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Dokumentenidentifikation DE3608125A1 10.09.1987
Titel Verfahren für den Tampondruck
Anmelder Tampoflex GmbH, 7257 Ditzingen, DE
Erfinder Berberich, Bernd, 7141 Schwieberdingen, DE
Vertreter Vogel, G., Pat.-Ing., 7141 Schwieberdingen
DE-Anmeldedatum 12.03.1986
DE-Aktenzeichen 3608125
Offenlegungstag 10.09.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.09.1987
IPC-Hauptklasse B41M 1/40
IPC-Nebenklasse B41F 17/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren für den Tampondruck, bei dem mittels eines einzigen Tampons Druck- oder Teilbilder von eingefärbten Klischees oder Teilklischees übernommen und auf Werkstücke übertragen werden.

Bekannte Verfahren dieser Art bereiten dann Schwierigkeiten, wenn mit demselben Tampon Druck- oder Teilbilder nacheinander in verschiedenen Farben auf Werkstücke übertragen werden müssen. In der Praxis besteht aber immer mehr der Wunsch, auf Werkstücke auch mehrfarbige Druckbilder im Tampondruck aufzubringen. Darüber hinaus treten dann Schwierigkeiten auf, wenn von demselben Tampon nacheinander unterschiedliche Druck- oder Teilbilder übertragen werden, wobei die Schwierigkeiten noch zunehmen, wenn dabei auch noch ein Farbwechsel stattfindet.

Bei der Übertragung eines Druck- oder Teilbildes auf das Werkstück verbleiben stets Reste des Druck- oder Teilbildes am Tampon haften. Diese Reste beeinträchtigen bei Bild- oder Farbwechsel zum nächsten Druck das übertragene Druck- oder Teilbild, das dann mehr und mehr verschmiert wirkt.

Eine bekannte Vorrichtung für den Mehrfarben-Tampondruck verwendet für jede Farbe einen Tampon. Die Tampons übernehmen dabei stets nur gleiche, aber verschieden eingefärbte Druck- oder Teilbilder, so daß zwischen zwei Abdrucken keine Reinigung der Tampons erforderlich wird. Dabei kann jedem Tampon ein Klischee oder Teilklischee mit einer entsprechenden Einfärbeeinrichtung zugeordnet sein. Handelt es sich um eine Vorrichtung zum Bedrucken von Massenartikeln, dann werden die zu bedruckenden Werkstücke auf Endlosfördereinrichtungen in die Druckposition gebracht. In einem einzigen Druckvorgang übertragen alle Tampons ihre übernommenen verschiedenfarbigen Druck- oder Teilbilder auf verschiedene Werkstücke. Nach dem Abdruck werden alle Werkstücke um eine Druckposition weitergeschaltet, so daß in dem nächsten Druckvorgang andere Druck- oder Teilbilder auf die Werkstücke übertragen werden. Bei einem Vierfarbendruck kommt daher jedes Werkstück in vier verschiedene Druckpositionen, so daß vier verschiedenfarbige Druck- oder Teilbilder auf jedes Werkstück übertragen werden. Diese bekannte Vorrichtung erfordert eine Vielzahl von teuren Werkstückhaltern auf der Endlosfördereinrichtung und ist nur für einen Tampondruck auf ein und denselben Massenartikel wirtschaftlich.

Für Kleinserien ist auch schon vorgeschlagen worden, nur einen einzigen Werkstückhalter zu verwenden und diesen mit dem darin festgelegten Werkstück nacheinander in die Druckposition von mehreren, verschieden eingefärbten Tampons zu bringen. Die Druck- oder Teilbilder werden dabei nacheinander auf das von Druckposition zu Druckposition weiter bewegte Werkstück aufgebracht, wobei die Tampons in den gerade nicht belegten Druckpositionen einfach einen Leerhub ausführen. Bei dieser Vorrichtung wird der Aufwand an Werkstückhaltern auf ein Minimum reduziert. Diese Vorrichtung eignet sich aber nur für Kleinserien. Es ist bei diesem Verfahren immer noch ein getrennter Tampon pro Farbe vorzusehen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren für den Tampondruck der eingangs erwähnten Art anzugeben, mit dem mittels eines einzigen Tampons in einfacher Weise ein Mehrfarbendruck oder die Übertragung unterschiedlicher gleich- oder verschiedenfarbiger Druck- oder Teilbilder ohne die Druckqualität der Drucke zu verschlechtern, ausgeführt werden kann.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß von dem einzigen Tampon nacheinander Druck- oder Teilbilder von verschiedenfarbig eingefärbten Klischees oder Teilklischees oder nacheinander unterschiedliche Druck- oder Teilbilder von gleich- oder verschiedenfarbig eingefärbten Klischees oder Teilklischees übernommen werden und daß nach dem Abdruck eines Druck- oder Teilbildes vor der Übernahme eines gleichen andersfarbigen Druck- oder Teilbildes oder eines gleich- oder andersfarbigen unterschiedlichen Druck- oder Teilbildes mit dem Tampon ein Reinigungsdruck auf Papier ausgeführt wird.

