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Dokumentenidentifikation DE3418303C2 03.09.1987
Titel Umführtrommel für den Bogentransport
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Haupenthal, Rudi, Dipl.-Ing. (FH), 6921 Epfenbach, DE
DE-Anmeldedatum 17.05.1984
DE-Aktenzeichen 3418303
Offenlegungstag 21.11.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.09.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.09.1987
IPC-Hauptklasse B41F 21/06
IPC-Nebenklasse B65H 29/24   B65G 47/80   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Umführtrommel für den Bogentransport von einem Druckwerk zum anderen, wobei am Ende der auf das Bogenformat einstellbaren Bogenüberführungsfläche der Umführtrommel eine Reihe Gummisauger axial verlaufend zum zeitweiligen Halten des transportierten Bogens angeordnet ist. Im Bereich dieser Gummisauger sind Papierträger zum Abstützen des angesaugten Bogens vorgesehen. Die Gummisauger verhindern eine Relativbewegung der bedruckten Bogenunterseite im Verhältnis zur Bogenführungsfläche, und die Papierträger sorgen dafür, daß die Gummisauger, vornehmlich durch steifere Bögen, während des Abzugs des hinteren Bereichs des transportierten Bogens nicht beschädigt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Umführtrommel für den Bogentransport von einem Druckwerk zum anderen, bei er am Ende der auf das Bogenformat einstellbaren Bogenführungsflächen eine Reihe Gummisauger axial verlaufend zum zeitweiligen Halten des transportierten Bogens angeordnet ist. Eine solche Umführtrommel ist entweder zwischen zwei Druckwerken vorgesehen, oder es werden deren drei angeordnet, wobei zumindest die mittlere einen Durchmesser aufweist, der doppelt so groß ist wie bei den beiden äußeren Umführtrommeln. Die größere Umführtrommel kann dadurch bei Schön- und Widerdruck wahlweise auch als Speichertrommel eingesetzt werden.

Die Führung der Bogen auf den Umführtrommeln ist nicht unproblematisch. Beispielsweise bei Übergabe eines Bogens von der zweiten Umführtrommel zur dritten kommt häufig Unruhe in die Bogenführung, so daß die frisch bedruckte Bogenseite auf der Oberfläche der dritten Umführtrommel verschmiert wird. Man spricht dann vom Vorfallen des Bogens, weil dieser nach der Übergabe aufgrund seines Eigengewichts auf der Mantelfläche der zweiten Umführtrommel abwärts rutscht.

Steifere Bogen und Karton haben außerdem das Bestreben, sich der Krümmung der Mantelfläche der Umführtrommel nicht anzupassen. Die radial nach außen schlagenden Bogenenden können dabei auf Bauteile treffen, die im Bereich der Umführtrommel angebracht sind, wie Traversen, Lichtaugen, Blasstangen usw. Die Bogen werden dadurch nicht nur verschmiert, sondern sogar beschädigt.

Doch schon der bloße Abbau von Eigenspannungen von Karton während des Übergabevorganges führt zu Relativbewegungen zwischen der Mantelfläche der Umführtrommel und der frisch bedruckten Unterseite des Kartons. Auch hierbei wird natürlich der Druck verschmiert. Versuche, dieses Problem dadurch zu lösen, daß mit Hilfe von Gummisaugern der hintere Bereich des Bogens während des Übergabevorganges angesaugt und damit festgehalten wird, führte nur teilweise zum Erfolg, weil die Gummisauger vom Bedruckstoff, insbesondere von Karton, beschädigt werden. Mit beschädigten Gummisaugern läßt sich jedoch kein Vakuum aufbauen. Schon nach wenigen tausend Drucken ist dann wieder derselbe Zustand erreicht, als wären keine Gummisauger vorhanden. Besonders nachteilig ist, daß das Unwirksamwerden der Gummisauger dem Drucker erst dann auffällt, wenn schon eine ganze Anzahl von Drucken durch Verschmieren und Beschädigen unbrauchbar geworden ist.

Aus der DE-AS 24 52 096 ist eine Umführtrommel für den Bogentransport von einem Druckwerk zum anderen bekannt, bei der am Ende ihrer Bogenführungsfläche eine axial verlaufende Reihe Sauger mit Gummisaugmanschette zum zeitweiligen halten des transportierten Bogens an seinem hinteren Ende angeordnet ist. Bei Förderung von steifem Karton neigt bei dieser bekannten Einrichtung die hintere Bogenkante dazu, in der oben dargelegten Weise die Gummimanschette zu beschädigen.

Ferner zeigt die DE-AS 20 02 877 eine Umführtrommel mit Bogenstützen zur Verhinderung des Abschmierens der frisch bedruckten Seite des transportierten Bogens. Die Bogenstützen sind in und außer Wirkstellung zu bringen. In ihrer Wirkstellung stützen sie den Bogen an druckfreien Stellen ab. Einen Schutz von leicht beschädigbaren Bauteilen der Umführtrommel bieten diese Bogenstützen nicht.

