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Dokumentenidentifikation DE3546300C1 19.06.1987
Titel Verfahren zum Trocknen von Torf
Anmelder Mannesmann AG, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Bracker, Gerd-Peter, Dr., 4630 Bochum, DE;
Schnorr, Karl-Ernst, 6335 Lahnau, DE
Vertreter Meissner, P., Dipl.-Ing.; Presting, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 1000 Berlin
DE-Anmeldedatum 27.12.1985
DE-Aktenzeichen 3546300
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.06.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.06.1987
IPC-Hauptklasse C10F 5/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung beinhaltet ein Verfahren zum Trocknen von Torf.

Der frisch gewonnene Torf hat bis zu ca. 95 Gewichts-% Wassergehalt. Er muß bis zu seiner Weiterverwendung auf einen lufttrockenen Zustand (ca. 10-20 Gewichts-% Wasser) entwässert und getrocknet werden. Der hierzu bisher notwendige Aufwand war in vielen Fällen so hoch, daß eine wirtschaftliche Austorfung entsprechender Torfmoore nicht möglich war (CH-PS 1 09 243).

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für die Trocknung von Torf anzugeben, das unter möglichst weitgehendem Verzicht auf Fremdenergie durchführbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen 2-8 angegeben. Im folgenden wird die Erfindung näher erläutert.

Zunächst wird der frisch gewonnene Torf vorentwässert, d. h. beispielsweise mit Hilfe eines mechanischen Entwässerungsaggregates auf eine Restfeuchte von 50-75% gebracht, wobei eine feste Masse entsteht. Diese kompakte Masse wird dann mit bereits getrocknetem Torf so gemischt, daß der Wassergehalt dieser Mischung bei 30-40 Gewichts-%, vorzugsweise bei 35 Gewichts-% liegt. Durch diesen Prozeßschritt wird eine Masse gewonnen, die eine krümelige Struktur mit hohem Porenvolumen aufweist. Sie wird anschließend, z. B. auf Paletten in Würfeln so gelagert, daß die Luft unten in die Würfel ein- und oben austreten kann. Der seitliche Luftzu- und -austritt wird z. B. durch eine rundumlaufende Schrumpffolie oder Wände aus Stahl- bzw. Aluminiumblech verhindert.

Während der Lagerung beginnt eine mikrobielle (aerobe) Fermentation, die einen Teil des Wassergehaltes der Mischung aufzehrt. Zusätzlich unterstützt die biologisch entstehende Wärme das Trocknen der Torfwürfel, ohne daß Fremdenergie zugeführt werden muß.

Da das Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis bei Torf relativ hoch ist, kann zur Verbesserung der mikrobiellen Fermentation Stickstoff z. B. in Form von Harnstoff oder Kunstdünger zugemischt werden. Vorteilhaft ist es auch, die Belüftung der einzelnen Würfel durch Anordnung von Ventilatoren zu intensivieren. Hierdurch wird die Fermentations- und damit auch die Trocknungszeit herabgesetzt und gleichzeitig die Bildung anaerober Zonen unterbunden. Günstig ist es weiterhin, die Paletten mit einer Stapelvorrichtung so zu versehen, daß eine Übereinanderstapelung erfolgen kann. Hierdurch kann die Trocknung platzsparend und die Zwangsbelüftung effektiver durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes von Paletten besteht darin, daß der getrocknete Torf direkt, d. h. ohne Zwischenbehandlung zum Verwender transportiert werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Trocknen von Torf, dadurch gekennzeichnet, daß vorentwässerter (50-75 Gewichts-% Wasser) Torf mit bereits getrocknetem Torf zur Verbesserung des Porenvolumens in solchen Mengen gemischt wird, daß der Wassergehalt 30-40 Gewichts-% beträgt, und daß diese Mischung anschließend einer biologisch-fermentativen (aeroben) Reaktion unterworfen wird, wobei die Mischung mindestens so lange von Umgebungsluft durchströmt wird, bis die biologische Wasserumsetzung und die durch die hierbei entstehende Wärme geförderte Wasserverdunstung zu einer ausreichenden Trocknung (10-20 Gewichts-% Wasser) geführt hat.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Mischgut Stickstoff zugegeben wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stickstoff in Form von Harnstoff zugegeben wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stickstoff in Form von Kunstdünger zugegeben wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung zwangsbelüftet wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der Torf auf Paletten in Würfelform gelagert wird, wobei die Würfelaußenflächen durch geschlossene Seitenwände begrenzt werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die auf Paletten ruhenden Torfwürfel mittels einer Stapelvorrichtung übereinander gestapelt werden.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Würfel einzeln oder zusammen an eine Belüftungsanlage angeschlossen werden.






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