise in ihrem Gebrauchswert aufgewertet werden, ohne dabei im Ürsprünglichen eine Verschlechterung zu erfahren.

Die Dreiecksformen der Fig. 6 und 7 sind geeignet, die Vorzüge der Erfindung gegenüber der herkömmlichen Form der Fig. 5 besonders zur Geltung zu bringen. Aus der vorstehenden Beschreibung ergibt sich die einfache und vorteilhafte Handhabung dieser Geräte, sowie die gewinnbringende Bereicherung in den zeichnerischen Möglichkeiten. Da sie in der Herstellung, abgesehen vom Bedarf eines Griffstückes in nichts teurer sind als die derzeit gebräuchlichen Zeichengeräte bietet sich ihre Einführung unter Ablösung der alten Geräte in Schulen und Ausbildungsstätten geradehin an.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichengerät, zur Gruppe der Maßstabs- und Winkelschablonen gehörend, anwendungserweitert durch die Einbeziehung einer Drehspitze zum Zeichnen von Kreisen und Winkeln im Schwenkverfahren, dadurch gekennzeichnet,

    - daß das Zeichengerät in der Grundform eines Lineals, eines rechtwinkeligen Dreiecks oder einer Mischform ausgestaltet ist;

    - daß das Zeichengerät eine Punkt-Lochreihe (11) besitzt, deren Löcher den Hauptteilungen eines Maßstabs zugeordnet sind;

    - daß am Fußpunkt der Punkt-Lochreihe (11) eine Drehspitze (51) im Intervall zweier Löcher (12) arretiert in Position gebracht wird;

    - daß das Zeichengerät entlang des 0°-Radialstrahls einer Winkelskala eiine Geradenziehkante (21) besitzt, von einer Länge, die den Mittelstreckenbereich des Zeichnens miteinbezieht;

    - daß eine Drehspitze (51) aus einer Halteposition oder Führungsvorrichtung im Schnittzentrum (22) der Winkelskala vor der Geradenziehkante (21) in die Strichlinie des Zeichenstiftes rücknehmbar eingebracht wird;

    - daß das Zeichengerät im Falle einer hinreichend langen Führungskante zu beiden Flanken eine Feststeckmöglichkeit besitzt.
  2. 2. Zeichengerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    - daß das Zeichengerät mit Ausnehmungen (13, 14, 23, 24) ausgestattet ist, in welche ein zugehöriges Griffstück (50) mit Drehspitze einsetzbar ist;

    - daß die Ausnehmungen (13, 14) zum Einsetzen des Griffstücks (50) aus Langlöchern bestehen, und daß den Ausnehmungen Stege (53, 54) an der Unterseite des Griffstücks entsprechen, welche längliche Klemmkeile gegenüber den Langlöchern darstellen;

    - daß die Ausnehmungen (13, 14) an der Punkt-Lochreihe (11) angefügt sind, in der Weise, daß sich für die Drehspitze (51) ein Einstich längs eines Langloches (12) am Fußpunkt der Lochreihe (11) ergibt;

    - daß die Langlöcher (12, 13, 14) parallel zur Punkt-Lochreihe (11) ausgerichtet und soweit ausgelängt sind, als es für einen versetzbaren Einstich über den Bereich des Lochabstandes erforderlich ist;

    - daß die Ausnehmungen (23, 24) in eine Winkelskala eingefügt sind, in der Weise, daß sich für die Drehspitze (51) des Griffstücks (50) ein Einstich im Schnittzentrum der Skala ergibt;

    - daß die Winkelskala und die Punkt-Lochreihe an der Nullmarke des Maßstabs ihren jeweiligen Ausgang nehmen, in der Weise, daß die Ausnehmungen für die Winkelskala mit denen der Lochreihe zur Überlagerung gelangen;

    - daß insbesondere bei Linealen im äußersten rechten und linken Seitenbereich zusätzliche Ausnehmungen (33, 34) mit Nadeldurchstichloch (32) angelegt sind.
  3. 3. Zeichengerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,

    - daß das Zeichengerät die Form eines regulären oder aber die eines um die Spitze gekürzten, rechtwinkligen Zeichendreiecks hat, wobei die Ankathetenwinkel im ersten Fall 67,5° und 22,5°, im zweiten Fall 75° und 15° betragen.
  4. 4. Zeichengerät nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,

    - daß in der Dreiecksausführung die Winkelskala an der Hypothenuse im Seitenbereich unter dem rechten Winkel angebracht ist;

    - daß in der Linearausführung Winkelskala und Maßstab mittelsymetrisch angeordnet sind.
  5. 5. Zeichengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,

    - daß der Vorderteil des Griffstücks (50), also der Teil mit der Drehspitze (51) durch eine Biegeverjüngung (56) über dem hinteren Steg (54) aufwärts anwinkelbar ist.
  6. 6. Zeichengerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,

    - daß die Außenwand des Langloches (12) Rastereinschnitte im Abstand der Einheit der Maßstabsteilung enthält;

    - daß die Stege (53, 54) in der Dicke breiter gehalten sind, als die lichte Weite des Langlochs (12) für die Drehspitze.
  7. 7. Zeichengerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,

    - daß das Zeichengerät eine Aussparung (36) in der Kontur des Griffstücks (50) besitzt.






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