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Dokumentenidentifikation DE3606295C1 11.06.1987
Titel Doppelgabelgelenk
Anmelder Albert Nestler Verkaufsgesellschaft mbH & Co, 7630 Lahr, DE
Erfinder Schaub, Dietmar, Dipl.-Ing., 7630 Lahr, DE
Vertreter Durm, K., Dr.-Ing., Pat.-Anw., 7500 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 27.02.1986
DE-Aktenzeichen 3606295
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.06.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.06.1987
IPC-Hauptklasse B43L 13/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Doppelgabelgelenk zur beweglichen Halterung des Zeichenkopfes einer Laufwagenzeichenmaschine, welches zweimal gegensinnig rechtwinklig verschwenkbar ist, mit einer am Laufwagen hervorstehenden Gelenkgabel, einem an der Gelenkgabel angelenkten, hochschwenkbaren und eine Gabel tragenden Zwischengelenkglied und mit einem in der Gabel gehalterten, abklappbaren Zeichenkopfhalter.

Das vorgeschlagene Doppelgabelgelenk findet Anwendung bei Laufwagenzeichenmaschinen jeglicher Art, wie diese in Zeichen- und Konstruktionsbüros allenthalben Anwendung finden. Mit dem Doppelgabelgelenk lassen sich auch vorhandene Zeichenmaschinen nachträglich ausstatten.

Doppelgabelgelenke zur beweglichen Halterung des Zeichenkopfes von Laufwagenzeichenmaschinen sind an sich bekannt. Ihre Aufgabe ist es, die unvermeidlichen Unebenheiten der Zeichenoberfläche auszugleichen, welche einerseits durch Verwerfungen des hölzernen Zeichenbrettes und andererseits durch unterschiedliche Dicken der verwendeten Zeichenpapiere entstehen. Ein derartiges, zweimal gegensinnig verschwenkbares Doppelgabelgelenk mit einem schwenkbaren Zwischengelenkglied ist in der Deutschen Auslegeschrift 12 35 772 beschrieben.

Nun besteht beim Zeichnen und Konstruieren am Zeichenbrett, insbesondere bei großen Zeichenmaschinen, das Bedürfnis, den Zeichenkopf vom Brett gänzlich abzuheben, entweder um an eine andere Arbeitsstelle zu verfahren oder ausgeführte Tuschearbeiten während des Trocknens der Tusche nicht zu beeinträchtigen. Hierzu ist das erwähnte Doppelgabelgelenk nicht geeignet, weil dabei der Zeichenkopf in abgehobener Stellung festgehalten werden muß, darüber hinaus besteht bei diesem die Gefahr, mit den Enden der Maßstäbe an den Rändern des Zeichenpapieres hängen zu bleiben und dieses zu beschädigen.