Aufgabengemäß soll ein abschmierfreier und sicherer Bogentransport bei der Übergabe von einer Trommel zur nächstfolgenden gewährleistet sein, ohne daß hierbei im Bereich der Umführtrommel angebrachte Bauteile, insbesondere durch die Bogenhinterkante, beschädigt werden.

Gelöst wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

Neben der Beruhigung des Bogenlaufes vermeidet die Erfindung außerdem Stillstandzeiten zum Ersetzen der Gummisauger sowie den Anfall von Makulatur aufgrund von Fehlern bei der Übergabe der Bogen von Umführtrommel zur Umführtrommel oder von Umführtrommel zum Druckzylinder. Der Bogenträger verhindert nach dem Lösen des Bogens vom Gummisauger eine erneute Berührung mit demselben, so daß der Bogen auf der Stützfläche der Bogenträger abrollt und sich nicht auf der Sauglippe der Gummisauger abstützt. Der Bogen kann folglich den Gummisauger nicht beschädigen.

Wenn ein Bogen angesaugt ist, liegen Stützkante der Bogenträger und Sauglippen der Gummisauger in einer Ebene. Zur einwandfreien Führung der Bogenhinterkante ist die Stützkante der Bogenträger bogenförmig ausgeführt und verläuft aus der Ebene der Sauglippen bei angesaugtem Bogen heraus und in die Umführtrommel hinein. Der Bogenträger kann vorteilhafterweise als Stützblech oder als Stützrad ausgebildet sein. Eine besonders ruhige Bogenführung ist erreichbar, wenn, in axialer Richtung der Umführtrommel gesehen, neben jedem Gummisauger genau ein Bogenträger vorgesehen wird.

Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung dient der Verbesserung des Bogenlaufes bei der Übergabe des Bogens von der zweiten zur dritten Umführtrommel. Die Verbesserung besteht darin, daß bei einer Umführtrommel mit doppeltem Durchmesser, die zwischen zwei Umführtrommeln mit einfachem Durchmesser angeordnet ist, um 180° versetzt angeordnete Gummisaugerreihen vorgesehen sind, die auf das Bogenformat einstellbar sind, und daß neben jedem Gummisauger ein Stützblech am Saugkörper befestigt ist.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Bogenübergabevorrichtung bestehend aus drei Umführtrommeln,

Fig. 2 und 3 Gummisauger nach der Erfindung mit Stützblech,

Fig. 4 und 5 Gummisauger nach der Erfindung mit Stützrad,

Fig. 6 bis 8 die Wirkungsweise des Bogenträgers beim Abzug des Bogenendes und

Fig. 9 bis 11 der Abzug eines Bogenendes vom Gummisauger ohne den Schutz durch Bogenträger.

Die Bogenübergabeeinheit nach Fig. 1 besteht aus der Umführtrommel 1, der mittleren Umführtrommel 2 und der dritten Umführtrommel 3. Die mittlere Umführtrommel 2 hat doppelten Durchmesser. Sie ist mit zwei auf dem Umfang gleichmäßig verteilten, parallel zu ihrer Drehachse verlaufenden Reihen von Gummisaugern 4 versehen. Diese dienen zum zeitweiligen Halten des hinteren Bereiches des Bogens. Die Gummisauger 4 verhindern beispielsweise ein Hindurchfallen des Bogens 5 durch den Spalt zwischen Umführtrommel 2 und 3 nach der Bogenübergabe. Dieses Hindurchrutschen oder Vorfallen des Bogens bewirkt in der Regel ein Verschmieren der bedruckten Bogenseite oder sogar eine Beschädigung des Bogens. Damit die Gummisauger beim Abziehen der Bogenhinterkante nicht beschädigt werden, sind neben den Gummisaugern 4 Bogenträger 6 angeordnet.

Die Fig. 2 und 3 zeigen die Ausbildung des Gummisaugers 4 und eines Bogenträgers 6 in Seiten- und Vorderansicht. Auf einer Traverse 7, die parallel zur Drehachse der Umführtrommel 2 verläuft, sind Saugkörper 8 befestigt. Diese tragen je einen Gummisauger 4. An einer Seite des Saugkörpers 8, unmittelbar neben dem Gummisauger 4, ist der Bogenträger 6 in Form eines Stützblechs 9 mittels Nieten 10 befestigt. Die Stützkante 11 des Stützblechs 9 liegt dann mit der Sauglippe 12 des Gummisaugers 4 in einer Ebene, wenn der Bogen 5 angesaugt ist. Die Stützkante 11 des Stützblechs 9 verläuft bogenförmig abwärts, d. h. in die Umführtrommel hinein. Diese bogenförmige Ausführung der Stützkante 11 dient dem besseren Abrollen des Bogens. Sie ist außerdem deshalb bogenförmig ausgebildet, damit der abgezogene Bogen 5 die Sauglippe 12 des Gummisaugers 11 nicht gegen feste Teile des Saugkörpers 8 drücken kann. Ein Quetschen und damit Beschädigen des Gummisaugers 4 ist aufgrund der Anordnung des Stützblechs 9 sowie der Ausbildung seiner Stützkante 11 nicht möglich.

