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Dokumentenidentifikation DE3536135A1 16.04.1987
Titel Verfahren und Vorrichtung zum störungsfreien Transport von Profillagen zu Übergabestationen in Fein- oder Mittelstahlwalzwerken
Anmelder SMS Schloemann-Siemag AG, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Nobis, Dieter, 4040 Neuss, DE;
Braun, Hans Jürgen, 4000 Düsseldorf, DE
Vertreter Hemmerich, F., 4000 Düsseldorf; Müller, G., Dipl.-Ing.; Große, D., Dipl.-Ing., 5900 Siegen; Pollmeier, F., Dipl.-Ing., PAT.-ANW., 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 10.10.1985
DE-Aktenzeichen 3536135
Offenlegungstag 16.04.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.04.1987
IPC-Hauptklasse B21B 39/00

Beschreibung[de]

Sollen aus einer Profillage beispielsweise Teillagen vor einer Übergabestation abgetrennt werden, so muß eine bestimmte Trennlinie gewahrt werden, da es andernfalls zu erheblichen Betriebsstörungen kommen kann. Da die Lage der Stäbe in einer Gruppe von Profilen nicht eindeutig beschrieben werden kann, muß man von einer erheblichen Schieflage der Profile in einer Lage bzw. der Lage selbst ausgehen. Besteht die Lage aus Winkelprofilen, so kann sich je nach Größe des Versatzes und der Anzahl der Profile die sogenannte "Kletterneigung" einstellen. Insbesondere bei kleinen Winkelprofilen bis zu 35 mm Kantenlänge und Lagen von mehr als 6 Profilen ist diese Kletterneigung zu beobachten.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Arbeitsverfahren aufzuzeigen und eine Vorrichtung zu schaffen, womit ein störungsfreier Transport von Profillagen zu Übergabestationen gewährleistet werden kann, indem vor einer Richtachse, beispielsweise einer Stopperreihe, eine beliebig genaue Ausrichtung erfolgt und die genannten Nachteile vermieden werden.

Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt erfindungsgemäß dadurch, daß die Profillagen beim Quertransport zur Übergabestation auf einer separaten Richtstation ausgerichtet werden, wobei sie in Parallellage zu einer Richtachse gebracht werden. Auf diese Weise wird die größtmögliche Ausrichtung zur Lage einer Stopperreihe bzw. der Richtachse und ein störungsfreier Betrieb der gesamten Anlage gewährleistet.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Richtstation die Profillagen auf eine gegenüber der Querförderebene zunächst gleichmäßig angestellte Ausrichtfläche auflaufen, wobei die Ausrichtfläche danach quer zur Förderrichtung, in Abhängigkeit von der erzielten Richtwirkung, ungleichmäßig weiter angestellt und/oder abgesenkt wird. Hierdurch ist es möglich, die Drehbewegung eines Teils der Profillage einzuleiten. Wird der Druck größer, so verändert sich der Schwenkpunkt. Durch diese Arbeitsweise ist es vorteilhaft möglich, eine Parallellage zur Stopperreihe von +/- 20 mm zu erreichen, ausreichend für eine betriebssichere Funktion der Stopper.

Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, daß die Ausrichtung in der Richtstation automatisch erfolgt.

Ferner ist mit Vorteil vorgesehen, daß die Profillagen von einem Scherenrollgang angefördert und an einen nachfolgenden Quertransport übergeben werden, an den sich ein schwenkbarer Kettenquertransport vor einer Stapelanlage anschließt, wobei im Bereich des schwenkbaren Kettenquertransportes nach der Richtstation Teillagen gebildet werden. Die Verwendung der Erfindung vor automatischen Stapelanlagen ist besonders zweckmäßig, um eine breite Profilpalette bei hohen Durchsatzraten verarbeiten zu können.