Mit der Deutschen Offenlegungsschrift 32 35 556 ist nun eine Trageinrichtung für Zeichenköpfe bekanntgeworden, welche den Zeichenkopf bei Bedarf in einer vom Zeichenbrett abgehobenen Lage so lange wie gewünscht festhält. Dies wird durch eine doppelte Parallelogrammführung in Verbindung mit zwei vorgespannten Zugfedern und einem Schnappmechanismus erreicht, der zwei stabile Endstellungen annehmen kann. Jedoch erscheint der hierzu erforderliche mechanische Aufwand nicht unbeträchtlich, die erzielbare Abhebehöhe bleibt gering und Erschütterungen bei der Betätigung sind unvermeidlich.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein in abgehobener Stellung des Zeichenkopfes arretierbares Doppelgabelgelenk für Laufwagenzeichenmaschinen vorzuschlagen, welches einfach herstellbar und montierbar ist, erschütterungsfrei arbeitet und ein hohes Abheben gestattet.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird von einem Doppelgabelgelenk zur beweglichen Halterung des Zeichenkopfes einer Laufwagenzeichenmaschine der obenerwähnten Bauart ausgegangen und gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß am Zwischengelenkglied dieses Doppelgabelgelenkes ein Sperrhebel schwenkbar angeordnet ist, welcher in hochgeschwenkter Stellung und abgeklapptem Zeichenkopfhalter an einer Schulter der Gelenkgabel anliegt, daß am Sperrhebel ein Schieber angelenkt ist, an dessen freiem Ende eine Nase hervorsteht, und daß am Zeichenkopfhalter ein der Nase gegenüberstehender Greifer vorgesehen ist, der beim Abklappen die Nase ergreift, so daß der Schieber betätigt und der Sperrhebel so verschwenkt wird, daß er an der Schulter der Gelenkgabel anliegt. Diese relativ einfache Konstruktion erlaubt es, durch einen einzigen, erschütterungsfrei zu bewerkstelligenden Bewegungsvorgang - der zweckmäßig vom Konstrukteur mit der linken Hand, die den Zeichenkopf ergriffen hat, durchgeführt wird - das Zwischengelenkglied zum Hochschwenken und zugleich den Zeichenkopfhalter zum Abklappen zu veranlassen. Während des Abklappens verschwenkt der Schieber den Sperrhebel in einen dafür vorgesehenen Spalt an der Gelenkgabel, bis er dort an der Schulter anliegt und das Zwischengelenkglied in einer etwa rechtwinklig hochgeschwenkten Stellung arretiert, der Abstand zwischen dem Zeichenkopf und dem Zeichenbrett hängt nur von den Abmessungen des Zwischengelenkgliedes ab und ist beträchtlich. Genauso einfach geht das Entriegeln vor sich: es genügt, den Zeichenkopfhalter leicht anzuheben, um den Sperrhebel von der Schulter zu entfernen, so daß das Zwischengelenkglied zurückgeschwenkt werden kann.

In vorteilhafter Ausgestaltung weist der zweiarmig ausgebildete Sperrhebel einen kurzen Arm auf, an welchem der Schieber angelenkt ist. Hierdurch wird eine günstige Kinematik erzielt, so daß eine geringere Verschiebung des Schiebers eine große Verschwenkung des Sperrhebels zur Folge hat.

Es ist sehr zweckmäßig, wenn am Sperrhebel ein Federelement angreift. Dieses Federelement hat einerseits die Aufgabe, den Sperrhebel in seiner Ruhelage festzuhalten und es gewährleistet andererseits, daß der Sperrhebel beim Entarretieren in diese Ruhelage von selbst zurückgeht.

Vorteilhaft steht an der Unterseite des Sperrhebels ein Stift hervor, welcher durch einen Schlitz des Zwischengelenkgliedes ragt und an den sich das Federelement anlegt. Auf diese Weise wird der Angriff des Federelementes am Sperrhebel konstruktiv einfach bewerkstelligt.

Vorteilhaft ist das Federelement eine kleine Spiralfeder mit wenigstens einer Windung. Eine solche Spiralfeder läßt sich leicht am Zwischengelenkglied unterbringen.

Der den Sperrhebel betätigende Schieber ist in einem Kanal des Zwischengelenkgliedes geführt. Dieser Kanal, dessen Breite etwas größer als diejenige des Schiebers ist, um ein Klemmen zu vermeiden, durchsetzt die Gabel in Richtung zum Zeichenkopfhalter.

Der Schieber ist mittels einer hervorstehenden Nocke am Sperrhebel angelenkt. Diese Schwenkverbindung läßt eine einfache Montage zu.

Das vorgeschlagene Doppelgabelgelenk wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt in etwa natürlicher Größe

Fig. 1 ein Doppelgabelgelenk in einer Draufsicht,

Fig. 2 das Doppelgelenk gemäß Fig. 1 in einem Längsschnitt, geschnitten entlang der Linie II-II in Fig. 1.

Das zur beweglichen Halterung des Zeichenkopfes einer Laufwagenzeichenmaschine vorgesehene Doppelgabelgelenk besteht im wesentlichen aus einer Gelenkgabel 1, einem Zwischengelenkglied 2 sowie einem Zeichenkopfhalter 3.

Die abgebrochen dargestellte Gelenkgabel 1 ist am vertikal beweglichen Laufwagen der Laufwagenzeichenmaschine angeordnet und ist im Grundriß U-förmig ausgebildet. Die beiden Gabelenden 4 und 5 sind von einem Gelenkbolzen 6 durchsetzt, an welchem das Zwischengelenkglied 2 mit seinem Körper 7 hochschwenkbar angelenkt ist. Zwischen den beiden Gabelenden 4 und 5 ist eine Schulter 8 vorgesehen.

