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Dokumentenidentifikation DE3601990A1 30.07.1987
Titel Steuerverfahren für parallele thyristorgestellte Induktivitäten zur schnellen Blindstromkompensation
Anmelder Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München, DE
Erfinder Lê, Thanh-Nam, Dr.-Ing., 8520 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 23.01.1986
DE-Aktenzeichen 3601990
Offenlegungstag 30.07.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.07.1987
IPC-Hauptklasse G05F 1/70
IPC-Nebenklasse H02J 3/18   
IPC additional class // H05B 7/18  

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung eines Blindstromstellers, der pro Phase der Netzspannung aus jeweils mindestens zwei parallelen Zweigen mit je einer in Reihe zu einem elektronischen Schalter angeordneten Induktivität besteht.

Sie findet bevorzugt bei Lichtbogenschmelzöfen Anwendung. Diese sind für das Netz und deren Regeleinrichtungen schwierig zu beherrschende Verbraucher, welche die Qualität der gesamten Energieversorgung in ihrer Umgebung in unzulässiger Weise beeinträchtigen können. Sie belasten das Netz unsymmetrisch und haben einen hohen Blindleistungsbedarf. Zudem sind die auftretenden Verbraucherströme stark oberwellenhaltig mit einem nur näherungsweise sinusförmigen Verlauf, deren Beträge sich z. B. während der Einschmelzphase unter Umständen nach jeder halben Periode der Versorgungsspannung ändern können.

Aus diesen Gründen ist man bestrebt, durch besondere Kompensationsvorrichtungen und einer geeigneten Steuerung derselben die Rückwirkungen solcher Verbraucher auf das speisende Netz möglichst nahe am Verbraucher selbst und möglichst schnell zu unterdrücken. In Fig. 1 ist eine bekannte Vorrichtung dieser Art dargestellt. Bei ihr können die einzelnen Wicklungen der Sekundärseite eines sogenannten "Reaktortransformators" 11 durch in Reihe liegende antiparallele Thyristorpaare 12, 13, 14 getrennt zugeschaltet werden. Diese separate Steuerung der einzelnen Phasen ermöglicht nicht nur eine Symmetrierung der Netzbelastung. Die Sekundärwicklungen stellen auch die zur Kompensation aktuell in der jeweiligen Phase benötigte induktive Blindleistung zur Verfügung. Weitere Spulen können zusätzlich in Reihe zu jedem Thyristorpaar angeordnet sein, mit denen der Betrag der zur Kompensation benötigten Induktivität besser den vorliegenden Verhältnissen angepaßt werden kann.

Grundsätzlich wird zwischen den sogenannten "direkten" und den "indirekten" Kompensationsverfahren unterschieden. Während bei der direkten Kompensation durch anschnittgesteuertes Zuschalten von Kondensatorstufen Kompensationsblindleistung direkt bereitgestellt wird (sogenannte FC- bzw. TSC-Typen: festzugeschaltete bzw. thyristorgestellte Kondensatoren), werden beim indirekten Verfahren thyristorgestellte Drosselspulen parallel zu festen Kondensatorbatterien verwendet. Die zur Kompensation notwendige kapazitive Komponente wird in diesem Fall durch Veränderung einer zusätzlichen induktiven Komponente eingestellt (sogenannte TCR- bzw. TCSR-Typen: thyristorgestellte Drossel- bzw. Sättigungsdrosselspulen ("Reaktoren")).

