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Dokumentenidentifikation DE3600370A1 16.07.1987
Titel Spannmechanismus in einer Spitzmaschine
Anmelder A.W. Faber-Castell Unternehmensverwaltung GmbH & Co, 8504 Stein, DE
Erfinder Schiefnetter, Harald, 8662 Helmbrechts, DE;
Zahn, Werner, 8671 Geroldsgrün, DE
DE-Anmeldedatum 09.01.1986
DE-Aktenzeichen 3600370
Offenlegungstag 16.07.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.07.1987
IPC-Hauptklasse B43L 23/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Spannmechanismus in einer Spitzmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Zu Anspitzen von ummantelten Stiften mittels einer hand- oder motorgetriebenen rotierenden Schneide ist ein Spannmechanismus erforderlich in welchem der Stift gegenüber dem beim Spitzen auftretenden Drehmoment gehalten wird. Da der Stift auch in Längsrichtung, gewöhnlich unter Federkraft, dem Spitzerelement zugeführt wird, ist sicherzustellen, daß auch die dabei auftretenden Kräfte von dem Spannelement aufgenommen werden können, ohne ein Verrutschen des Stiftes im Spannelement zuzulassen.

Nach der DE-PS 8 20 101 ist ein Spannfutter für Spitzmaschinen bekannt, bei dem insgesamt sechs Klemmbacken vorgesehen sind, von denen je drei gegeneinander versetzt in zwei übereinander liegenden Ebenen angeordnet sind. Die Klemmbacken sind als Einzelteile ausgebildet, die exzentrisch drehbar auf einer Grundplatte befestigt sind, während sie mit einem weiteren exzentrischen Zapfen in Schlitzen einer Spannscheibe verschiebbar sind. Die Klemmstellung wird durch eine endlose Schraubenzugfeder erreicht, die um jeweils drei Klemmbacken gespannt ist.

Derartig aufgebaute Spannmechanismen haben den Nachteil, daß sie aus einer relativ großen Anzahl von Einzelteilen zusammengesetzt sind und daher hohe Herstellkosten verursachen, die darüber hinaus durch eine aufwendige, zeitraubende Montage nachteilig beeinflußt werden.

Auch bei der Verwendung von nur drei einzelnen Klemmbacken in einem Spannmechanismus, wie dieser in den handelsüblichen Spitzmaschinen verwendet wird, ist der Herstellungsaufwand noch relativ groß. Die bekannten Konstruktionen haben alle den Nachteil, daß die Klemmbacken aus Gründen der Festigkeit aus Metall gefertigt sind, dessen Oberfläche sehr glatt und eigentlich nicht geeignet ist, um ebenfalls glatt lackierte und polierte, ummantelte Stifte zu klemmen. Um diesen Nachteil zu beseitigen sind die Klemmbacken an den Anlageflächen häufig mit Zähnen versehen und werden stark auf die Mantelflächen der Stifte angedrückt, wodurch bleibende Eindruckstellen hinterlassen werden.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Spannmechanismus zu schaffen, der ein Spannelement enthält, das nur mit geringem Druck an der Oberfläche des Stiftes anliegt und dort keine sichtbaren Beschädigungen hervorruft. Zur Vereinfachung der Montage soll die Anzahl der Einzelteile reduziert werden, ohne daß sich die Handhabung des Spannmechanismus in irgend einer Weise verändert.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Mechanismus durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Eine besonders schonende Klemmung des ummantelten Stiftes wird infolge der hohen Haftreibung des Materials Gummi erreicht, das nur unter leichtem Druck gegen die Oberfläche des ummantelten Stiftes angelegt werden muß. Der einfache Aufbau des Spannmechanismus wird dadurch erreicht, daß das Spannelement einstückig so ausgebildet ist, daß es sowohl eine Handhabe aufweist, als auch mehrere radial nach innen stehenden Hebelarme mit Spannflächen, die mittels des Gummibandes gegen die Oberfläche des Stiftes gedrückt werden. Durch ebenfalls im Spannelement eingeformte Steuerschlitze wird die Bewegung der elastischen Hebelarme exakt gesteuert, so daß sie zu Öffnen und Schließen des Spannmechanismus einen optimalen Bewegungsablauf haben. Auf diese Weise wird das Material des Spannelementes nicht übermäßig beansprucht.