Es hat sich gezeigt, daß ein Tampon nach dem Abdruck seines Druck- oder Teilbildes auf dem Werkstück durch erneuten Abdruck auf Papier in einfachster Weise gereinigt werden kann, so daß er danach ohne Beeinträchtigung des neuen Druck- oder Teilbildes mit einem andersfarbigen Druck- oder Teilbild oder einen unterschiedlichen gleich- oder andersfarbigen Druck- oder Teilbild eingefärbt werden kann. Dieser Reinigungsschritt zwischen zwei Druckvorgängen ist einfach in den Bewegungsablauf des einzigen Tampons zu integrieren. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens wird dadurch auf einen einzigen Tampon reduziert und so einfach, daß sie auch für Kleinserien wirtschaftlich ist.

Als besonders vorteilhaft hat sich eine Ausgestaltung erwiesen die dadurch gekennzeichnet ist, daß eine Papierbahn verwendet wird, die nach jedem Reinigungsdruck um einen vorgegebenen Betrag weitergeschaltet wird. Der vorgebbare Betrag läßt sich leicht an die Größe des Tampons anpassen.

Damit der Reinigungsdruck für den Tampon leicht in dessen Bewegungsablauf einbezogen werden kann, sieht eine Ausgestaltung vor, daß eine Abdruckstelle der Papierbahn etwa in Höhe des zu bedruckenden Werkstückes horizontal verlaufend angeordnet wird und daß der Reinigungsdruck durch horizontale und vertikale Verstellbewegungen des Tampons ausgeführt wird.

Die Weiterschaltung der Papierbahn ist nach einer Ausgestaltung so gelöst, daß die Papierbahn von einer Vorratsrolle abgewickelt und auf eine unter Federspannung stehende Wickelwalze aufgewickelt wird, sowie daß nach jedem Reinigungsdruck die Papierbahn mittels eines Schiebetisches im Bereich der Abdruckstelle entlastet wird, daß durch die Wickelwalze der frei werdende Teil der Papierbahn aufgewickelt wird und daß bei der Rückstellung des Schiebetisches von der Vorratsrolle ein Teil der Papierbahn abgewickelt und in der Abdruckstelle bereitgestellt wird.

Damit die gesamte Oberfläche des Tampons gereinigt wird, sieht eine Ausgestaltung vor, daß die vertikale Verstellbewegung in Richtung der Abdruckstelle der Papierbahn so gewählt wird, daß der Tampon seine maximale Verformung erfährt.

Die Erfindung wird anhand einer in der Zeichnung schematisch dargestellten Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens näher erläutert.

Auf einer Tischebene 11 oder dgl. ist der Werkstückhalter 12 angeordnet, in dem das zu bedruckende Werkstück 13 festgelegt ist. Daneben sind Klischees 14 befestigt, denen jeweils eine Farbwanne 31 mit einer Einfärbeeinrichtung 32 zugeordnet ist. Bei den Klischees 14 kann es sich um Klischees für Druckbilder oder Teilklischees für Teilbilder handeln. Es ist daher davon auszugehen, daß die Klischees 14 oder Teilklischees verschieden eingefärbt sind, um einen Mehrfarbendruck durchzuführen.

Der über das Klischee 14 verstellte Tampon 10 wird vertikal nach unten bewegt, wie die Verstellbewegung 1 zeigt. Dabei wird das Druckbild oder Teilbild des Klischees 14 oder Teilklischees von dem Tampon 10 übernommen. Die Verstellbewegungen 2 und 3 bringen den Tampon 10 in die Druckposition über dem Werkstück 13. Mit der Verstellbewegung 4 wird das Druckbild oder Teilbild von dem Tampon 10 auf das Werkstück 13 übertragen. Mit den Verstellbewegungen 5 und 6 wird der Tampon 10 über die Abdruckstelle 34 der Papierbahn 33 verstellt. Mit der Verstellbewegung 7 wird der Tampon 10 auf dem Papier abgedruckt und dabei gereinigt, so daß er nach den Verstellbewegungen 8 und 9 ein neues Druckbild oder neues Teilbild von einem anders eingefärbten Klischee 14 oder Teilklischee übernehmen kann, ohne eine Beeinträchtigung des neuen Druckbildes oder neuen Teilbildes befürchten zu müssen. Mit der Verstellbewegung 1&min; übernimmt der Tampon 10 das neue Druckbild oder neue Teilbild. Die Klischees 14 oder Teilklischees können dabei nebeneinander angeordnet sein und jedem Klischee 14 oder Teilklischee ist eine Farbwanne 31 und eine Einfärbeeinrichtung 32 zugeordnet.

