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Dokumentenidentifikation DE3541256A1 27.05.1987
Titel Pantograph
Anmelder Deltagraph, Inc., Columbus, Ind., US
Erfinder Gill, David, Columbus, Ind., US
Vertreter Gesthuysen, H., Dipl.-Ing.; von Rohr, H., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 22.11.1985
DE-Aktenzeichen 3541256
Offenlegungstag 27.05.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.1987
IPC-Hauptklasse B43L 13/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Pantographen, insbesondere einen solchen mit verbesserten Eigenschaften.

Ein Pantograph mit einer auf einen bestimmten Übertragungsmaßstab einstellbaren Gelenkhebelverbindung mit mehreren schwenkbar aneinander angelenkten Gelenkhebeln und zwei Übertragungsstiften bzw. -werkzeugen, nämlich einem Fahrstift und einem Zeichenstift bzw. Werkzeug, ist seit Jahrzehnten als Gerät bekannt, mit dem die zweidimensionale Bewegung eines Fahrstifts mit einem bestimmten Übertragungsmaßstab von einem Zeichenstift oder einem entsprechenden Folgewerkzeug reproduziert wird. Einfach ausgedrückt besteht ein Pantograph aus einer Anzahl von jeweils wechselweise paralleler Gelenkhebel, bei denen ein Gelenkhebel an einem Basisträger schwenkbar angelenkt ist und bei denen ein Fahrstift an einem der Gelenkhebel angebracht ist, die nicht schwenkbar mit dem Basisträger verbunden sind. Ein Zeichenstift, Folgestift bzw. Werkzeug ist an einem der anderen Gelenkhebel angebracht und die Geometrie zwischen den Gelenkhebeln und einzelnen Elementen bestimmt den Übertragungsmaßstab für die Bewegung des Fahrstifts. Beispiele für klassische Pantographen sind seit langem bekannt (US-PS 8 52 036, US-PS 34 96 795 und LUEGER "Lexikon der Technik" Band 14 "Lexikon der Feinwerktechnik L-Z", DVA Stuttgart 1969, Seiten 192). Bei einem klassischen Pantographen sind die Steuermechanismen und die Tragmechanismen miteinander kombiniert. Das führt dazu, daß die Schwenkgelenke verschleißen, was im Gebrauch zu Spiel und folgenden Ungenauigkeiten in der Übertragung von Bewegungen führt. Zur Lösung dieser Probleme wird im Stand der Technik vorgeschlagen (US-PS 34 96 795), reibungsarme Präzisionsgelenke zu verwenden. Hierbei wird aber die kombinierte Steuer-/Tragfunktion der Gelenkhebelverbindung beibehalten.

Es ist allerdings auch bekannt, die Steuerfunktion von der Tragfunktion zu separieren (US-PS 16 84 887). Ein solcher Pantograph weist parallele Schienen auf, die schwenkbar an einer zentralen Basis angebracht sind. Auf beiden Seiten der Basis ist jeweils ein Laufelement angeordnet, wobei diese Laufelemente gegeneinander verschoben werden können. Umlenkscheiben ungleicher Durchmesser führen dazu, daß die Bewegung des ersten Läufers in einem bestimmten Verhältnis zur Bewegung des zweiten Läufers steht. Wenn auch dieses System zu einer Trennung der Steuerfunktion von der Tragfunktion führt, führt es doch zu zusätzlichen Problemen mit Blick auf die Dehnung der Zugseile und des Verschleißes der Rollenlager. Ein besonderes Problem bei diesem Stand der Technik stellt die Änderung des Übertragungsmaßstabs dar, die extrem schwierig und mühsam ist, da Umlenkrollen und Zugseile unterschiedlicher Abmessungen gegeneinander ausgetauscht werden müssen. Schließlich besteht ein besonderes Problem bei diesem Stand der Technik darin, daß die Läufer auf unterschiedlichenSeiten der zentralen Basis angeordnet ist. Dadurch ergibt sich die reproduzierende Bewegung als gegenläufig und auf dem Kopf stehend zu der reproduzierten Bewegung.

Unter Berücksichtigung des zuvor erläuterten Standes der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Pantographen anzugeben, bei dem die Steuerfunktion von der Tragfunktion streng getrennt ist, also alle Verschleißprobleme gelöst sind, bei dem aber gleichwohl die Einstellung des Übertragungsmaßstabs möglichst einfach erfolgen kann.