Eine besonders schonende Klemmung des ummantelten Stiftes wird durch eine Anordnung erreicht, bei der das um die an den Hebelarmen angeformten Zapfen gespannte Gummiband über die Spannflächen geführt ist. Das eigentliche Spannelement kann daher aus einem Material geschaffen werden, das hinsichtlich seiner Federeigenschaften optimiert ist, während das Gummiband die nötige Haftreibung aufweist, um den Stift zu fixieren.

Zur Erhöhung der Funktionssicherheit ist es zweckmäßig, die Funktionsteile des Spannmechanismus vor möglichen Eingriffen und Beschädigungen zu schützen. Dies wird durch eine Anordnung erreicht, bei der das Spannelement zwischen dem Deckel und einer Abdeckplatte drehbar gelagert ist, wobei die Handhabe durch eine Aussparung ragt.

Die Bedienbarkeit des Spannmechanismus wird dem Benutzer durch eine Anordnung erleichtert, bei der an dem Deckel ein der Handhabe gegenüberliegendes Griffstück angeformt ist. Auf diese Weise entsteht ein Gegenlager, das eine Einhandbedienung ermöglicht.

Eine exakte Lagerung des Spannelementes in dem Deckel der Spitzmaschine wird dann erreicht, wenn das Spannelement mittels des Lageringes in einer Ringwand und die Hebelarme mittels der Steuerschlitze auf den Führungszapfen geführt sind. Sowohl die Ringwand als auch die Führungszapfen lassen sich einstückig mit dem Deckel herstellen.

Weitere Vorteile und Merkmale sind aus der Zeichnung zu ersehen, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, das im folgenden näher beschrieben wird.

Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung der Spitzmaschine mit dem im Deckel angeordneten Spannmechanismus,

Fig. 2 eine Draufsicht auf den Deckel mit geschlossenem Spannmechanismus,

Fig. 3 einen Längsschnitt durch den Spannmechanismus und

Fig. 4 eine Draufsicht auf den Deckel mit geöffnetem Spannmechanismus.

In der Fig. 1 ist ein Gehäuse 1 mit einem Spänebehälter 2 und einer Kurbel 3 dargestellt, wobei letztere zu Antrieb des bekannten, nicht dargestellten Spitzelementes dient. Über Führungsstangen 4, die sich gegen Kraft einer nicht dargestellten Druckfeder aus dem Gehäuse 1 herausziehen lassen, ist ein Deckel 5 mit dem Gehäuse 1 verbunden. Dieser Deckel 5 weist einen umlaufenden Rand 6 auf, der an einer oben liegenden Ecke zu einem Griffstück 7 verlängert ist. Die Führungsstangen 4 sind mit dem Deckel 5 in Augen 8 mit Hilfe einer Bohrung 9 eingesetzt. In etwa seiner geometrischen Mitte weist der Deckel 5 eine Einstecköffnung 10 für einen zu spitzenden, ummantelten Stift 23 auf.

In dem Deckel 5 ist eine Ringwand 11 vorgesehen und eine Aussparung 12. Abgeschlossen ist der Deckel 5 mittels einer Abdeckplatte 13, die mit Hilfe der Führungsstangen 4 befestigt ist. Das eigentliche Spannelement 14 besteht aus einem Lagerring 15, an den eine nach außen abstehende Handhabe 16 angeformt ist. Von dem Lagerring 15 weisen nach innen mehrere elastische Hebelarme 17, die an ihrem freien Ende Spannflächen 18 , Steuerschlitze 19 und Zapfen 20 aufweisen. Um die Zapfen 20 ist mit Vorspannung ein endloses Gummiband 21 so gelegt, daß es an allen Zapfen 20 der elastischen Hebelarme 17 anliegt. Mit dem Deckel 5 verbundene Führungszapfen 22 greifen in die Steuerschlitze 19 ein, wodurch die Bewegung der Spannflächen 18 definiert ist.

