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Dokumentenidentifikation DE3636224A1 07.05.1987
Titel Einrichtung zum Abführen von elektrischen Ladungen aus einem Vlies aus breiigem Material
Anmelder Bartelmuss, Heinz, Ing.;
Bartelmuss, Klaus, Mag., Teufenbach, AT
Erfinder Bartelmuss, Heinz, Ing.;
Bartelmuss, Klaus, Mag., Teufenbach, AT
Vertreter Stracke, A., Dipl.-Ing.; Loesenbeck, K., Dipl.-Ing., PAT.-ANW., 4800 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 24.10.1986
DE-Aktenzeichen 3636224
Offenlegungstag 07.05.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.05.1987
IPC-Hauptklasse H05F 3/02
IPC-Nebenklasse D21F 1/00   D21F 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Abführen von elektrischen Ladungen aus einem Vlies aus breiigem Material, insbesondere aus im Vlies enthaltenen Füllstoffen, das über Maschinenteile, z.B. Beläge von Papiermaschinen od. dgl. Maschinen zur Behandlung von Vliesen aus breiigem Material, führbar ist, wobei die Maschinenteile aus schlecht- bzw. nichtleitendem Material bestehen.

In den letzten Jahren tritt vor allem in Maschinen zur Papiererzeugung immer häufiger eine Kombination von Keramikbelägen als Entwässerungselementen und Kunststoffsieben zum Transport des breiigem Vlieses auf. Bei verschiedenen Papiersorten werden au8erdem mehr und mehr abrasive Füllstoffe (allen voran Kalziumkarbonat CACO3) eingesetzt, um gewisse Produkteigenschaften zu beeinflussen bzw. die Kosten des Füllstoffes selbst zu senken. Dieser Füllstoff kann sowohl von Haus aus beigegeben werden, als auch über das Altpapier im Zyklus wiederkehren. Dabei wurde in vielen Fällen beobachtet, daß der Füllstoff eine starke elektrische Aufladung besitzt, wodurch diese auf dem Kunststoffsieb haftet und einen vermehrten Verschleiß sowohl des Siebes als auch des Belages verursacht. Kunststoffsiebe, Keramik- oder Kunststoffbeläge sind jedoch schlechte Leiter. Die Ladung des Füllstoffes kann also nicht abgeführt und mit dem Siebwasser weggespült werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die aus nichtleitendem bzw. schlecht leitendem Material gefertigten Maschinenteile so auszubilden, daß elektrische Ladungen des zu verabreichenden Gutes abgeführt werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die aus nichtleitendem bzw. schlecht-leitendem Material bestehenden Maschinenteile bis an deren Oberfläche reichende, aus den Maschinenteilen herausführende elektrisch leitende Werkstoffe aufweisen. Durch das Abführen der elektrischen Ladung wird der Verschleiß der Maschinenteile, z.B. von Sieben und Belägen, erheblich vermindert. Vorteilhafterweise kann der elektrisch leitende Werkstoff als durchgehende Leiste in das nichtleitende bzw. schlechtleitende Material des Maschinenteiles eingebettet werden, wodurch die Ableitung der elektrischen Ladungen über die gesamte Siebbandbreite erfolgt. Es kann jedoch der elektrisch leitende Werkstoff auf das nichtleitende bzw. schlechtleitende Material des Maschinenteiles in dünner Schicht aufgebracht, z.B. aufgedampft werden, wodurch auch eine nachträgliche Umrüstung bereits bestehender Entwässerungselemente ermöglicht ist, ohne diese in ihrer Struktur zu verändern.

In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele schematisch dargestellt.

Fig. 1 zeigt schematisch die Anordnung der elektrische Ladungen abführenden Leisten eines Entwässerungselements.

Fig. 2 gibt die Anordnung eines Leiters in einer Leiste und die Abführung der Ladung wieder.

Fig. 3 ist eine der Fig. 2 analoge Ausbildung, jedoch mit geänderter Ladungsabführung.

Fig. 4 veranschaulicht ein weiteres Ausführungsbeispiel bei einem sogenannten Leistensauger.

In Fig. 5 ist eine seitliche Leiteranordnung wiedergegeben.

Fig. 6 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für die Anbringung des Leiters.

Fig. 7 gibt verschiedene Querschnittsvarianten für die eingegossenen Leiter wieder.

Mit 1 ist der Kasten eines Entwässerungselementes bezeichnet, an dessen Oberseite Leisten 2 zur Unterstützung eines darüber bewegten Siebbandes (nicht dargestellt) angeordnet sind. In den Endleisten 3, welche gegebenenfalls auch zusätzlich zu den Entwässerungsleisten auf einen neuen oder auch auf einen bereits bestehenden Kasten nachträglich eingebracht werden können, ist ein Leiter 4 aus elektrisch leitendem Werkstoff, wie Metall oder ein leitender Kunststoff, eingegossen oder auf andere Weise eingebracht, welcher an der dem Siebband zugewandten Oberfläche der Endleiste 3 freiliegt.