Der erfindungsgemäße Pantograph, bei dem die zuvor aufgezeigte Aufgabe gelöst ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine langgestreckte Trag- und Führungsschiene sowie ein Basisträger zur Lagerung der Trag- und Führungsschiene, mindestens schwenkbar um eine erste Schwenkachse senkrecht zu einer Bezugsebene, vorgesehen sind, daß auf der Trag- und Führungsschiene auf einer Seite des Basisträgers erste und zweite Sattelträger getragen und geführt sind und daß die Sattelträger einerseits in Richtung der Längsachse der Trag- und Führungsschiene relativ zu der ersten Schwenkachse längsverlagerbar und andererseits um die erste Schwenkachse gleichzeitig in ein und derselben Schwenkrichtung schwenkbar sind und daß mittels der Gelenkhebelverbindung der Basisträger und die Sattelträger miteinander so verbunden sind, daß die Sattelträger gleichzeitig in derselben Richtung in einem bestimmten Verhältnis auf die erste Schwenkachse zu bzw. von der ersten Schwenkachse weg verlagerbar sind, so daß die zweidimensionalen Verlagerungen der Sattelträger gegenüber dem Basisträger in einem bestimmten Verhältniszueinander in der Bezugsebene stehen.

Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Im übrigen wird die Erfindung in ihren vorteilhaften Ausgestaltungen und Weiterbildungen anhand der lediglich ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1 in perspektivischer Ansicht ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Pantographen,

Fig. 2 den Pantographen aus Fig. 1 in einer Seitenansicht,

Fig. 3 den Pantographen aus Fig. 1 in einer Draufsicht,

Fig. 4 in vergrößerter Darstellung, ausschnittweise, einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 2,

Fig. 5 in vergrößerter Darstellung, ausschnittweise, einen Schnitt entlang der Linie V-V in Fig. 2,

Fig. 6 in vergrößerter Darstellung, ausschnittweise, einen Schnitt entlang der Linie VI-VI in Fig. 2, zur Darstellung einer einstellbaren Klemme,

Fig. 7 die Klemme aus Fig. 6 in einer perspektivischen Darstellung und

Fig. 8 den Paragraphen in Fig. 2 entsprechender Darstellung in Anwendung bei einer dreidimensionalen Wiedergabe einer Form.

Die einen Überblick gebenden Fig. 1 bis 3 zeigen einen Pantographen 10 mit einem im wesentlichen rechteckigen Grundrahmen 12 mit Standbeinen 14. Ein Basisträger 16 weist eine Tragplatte 18 auf, die auf einer Achse 20 schwenkbar gelagert ist. Die Achse 20 hat einen Gewindeabschnitt 22, der in einer Mutter 24 läuft, die zweckmäßiger Weise am Grundrahmen 12 befestigt ist, so daß eine Drehung der Achse 20 mittels des Handrads 26 die Tragplatte 18 und mit ihr den Basisträger 16 anhebt oder absenkt. Ein Paar von im wesentlichen C-förmigen Seitenwangen 28 weisen erste Schenkel 30 auf, die schwenkbar an der Tragplatte 18 angelenkt sind sowie zweite Schenkel 32, die Lagerblöcke 34 tragen. Die Lagerblöcke 34 sind über eine obere Platte 36 miteinander verbunden. Die obere Platte 36 hat einen Gewindeschaft 38, der mit einem Ansatz in Eingriff steht und sich zu einem Anschlag 42 an der Tragplatte 18 hin erstreckt. Ein Handrad 44 am Gewindeschaft 38 erlaubt es, die Stellung der oberen Platte 36 relativ zur Tragplatte 18 durch Drehung einzustellen.

