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Dokumentenidentifikation DE3632078A1 30.04.1987
Titel Einrichtung zum Auslegen des Spieles in einem Wälzgetriebe an einer Zahnrad-Wälzschleifmaschine
Anmelder VEB Werkzeugmaschinenkombinat "7. Oktober" Berlin, DDR 1120 Berlin, DD
Erfinder Sobczyk, Reinhard, Dipl.-Ing., DDR 1120 Berlin, DD;
Ulrich, Hans-Joachim, Dipl.-Ing., DDR 1156 Berlin, DD
DE-Anmeldedatum 20.09.1986
DE-Aktenzeichen 3632078
Offenlegungstag 30.04.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.1987
IPC-Hauptklasse B23F 5/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Auslegen des Spieles in einem Wälzgetriebe an einer Zahnrad-Wälzschleifmaschine, die im Teilwälzverfahren arbeitet und deren Wälzgetriebe zur Erzeugung der Wälzbewegung des Werkstückes aus einem Getriebezug zur Erzeugung einer translatorischen Bewegung und einem Getriebezug zur Erzeugung einer rotatorischen Bewegung besteht, wobei die Wälzbewegung in beiden Bewegungsrichtungen ausführbar ist.

Bei einer bekannten Zahnrad-Wälzschleifmaschine mit Wälzgetriebe und Wechselrädern ("Handbuch Verzahntechnik", VEB Verlag Technik Berlin, 1973, S. 167, Bild 3.84) wirken dem Antrieb beim Wälzvorgang je ein Widerstand der translatorischen Bewegung am Bettschlitten und zugleich der rotatorischen Bewegung des im Bettschlitten gelagerten Rundtisches mit Schneckenrad entgegen. Durch diese Widerstände, je eine Bremse ist am Bettschlitten und am Rundtisch angeordnet, wird erreicht, daß sich beim Wälzen die Getriebespiele im Wälzgetriebebezug auslegen sowie die jeweilige Begrenzung der Gewindespindel beaufschlagt wird. In der einen Wälzrichtung kommt eine Seite der Zahnflanken der Getriebeelemente vom Schneckengetriebe, Wechselräder- und Gewindespindeltrieb mit der entsprechenden axialen Begrenzung zur Anlage, während beim Rückwälzen die andere Seite der Zahnflanken zur Anlage kommt und die zweite axiale Begrenzung der Gewindespindel beaufschlagt wird.

Beim Einflankenschliff wird in einer Wälzrichtung die linke Zahnflanke der Werkstückzahnlücke und beim Rückwälzen die rechte Zahnflanke geschliffen. Danach wird der Teilvorgang eingeleitet und die nächste Zahnlücke bearbeitet.

Beim Zweiflankenschliff mit einseitigem Teilen werden in einer Wälzrichtung beide Zahnflanken einer Zahnlücke geschliffen. Dem Rückwälzen wird der Teilvorgang überlagert und danach wird die nächste Zahnlücke bearbeitet.

Nachteilig ist bei diesen Lösungen, daß sich die unterschiedlichen Spiele im Wälzgetriebe und die verschiedenen Flankenanlagen in Abhängigkeit von der Wälzrichtung auf die Verzahnqualität auswirken. Die unterschiedlich vorhandenen technologisch bedingten Abweichungen der Getriebeelemente des Wälzgetriebes beeinflussen die qualitative Herstellung des Werkstückes.

Unterschiedliche Flankenformabweichungen an Links- und Rechtsflanke der Zahnlücke sind dadurch nicht zu vermeiden.

Außerdem erfordert das Ausrichten der Zahnlücke zum Werkzeug beim Einrichten der Maschine einen erhöhten Zeitaufwand, da beide axiale Begrenzungen der Gewindespindel einzeln verstellt werden müssen. Weiterhin ist von Nachteil, daß beim Zweiflankenschliff mit einseitigem Teilen die Teilzeit meist kürzer als die Rückwälzzeit ist und somit eine unproduktive Maschinengrundzeit anfällt.