Eine Vorrichtung zum störungsfreien Transport von Profillagen zu Übergabestationen in Feinstahl- oder Mittelstahlwalzwerken, zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vorteilhaft vor, daß im Bereich des Quertransports eine separate Richtstation vorgesehen ist, die aus einer gegenüber der Querförderebene anstellbaren Ausrichtfläche gebildet wird.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Ausrichtfläche durch parallel zueinander angeordnete und unabhängig voneinander betätigbare Ausrichtleisten gebildet wird, die gegenüber dem schwenkbaren Kettenquertransport in Förderrichtung anstellbar angeordnet sind. Hierbei handelt es sich um eine besonders bevorzugte, einfache Ausführungsform der Erfindung.

Darüber hinaus sind die Ausrichtleisten seitlich der Lagenbildeketten zweckmäßigerweise in einem Bereich von 0-8 Grad zur Kettenoberfläche anstellbar angeordnet, wobei vorzugsweise 4-5 Grad eingestellt sind. Mit dieser Maßnahme kann eine beliebig genaue Ausrichtung der Profile erzielt werden, wobei die vorgegebene Einstellung bereits den meisten Bedarfsfällen in der Praxis genügt.

Vorteilhaft weisen bei der Vorrichtung die Ausrichtleisten eine Auflauflänge von etwa der Hälfte der Breite der Profillagen auf. Es hat sich herausgestellt, daß hiermit eine besonders problemlose Arbeitsweise gewährleistet werden kann.

Als weitere Ausgestaltung der Erfindung sind die Ausrichtleisten als Ausrichtleistenstopps ausgebildet. Die Ausrichtleistenstopps werden entsprechend der Profilgröße und Profilanzahl eingesetzt. Sie sind betriebssicher im Bereich von 10 bis 12 Profilen verwendbar. Auf diese Weise kann die Aufschublänge so eingestellt werden, daß eine Restkraft an den Stoppern wirksam wird, die ausreicht, die Profillage vor den Stoppern auszurichten.

Die Ausrichtleisten sind mittels Hebe- und Senkorganen, vorzugsweise über Stellmotore schwenkbar. Hierbei handelt es sich um bewährte handelsübliche Konstruktionsmittel, die daher besonders funktionssicher und kostengünstig verwendet werden können.

In weiterer Ausbildung der Erfindung stützen sich die Hebe- und Senkorgane der Ausrichtleisten auf der Schwenkeinrichtung der Lagenbildekette ab, wobei der Drehpunkt in der Schwenkachse der Lagenbildekette verlagert ist. Auf diese Weise wird der apparative und konstruktive Aufwand für die Hebe- und Senkorgane sowie für die Lagerungen minimiert.

Mit großem Vorteil sind im Bereich der Richtstation entgegen der Förderrichtung Lichtbänder aus Fotozellen angeordnet, deren Signal zur Steuerung der Stellmotore verwendet wird. Mittels dieser Maßnahmen kann kostensparend das Verfahren bzw. die Richtanlage vollautomatisch betrieben werden.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Erläuterung des in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführunsbeispieles.

Automatische Stapelanlagen werden in Walzwerken für schwere und mittlere Profile eingesetzt. Anzahl und Auslegung der für eine wirtschaftliche Feinstahlproduktion erforderlichen Stapelmaschinen richten sich nach der vorgesehenen Leistung der Walzstraße sowie den minimalen und maximalen Paketgewichten und Paketlängen. Um auch bei kurzen Paketen einen hohen Durchsatz zu erzielen, werden die Stapelanlagen im allgemeinen so ausgelegt, daß bis zu vier Pakete gleichzeitig gestapelt werden können. Die Paketgewichte betragen bis zu 10 t, die Paketlängen 6 bis 24 m. Nichtstapelbares Walzgut wird im allgemeinen über einen Kettenquertransport der Bündel- und Bindeeinrichtung zugeführt. Zur Bestimmung des Bündelgewichtes ist innerhalb des Kettenquertransportes eine Einrichtung zum Zählen der Stäbe angeordnet. Die Stäbe werden in Bündelformern zusammengefaßt, die Bündel mit Draht oder Band automatisch abgebunden, gewogen, mit Etiketten versehen und und zur Verladung oder zum Fertiglager transportiert.