Das Zwischengelenkglied 2 trägt eine Gabel 9, deren Abmessungen mit denjenigen der Gelenkgabel 1 übereinstimmen. Die beiden Zinken 10 und 11 dieser Gabel 9 tragen einen Steckbolzen 12, welcher mit dem Gelenkbolzen 6 der Gelenkgabel 1 übereinstimmt. Diese Maßnahmen gewährleisten eine spätere Ausstattung eines gewöhnlichen Gabelgelenkes mit einem Zwischengelenkglied. An den Steckbolzen 12 greift der abklappbare Zeichenkopfhalter 3 mit einer Lasche 13 an.

Am (abgebrochen dargestellten) Zeichenkopfhalter 3 ist der (nicht dargestellte) Zeichenkopf der Laufwagenzeichenmaschine befestigt, welcher zwei rechtwinklig zueinander stehende Lineale bzw. Maßstäbe trägt, die in ihrer Ebene um einen Winkel von 360 Grad verdreht werden können. An der Lasche 13 des Zeichenkopfhalters 3 ist ein Greifer 14 in Gestalt einer hochstehenden Leiste angeordnet.

Das Doppelgabelgelenk ist - wie in Fig. 2 mit Strichlinien angedeutet - zweimal gegensinnig rechtwinkelig verschwenkbar ausgebildet. Das Verschwenken geschieht durch eine Bewegung des (nicht dargestellten) Zeichenkopfes in Richtung der beiden Pfeile a und b, wobei das Hochschwenken des Zwischengelenkgliedes 2 gemäß Pfeil a und das gegensinnige Abklappen des Zeichenkopfhalters 3 in der Regel gleichzeitig erfolgen.

Am Körper 7 des Zwischengelenkgliedes 2 ist ein Sperrhebel 15 schwenkbar angeordnet, welcher im wesentlichen rechteckigen Grundriß aufweist. Zwei seiner einander gegenüberliegenden Ecken sind abgeschrägt, um die Bewegung des Sperrhebels 15 zu gewährleisten. Dieser Sperrhebel 15 ist zweiarmig ausgebildet; am kurzen Arm 16 ist ein langer, schmaler gerader Schieber 17 angelenkt. Der Schieber 17 greift mit einer an seiner Unterseite herausragenden, nahezu endständigen Nocke 18 gelenkig in eine Sackbohrung 19 an der Oberseite 20 des Sperrhebels 15 ein.

Der Schieber 17 ist in einen Kanal 21 des Zwischengelenkgliedes 2 lose geführt, und an seinem freien, über die Lasche 13 ragenden Ende 22 steht eine Nase 23 hervor, die zum Steckbolzen 12 weist. Der Nase 23 gegenüber steht der an der Lasche 13 des Zeichenkopfhalters 3 vorgesehene Greifer 14, mit welchem die Nase 23 beim Abklappen des Zeichenkopfhalters 3 in Wirkverbindung tritt. Im Verlaufe dieses Abklappens in Richtung des Pfeiles b (vgl. Fig. 2) ergreift nämlich der Greifer 14 die Nase 23 und zieht den Schieber 17 in Richtung zum Zeichenkopfhalter 3, was bewirkt, daß der lange Arm 24 des Sperrhebels 15 in Richtung des Pfeiles c (Fig. 1) verschwenkt wird. Bei nach Pfeil a hochgeklapptem Zwischengelenkglied 2 kommt der lange Arm 24 des Sperrhebels 15 - wie in Fig. 2 mit Strichlinien angedeutet - an der Schulter 8 der Gelenkgabel 1 zur Anlage (welche in dem Spalt zwischen der Gelenkgabel 1 und dem Körper 7 des Zwischengelenkgliedes 2 angeordnet ist), was bewirkt, daß das Zwischengelenkglied 2 in dieser Stellung arretiert ist.

