PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3309048C2 24.09.1987
Titel Schmelzofen
Anmelder Mitsubishi Kinzoku K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Konda, Koichi;
Shinohara, Shoji, Kagawa, JP
Vertreter Walter, H., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 14.03.1983
DE-Aktenzeichen 3309048
Offenlegungstag 15.09.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.09.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.09.1987
IPC-Hauptklasse F27D 1/08
IPC-Nebenklasse F27B 14/14   
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist ein Schmelzofen starrer Struktur, d.h. mit einem aus miteinander verbundenen Mauersteinen errichteten Ofenkörper, der die Schmelzkammer umgibt und einem den Ofenkörper umgebenden Eisenmantel. Der Eisenmantel nimmt die Wärmedehnung des Ofenkörpers auf, die während des Betriebes des Ofens entsteht. Um den Eisenmantel ist eine Heizvorrichtung geführt, um das Maß der Wärmedehnung des Eisenmantels steuern zu können und damit die vom Eisenmantel auf den Ofenkörper ausgeübten Druckkräfte bestimmen zu können, wenn sich der Ofenkörper während des Betriebes des Ofens ausdehnt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Schmelzofen starrer Struktur.

Bei der Konstruktion üblicher Schmelzöfen, die aus miteinander verbundenen Mauersteinen bestehen, ist es beim Schmelzen von Metallen wie Kupfer wichtig, daß das geschmolzene Metall nicht durch die Mauerfugen zwischen den einzelnen Mauersteinen hindurchtritt. Hierfür ist es allgemein üblich, einen Schmelzofen starrer Struktur vorzusehen. Ein Schmelzofen starrer Struktur weist einen Eisenmantel auf, der den aus Mauersteinen errichteten Ofenkörper umgibt, der die Schmelzkammer umschließt. Bei dieser starren Ofenstruktur verhindert der Eisenmantel eine thermische Dehnung (Wärmedehnung) der Mauersteinwand während des Betriebes des Ofens, er übt auf die Mauersteinwand eine vorherbestimmbare Kontraktionskraft aus, so daß die Mauerfugen zwischen den Mauersteinen daran gehindert sind, auszubrechen oder zu reißen und so sichergestellt ist, daß das geschmolzene Material im Ofen bleibt und nicht durch die Mauerfugen aus dem Ofen austritt. Zur Wartung eines solchen Schmelzofens starrer Struktur ist es häufig erforderlich, den heißen Ofen zu kühlen, um festzustellen, ob der Ofen repariert werden muß. Wird jedoch der Ofen wiederholt einem Aufheiz- und Kühlzyklus unterworfen, so steigt die thermische Expansion der den Ofenkörper bildenden Mauersteine stufenweise an, so daß am Ende die Kontraktionskräfte des eisernen Ofenmantels auf die Mauersteine unzulässig hoch werden. Schließlich können die Mauersteine unter der Wirkung der Kontraktionskräfte sogar brechen. Im besonderen werden die Mauersteine, wenn der Ofen starrer Struktur einem Zyklus des Aufheizens und Abkühlens unter einer vorbestimmten Last unterworfen wird, infolge des Kriechschrumpfens kleiner, nachdem ein Abkühlen auf Raumtemperatur ermöglicht wird. Obwohl die Mauersteine während des Aufheizens des Ofens thermisch expandieren, sind sie einem solchen Kriechschrumpfen unterworfen, weil sie vom Eisenmantel zurückgehalten werden. Gemäß Fig. 1 ist dieses Kriechschrumpfen die Summe eines Wertes l1 des Kriechschrumpfens, das während einer Periode auftritt, in der die Mauersteintemperatur von einer Kriechanfangstemperatur Tcr auf eine maximale Heiztemperatur Te ansteigt und eines Wertes l2 des Kriechschrumpfens während einer Periode, in der die Mauersteine bei maximaler Heiztemperatur gehalten werden. Um die Summe der Werte l1 und l2 des Kriechschrumpfens werden die Mauersteine kleiner.