In der Veröffentlichung "Suppression and measurement of arc furnace flicker with a large static var compensator" in IEEE Transactions on Power Apparatus and Systems, Vol.PAS-98, No. 6, Nov./Dec. 1979, S. 2276 bis 2284 ist am Beispiel der einphasigen Anordnung der dortigen Fig. 5 ein bekanntes Steuerverfahren für einen anschnittgesteuerten "Reaktor" nach dem Prinzip der indirekten Kompensation angegeben. Die notwendige Kapazität ergibt sich aus dem Zusammenwirken einzelner parallel geschalteter Reihenschwingkreise gemäß der dortigen Fig. 2, deren Resonanzfrequenzen auf die Werte auszufilternder Oberschwingungen abgestimmt sind. Zudem dienen die Induktivitäten der Schwingkreise beim Zuschalten der unter Umständen nicht auf den Wert der Netzspannung aufgeladenen Kondensatoren zur Verhinderung kurzschlußartiger Ausgleichströme. Zur Steuerung der thyristorgeschalteten Induktivität wird in einem Extremum der Netzspannung der Momentanwert des Ofenstromes gemessen. Dieser entspricht bei einphasiger Anordnung der Amplitude des Wirkstromes, woraus sich leicht die gesuchte Amplitude des Blindstromes ermitteln läßt. Mit Hilfe dieser Amplitude wird in jeder Viertelperiode zwischen einem Extremum und dem nachfolgenden Nulldurchgang der Netzspannung eine Funktion abgetastet, so daß durch den Schnittpunkt beider Kurven der Zündwinkel der gegenparallelen Thyristoren festgelegt ist. Im Falle einer dreiphasigen Anordnung ist die Blindstromamplitude allerdings nicht mehr auf diese Weise bestimmbar. Am Beispiel einer unsymmetrischen, ohmschen Belastung eines symmetrischen Dreiphasennetzes läßt sich dies zeigen. Während dabei in jedem Lastwiderstand Strom und Spannung in Phase sind, enthalten die drei unsymmetrischen Ströme ein Stromgegensystem, das von dem Verfahren nicht erfaßt und damit nicht kompensiert wird.

Generell sind alle bekannten Verfahren mit dem Mangel einer schlechten Steuerbarkeit behaftet. Aufgrund der zur Erfassung der Lastverhältnisse notwendigen Messung der zu kompensierenden Blindleistung muß in der Regel über mindestens eine halbe Netzperiode integriert werden. So steht die zur Ansteuerung der steuerbaren Drosselspule innerhalb der zweiten Hälfte dieser Netzhalbperiode notwendige Information theoretisch erst an deren Ende zur Verfügung. In der zweiten Hälfte der folgenden Netzhalbperiode können sich aber die Lastverhältnisse bereits so geändert haben, daß eine richtige Kompensation mit dem "alten" Steuerwert nicht mehr möglich ist.

Ein weiteres Problem bisheriger Ausführungen ist es, daß ein gezündeter steuerbarer Reaktor nicht mehr abschaltbar ist. Erst im natürlichen Nulldurchgang des Spulenstromes kann der Thyristor wieder von selbst sperren. Nach Einschalten des steuerbaren Reaktors können Änderungen im Stromverlauf, der in der Regel nicht sinusförmig ist, nicht mehr berücksichtigt werden. Dies erhöht den Kompensationsfehler und führt zu einer mittleren Stelltotzeit von mindestens einem Viertel der Netzperiode.

Die Erfindung hat die Aufgabe, den Strom am Eingang eines Blindstromstellers gemäß dem Oberbegriff möglichst schnell und genau einem Sollwertverlauf nachzuführen. Dieser wird gebildet unter Berücksichtigung der vorliegenden Netzverhältnisse, der Betriebscharakteristik der Last und der von dieser hervorgerufenen, maximal zulässigen Netzrückwirkungen entsprechend dem aktuellen Blindleistungsbedarf. Gegenüber bekannten Blindlastkompensatoren soll die Steuerbarkeit aufgrund des erfindungsgemäßen Verfahrens wesentlich verbessert sein, so daß sich ein geringerer Kompensationsfehler ergibt.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Überschreiten eines in einem steuerbaren Winkelintervall zwischen einem Extremum und nachfolgendem Nulldurchgang der Netzspannung vorgegebener Anfangsphasenwinkel erkannt wird, daß im Bereich zwischen Anfangsphasenwinkel und Ende eines steuerbaren Winkelintervalls die Phasenwinkel erfaßt werden, ab denen der Betrag eines Steuersignalverlaufes den Betrag phasenabhängiger Schwellenwerte überschreitet, und in diesen Phasenwinkeln die den jeweiligen phasenabhängigen Schwellenwerten zugeordneten parallelen Zweige des Blindstromstellers zugeschaltet werden.

Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Steuersignalverlauf einem Sollstrom am Eingang der parallelen Zweige entspricht. Dabei werden die phasenabhängigen Schwellenwerte vorzugsweise so vorgegeben, daß in jeder Halbperiode zwischen zwei Extrema der Netzspannung die Integrale über den Soll- und Istverlauf des Stromes am Eingang der parallelen Zweige gleich sind.