Desweiteren ist der Zweiflankenschliff mit beidseitigem Teilen bisher nur nach einem hohen zeitlichen Einrichtaufwand und mit einer Zusatzeinrichtung möglich. Dabei können Teilungs-Einzelabweichungen nicht vermieden werden, wodurch die zulässigen Abweichungen am Werkstück überschritten werden und Ausschuß entsteht.

In einer bekannten Lösung gemäß DE-AS 10 56 453 sind in einer Wälzfräsenmaschine eine zweite Schnecke an einem Schneckenrad bzw. in gleicher Drehmomentwirkung ein Stirnradgetriebe so angeordnet, daß die zweite Schnecke bzw. das Stirnradgetriebe das Schneckenrad antreibt und die erste Schecke, die mit dem Wälzgetriebebezug einschließlich Werkzeug in Verbindung steht, die Bewegung des Schneckenrades freigibt.

Nachteilig ist bei dieser Lösung, daß nur das Spiel im Schneckentrieb beseitigt wird und im weiteren Getriebezug, bei lastbedingten Verzögerungen der Arbeitsbewegung des Werkzeuges, eine eindeutige Spielauslage nicht gewährleistet wird. Außerdem bestimmt die Fertigungsgenauigkeit der Anlageflanke des Schneckenrades und der ersten Schecke die Fertigungsgenauigkeit des Werkstückes.

Um eine hohe Bearbeitungsgenauigkeit der Maschine zu erreichen, ist es notwendig, mit einer hohen Fertigungsgenauigkeit die Anlageflanken von Schneckenrad und Schnecke herzustellen. Das erfordert einen erhöhten Aufwand bei der Herstellung dieser Getriebeelemente.

In einer weiteren bekannten Lösung nach DE-OS 15 27 126 wird das Teilrad ein Stirnrad eingesetzt. Mit diesem Stirnrad stehen ein Stirnrad zum Antrieb und ein Stirnrad der Sperrvorrichtung im Eingriff. Die Sperrvorrichtung hat die Aufgabe, ergänzend zu den Reaktionskräften beim Bearbeiten des Werkstückes das Spiel zwischen Antriebsstirnrad und Teilrad auszulegen.

Nachteilig ist bei dieser Lösung, daß das Spiel nur zwischen Teilrad und Antriebsrad beseitigt wird, während im übrigen Getriebezug eine eindeutige Spielauslage nicht gewährleistet ist. Außerdem muß die Wirkrichtung der Sperrvorrichtung bei unterschiedlichen Bearbeitungsbedingungen entsprechend der wirkenden Reaktionskräfte des Fräsers praktisch erprobt werden. Diese Erprobung erfordert einen großen Zeitaufwand. Erfolgt sie nicht, können unzulässig große Abweichungen am Werkstück, und damit Ausschuß, entstehen.

Ziel der Erfindung ist es, die Arbeitsproduktivität und Arbeitsgenauigkeit der Zahnrad-Wälzschleifmaschine zu erhöhen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, durch die zielgerichtet beim Ein- und Zweiflankenschliff mit einseitigem und beidseitigem Teilen die größte kinematische Genauigkeit des Wälzgetriebes, bei gleichzeitiger Spielbeseitigung im gesamten Wälzgetriebe, unabhängig von den Reaktionskräften am Werkstück, erreicht wird, ohne daß der Aufwand für die Fertigung der einzelnen Getriebeelemente des Wälzgetriebes und für den Einrichtvorgang an der Maschine erhöht wird.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß an beiden Enden des Getriebezuges zur Erzeugung der translatorischen Bewegung, bestehend aus einem Spindeltrieb mit einem Bettschlitten und Zwischenrädern, und des Getriebezuges zur Erzeugung der rotatorischen Bewegung, bestehend aus einem Schneckentrieb mit Schneckenrad, Schnecke und einem mit dem Schneckenrad getriebemäßig in Verbindung stehenden Spielausgleichgetriebe, je ein Antrieb angeordnet ist, der im Vier-Quadrantenbetrieb arbeitet, und die Antriebe mit einer Programmsteuereinrichtung verbunden sind. Die Kopplung des Getriebezuges zur Erzeugung der translatorischen Bewegung und des Getriebezuges zur Erzeugung der rotatorischen Bewegung erfolgt über Wechselräder oder ein elektronisches Getriebe. Sind die beiden Getriebezüge über Wechselräder miteinander gekoppelt, ist am Spindeltrieb eine Zustelleinrichtung angeordnet, die verstellbare Anschläge für die Begrenzung der axialen Verschiebung des Spindeltriebes in beiden Richtungen enthält, wobei ein Zustellantrieb, der mit der Programmsteuereinrichtung verbunden ist, für die Verschiebung der Zustelleinrichtung in axialer Richtung des Spindeltriebes und verstellbare Anschläge für die Begrenzung der Verschiebung vorhanden sind.