Die Lagerblöcke 34 nehmen langgestreckte Trag- und Führungsschienen 46 verschiebbar auf. Die Trag- und Führungsschienen 46 sind am einen Ende über einen Sattelträger 48 für einen Übertragungsstift (Fahrstift) miteinander verbunden sowie über einen mehr in der Mitte angeordneten Sattelträger 50 für einen weiteren Übertragungsstift (Zeichenstift). Am anderen Ende sind im dargestellten Ausführungsbeispiel die Trag- und Führungsschienen noch über einen Abschlußsattel 52 miteinander verbunden. Die Sattelträger 48 und 50 und der Basisträger 16 sind mit den Trag- und Führungsschienen 46 so verbunden, daß eine Bewegung der Sattelträger 48, 50 relativ zueinander und relativ zum Basisträger 16 möglich ist. Das dargestellte Ausführungsbeispiel weist dazu, ohne daß dies einschränkend zu verstehen ist, den Sattelträger 48 an den Trag- und Führungsschienen 46 befestigt und den Sattelträger 50 sowie den Basisträger 16 auf den Trag- und Führungsschienen 46 verschiebbar auf. Der Abschlußsattel 52 ist in jedem Fall fest mit den Trag- und Führungsschienen 46 verbunden. Natürlich können auch andere Anordnungen zur Erzielung des gleichen Ergebnisses getroffen werden. Beispielsweise könnten die Trag- und Führungsschienen 46 auch mit dem Sattelträger 50 oder dem Basisträger 16 fest verbunden sein, wobei dann jeweils die verbleibenden Teile auf den Trag- und Führungsschienen 46 verschiebbar sein müßten.

Aus Fig. 3 ergibt sich mit besonderer Deutlichkeit, daß eine Gelenkhebelverbindung die Basisträger 16 und Sattelträger 48, 50 miteinander verbindet. Die Gelenkhebelverbindung weist einen ersten Gelenkhebel 54 auf, der um eine Achse X schwenkbar am Werkzeug-Sattelträger 50 (Zeichenstift) angelenkt ist und erste und zweite Hebelarme 56, 58 aufweist. Ein zweiter Gelenkhebel 60 ist um eine Schwenkachse r schwenkbar am Basisträger 16 angelenkt, wobei die Schwenkachse r parallel zur Schwenkachse X verläuft. Der Gelenkhebel 60 ist im übrigen auch schwenkbar am ersten Gelenkhebel 54, und zwar an dessen erstem Hebelarm 56, angelenkt, und zwar mittels einer einstellbaren Klemme 62, die später noch genauer erläutert werden wird. Ein dritter Gelenkhebel 64 ist um die Achse Z schwenkbar am Sattelträger 48 angelenkt, wobei die Schwenkachse Z parallel zu den Schwenkachsen X und r verläuft. Das andere Ende des dritten Gelenkhebels 64 ist schwenkbar am zweiten Hebelarm 58 des ersten Gelenkhebels 54 angelenkt, und zwar mittels einer weiteren einstellbaren Klemme 62. Wie insbesondere Fig. 2 deutlich zeigt, sind die drei Achsen X, r, Z alle senkrecht zu einer Bezugsebene P angeordnet.

Um ein leichteres Verständnis der Lehre der vorliegenden Erfindung zu ermöglichen, sind die Details der Lagerblöcke, die eine relative, gleitende Bewegung der Sättel und der Basis erlauben, weggelassen worden. Für einen Durchschnittsfachmann ist klar, daß geeignete Lagerblöcke und Lagermaterialien eingesetzt werden können. Z. B. können Kragen aus selbstschmierenden Materialien verwendet werden. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß die Trag- und Führungsschienen 46 jedwede Querschnittsform, beispielsweise auch einen quadratischen Querschnitt haben können, was dann in einer entsprechenden Querschnittsform der Lagerblöcke 34 resultiert.

Wenden wir uns nun Fig. 4 der Zeichnung zu, um Details der schwenkbaren Befestigung des ersten Gelenkhebels 54 am Sattelträger 50 für den Zeichenstift bzw. den entsprechenden Ritzkopf kennenzulernen. Der Sattelträger 50 weist eine Platte 66 auf, die zwei Lagerblöcke 68 miteinander verbindet, durch die sich die Trag- und Führungsschienen 46 erstrecken. Die Platte 66 hat eine mittige, meistens kreisförmige Öffnung 70 um die Achse X zur Aufnahme eines Werkzeugs 72. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist dieses Werkzeug 72 als Vorlageschneidmaschine mit einem Schneidkopf 74 zum Wegschneiden oder Wegfräsen entsprechenden Materials ausgeführt. Andere Werkzeuge können an dieser Stelle eingesetzt werden, beispielsweise alle Arten von spanabhebenden Werkzeugen oder Zeichenwerkzeugen. Eine passende Klemme od. dgl., die jedoch nicht dargestellt ist, erlaubt es, das Werkzeug 72 leicht am Sattelträger 50 anzubringen und dort zu entfernen. Ein zylindrischer Vorsprung 76, der an der Platte 66 angebracht ist, hat einen integrierten Flansch 78, der den ersten Gelenkhebel 54 erfaßt und eine Schwenkbewegung in einer kreisförmigen Bohrung 80 in einem erweiterten Mittelbereich 82 des Gelenkhebels 54 erlaubt.