Der Steuersignalverlauf kann vorteilhaft auch dem Quotienten aus Sollstrom am Eingang der parallelen Zweige und der Sinusfunktion des Phasenwinkels der Netzspannung entsprechen. Speziell bei einem sinusförmigen Verlauf des Sollstromes entspricht der Steuersignalverlauf vorzugsweise dessen Amplitude. Die phasenabhängigen Schwellenwerte werden insbesondere so vorgegeben, daß in jeder Halbperiode zwischen zwei Extrema der Netzspannung die Amplitude der Grundschwingung des Iststromes am Eingang der parallelen Zweige gleich dem Mittelwert des Steuersignalverlaufes entspricht.

Der Anfangsphasenwinkel kann auch dem Beginn des steuerbaren Winkelintervalls in einem Extremum der Netzspannung entsprechen. Schließlich ist es besonders vorteilhaft, wenn der elektronische Schalter eines jeden Zweiges aus zwei antiparallelen Thyristoren besteht.

Zur Darstellung eines Standes der Technik und zur näheren Erläuterung der Erfindung dienen die nachfolgend kurz angeführten Figuren. Dabei zeigt

Fig. 1 den bereits erläuterten, bekannten "Reaktortransformator",

Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel eines einphasigen Blindstromstellers mit vier parallelen Zweigen zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel eines dreiphasigen Blindstromstellers mit je vier parallelen Zweigen für jede verkettete Spannung zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 4 den Verlauf des Iststromes für eine Phase des Blindstromstellers der Fig. 3 mit einem sinusförmigen Stellersollstrom als Steuersignalverlauf,

Fig. 5 das Schaltspiel für eine Phase des Blindstromstellers der Fig. 3 mit einem nicht sinusförmigen Stellersollstrom als Steuersignalverlauf,

Fig. 6 den Verlauf des Iststromes für eine Phase des Blindstromstellers der Fig. 3 mit der Amplitude des sinusförmigen Stellersollstromes als Steuersignalverlauf, und

Fig. 7 den Verlauf des Iststromes für eine Phase des Blindstromstellers der Fig. 3 mit gegenüber dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6 voll ausgenutzten steuerbaren Winkelbereich.

Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Steuerung von Blindstromstellern, wie sie beispielhaft in Fig. 2 in einphasiger bzw. in Fig. 3 in dreiphasiger Ausführung dargestellt sind. Sie bestehen bei einphasiger Ausführung bzw. bei dreiphasiger Ausführung getrennt für jede verkettete Spannung aus parallelen Zweigen mit je einer in Reihe zu einem elektronischen Schalter angeordneten Spule. Die Anzahl der Zweige und der Betrag der einzelnen Induktivitäten werden unter Berücksichtigung aller Randbedingungen anwendungsspezifisch festgelegt. Die Erfindung wird im folgenden am Beispiel des an der Phasenspannung uRS liegendes Teiles des dreiphasigen Blindstromstellers gemäß der Fig. 3 erläutert. Dieser besteht aus den vier parallelen Zweigen Z1 bis Z4 mit den elektronischen Schaltern T12, T34, T56 und T78 und den Spulen L1 bis L4. Für die übrigen Teile ist das Verfahren entsprechend anwendbar.

Es ist das Ziel der Kompensation, den Eingangsstrom des jeweiligen Stellerteiles, in Fig. 3 z. B. den Strom iRS, möglichst schnell und genau einem Sollwertverlauf iRS* nachzuführen. Dieser wird insbesondere unter Berücksichtigung des aktuellen Verbraucherstromes und der insgesamt angestrebten Güte der Kompensation in geeigneter Weise vorgegeben. Im oberen Teil der Fig. 5 ist über drei Halbperioden der Netzspannung uRS ein solcher möglicher Sollwertverlauf iRS* (t) dargestellt. Dessen Verlauf ist nur näherungsweise sinusförmig mit einer Grundschwingungsamplitude, die sich mit jeder Halbperiode von uRS verändert.

Die Induktivitäten der vier Zweige Z1 bis Z4 können nur innerhalb einer jeden Viertelperiode folgend auf ein Extremum der Netzspannung zugeschaltet werden, indem der im entsprechenden elektronischen Schalter T12 bis T78 in Stromrichtung liegenden Thyristor gezündet wird. Der Anfangsphasenwinkel ωt0, ab dem eine mögliche Zündung der einzelnen Zweige freigegeben wird, liegt also im "steuerbaren Winkelintervall" ωTS zwischen einem Extremum und dem nachfolgenden Nulldurchgang der Netzspannung uRS.