Der Zustellantrieb steht mit einem Positionsspeicher der Programmsteuereinrichtung in Verbindung. An einer Getriebeverzweigung im Wälzgetriebe, zwischen einem Differential und einem Teilantrieb, ist ein Bremselement angeordnet. Für den Ausgleich des Spieles im Schneckentrieb können zwei unterschiedliche Varianten des Spielausgleichgetriebes zum Einsatz kommen.

Bei der ersten Variante besteht das Spielausgleichgetriebe aus einer, mit dem Schneckenrad in Eingriff befindlichen, axial verschiebbaren Schnecke mit einem Spielausgleichantrieb, der mit der Programmsteuereinrichtung verbunden ist.

Bei der zweiten Variante besteht das Spielausgleichgetriebe aus einem Zahnradgetriebe, das mit dem Schneckenrad verbunden ist.

Als Antriebe können zweckmäßigerweise Elektro- oder Hydromotoren eingesetzt werden. An den Antrieben liegt je ein Kraft- oder Momentenbegrenzer an.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.

In der zugehörigen Zeichnung zeigen:

Fig. 1: Schematische Darstellung eines Wälzgetriebes mit getriebemäßiger Kopplung des Spindel- und Schneckentriebes über Wechselräder

Fig. 2: Schematische Darstellung eines Wälzgetriebes mit getriebemäßiger Kopplung des Spindel- und Schneckentriebes über ein elektronisches Getriebe

Das erste Ausführungsbeispiel ist in Fig. 1 dargestellt. An einem nicht dargestellten, im Bettschlitten 18 gelagerten, Rundtisch ist das Werkstück 1 aufgespannt sowie ein Schneckenrad 2 und ein Zahnradgetriebe 4 angeordnet. Das Zahnradgetriebe 4 steht mit einem Antrieb 5 im Vier-Quadrantenbetrieb, d. h. mit wählbarer positiver oder negativer Kraft- und Bewegungsrichtung, in Verbindung. Der Antrieb 6 steht im Vier-Quadrantenbetrieb mit der Schnecke 3 und mit dem Differential 7 in Verbindung. Die Getriebeverzweigung am Differential 7 führt einmal zum Teilantrieb 8 mit angebauter Bremse 9 und zum anderen über die Wechselräder 10 zum Spindeltrieb 11 mit seinen in der Zustelleinrichtung 12 enthaltenen einzelnen verstellbaren axialen Anschlägen 13; 14 und einem Antrieb 15, der im Vier-Quadrantenbetrieb arbeitet. Die Zustelleinrichtung 12 ist über den Zustellantrieb 16 zwischen den verstellbaren Anschlägen 17 einstellbar. Der im Bettschlitten 18 angeordnete Spindeltrieb 11 steht mit einem weiteren Antrieb 19 im Vier-Quadrantenbetrieb in Verbindung. Zur Bearbeitung des Werkstückes 1 greift der Schleifkörper 20 in die Zehnlücke des Werkstückes 1 ein.

Die Antriebe 5; 6; 15; 19, die Bremse 9, der Teilantrieb 8 und der Zustellantrieb 16 stehen mit einer Programmsteuereinrichtung 21, die im Steuerschrank 22 angeordnet ist, in Verbindung.