Mit 1 ist in der Zeichnung ein Scherenrollgang bezeichnet, an den sich in Förderrichtung F ein Kettenquertransport 2 anschließt, gefolgt von einer Stapelanlage 3. Der Kettenquertransport 2 besteht aus einer Transportkette 10 und einem schwenkbaren Kettenquertransport als Lagenbildekette 11, in deren Bereich Rückhalteleisten 12 mit Schwenkstoppern 13 angeordnet sind. Im vorderen Bereich der Lagenbildekette 11 sind verschiedene Stopperreihen 14, 15, 16 vorgesehen.

Vorzugsweise durch den Einsatz gehärteter und geschliffener Ketten wird der Druck auf die Stopper vermindert. Eine Abtragekette 17 in Verbindung mit einer Überhebeeinrichtung 18 verbindet den Scherenrollgang 1 mit der Transportkette 10. Die Lagenbildekette 11 weist ferner die erfindungsgemäße Richtstation 20 auf, bestehend aus Ausrichtleisten 21, die um einen Drehpunkt 22 mittels Hebe- und Senkorganen 23 um etwa 0-8 Grad schwenkbar sind. Die Ausrichtleisten 21 sind seitlich der Lagenbildeketten 11 vorzugsweise um etwa 4 bis 5 Grad steigend zur Kettenoberfläche angebracht. Der Drehpunkt 22 kann vorteilhaft mit der Schwenkachse der Lagenbildekette übereinstimmen. Die Stapelvorrichtung 3 besteht in bekannter Weise aus einem Ubergabewagen 30, einem Wendemagnet 31, den Ablegemagneten 32 und einem Stapeltisch 33.

Bei Betrieb der Anlage werden Profilstäbe, d. h. Staboder Winkelprofile in Längen von etwa 4 bis 24 m, als Profillage 40 vom Scherenrollgang 1 mittels Überhebeeinrichtung 18 an die Transportkette 10 übergeben. Von dort gelangt die Rollgangslage 41 zum schwenkbaren Kettenquertransport 11. Die in Schieflage ankommende Rollgangslage 42 wird nun erfindungsgemäß auf der Richtstation 20 ausgerichtet, indem die Rollgangslage 42 auf die anstellbaren Ausrichtleisten 21 auflaufen und dort entweder manuell oder automatisch über die Länge der Ausrichtleisten 21 planparallel zueinander und zum Schwenkstopper 13 als Richtachse ausgerichtet werden. Die Ausrichtung erfolgt dabei in der Weise, daß sich beim Aufschieben der schief liegenden Profillage 42 auf die Ausrichtleisten 21 eine Gegenkraft aus den aufgeschobenen Profilen aufbaut. Dadurch wird es möglich, die Drehbewegung der Lage einzuleiten. Wird der Druck größer, so verlagert sich der Schwerpunkt etwas höher auf die entsprechende Ausrichtleiste 21. Nachdem die Ausrichtung erfolgt ist, werden die Ausrichtleisten 21 mit Hilfe der Hebe- und Senkorgane 23 unter das Förderniveau der Lagenbildenkette 11 abgesenkt, wodurch die ausgerichtete Profillage 43 auf dem Kettenquertransport 11 weitertransportiert wird. Mittels Schwenkung der Rückhalteleisten 12 nach oben über das Förderniveau der Lagenbildekette 11 hinaus werden vor den Positionsstoppern 14 bzw. den Stoppervorstößen 15, 16 Teillagen 44 gebildet, wobei die Rückhalteleisten 12 mit ihren Schwenkstoppern 13, die nicht für die Teillage 44 vorgesehenen Profile aus der Förderebene der Lagenbildekette 11 anheben. Ein Klettern der Winkelprofile vor den Schwenkstoppern 13 ist durch die bis auf +/- 20 mm ausgerichteten Profile erfindungsgemäß vermieden. Auf diese Weise wird ein störungsfreier Betriebsablauf gewährleistet. Die ausgerichteten Teillagen 44 werden, da die Stopper mit einer derartigen Regelabweichung fertig werden, von dem Übergabewagen 30 der Stapeleinrichtung 3 in bekannter Weise problemlos übernommen. In einer bevorzugten Ausführunsform der Erfindung weisen die Ausrichtleisten 21 an ihren angestellten Enden Ausrichtleistenstopps auf. Die Aufschublänge wird dabei so eingestellt, daß nur eine Restkraft an den Stoppern wirksam wird, die ausreicht, um die Profillage parallel vor den Stoppern auszurichten.