Fig. 5 zeigt nun weiter den Bereich des Sattelträgers 48 für den Fahrstift. Der Sattelträger 48 ist über Klemmblöcke 84 an die Trag- und Führungsschienen 46 angeklemmt. Die Klemmblöcke 84 sind im dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiel integrale Bestandteile des Sattelträgers 48, weisen aber jeweils einen Schlitz 85 auf, zu dem quer jeweils eine Spann- und Klemmschraube 87 eingeschraubt ist. Ein Plattenabschnitt 86 des Sattelträgers 48 weist um die Schwenkachse Z eine Bohrung 88 auf. Eine einstellbare Klemme 90 erlaubt eine einfache Anbringung bzw. Abnahme eines Übertragungsstifts 92 mit Fahrstift bzw. Fahrspitze 94. Ein am Boden angebrachter zylindrischer Halter 96 ist mit Hilfe von Schrauben 98 an dem Plattenabschnitt 86 angebracht und weist ein zylindrisches Schwenklager 100 auf. Am Schwenklager 100 ist mittels einer kreisförmigen Bohrung 102 der dritte Gelenkhebel 64 schwenkbar angelenkt. Insbesondere in den Fig. 1 bis 3 ist erkennbar, daß der Sattelträger 48 zwei nach unten ragende Handgriffe 89 an Ansätzen 91 aufweist.

In den Fig. 6 und 7 ist eine einstellbare Klemme 62 in vergrößerter Darstellung und im Detail gezeigt, wie sie bei der zuvor erläuterten Gelenkhebelverbindung an zwei Stellen Verwendung findet. Die einstellbare Klemme 62 weist in dem in den Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel einen ersten Klemmblock 106 und einen zweiten Klemmblock 108, jeweils versehen mit Durchgangsschlitzen 110, 112 auf, deren jeder einen der Gelenkhebel aufnimmt. Die Klemmblöcke 106, 108 sind miteinander schwenkbar verbunden, und zwar über einen flanschartig ausgestalteten Zapfen, der sich durch Aufnahmen 116, 118 in den Klemmblöcken 106, 108 und eine Durchgangsbohrung 120 in einer Abstandsscheibe 122 erstreckt. Feststellschrauben 124,126, hier als Rändelschrauben ausgeführt, sind in den Klemmblöcken 106, 108 eingeschraubt, um die jeweiligen Gelenkhebel einstellbar festklemmen zu können.

Zurückkehrend zu den Fig. 1 bis 3 ist noch darauf hinzuweisen, daß der Übertragungsstift 92, also der Fahrstift im dargestellten Ausführungsbeispiel, so angeordnet ist, daß er eine Reihe von Vorlagezeichen 130 abfahren kann, die zwischen langgestreckten Klemmelementen 132, 134 eingeklemmt sind, welche mit der Plattform 136 verbunden sind. Das Werkzeug 72 ist demgegenüber so angeordnet, daß es einen Materialblock bzw. ein Werkstück 138 überfährt und genau das Material wegnimmt, das zur Gestaltung der Vorlagezeichen in vorgewähltem Maßstab weggenommen werden muß. Das Werkstück 138 ist gleichfalls auf der Plattform 136 aufgeklemmt, und zwar durch weitere Klemmelemente 140, 142.

Die Plattform 136 ist relativ zum Grundrahmen 12 auf Führungsschienen 144 verschiebbar. Eine Rippe 146 ist mit der Plattform 136 verbunden und erstreckt sich von dieser aus nach unten und steht dort in Gewindeeingriff mit einem Gewindestift 148. Der Gewindeschaft 148 hat einen Flansch 150, der am Grundrahmen 12 gehalten ist, so daß die Drehbewegung des Gewindeschafts 148 mittels der Kurbel 152 zu einer Verschiebung der Plattform 136 gegenüber dem Grundrahmen 12 führt.