Das zweite Ausführungsbeispiel ist in Fig. 2 dargestellt. An einem nicht dargestellten, im Bettschlitten 18 gelagerten, Rundtisch ist das Werkstück 1 aufgespannt sowie ein Schneckenrad 2 angeordnet. In das Schneckenrad 2 greift die Schnecke 3 und eine zweite, durch einen Spielausgleichantrieb 24 axial verschiebbare, Schnecke 23 ein. Ein Antrieb 5 steht über die Schnecke 3 und Zwischenräder 25 mit einem weiteren Antrieb 6 im Vier-Quadrantenbetrieb in Verbindung. Der Antrieb 15, der im Vier-Quarantenbetrieb arbeitet, treibt über Zwischenräder 26 auf den Spindeltrieb 11, der mit dem Bettschlitten 18 verbunden ist, und von dort über Zwischenräder 26 auf einen weiteren Antrieb 19, der ebenfalls im Vier-Quadrantenbetrieb arbeitet. Die Antriebe 5; 6; 15; 19 sowie der Spielausgleichantrieb 24 stehen mit einer Programmsteuereinrichtung 21, die im Steuerschrank 22 angeordnet ist, in Verbindung.

Die Wirkungsweise der Einrichtung wird im folgenden erläutert:

Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung ist es möglich, die Wälzbewegung mit vier unterschiedlichen Flankenberührungszuständen an den Getriebeelementen des Wälzgetriebes zu erzeugen. Dieses ist die Voraussetzung dafür, denjenigen Flankenberührungszustand für den Bearbeitungsprozeß auszuwählen und zu nutzen, bei dem die geringsten Abweichungen am Werkstück entstehen. Zu diesem Zweck wird bei der Inbetriebnahme der Zahnrad-Wälzschleifmaschine ein Probewerkstück unter Nutzung der vier möglichen Flankenberührungszustände im Wälzgetriebe geschliffen. Nach Beendigung der Schlichtumläufe werden jeweils die Messungen der Profilform- und Teilungsabweichungen am Probewerkstück durchgeführt. Aufgrund der Meßergebnisse wird derjenige Flankenberührungszustand ermittelt und für die Schlichtbearbeitung der Zahnrad-Wälzschleifmaschine programmiert, bei dem sich die besten Meßergebnisse am Werkstück ergeben. Der entgegengesetzte Flankenberührungszustand wird jeweils für die Schruppbearbeitung genutzt, so daß die Genauigkeit der Maschine bei der Schlichtbearbeitung nicht beeinträchtigt wird.

Durch die Auswahl und Festlegung des günstigsten Flankenberührungszustandes für die Schlichtbearbeitung und die separate Nutzung zweier unterschiedlicher Flankenberührungszustände für die Schlicht- und Schruppbearbeitung wird erreicht, daß die Arbeitsgenauigkeit der Maschine gesteigert und eine hohe Dauergenauigkeit gewährleistet wird.

Die Flankenberührungszustände der erfindungsgemäßen Einrichtung ergeben sich entsprechend den beiden Ausführungsbeispielen wie im folgenden beschrieben.

Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ergibt sich der erste Flankenberührungszustand, indem zum Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 der Antrieb 15 im Vier-Quadrantenbetrieb antreibt und die Antriebe 5; 6; 19 im Vier-Quadrantenbetrieb so geschaltet sind, daß sie bremsend wirken und damit eine eindeutige Flankenanlage im gesamten Wälzgetriebezug erreicht wird. Durch die bremsende Wirkung des Antriebes 19 wird gleichzeitig eine eindeutige Anlage der Gewindespindel des Spindeltriebes 11 am axialen Anschlag 13 bewirkt. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 erfolgt der Antrieb durch die Antriebe 5; 6 und der Antrieb 15 wirkt bremsend. Der Antrieb 19 arbeitet ebenfalls als Bremse, so daß eine eindeutige axiale Anlage der Gewindespindel des Spindeltriebes 11 an dem axialen Anschlag 14 erfolgt. Die axial verstellbaren Anschläge 13; 14 der Zustelleinrichtung 12 werden zur Spanzustellung und zum Einmitten des Schleifkörpers 20 beim Einrichten in die Zahnlücke des Werkstückes 1 benutzt.