Erfindungsgemäß werden die Induktivitäten dann zugeschaltet, wenn ein vorgegebener Steuersignalverlauf nach Ablaufen des Anfangsphasenwinkels den Zweigen zugeordnete phasenabhängige Schwellenwertverläufe überschreitet. Der sich so ergebende Stellerstrom klingt in der auf das steuerbare Winkelintervall folgenden Viertelperiode bis zum nächsten Extremum der Netzspannung von selbst wieder ab, indem die gezündeten Thyristoren der einzelnen Zweige wegen des Verlöschens der jeweiligen Zweigströme sperren.

Zur Erläuterung einer ersten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem der Steuersignalverlauf direkt dem Verlauf des gewünschten Sollstromes i*RS (t) am Eingang der parallelen Zweige selbst entspricht, wird angenommen, daß der Sollstrom sinusförmig und rein induktiv ist. Dieser Fall ist in Fig. 4 dargestellt. Da dort beim Anfangsphasenwinkel ωt0 der Steuersignalverlauf i*RS bereits oberhalb des Schwellenwertverlaufes S1 liegt, wird unmittelbar zu Beginn des Kompensationsvorganges der Zweig Z1 eingeschaltet. Im zweiten Schnittpunkt bei dem Phasenwinkel ωt1 mit dem Schwellenwert S2 wird der Zweig Z2 zugeschaltet, während sich sonst aufgrund der Amplitude des Sollwertes bis zum Ende des steuerbaren Winkelintervalls keine weiteren Schnittpunkte ergeben. Um den Kompensationsfehler aufgrund der Abweichung des tatsächlichen Stellerstromes iRS vom Sollverlauf iRS* so gering als möglich zu halten, werden die Schwellenwertverläufe erfindungsgemäß so vorgegeben, daß die Integrale über den Ist- und Sollwertverlauf des Stromes gleich sind. Dementsprechend ist die Summe der Differenzflächen 1 und 2 in der Fig. 4 gleich der Differenzfläche 3.

In Fig. 5 ist beispielhaft das sich ergebende Schaltspiel bei einem nicht sinusförmigen Steuersignalverlauf i*RS (t) anhand der unterschiedlichen Stromführungsdauern der elektronischen Schalter T12 bis T78 der einzelnen Stellerzweige Z1 bis Z4 dargestellt. Man erkennt, daß zwischen Anfangsphasenwinkel und dem Ende eines jeden steuerbaren Winkelintervalls abhängig vom aktuellen Verlauf des Sollstromes nur eine bestimmte Anzahl an Ventilen gezündet wird, und deren Stromführungsdauern stark unterschiedlich sind. Dieses gestaffelte Zuschalten von Induktivität entsprechend dem unvorhersehbaren Verlauf des Sollstromes erhöht die Steuerbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens wesentlich. Ferner nimmt der Kompensationsfehler umso mehr ab, je feinstufiger mit entsprechend vielen parallelen Zweigen im Blindstromsteller Induktivität bei Bedarf zugeschaltet werden kann. Zur gleichmäßigeren Verteilung der in den einzelnen Spulen hervorgerufenen Stromwärmeverluste ist es besonders vorteilhaft, wenn bei einer positiven Netzspannung die Zweige des Blindstromstellers mit Z1 beginnend zugeschaltet werden, während bei einem steuerbaren Winkelintervall mit negativer Netzspannung die Zweige in abnehmender Zählrichtung zugeschaltet werden. In Fig. 5 beginnt dementsprechend die Zuschaltung in der mittleren Netzhalbperiode mit Z4.

In einer zweiten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dient als Steuersignalverlauf der Quotient aus dem Sollstrom iRS* (t) und der Sinusfunktion des Phasenverschiebungswinkels der Netzspannung sin ωt. Auch hier wird zunächst angenommen, daß der Sollstromverlauf i*RS gemäß dem in Fig. 6 dargestellten Fall sinusförmig ist. Der Steuersignalverlauf entspricht dann gerade dessen Amplitude *RS und ist über eine Halbperiode zwischen zwei Extrema der Netzspannung konstant. So wird im Anfangsphasenwinkel ωt0 der Zweig Z1 sofort, und unmittelbar darauf der Zweig Z2 zugeschaltet. Zur Erzielung eines möglichst geringen Kompensationsfehlers werden die phasenabhängigen Schwellenwerte so vorgegeben, daß die Amplitude der Grundschwingung des Iststromes iRS des Blindstromstellers gleich dem Mittelwert des Steuersignalverlaufes ist.