Nachfolgend wird die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Pantographen mit Hinweis auf die Fig. 1 bis 3 im einzelnen erläutert.

Fig. 3 zeigt die Anordnung von Vorlagezeichen 130 und das Werkstück 138, von welchem Material so abgetragen wird, daß die Vorlagezeichen in bestimmten Maßstab verkleinert wiedergegeben werden. Die einstellbaren Klemmen 62 werden verwendet, um die relativen Längen der Gelenkhebel und damit den Übertragungsmaßstab einzustellen. Es ist darauf hinzuweisen, daß, welche Länge auch immer gewählt wird, die Gelenkhebel 60 und 64 zueinander parallel sein müssen, um eine wirklich genaue Übertragung zu ermöglichen. Die Längen können aber verändert werden, um Vorgaben für die reproduzierte Form zu geben. In Fig. 3 ist die effektive Länge des Gelenkhebels 60 und Hebelarms 56 größer als die effektive Länge des Gelenkhebels 64 und Hebelarms 58, so daß sich im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Reduktion auf 75% der Originalgröße ergibt. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die effektiven Längen alle gleich, so daß sich eine Reduktion auf 50% der ursprünglichen Größe ergibt. Werden die effektiven Längen von Gelenkhebel 60 und Hebelarm 56 kürzer als die effektiven Längen von Gelenkhebel 64 und Hebelarm 58, so wird der Übertragungsmaßstab kleiner als 50%. In der Praxis können Übertragungsmaßstäbe von 15% bis 85% durch die entsprechende Wahl der Längen eingestellt werden. Um eine schnelle Einstellung der einstellbaren Klemmen 62 zu ermöglichen, weisen die verschiedenen Gelenkhebel 54, 60, 64 und Hebelarme 56, 58 passende Skalen auf, wie das in Fig. 7 dargestellt ist.

Die Gleichung zur Bestimmung des Übertragungsmaßstabs ist:

Hierbei steht L für die effektive Länge des durch die entsprechende Zahl gekennzeichneten Elements und %red steht für das Verhältnis von reduzierter Größe zu Originalgröße.

Nach Wahl des Übertragungsmaßstabs wird die Fahrspitze 94 um die Vorlagezeichen 130 geführt und durch die entsprechende Bewegung des Werkzeugs 72wird mittels des Schneidkopfs 74 das Material so weit wie notwendig abgetragen. Es ist darauf hinzuweisen, daß die Trag- und Führungsschienen 46 eine derartig genaue, stabile und leichte Bewegung des Werkzeugs 72 ermöglichen, wie sie bislang nicht zu erreichen war. Wesentlich ist dabei die Trennung der Tragfunktion von der Steuerungsfunktion, die es erlaubt, daß die Gelenkhebelverbindung insgesamt nur so stabil sein muß, um die gewünschte Bewegung zu erzielen, jedoch nicht so stabil, um das Werkzeug 72 zu tragen. Dementsprechend ist der Verschleiß der Gelenkhebelverbindung insgesamt nicht sehr groß und die Gelenkhebelverbindung bewegt sich erheblich leichter und einfacher, da die Verbindungselemente keine Tragfunktion haben müssen. Die Gelenkhebel der Gelenkhebelverbindung sind leicht einstellbar und ergeben eine große Flexibilität in der Auswahl des Übertragungsmaßstabs.

Ist es gewünscht, den Übertragungsmaßstab nur für einige Vorlagezeichen zu ändern, so erlaubt es die bewegbare Plattform 136, diese Zeichen auch auszubilden, ohne die Vorlagezeichen 130 und das Werkstück 138 umspannen zu müssen.

Dadurch, daß das Werkzeug 72 und die Fahrspitze 94 auf ein und derselben Seite der Schwenkachse r angeordnet ist, ist die Bewegung beider gleichgerichtet, so daß ein schneller und genauer Überblick über die Arbeitsergebnisse gewährleistet ist.