Nach dem Reinigungsdruck des Tampons 10 mittels der Verstellbewegung 7 auf die Abdruckstelle 34 der Papierbahn 33 wird die Papierbahn 33 um einen Betrag weitergeschaltet, der an die maximale Abdruckfläche des Tampons 10 abgestimmt ist. Die Papierbahn 33 wird von der Vorratsrolle 20 abgewickelt, die sich aufgrund der Rücklaufsperre 21 nur in der Richtung drehen kann, in der die Papierbahn 33 von der Vorratsrolle 20 abgewickelt wird. Über die Umlenkrollen 26 und 27 wird die Papierbahn 33 dem Schiebetisch 15 zugeführt, der unter der Platte 16 verstellbar geführt ist. Die Papierbahn 33 umschlingt das freie Ende des Schiebetisches 15 und wird über die Umlenkrolle 28 der Wickelrolle 29 zugeführt, die unter der Spannung einer Feder 30 steht. Die Feder 30 hält die Papierbahn 33 unter Spannung. Der Schiebetisch 15 ist mittels einer pneumatischen oder hydraulischen Stelleinrichtung 17 horizontal verstellbar, wobei die Führungsholme 18 in dem Bügel 19 die Führung übernehmen. Die Stelleinrichtung 17 ist über die Stift-Schlitzführung 24, 25 über den Hebel 23 mit der Rücklaufsperre 21 der Vorratsrolle 20 gekoppelt.

Wird der Schiebetisch 15 unter die Platte 16 eingezogen, dann wird die Papierbahn 33 entspannt und teilweise freigegeben, so daß die Feder 30 der Wickelrolle 29 einen entsprechenden Betrag der Papierbahn 33 aufrollen kann. Beim Ausfahren des Schiebetisches 15 wird die Vorratsrolle 20 freigegeben, so daß der zum Spannen erforderliche Betrag von der Vorratswelle 20 abgewickelt werden kann. In der Abdruckstelle 34 steht dann wieder ein unbedruckter Abschnitt der Papierbahn 33. Damit läßt sich auf einfache Art eine von den Reinigungsdrucken abhängige schrittweise Weiterschaltung der Papierbahn 33 erreichen.

Selbstverständlich kann dies auch mit anderen Stell- und Fortschalteeinrichtungen realisiert werden.

Das Ausführungsbeispiel ist anhand eines Vorrichtung beschrieben, bei der nacheinander Druck- oder Teilbilder in unterschiedlichen Farben auf ein Werkstück übertragen werden. Die Vorrichtung kann auch so benutzt werden, daß nacheinander unterschiedliche Druck- oder Teilbilder in gleicher oder verschiedener Farbe übertragen werden.

Wesentlich bei der Erfindung ist, daß nach jedem Farboder Bildwechsel ein Reinigungsdruck dazwischen geschoben wird, um evtl. noch haftende Bild- und Farbreste von dem einzigen Tampon zu entfernen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren für den Tampondruck, bei dem mittels eines einzigen Tampons Druck- oder Teilbilder von eingefärbten Klischees oder Teilklischees übernommen und auf Werkstücke übertragen werden, dadurch gekennzeichnet,

    daß von dem einzigen Tampon (10) nacheinander Druck- oder Teilbilder von verschiedenfarbig eingefärbten Klischees oder Teilklischees oder nacheinander unterschiedliche Druck- oder Teilbilder von gleich- oder verschiedenfarbig eingefärbten Klischees oder Teilklischees übernommen werden und

    daß nach dem Abdruck eines Druck- oder Teilbildes vor der Übernahme eines gleichen andersfarbigen Druck- oder Teilbildes oder eines gleich- oder andersfarbigen unterschiedlichen Druck- oder Teilbildes mit dem Tampon (10) ein Reinigungsdruck auf Papier ausgeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Papierbahn (33) verwendet wird, die nach jedem Reinigungsdruck um einen vorgegebenen Betrag weitergeschaltet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,

    daß eine Abdruckstelle (34) der Papierbahn (33) etwa in Höhe des zu bedruckenden Werkstückes (13) horizontal verlaufend angeordnet wird, und

    daß der Reinigungsdruck durch horizontale und vertikale Verstellbewegungen (6, 9 bzw. 7, 8) des Tampons (10) ausgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierbahn (33) von einer Vorratsrolle (20) abgewickelt und auf eine unter Federspannung stehende Wickelwalze (29) aufgewickelt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,

    daß nach jedem Reinigungsdruck die Papierbahn mittels eines Schiebetisches (15) im Bereich der Abdruckstelle (34) entlastet wird,

    daß durch die Wickelwalze (29) der frei werdende Teil der Papierbahn (33) aufgewickelt wird und

    daß bei der Rückstellung des Schiebetisches (15) von der Vorratsrolle (20) ein Teil der Papierbahn (33) abgewickelt und in der Abdruckstelle (34) bereitgestellt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikale Verstellbewegung (7) in Richtung der Abdruckstelle (34) der Papierbahn (33) so gewählt wird, daß der Tampon (10) seine maximale Verformung erfährt.






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