Am Sperrhebel 15 greift ein Federelement 25 in Gestalt einer Spiralfeder an, welche - wie bei einer Sicherheitsnadel - gerade eine Windung aufweist. Dieses Federelement 25 liegt in einer Ausnehmung 26 an der Unterseite des Sperrhebels 15. An dieser Unterseite steht auch ein dünner Stift 27 hervor, der durch einen gekrümmten Schlitz 28 des Körpers des Zwischengelenkgliedes 2 in die Ausnehmung 26 ragt und an dem sich dort das freie Ende des Federelementes 25 elastisch anlegt, dessen anderes Ende in der Wand der Ausnehmung 26 befestigt ist. Das Federelement 25 hält den Sperrhebel 15 in seiner Ruhelage bei gestrecktem Doppelgabelgelenk und drückt ihn leicht gegen einen kleinen Anschlag 29.

Die Befestigung des Sperrhebels 15 geschieht mit Hilfe eines an seiner Unterseite hervorstehenden zylindrischen Bolzens 30 (vgl. Fig. 2), welcher eine Bohrung des Körpers 7 durchsetzt und der ein Gewinde mit einer aufgeschraubten Mutter 31 trägt.

Das Zwischengelenkglied 2 mit seiner aus Sperrhebel 15 und Schieber 17 bestehenden Arretiervorrichtung ist so ausgebildet, daß es als Modul auch nachträglich zwischen die Gelenkgabel 1 und den Zeichenkopfhalter 3 ohne konstruktive Änderungen eingesetzt werden kann. Zu diesem Zwecke stimmt auch der Gelenkbolzen 6 mit dem Steckbolzen 12 identisch überein.

Die beschriebene Konstruktion des Doppelgabelgelenkes erlaubt es, durch einen einzigen Bewegungsvorgang - der leicht vom Konstrukteur mit der linken Hand, die den Zeichenkopf ergriffen hat, durchgeführt wird - die gewünschte Arretierung zu bewirken, entsprechendes gilt für die Entarretierung.


Anspruch[de]
  1. 1. Doppelgabelgelenk zur beweglichen Halterung des Zeichenkopfes einer Laufwagenzeichenmaschine, welches zweimal gegensinnig rechtwinklig verschwenkbar ist, mit einer am Laufwagen hervorstehenden Gelenkgabel, einem an der Gelenkgabel angelenkten, hochschwenkbaren und eine Gabel tragenden Zwischengelenkglied, und mit einem in der Gabel gehalterten, abklappbaren Zeichenkopfhalter, dadurch gekennzeichnet, daß am Zwischengelenkglied (2) ein Sperrhebel (15) schwenkbar angeordnet ist, welcher in hochgeschwenkter Stellung und abgeklapptem Zeichenkopfhalter (3) an einer Schulter (8) der Gelenkgabel (1) anliegt, daß am Sperrhebel (15) ein Schieber (17) angelenkt ist, an dessen freiem Ende (22) eine Nase (23) hervorsteht, und daß am Zeichenkopfhalter (3) ein der Nase (23) gegenüberstehender Greifer (14) vorgesehen ist, der beim Abklappen die Nase (23) ergreift, so daß der Schieber (17) betätigt und der Sperrhebel (15) verschwenkt wird.
  2. 2. Doppelgabelgelenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zweiarmig ausgebildete Sperrhebel (15) einen kurzen Arm (16) aufweist, an welchem der Schieber (17) angelenkt ist.
  3. 3. Doppelgabelgelenk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Sperrhebel (15) ein Federelement (25) angreift.
  4. 4. Doppelgabelgelenk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite des Sperrhebels (15) ein Stift (27) hervorsteht, welcher durch einen Schlitz (28) des Zwischengelenkgliedes (2) ragt und an dem sich das Federelement (25) anlegt.
  5. 5. Doppelgabelgelenk nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement (25) eine Spiralfeder mit wenigstens einer Windung ist.
  6. 6. Doppelgabelgelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (17) in einem Kanal (21) des Zwischengelenkgliedes (2) geführt ist.
  7. 7. Doppelgabelgelenk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (17) mittels einer hervorstehenden Nocke (18) am Sperrhebel (15) angelenkt ist.






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