Ein weiterer Vorteil des dargestellten Pantographen besteht darin, daß dieser für eine dreidimensionale Reproduktion eines Objekts geeignet ist, wie das in Fig. 8 dargestellt ist. In Fig. 8 ist der Schneidkopf 160 sphärisch ausgebildet, ebenso wie die hier dargestellte Fahrspitze 158. Eine dreidimensionale Vorlageform 156 wird von der sphärischen Fahrspitze 158 abgefahren und der sphärische Schneidkopf 160 trägt Material vom dreidimensionalen Werkstück 162 ab. Die Schwenkachse des Basisträgers 16 liegt in der Bezugsebene P, die zusätzlich die Spitze des Schneidkopfs 160 und die Spitze der Fahrspitze 158 aufweist und aufwärts schwenkbar ist, um der vertikalen Verlagerung der Fahrspitze 158 zu folgen. Aufgrund dieser Anordnung erfolgt die dreidimensionale Bewegung des Schneidkopfs 160 in einem vorgegebenen Übertragungsmaßstab der dreidimensionalen Vorlageform 156 und umfaßt die Ausgestaltung glatter Oberflächen, die parallel zu der Plattform 136 liegen.


Anspruch[de]
  1. 1. Pantograph mit einer auf einen bestimmten Übertragungsmaßstab einstellbaren Gelenkhebelverbindung mit mehreren schwenkbar aneinander angelenkten Gelenkhebeln und zwei Übertragungsstiften bzw. -werkzeugen, nämlich einem Fahrstift und einem Zeichenstift bzw. Werkzeug, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine langgestreckte Trag- und Führungsschiene (46) sowie ein Basisträger (16) zur Lagerung der Trag- und Führungsschiene (46), mindestens schwenkbar um eine erste Schwenkachse (r) senkrecht zu einer Bezugsebene (P), vorgesehen sind, daß auf der Trag- und Führungsschiene (46) auf einer Seite des Basisträgers (16) erste und zweite Sattelträger (50, 48) getragen und geführt sind und daß die Sattelträger (50, 48) einerseits in Richtung der Längsachse der Trag- und Führungsschiene (46) relativ zu der ersten Schwenkachse (r) längsverlagerbar und andererseits um die erste Schwenkachse (r) gleichzeitig in ein und derselben Schwenkrichtung schwenkbar sind und daß mittels der Gelenkhebelverbindung der Basisträger (16) und die Sattelträger (50, 48) miteinander so verbunden sind, daß die Sattelträger (50, 48) gleichzeitig in derselben Richtung in einem bestimmten Verhältnis auf die erste Schwenkachse (r) zu bzw. von der ersten Schwenkachse (r) weg verlagerbar sind, so daß die zweidimensionalen Verlagerungen der Sattelträger (50, 48) gegenüber dem Basisträger (16) in einem bestimmten Verhältnis zueinander in der Bezugsebene (P) stehen.
  2. 2. Pantograph nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Sattelträger (50) zwischen dem Basisträger (16) und dem zweiten Sattelträger (48) angeordnet ist, daß die Gelenkhebelverbindung einen ersten Gelenkhebel (54), einen zweiten Gelenkhebel (60) und einen dritten Gelenkhebel (64) aufweist, daß der erste Gelenkhebel (54) um eine senkrecht zur Längsachse der Trag- und Führungsschiene (46) verlaufende Schwenkachse (X) schwenkbar am ersten Sattelträger (50) angelenkt ist und daß der zweite und der dritte Gelenkhebel (60, 64) einerseits an den Enden des ersten Gelenkhebels (54) schwenkbar angelenkt, andererseits an dem Basisträger (16) bzw. dem zweiten Sattelträger (48) schwenkbar angebracht sind.
  3. 3. Pantograph nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Sattelträger (50) der Zeichenstift bzw. das Werkzeug (72) und am anderen Sattelträger (48) der Fahrstift (94) angebracht sind.
  4. 4. Pantograph nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei langgestreckte, im wesentlichen parallel zueinander mit Abstand voneinander angeordnete, im Querschnitt vorzugsweise kreisförmige Trag- und Führungsschienen (46) vorgesehen sind und daß die Sattelträger (50, 48) Querträger aufweisen oder als Querträger ausgeführt sind, die sich zumindest zwischen den Trag- und Führungsschienen (46) erstrecken und von diesen getragen werden.
  5. 5. Pantograph nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Querträger Öffnungen aufweisen, durch die sich die Trag- und Führungsschienen (46) erstrecken.