Eine derartige mit einem Leiter versehene Leiste kann dabei zur Gänze aus nichtleitendem oder schlechtleitendem Material, wie Keramik, z.B. Aluminiumoxid, Siliciumkarbid und Zirkonoxid, oder Kunststoff bestehen; es kann die Leiste aber auch aus einem Träger 5 und einem keramischen Belag 6 zusammengesetzt sein, wobei der Leiter 4 in letztgenannten Belag eingegossen oder auf andere Weise eingebracht ist, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Dieser Leiter 4 steht über Verbindungselemente 7 aus leitendem Material mit einem im Träger 5 vorgesehenen Abführungsleiter 8 in Verbindung.

Gemäß Fig. 3 führen die Verbindungselemente 7 aus leitendem Material unten aus dem Träger 5 heraus und stehen mit dem Leistenträger 9 in Verbindung, welche die elektrischen Ladungen über den Kasten 1 abführen.

Bei dem Leistensauger gemäß Fig. 4 sind die Leiter 4 im Bereich der Vorderkante und der Hinterkante des Entwässerungselementes 10 vorgesehen, welches ebenfalls aus einem Trägerkörper 11 und einem keramischen Belag 12 besteht, in welchen die Leiter 4 eingelassen sind. Die leitenden Verbindungselemente 7 führen bei dieser Ausführungsvariante seitlich aus dem Entwässerungselement 10 heraus.

Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist der Leiter 12 an einer der vertikalen Längsseite der Leiste 3 angebracht, welche ebenfalls aus einem Träger 5 und einem keramischen Belag 6 zusammengesetzt ist. Der Leiter 12 reicht dabei mit seiner einen Kante bis zur Oberkante des keramischen Belages 6 und mit seiner anderen Kante bis zur Unterkante des Trägers 5, so daß der Leiter 12so eine leitende Verbindung zwischen dem Siebband und dem Kasten 1 bildet.

Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 ist auf die Oberseite des keramischen Belages 6 eine Schicht 13 aus leitendem Material aufgebracht, z.B. aufgedampft, die mit einem Leiter 14 verbunden ist, von welchem über ein leitendes Verbindungselement 15 die elektrischen Ladungen aus dem Sieb bzw. dem zu entwässernden Material abgeführt werden.

Der in die keramischen Beläge 6 eingegossene Leiter kann dabei unterschiedlichste Querschnittformen aufweisen, wobei die in den Fig. 7a-d dargestellten Formen bevorzugt sind. Der Durchmesser D des runden Stabes gemäß Fig. 7a bzw. die Kantenlänge A des quadratischen Stabes gemäß Fig. 7b sowie die Abmessungen X und Y des trapezförmigen Stabes gemäß Fig. 7c können dabei von 0,01 bis 50 mm betragen. Bei einem rechteckigen Stab gemäß Fig. 7d kann die Breite X ebenfalls zwischen 0,01 und 50 mm und die Länge Z von 0,02 und 1000 mm betragen.

Als mit den elektrischen Ableitungen versehene Maschinenteile aus nichtleitendem bzw. schlecht-leitendem Material kommen hierbei Siebtisch-Vorderleiste, Siebtisch- Hinterleiste, Hydrofoil, Vakufoil, Einzelfoil, Deflektoren, Naßsauger, Leisten oder Beläge, Flachsauger, gekrümmte Beläge für Former, Filzsauger etc. in Frage, wobei die Ableitungen, wie Leisten 4 oder Schicht 13, über die gesamte Breite des Kastens 1 reichen oder nur in Teilbereichen desselben angeordnet sind.

Wird die Einrichtung zur Abführung der Ladung getrennt von einem Kunststoff- oder Keramikbelag angebracht, so kann diese dieselben Dimensionen, wie oben angegeben annehmen und ebenso die gesamte Breite, oder auch nur einen Teil der Maschinenbreite, umfassen. Die Einrichtung müßte jedoch bis zur Unterseite des Siebes reichen. Sie könnte auch als separates Element zur Füllstoffentladung in die Siebpartie eingebracht werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Abführen von elektrischen Ladungen aus einem Vlies aus breiigem Material, insbesondere aus im Vlies enthaltenen Füllstoffen, das über Maschinenteile, z.B. Beläge von Papiermaschinen od. dgl. Maschinen zur Behandlung von Vliesen aus breiigem Material, führbar ist, wobei die Maschinenteile aus schlecht- bzw. nichtleitendem Material bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die aus nichtleitendem bzw. schlechtleitendem Material bestehenden Maschinenteile (3) bis an deren Oberfläche reichende, aus den Maschinenteilen herausführende elektrisch leitende Werkstoffe (4; 13) aufweisen.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrisch leitende Werkstoff als durchgehende Leiste (4) in das nichtleitende bzw. schlechtleitende Material (6) des Maschinenteiles (3) eingebettet oder auf dieses in einer dünnen Schicht (13) aufgebracht, z.B. aufgedampft, ist.






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