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Dokumentenidentifikation DE2822569C2 16.07.1987
Titel Einrichtung zum Zuführen von Werkstoffstangen für Drehautomaten
Anmelder Eisinger, Hans, 8900 Augsburg, DE
Erfinder Eisinger, Hans, 8900 Augsburg, DE;
Kraus, Quido, 8901 Hirblingen, DE
Vertreter Charrier, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8900 Augsburg
DE-Anmeldedatum 24.05.1978
DE-Aktenzeichen 2822569
Offenlegungstag 29.11.1979
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.07.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.07.1987
IPC-Hauptklasse B23B 13/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Zuführen von Werkstoffstangen für Drehautomaten nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Es sind bereits Einrichtungen bekannt, bei denen ein im Rohr geführter Kolben die zu bearbeitende Stange in Richtung des Drehautomaten bewegt. Das Rohr hat hierbei die Funktion eines Zylinders, d. h. der Raum des Rohres hinter dem Kolben wird von einem Druckmedium, beispielsweise von Druckluft oder Hydrauliköl beaufschlagt. Bei der eingangs genannten Einrichtung nach der DE-AS 25 33 502 ist der Kolben als Teleskopkolben ausgeführt und am werkzeugmaschinenseitigen Rohrende unmittelbar vor der Spindelbohrung des Drehautomaten ist eine Abstützung für die Werkstoffstange vorgesehen, die aus schwenkbar gelagerten Stützrollen besteht, die gegen die Werkstoffstange anliegen. Hierbei ist nachteilig, daß der Kolben über eine erhebliche Länge im Rohr einwandfrei geführt sein muß, um Leckverluste des Druckmediums möglichst gering zu halten. Dies ist bei erheblichen Rohrlängen nahezu unmöglich. Auch bei Beschädigungen oder Deformationen des Rohres ist eine einwandfreie Führung des Kolbens im Rohrinneren nicht mehr gewährleistet. Bei langen Rohren wird deshalb in erster Linie ein Gewichtsvorschub verwendet, wobei der Kolben an einem Seil befestigt ist, das über Umlenkrollen geführt ist und an seinem Ende ein Gewicht trägt. Dies bedingt wiederum, daß das Rohr auf seine ganze Länge geschlitzt sein muß.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die sich drehende, vom Kolben in Richtung auf den Drehautomaten geführte Werkstoffstange durchhängt, was dazu führt, daß die in Schwingung versetzt wird, wobei sich diese Schwingungen auf die gesamte Einrichtung und den Drehautomaten übertragen. Dies wird auch nicht durch die Abstützung für die Werkstoffstange verhindert, da diese unmittelbar am Rohrende angeordnet ist. Durch entsprechende Wahl des Rohrdurchmessers wäre es möglich, die Amplitude der Schwingungen in Grenzen zu halten. Dies führt jedoch zu Verschleißerscheinungen an der Rohrinnenseite, die wiederum die einwandfreie Führung des Kolbens im Rohr beeinflussen.

Es besteht die Aufgabe, die Einrichtung so auszubilden, daß die Werkstoffstange im Rohr vibrationsfrei geführt ist und Leckverluste des Druckmediums vermieden werden.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

Bevorzugt ist der Kolben hohl ausgebildet und in seinem Inneren ist der zusammengefaltete also nicht vom Druckmedium beaufschlagte Scheibenbalg angeordnet. Hierdurch wird erreicht, daß der Kolben über eine erhebliche Baulänge geführt ist. Scheibenbalge sind bekannt. Sie dienen beispielsweise zum Öffnen einer von Federn in Schließstellung gehaltenen Spannzange, wie dies die US-PS 36 43 969 zeigt.

Ein Vorteil des innenbeaufschlagten Scheibenbalgs besteht in der vollkommenen Geschlossenheit des pneumatischen oder hydraulischen Systems. Bei Verwendung von Öl als Druckmedium wird zudem eine Dämpfung von eventuell auftretenden Schwingungen erreicht. Nach Aufarbeitung der Stange kann der Kolben durch Absaugen des Druckmediums aus dem Scheibenbalg in seine Ausgangslage zurückgeführt werden.

Von großem Vorteil ist, daß die Haltekraft des Kolbens definiert eingestellt werden kann. Die Beanspruchung der Spanneinrichtung der Bearbeitungsmaschine kann hierdurch geringer gehalten werden, da die Haltekraft des Kolbens der beim Zerspanen auftretenden Kraft entgegenwirkt.

Wie beim Gegenstand der DE-AS 25 33 502 ist das Vorderteil des Kolbens drehbar gelagert und vorderseitig mit einer konischen Zentrierbohrung für die Werkstoffstange versehen. Durch die Verwendung einer vom Druckmedium beaufschlagten Rohrmembran wird eine Zentrierung der Stange im Rohr erreicht. Ein Durchhängen der Stange und damit das entstehen von Vibrationen wird dadurch vermieden. Es ist somit auch möglich, einen Rohrdurchmesser zu wählen, der dem Durchlaß der Arbeitsspindel der Bearbeitungsmaschine entspricht. Hierdurch entfällt ein Anpassen des Rohrquerschnitts an den Stangendurchmesser. Von besonderer Bedeutung ist, daß ohne weiteres auch Stangen zugeführt werden können, deren Durchmesser von der Kreisform abweicht. Die Rohrmembran legt sich hierbei an die Kontur der Stange an und zentriert diese einwandfrei. Wird die Rohrmembran mit Drucköl beaufschlagt, so entsteht ein zusätzlicher Dämpfungseffekt. Durch die Verwendung einer bzw. mehrerer Rohrmembranen ist es möglich, längere Einrichtungen zu bauen, d. h. es können längere Stangen als üblich verarbeitet werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen Schnitt durch die Einrichtung;