In den Fig. 4 und 5 ist eine weitere Ausführungsform des Bogenträgers 6 gezeigt. Die Saugkörper 8 der Gummisauger 4 sind in derselben Weise, wie bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform, auf der Traverse 7 befestigt. Statt des Stützblechs 9 ist ein Stützrad 13 unmittelbar neben jedem Gummisauger 4 vorgesehen. Es ist auf einem Achszapfen 14 drehbar gelagert, der am Saugkörper 8 befestigt ist, und parallel zur Traverse 7 verläuft. Die Stützfläche 15 des Stützrades 13 reicht so weit hinauf, daß die Sauglippen 12 bei angesaugtem Bogen mit der Stützfläche 15 eine Ebene bilden. Die Anordnung des Stützrades 13 am Saugkörper 8 relativ zum Gummisauger 4 ist derart, daß sich die Bogenhinterkante des abgezogenen Bogens 5 stets auf der Stützfläche 15 des Stützrades 13 abstützt, ohne die Sauglippe 12 des Gummisaugers 4 zu beschädigen.

Die Fig. 6 bis 8 verdeutlichen die Wirkungsweise eines Bogenträgers 6, gleichviel, ob er als Stützblech 9 oder als Stützrad 13 ausgeführt ist. Wie Fig. 6 zeigt, liegt der Bogen 5 in angesaugter Stellung auf der Stützkante 11 auf. In Fig. 7 ist der Gummisauger belüftet, der Bogen 5 hat sich folglich gelöst und bewegt sich einerseits in Richtung des Pfeiles 16, d. h. er schwenkt vom Gummisauger 4 ab, wobei sich der Bogen 5 im Bereich seiner Hinterkante auf der Stützkante 11 des Bogenträgers 6 abstützt. Andererseits wird der Bogen 5 aber auch gleichzeitig in Richtung des Pfeiles 17 gezogen. Die hintere druckfreie Fläche des Bogens 5 rutscht dabei auf der Stützkante 11 des Bogenträgers 6 entlang, ohne, wie Fig. 8 zeigt, die Sauglippe 12 des Gummisaugers 4 beschädigen zu können. Besonders bei Verarbeitung von Karton wirkt sich diese Führung des Bogens an seiner Hinterkante beruhigend auf die Transportbewegung aus, so daß Relativbewegungen zwischen Mantelfläche der übernehmenden Umführtrommel und bedruckter Unterseite des Kartons vermieden werden können.

Anders ist es, wie die Fig. 9 bis 11 zeigen, wenn keine Bogenträger 6 vorgesehen sind. Der Bogen 5 drückt dann die Sauglippe 12 gegen eine Kante des Saugkörpers 8. Dabei wird der Bogen 5 gleichzeitig, wie anhand der Fig. 7 beschrieben, in Richtung des Pfeiles 16 und des Pfeiles 17 bewegt. Da in der Endphase der Bogenübergabe ein steifer Bogen oder Karton mit einer ziemlichen Kraft, wie durch den gestrichelten Pfeil 18 angedeutet, in Richtung auf den Gummisauger 4 drückt, sich gleichzeitig aber auch in Richtung des Pfeiles 17 weiterbewegt, entsteht eine Scheuerbewegung zwischen Sauglippe 12 und einer Kante des Saugkörpers 8. Dies hat zur Folge, daß schon nach wenigen tausend Druck die Sauglippe an dieser Stelle derart beschädigt ist, daß ein Loch entsteht. Sobald die Sauglippe 12 des Gummisaugers 4 durchbrochen ist, kann kein Vakuum mehr erzeugt werden, und der Gummisauger 4 verliert seine Wirkung. Die Wirkungslosigkeit solcher beschädigter Gummisauger 4 wird aber von dem Drucker in der Regel erst dann wahrgenommen, wenn eine größere Anzahl von Bogen bereits durch Verschmieren unbrauchbar geworden ist.

Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Beispielsweise können die Bogenträger 6 auch als Bügel mit aufgerauhter und verchromter Oberfläche ausgeführt sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Umführtrommel für den Bogentransport von einem Druckwerk zum anderen, bei der am Ende der auf das Bogenformat einstellbaren Bogenführungsflächen eine Reihe Gummisauger axial verlaufend zum zeitweiligen Halten des transportierten Bogens angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Gummisauger (4) den Bogen zumindest beim Abziehen von deren Sauglippen (12) stützende Bogenträger (6) vorgesehen sind.
  2. 2. Umführtrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützkanten (11) der Bogenträger (6) mit den Sauglippen (12) der Gummisauger (4) dann in einer Ebene liegen, wenn ein Bogen (5) angesaugt ist.
  3. 3. Umführtrommel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützkante (11) der Bogenträger (6) bogenförmig ausgeführt ist, wobei sie aus der Ebene der Sauglippe bei angesaugtem Bogen (5) herausgeführt und in die Umführtrommel (2) hinein verläuft.
  4. 4. Umführtrommel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bogenträger (6) als Stützblech (9) oder Stützrad (13) ausgebildet ist.
  5. 5. Umführtrommel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß, in axialer Richtung gesehen, neben jedem Gummisauger (4) genau ein Bogenträger (6) vorgesehen ist.






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