Die Erfindung wurde für einen störungsfreien Transport von Profillagen zu Übergabestationen in Fein- und Mittelstahlwalzwerken, insbesondere zu einer Stapeleinrichtung entworfen. Ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen, kann sie jedoch ebensogut bei allen anderen Fördereinrichtungen von Profilen eingesetzt werden, bei denen eine ähnliche Problemstellung, wie eingangs geschildert, auftritt. Beispielsweise kann die Ausrichtung nach der Erfindung vor Sägeeinrichtungen oder Richtmaschinen in gleicher Weise erfolgen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum störungsfreien Transport von Profillagen zu Übergabestationen in Feinstahl- oder Mittelstahlwalzwerken, dadurch gekennzeichnet, daß die Profillagen beim Quertransport zur Übergabestation auf einer separaten Richtstation ausgerichtet werden, wobei sie in Parallellage zu einer Richtachse gebracht werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Richtstation die Profillagen auf eine gegenüber der Querförderebene zunächst gleichmäßig angestellte Ausrichtfläche auflaufen, wobei die Ausrichtfläche danach quer zur Förderrichtung, in Abhängigkeit von der erzielten Richtwirkung, ungleichmäßig weiter angestellt und/oder abgesenkt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtung in der Richtstation automatisch erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Profillagen von einem Scherenrollgang angefördert und an einen nachfolgenden Quertransport übergeben werden, an den sich ein schwenkbarer Kettenquertransport vor einer Stapelanlage anschließt, wobei im Bereich des schwenkbaren Kettenquertransportes nach der Richtstation Teillagen gebildet werden.
  5. 5. Vorrichtung zum störungsfreien Transport von Profillagen zu Übergabestationen in Feinstahl- oder Mittelstahlwalzwerken, zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Quertransports (2) eine separate Richtstation (20) vorgesehen ist, die aus einer gegenüber der Querförderebene anstellbaren Ausrichtfläche gebildet wird.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtfläche durch parallel zueinander angeordnete und unabhängig voneinander betätigbare Ausrichtleisten (21) gebildet wird, die gegenüber dem schwenkbaren Kettenquertransport (11) in Förderrichtung (F) anstellbar angeordnet sind.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtleisten (21) seitlich der Lagenbildeketten (11) in einem Bereich von 0-8 Grad zur Kettenoberfläche anstellbar angeordnet sind, wobei vorzugsweise 4-5 Grad eingestellt sind.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtleisten (21) eine Auflauflänge von etwa der Hälfte der Breite der Profillagen (40-42) aufweisen.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtleisten (21) als Ausrichtleistenstopps ausgebildet sind.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtleisten (21) mittels Hebe- und Senkorganen (23), vorzugsweise über Stellmotore schwenkbar sind.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Hebe- und Senkorgane (23) der Ausrichtleisten (21) auf der Schwenkeinrichtung der Lagenbildekette (11) abstützen, wobei der Drehpunkt (22) in der Schwenkachse der Lagenbildekette (11) verlagert ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Richtstation (20) entgegen der Förderrichtung (F) Lichtbänder aus Fotozellen angeordnet sind, deren Signal zur Steuerung der Stellmotore (23) verwendet wird.






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