Fig. 2 einen Längsschnitt im Bereich der Rohrmembran und

Fig. 3 Schnitte im Bereich der Rohrmembran zur Verdeutlichung des Anlegens der Rohrmembran an verschiedene Werkstoffstangenquerschnitte.

Die Einrichtung weist ein Rohr 1 auf, in dessen Innerem ein Kolben 2 geführt ist. Dieser Kolben 2 bewegt eine Werkstoffstange 3 in Richtung auf den Drehautomaten 4. Das Rohr 1 wird in Abständen von Ständern 5 getragen.

Der im Rohr 1 geführte Kolben 2 weist ein Vorderteil 6 auf, daß über Kugellager drehbar gelagert ist und vorderseitig mit einer konischen Zentrierbohrung 7 versehen ist. Hierdurch wird erreicht, daß der Vorderteil 6 des Kolbens 2 die Drehbewegung der Stange 3 mitmacht und gleichzeitig das hintere Stangenende zentriert.

Der Kolben 2 besteht im wesentlichen aus einem Rohrstück 8. Im Inneren dieses Rohrstücks 8 befindet sich ein Scheibenbalg 9, der vorzugsweise aus Gummi oder einem geeigneten elastischen Kunststoff besteht. Dieser Scheibenbalg 9 ist vorderseitig mit dem Kolben 2 verbunden. Am hinteren Ende ist der Scheibenbalg 9 über einen Wandungsteil mit dem Rohr 1 verbunden. Durch diesen Wandungsteil ist ein Rohrstutzen 10 geführt, über den Druckmedium in das Innere des Scheibenbalgs einbringbar ist. Die Länge des rohrförmigen Kolbenteils 8 entspricht hierbei in etwa der Länge des zusammengefalteten Scheibenbalgs 9 .

Mit dem Rohr 1 ist ein Gehäuse 11 verbunden. Im Inneren dieses Gehäuses 11 ist eine Ringkammer 12 vorgesehen, welche über eine Bohrung 13 mit einem Druckmedium beaufschlagbar ist. Im Gehäuseinneren befindet sich eine Rohrmembran 14, die an ihren beiden Enden von je einer Halterung 15 gehalten wird. Die Halterungen 15 sind über Kugellager 16 im Gehäuse drehbar gelagert.

Wird über die Öffnung 13 Öl in die Kammer 12 gepreßt, dann legt sich die Rohrmembran 14 gegen die Werkstoffstange 3 an. Auf diese Weise wird ein Durchhängen der Werkstoffstange 3 vermieden und diese Werkstoffstange im Abstand vom Kolben 2 zentriert.

Um ein ungehindertes Hindurchführen des Kolbens 2 auch im Bereich der Rohrmembran 14 zu ermöglichen, ist der Innendurchmesser der vom Druckmedium nicht beaufschlagten Rohrmembran 14 geringfügig größer als der Innendurchmesser des Rohres 1.

Die Fig. 3 zeigt, wie die Rohrmembran14 sich an Stangen 3 großen und kleinen Querschnitts und unterschiedlicher Querschnittsformen anzulegen vermag.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Zuführen von Werkstoffstangen für Drehautomaten, bei der in einem Rohr das hintere Ende der Stange durch einen im Rohr geführten, durch ein Druckmedium beaufschlagten Kolben in Richtung der Bearbeitungsmaschine bewegt wird, mit einer am Rohr angeordneten Abstützung für die Werkstoffstangen, dadurch gekennzeichnet, daß hinter dem Kolben (2) ein vom Druckmedium beaufschlagter Scheibenbalg (9) und als Abstützung im Inneren des Rohres (1) eine drehbar im Rohr (1) gelagerte, durch das Druckmedium beaufschlagte Rohrmembran (14) angeordnet sind, wobei letztere im vom Druckmedium nicht beaufschlagten Zustand einen Innendurchmesser aufweist, der mindestens gleich dem Rohrinnendurchmesser ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (2) hohl ausgebildet und in seinem Inneren der zusammengefaltete Scheibenbalg (9) angeordnet ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite des Kolbens (2) mit der Vorderseite des Scheibenbalgs (9) verbunden ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorderteil (6) des Kolbens (2) drehbar gelagert und vorderseitig mit einer konischen Zentrierbohrung (7) versehen ist.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Scheibenbalg (9) rückseitig mit einem Rohrstutzen (10) verbunden ist, der aus dem hinteren Ende des Rohres (1) geführt ist.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrmembran (14) an beiden Enden gehaltert ist und diese Halterungen (15) drehbar an einem mit dem Rohr (1) verbundenen Gehäuse (11) gelagert sind.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (11) im Bereich der Rohrmembran (14) eine Ringkammer (12) aufweist.






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