  6. 6. Pantograph nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Sattelträger (48) mit der Trag- und Führungsschiene (46) fest und der erste Sattelträger (50) mit der Trag- und Führungsschiene (46) längsverschiebbar verbunden ist.
  7. 7. Pantograph nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trag- und Führungsschiene (46) am Basisträger (16) auch um eine weitere Schwenkachse schwenkbar angelenkt ist und daß die weitere Schwenkachse parallel zur Bezugsebene (P) und die erste Schwenkachse (r) schneidend angeordnet ist, so daß insgesamt eine bestimmte dreidimensionale Relativzuordnung der Bewegungen der Sattelträger (50, 48) gewährleistet ist.
  8. 8. Pantograph nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die relativen (wirksamen) Längen der Gelenkhebel (54, 60, 64) zur Einstellung der Verlagerungsverhältnisse (Übertragungsmaßstab) der Sattelträger (50, 48) einstellbar sind.
  9. 9. Pantograph nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung der relativen (wirksamen) Längen der Gelenkhebel (54, 60, 64) einstellbare Klemmen (62) vorgesehen sind, daß jede einstellbare Klemme (62) zwei schwenkbar miteinander verbundene Klemmblöcke (106, 108) aufweist, daß jeweils ein Klemmblock (106 bzw. 108) auf einem entsprechenden Gelenkhebel (54 bzw. 60 bzw. 64) verschiebbar ist und daß die Klemmblöcke (106, 108) auf den entsprechenden Gelenkhebeln (54, 60, 64) feststellbar sind.
  10. 10. Pantograph nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Feststellung der Klemmblöcke (106, 108) auf den entsprechenden Gelenkhebeln (54, 60, 64) in die Klemmblöcke (106, 108) einschraubbare Feststellschrauben (124, 126) vorgesehen sind.
  11. 11. Pantograph nach Anspruch 4 und ggf. einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Sattelträger (50) zur Aufnahme und Halterung eines Werkzeugs (72) ausgestaltet ist und zwei Lagerblöcke (68) und eine die Lagerblöcke (68) verbindende Platte (66) aufweist, wobei durch die Lagerblöcke (68)die Trag- und Führungsschienen (46) erstreckt sind, und daß die Platte (66) eine vorzugsweise kreisförmige Öffnung (70) zur Aufnahme des Werkzeugs (72) aufweist.
  12. 12. Pantograph nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (66) weiter einen zylindrischen Vorsprung (76) koaxial zu einem darin angeordneten Werkzeug (72) aufweist, daß der erste Gelenkhebel (54) einen erweiterten Mittelbereich (82) mit einer vorzugsweise kreisförmigen Bohrung (80) aufweist, daß die Bohrung (80) über den zylindrischen Vorsprung (76) geschoben ist und daß der Gelenkhebel (54) einen ersten Hebelarm (56) und einen zweiten Hebelarm (58) zur Verbindung mit dem zweiten Gelenkhebel (60) bzw. dem dritten Gelenkhebel (64) aufweist.
  13. 13. Pantograph nach Anspruch 4 und ggf. einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Basisträger (16) eine auf einem Grundrahmen (12) drehbar angeordnete Tragplatte (18), ein Paar von C-förmigen Seitenwangen (28), mit jeweils einem Schenkel (30) schwenkbar an der Tragplatte (18) angelenkt, eine die anderen Schenkel (32) der Seitenwangen (28) verbindende Platte (36) und ein Paar von Lagerblöcken (34), angebracht auf der verbindenden Platte (36), aufweist und daß die Lagerblöcke (34) die Trag- und Führungsschienen (46) längsverschiebbar aufnehmen.
  14. 14. Pantograph nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnt, daß an der Tragplatte (18) ein Anschlag (42) angeordnet ist, daß an der verbindenden Platte (36) ein Gewindestift (38), vorzugsweise an einem Ansatz (40), angebracht ist und daß der Gewindeschaft (38) mit dem Anschlag (42) an der Tragplatte (18) zusammenwirkt, so daß die Neigung der Trag- und Führungsschienen (46) einstellbar ist.
  15. 15. Pantograph nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß eine Plattform (136) vorgesehen ist, über der die Gelenkhebelverbindung getragen und geführt ist, daß auf der Plattform (136) Klemmelemente (132, 134) zum Festklemmen von zu reproduzierenden Objekten angebracht sind und daß die Plattform (136) in Richtung auf den Basisträger (16) zur Einstellung des Übertragungsmaßstabs verlagerbar ist.






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