Um dem Spitzerelement, das in dem Gehäuse 1 untergebracht ist, einen ummantelten Stift 23 zuzuführen, wird in bekannter Weise der Deckel 5 gegen Federwirkung mit Hilfe der Führungsstange 4 aus dem Gehäuse 1 herausgezogen, wie dies aus der Fig. 1 zu ersehen ist. Der Spannmechanismus, der zunächst die in der Fig. 2 dargestellte Lage einnimmt, wird durch die Handhabe 16 geöffnet, die dazu in Pfeilrichtung A zu schwenken ist. Bei der Bewegung der Handhabe 16 dreht der Lagerring 15 das Spannelement 14, wobei er in der Ringwand 11 im Deckel 5 geführt ist. Durch die Führungszapfen 22 wird bei dieser Drehbewegung des Spannelementes 14 der elastische Hebelarm 17 radial nach außen bewegt, wobei die Bewegungsrichtung durch die Führungszapfen 22 in dem Steuerschlitz 19 vorgegeben ist. Bei dieser Bewegung wird das Gummiband 21 aufgedehnt und nimmt dabei eine Lage ein, die es ermöglicht einen ummantelten Stift 23 durch die Einstecköffnung 10 hindurchzuschieben, bis er in dem Gehäuse 1 an dem Spitzerelement anliegt. Wird nun die Handhabe 16 wieder losgelassen, so zieht das Gummiband 21 über die Zapfen 20 die elastischen Hebelarme 17 nach innen, wobei gleichzeitig eine Drehbewegung erfolgt und die Handhabe 16 in die Ruhelage zurückgebracht wird. Der ummantelte Stift 23 liegt auf diese Weise an dem Gummiband 21 an, das von den Spannflächen 18 abgestützt ist. Die Federkraft des Gummibandes 21 sowie dessen Haftreibung lassen das Spannelement 14 so an dem ummantelten Stift 23 anliegen, daß der Stift 23 sowohl gegen die Zugkräfte der federbelasteten Führungsstangen 4 als auch gegen die Drehkräfte, die vom Spitzmechanismus erzeugt werden, gehalten wird. Durch das Gummiband 21 wird nicht nur eine ausreichende Haltekraft gegenüber dem Stift 23 erzeugt, sondern auch andererseits eine Beschädigung des Stiftes 23 durch Druckstellen vermieden.

  • Bezugszeichen

    1 Gehäuse

    2 Spänebehälter

    3 Kurbel

    4 Führungsstange

    5 Deckel

    6 Rand

    7 Griffstück

    8 Auge

    9 Bohrung

    10 Einstecköffnung

    11 Ringwand

    12 Aussparung

    13 Abdeckplatte

    14 Spannelement

    15 Lagerring

    16 Handhabe

    17 elastischer Hebelarm

    18 Spannfläche

    19 Steuerschlitz

    20 Zapfen (am Spannelement)

    21 Gummiband

    22 Führungszapfen (am Deckel)

    23 ummantelter Stift


Anspruch[de]
  1. 1. Spannmechanismus in einer Spitzmaschine mit einer angetriebenen, um die Achse des zu spitzenden Stiftes rotierenden Schneide, bestehend aus mehreren Klemmbacken, die unter Federkraft radial an der Mantelfläche des Stiftes anliegen und axial verschiebbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem Gehäuse (1) ein Deckel (5) verbunden ist, in welchem drehbar ein eine Handhabe (16) aufweisendes Spannelement (14) gelagert ist, das aus einem Lagerring (15) mit mehreren radial nach innen weisenden, elastischen Hebelarmen (17) besteht, an deren freien Enden jeweils Spannflächen (18), Zapfen (20) und exzentrische Steuerschlitze (19) angeformt sind, und daß am Deckel (5) befestigte Führungszapfen (22) in die Steuerschlitze (19) eingreifen und ein endloses Gummiband (21) vorgesehen sind, das um die an den Hebelarmen (17) angeordneten Zapfen (20) gespannt ist.
  2. 2. Spannmechanismus nach dem Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das um die an den Hebelarmen (17) angeformten Zapfen (20) gespannte Gummiband (21) über die Spannflächen (18) geführt ist.
  3. 3. Spannmechanismus nach den Ansprüchen 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement (14) zwischen dem Deckel (5) und einer Abdeckplatte (13) drehbar gelagert ist, wobei die Handhabe (16) durch eine Aussparung (12) ragt.
  4. 4. Spannmechanismus nach den Ansprüchen 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß an dem Deckel (5) ein, der Handhabe (16) gegenüberliegendes Griffstück (7) angeformt ist.
  5. 5. Spannmechanismus nach den Ansprüchen 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement (14) in dem Deckel (5) mittels des Lagerringes (15) in einer Ringwand (11) und die Hebelarme (17) mittels der Steuerschlitze (19) auf den Führungszapfen (22) geführt sind.






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