Der Anfangsphasenwinkel ωt0 wird im Hinblick auf die jeweils vorliegende Kompensationsaufgabe besonders sorgfältig ausgewählt. Prinzipiell kann er dem Beginn des steuerbaren Winkelintervalls in einem Extremum der Netzspannung entsprechen. In der Ausführung der Erfindung mit dem Sollstrom iRS* als Steuersignalverlauf können sich allerdings bei einem Anfangsphasenwinkel nahe dem Beginn des steuerbaren Winkelintervalls unausgeprägte Schnittpunkte ergeben. Alle Schwellenwertverläufe, z. B. die der Fig. 4, würden in diesem Fall gemeinsam vom Ursprung des dortigen Koordinatensystems ausgehen. Bei der Ausführung der Erfindung mit dem Quotienten aus Sollstrom und sin ωt als Steuersignalverlauf kann dagegen uneingeschränkt der Anfangsphasenwinkel mit dem Extremum der Netzspannung zusammenfallen, wie dies in der Fig. 7 dargestellt ist. Es wird somit der gesamte steuerbare Winkelbereich zur gestaffelten Induktivitätszuschaltung ausgenützt, was besonders vorteilhaft zu einer günstigen Amplitudenverteilung des durch die Kompensation im Netzstrom hervorgerufenen, unerwünschten Oberschwingungsspektrums führt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Steuerung eines Blindstromstellers, der pro Phase der Netzspannung aus jeweils mindestens zwei parallelen Zweigen (Z1, Z2, . . .) mit je einer in Reihe zu einem elektronischen Schalter (T12, T34, . . .) angeordneten Induktivität (L1, L2, . . .) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß

    1. a) das Überschreiten eines in einem steuerbaren Winkelintervall (lTS) zwischen einem Extremum und nachfolgendem Nulldurchgang der Netzspannung (uRS) vorgegebenen Anfangsphasenwinkels erkannt wird,
    2. b) im Bereich zwischen Anfangsphasenwinkel (ωt0) und Ende eines steuerbaren Winkelintervalls (ωTS) die Phasenwinkel erfaßt werden, ab denen der Betrag eines Steuersignalverlaufes den Betrag phasenabhängiger Schwellenwerte (S1, S2, . . .) überschreitet, und
    3. c) in diesen Phasenwinkeln die den jeweiligen phasenabhängigen Schwellenwertes (S1, S2) zugeordneten parallelen Zweigen (Z1, Z2, . . .) des Blindstromstellers zugeschaltet werden.


  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuersignalverlauf einem Sollstrom (iRS* (t)) am Eingang der parallelen Zweige entspricht.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die phasenabhängigen Schwellenwerte (S1, S2, . . .) so vorgegeben werden, daß in jeder Halbperiode zwischen zwei Extrema der Netzspannung (uRS) die Integrale über den Soll- und Istverlauf des Stromes am Eingang der parallelen Zweige gleich sind.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuersignalverlauf dem Quotienten aus Sollstrom (iRS* (t)) am Eingang der parallelen Zweige und der Sinusfunktion des Phasenwinkels der Netzspannung (sin ωt) entspricht.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem sinusförmigen Verlauf des Sollstromes (iRS*) am Eingang der parallelen Zweige der Steuersignalverlauf dessen Amplitude (RS*) entspricht.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die phasenabhängigen Schwellenwerte (S1, S2, . . .) so vorgegeben werden, daß in jeder Halbperiode (2 TS) zwischen zwei Extrema der Netzspannung (uRS) die Amplitude der Grundschwingung des Iststromes am Eingang der parallelen Zweige gleich dem Mittelwert des Steuersignalverlaufes entspricht.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anfangsphasenwinkel (ωt0) dem Beginn des steuerbaren Winkelintervalls entspricht.
  8. 8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektronische Schalter (T12, T34, . . .) eines jeden Zweiges (Z1, Z2, . . .) aus zwei antiparallelen Thyristoren besteht.






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