Die Antriebs- und Bremsmomente der Antriebe 5; 6; 15; 19 sind entsprechend der Wälzbedingungen bei jedem Schleifprozeß so aufeinander abgestimmt, daß die angestrebte Wälzgeschwindigkeit erreicht wird.

Der zweite Flankenberührungszustand wird realisiert, indem beim Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 die Antriebe 5; 15 antreibend wirken und die Antriebe 6; 19 bremsend geschaltet sind. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 sind die Antriebe 5; 15; 19 als Bremse geschaltet, während der Antrieb 6 als Antrieb fungiert. Der dritte Flankenberührungszustand wird realisiert, indem beim Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 die Antriebe 5; 6 antreibend wirken und die Antriebe 15; 19 bremsend geschaltet sind. Wird die Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 geschliffen, so werden die Antriebe 5; 6; 19 als Bremse benutzt und der Antrieb erfolgt allein durch den Antrieb 15.

Der vierte Flankenberührungszustand wird realisiert, indem beim Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 der Antrieb 6 als Antrieb wirkt und die Antriebe 5; 15; 19 als Bremsen arbeiten. Wird die Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 geschliffen, so werden die Antriebe 6; 19 als Bremse eingesetzt und die Antriebe 5; 15 als Antrieb geschaltet.

Der Teilprozeß ist bei allen Flankenberührungszuständen gleich. Nach dem Schleifen der Rechts- und Linksflanke RF; LF wird durch den Teilantrieb 8 zur nächsten Zahnlücke weitergeteilt. Dazu wird die an der Getriebeverzweigung zum Teilantrieb 8 bisher ständig wirkende Bremse 9, die beim Wälzen störenden Spiele aus dem Teilgetriebe ausschließt, für den Teilprozeß gelöst.

Beim Produktionsschleifen im Einflankenschliff wird zuerst mit dem Schleifkörper 20 und mit Hilfe der Anschläge 13; 14 in der Wälzgetriebeflankenanlage für das Schlichten der Werkstückkontakt gesucht. Danach wird in die andere Flankenanlage umgeschaltet und erneut die Positionierung einer Zahnflanke des Werkstückes 1 zum Schleifkörper 20 durchgeführt. Beide Stellungen der Anschläge 13; 14 und ihre Differenz werden erfaßt und in der Programmsteuereinrichtung 21 abgespeichert. Beim Übergang von der Schrupp- zur Schlichtbearbeitung wird der Schleifkörper 20 zurückgezogen und die Zustelleinrichtung 12 mit den beiden Anschlägen 13; 14 wird mittels des Zustellantriebes 16 um den Differenzbetrag entgegen der Richtung beim Einrichten verfahren.

Wird das Werkstück im Zweiflankenschliff mit beidseitigem Teilen bearbeitet, werden zuerst die Anschläge 13; 14 so verstellt, daß kein axiales Spiel der Gewindespindel des Spindeltriebes 11 vorhanden ist. Mit Hilfe des Zustellantriebes 16 wird die Zustelleinrichtung 12 mit den Anschlägen 13; 14 so verstellt, daß der Schleifkörper 20 in symmetrische Lage zur Zahnlücke des Werkstückes 1 kommt. Beim Zweiflankenschliff wird dann der Schleifkörper 20 radial zum Werkstück 1 zugestellt und tangential mit Hilfe des Zustellantriebes 16 an beiden Flanken der Zahnlücke mit dem Werkstück 1 in Kontakt gebracht. Auch hier wird, wie beim Einflankenschliff, der Werkstückkontakt erst in der Flankenanlage für das Schlichten gesucht und dann in der für das Schruppen. Beide Stellungen der Zustelleinrichtung 12 werden erfaßt und mit den Anschlägen 17 fixiert oder in die Programmsteuereinrichtung 21 eingegeben. Beim Schruppen wird dann durch den Zustellantrieb 16 die Zustelleinrichtung 12 an den entsprechenden Anschlag 17 gestellt oder in die von der Programmsteuereinrichtung 21 vorgegebene Position gefahren. Der Antrieb 15 arbeitet in beiden Wälzrichtungen als Bremse. Eine weitere Möglichkeit der Durchführung des Zweiflankenschliffs mit beidseitigem Teilen besteht darin, daß mit unveränderter Wälzgetriebeflankenanlage für Schlichten und Schruppen nur der Anschlag 13 oder Anschlag 14 zur axialen Begrenzung der Gewindespindel des Spindeltriebes 11 verwendet wird. Hierbei ist der Antrieb 19 so geschaltet, daß er in einer Wälzrichtung bremsend und in der anderen antreibend wirkt und somit eine sichere axiale Anlage der Gewindespindel des Spindeltriebes 11 am Anschlag 13 oder 14 gewährleistet ist. Die entsprechende Positionierung des Werkstückes 1 zum Schleifkörper 20 wird beim Übergang von der Schrupp- zur Schlichtbearbeitung wie schon beschrieben durch den Zustellantrieb 16 vorgenommen.

Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ergibt sich der erste Flankenberührungszustand, indem zum Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 die Antriebe 6; 15 als Antrieb geschaltet sind, wobei die Antriebe 5; 19 als Bremse wirken und der Spielausgleichantrieb 24 in Richtung Schnecke 23 drückt. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 wirken die Antriebe 5; 19 als Antrieb und die Antriebe 6; 15 sind als Bremse geschaltet, wobei die Wirkrichtung des Spielausgleichantriebes 24 konstant bleibt.

Der zweite Flankenberührungszustand wird realisiert, indem zum Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 die Antriebe 6; 19 als Antrieb geschaltet sind und die Antriebe 5; 15 als Bremse wirken. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 wirken die Antriebe 5; 15 als Antrieb und die Antriebe 6; 19 als Bremse. Der Spielausgleichantrieb 24 wirkt in beiden Wälzrichtungen in Richtung der Schnecke 23.

Der dritte Flankenberührungszugstand wird realisiert, indem beim Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 die Antriebe 5; 15 als Antrieb wirken und die Antriebe 6; 19 als Bremse geschaltet sind. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 sind die Antriebe 6; 19 als Antrieb geschaltet und die Antriebe 5; 15 wirken als Bremse. Der Spielausgleichantrieb 24 wirkt in beiben Wälzrichtungen ziehend an der Schnecke 23.

Der vierte Flankenberührungszustand wird realisiert, indem die Antriebe 5; 19 beim Schleifen der Linksflanke LF des Werkstückes 1 als Antrieb geschaltet sind und die Antriebe 6; 15 als Bremse geschaltet sind. Beim Schleifen der Rechtsflanke RF des Werkstückes 1 sind die Antriebe 6; 15 als Antrieb geschaltet und die Antriebe 5; 19 wirken als Bremse. Der Spielausgleichantrieb 24 wirkt in beiden Wälzrichtungen ziehend an der Schnecke 23.

Die Programmsteuereinrichtung 21 realisiert das Teilen von Zahn zu Zahn mittels der Antriebe 5; 6. Die Zustellung erfolgt ebenfalls über die Programmsteuereinrichtung 21, indem neue Lagepositionen zwischen den Antrieben 5; 6 und den Antrieben 15; 19 ermittelt werden.

Durch die verschiedenen Schaltungen der Antriebe 5; 6; 15; 19 und des Spielausgleichantriebes 24 wird erreicht, daß das Spiel in den Zwischenrädern 25; 26; 27 nicht zur Wirkung kommt.

Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Einrichtung, die anhand der Ausführungsbeispiele nach Fig. 1 und 2 erläutert wurde, wird somit das Spiel im gesamten Wälzgetriebezug beseitigt und die Möglichkeit geschaffen, im Ein- und Zweiflankenschliff Zahnräder mit geringeren Abweichungen als bisher zu fertigen und den Zweiflankenschliff mit beidseitigem Teilen, bei dem eine hohe Arbeitsproduktivität erreicht wird, effektiv durchzuführen.

  • Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen

    1 Werkstück

    2 Schneckenrad

    3 Schnecke

    4 Zahnradgetriebe

    5 Antrieb

    6 Antrieb

    7 Differentail

    8 Teilantrieb

    9 Bremse

    10 Wechselräder

    11 Spindeltrieb

    12 Zustelleinrichtung

    13 axialer Anschlag LF

    14 axialer Anschlag RF

    15 Antrieb

    16 Zustellantrieb

    17 Anschläge

    18 Bettschlitten

    19 Antrieb

    20 Schleifkörper

    21 Programmsteuereinrichtung

    22 Steuerschrank

    23 Schnecke

    24 Spielausgleichantrieb

    25 Zwischenräder

    26 Zwischenräder

    27 Zwischenräder

    28 Spielausgleichgetriebe

    29 Kraft-/Momentenbegrenzer

    RF Rechtsflanke

    LF Linksflanke


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Auslegen des Spieles in einem Wälzgetriebe an einer Zahnrad-Wälzschleifmaschine, die im Teilwälzverfahren arbeitet und deren Wälzgetriebe zur Erzeugung der Wälzbewegung des Werkstückes aus einem Getriebezug zur Erzeugung einer translatorischen Bewegung und einem Getriebezug zur Erzeugung einer rotatorischen Bewegung besteht, wobei die Wälzbewegung in beiden Bewegungsrichtungen ausführbar ist, gekennzeichnet dadurch, daß an beiden Enden des Getriebezuges zur Erzeugung der translatorischen Bewegung, bestehend aus einem Spindeltrieb (11) mit einem Bettschlitten (18) und Zwischenrädern (26), und des Getriebezuges zur Erzeugung der rotatorischen Bewegung, bestehend aus einem Schneckentrieb mit Schneckenrad (2), Schnecke (3) und einem mit dem Schneckenrad (2) getriebemäßig in Verbindung stehenden Spielausgleichgetriebe (28), je ein Antrieb (5; 6; 15; 19) angeordnet ist, der im Vier-Quadrantenbetrieb arbeitet, und die Antriebe (5; 6; 15; 19) mit einer Programmsteuereinrichtung (21) verbunden sind.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Getriebezug zur Erzeugung der translatorischen Bewegung und der Getriebezug zur Erzeugung der rotatorischen Bewegung über Wechselräder (10) in Verbindung stehen.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Getriebezug zur Erzeugung der translatorischen Bewegung und der Getriebezug zur Erzeugung der rotatorischen Bewegung durch ein elektronisches Getriebe gekoppelt sind.
  4. 4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß am Spindeltrieb (11) eine Zustelleinrichtung (12) angeordnet ist, die verstellbare Anschläge (13; 14) für die Begrenzung der axialen Verschiebung des Spindeltriebes (11) in beiden Richtungen enthält, wobei ein Zustellantrieb (16), der mit der Programmsteuereinrichtung (21) verbunden ist, für die Verschiebung der Zustelleinrichtung (12) in axialer Richtung des Spindeltriebes (11) und verstellbare Anschläge (17) für die Begrenzung der Verschiebung vorhanden sind.
  5. 5. Einrichtung nach den Ansprüchen 1, 2 und 4, gekennzeichnet dadurch, daß der Zustellantrieb (16) mit einem Positionsspeicher der Programmsteuereinrichtung (21) in Verbindung steht.
  6. 6. Einrichtung nach den Ansprüchen 1, 2, 4 und 5, gekennzeichnet dadurch, daß an einer Getriebeverzweigung im Wälzgetriebe, zwischen einem Differential (7) und einem Teilantrieb (8), ein Bremselement (9) angeordnet ist.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß des Spielausgleichgetriebe (28) aus einer, mit dem Schneckenrad (2) in Eingriff befindlichen, axial verschiebbaren Schnecke (23) mit einem Spielausgleichantrieb (24), der mit der Programmsteuereinrichtung (21) verbunden ist, besteht.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Spielausgleichgetriebe (28) aus einem Zahnradgetriebe (4), das mit dem Schneckenrad (2) verbunden ist, besteht.
  9. 9. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Antriebe (5; 6; 15; 19) Elektro- oder Hydromotoren sind.
  10. 10. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß an den Antrieben (5; 6; 15; 19) je ein Kraft- oder Momentenbegrenzer (29) anliegt.






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