In Fällen, in denen dieser Zyklus des Heizens und Kühlens wiederholt wird, während die Mauersteine unter dem vorgegebenen Druck des Kontaktes mit dem geschmolzenen Metall, beispielsweise Kupfer, stehen, dringt das geschmolzene Metall in die Mauersteine ein, während die Mauersteine eine erhöhte Temperatur haben. Deshalb ist gemäß Fig. 2 der Wert L&min; vom des Schrumpfens jedes gekühlten Mauersteines kleines als der Wert L seines Kriechschrumpfens und das Ergebnis der Subtraktion des Wertes L&min; vom Wert L liegt vor als der Restexpansionswert, wie er in Fig. 2 durch die Kurve 1 dargestellt ist. Außerdem expandiert bei einem erneuten Aufheizen des Ofens gemäß der Kurve 2 in Fig. 1 eingedrungene Metall thermisch, so daß der thermische Expansionskoeffizient des Ofens ansteigt. Infolge des Ansteigens dieses thermischen Expansionskoeffizienten und des Restexpansionswertes wird der Maximalwert λ der Expansion der Mauersteine unmittelbar vor Beginn des Kriechschrumpfens im Mauerstein zu einem deutlichen Ansteigen jedesmal dann veranlaßt, wenn sich der Heiz- und Abkühlzyklus des Ofens wiederholt, wie es die Kurven 1 bis 3 in Fig. 2 darstellen. Selbst wenn die vom Eisenmantel auf die Mauersteine nach dem Erreichen der maximalen Heiztemperatur des Starrstrukturofens ausgeübten Druckkräfte geringer als die Bruchfestigkeit der Mauersteine infolge deren Kriechschrumpfens sind, wirken deshalb auf die Mauersteine sehr hohe Druckkräfte, die höher sind als die Bruchfestigkeit während der Zeit, während der die Heiztemperatur des Ofens auf den Maximalwert ansteigt. Dies kann zu einem Bruch der Mauersteine infolge der entstehenden Druckkräfte führen und der Schmelzofen von starrer Struktur hat eine entsprechend kurze Lebensdauer. Außerdem wird die Bruchfestigkeit der Mauersteine verringert, wenn die Mauersteine im Laufe der Zeit altern. Infolge der Verringerung der Bruchfestigkeit der Mauersteine und der überhöhten Druckkräfte neigen die Mauersteine im Laufe der Zeit zum Bruch bereits bei geringeren Drücken und die Nutzungsdauer eines Schmelzofens starrer Struktur wird weiter verringert.

Aufgabe der Erfindung ist es demzufolge, einen Schmelzofen von starrer Struktur, bei dem ein Eisenmantel Druckkräfte auf die den Ofenkörper bildenden Mauersteine ausübt, so auszubilden, daß die auf die Mauersteine ausgeübten Druckkräfte während der Betriebszeit des Ofens verringert werden, um die Mauersteine nicht brechen zu lassen, andererseits aber den aus Mauersteinen gebildeten Ofenkörper so zusammenzuhalten, daß die Fugen zwischen den Mauersteinen nicht ausbrechen.

Gemäß der Erfindung weist ein Schmelzofen von starrer Struktur zur Lösung der Aufgabe einen Hohlkörper zur Aufnahme schmelzbaren Materiales auf, wobei der Hohlkörper miteinander verbundene Mauersteine aufweist; dabei umgibt ein Eisenmantel den Mauersteinkörper, um während des Betriebes des Ofens den Mauersteinkörper an unzulässiger thermischer Expansion zu hindern; ferner ist um den Mantel herum ein Heizmittel angeordnet, um den Mantel zu heizen und dadurch das Ausmaß der thermischen Expansion des Mantels zu steuern und um die vom Mantel auf den Mauersteinkörper ausgeübten Druckkräfte zu steuern, wenn der Mauersteinkörper während des Betriebes des Ofens thermisch expandiert.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt

Fig. 1A ein Diagramm zur Erläuterung der Beziehung zwischen Expansion und Schrumpfen eines Mauersteines, wenn dieser unter einer vorgegebenen Belastung zyklisch aufgeheizt und abgekühlt wird;

Fig. 1B ein Diagramm zur Erläuterung des Kriechschrumpfens des Mauersteines;

Fig. 2 ein Diagramm zur Erläuterung einer Beziehung zwischen Expansion und Altern eines Mauersteines, der Kontakt hat mit geschmolzenem Kupfer, wenn er wiederholt unter einer vorgegebenen Belastung einem Zyklus von Erhitzen und Abkühlen unterzogen wird;

Fig. 3 einen Teil eines Querschnittes eines Schmelzofens gemäß der Erfindung;

Fig. 4 eine Teilansicht des Schmelzofens zur Erläuterung von Fühlmitteln;

Fig. 5 als Blockdiagramm ein Steuersystem für den Schmelzofen;

Fig. 6 eine Teilansicht des Schmelzofens zur Erläuterung modifizierter Fühlmittel und

Fig. 7 als Blockdiagramm ein modifiziertes Steuersystem für den Schmelzofen.

In Fig. 3 ist ein Querschnitt eines Teiles eines gemäß der Erfindung ausgestalteten Schmelzofens 10 dargestellt. Der Ofen 10 weist einen Hohlkörper 10a mit kreisförmigem Querschnitt der Umfangswand 11 und einem am unteren Ende der Umfangswand 11 befestigten Boden 12 auf. Gemäß Fig. 3 weist der Ofenkörper 10a eine Anzahl miteinander verbundener Mauersteine 13 auf. Der Ofenkörper 10a wird bis auf den Bereich der Oberseite von einem Eisenmantel 14 umschlossen. Der Eisenmantel 14 weist einen Umfangsteil 14a auf, der die Umfangswand 11 des Ofenkörpers 10a umgibt und ein Bodenteil 14b, das unterhalb des Bodens 12 des Ofenkörpers 10a sich befindet. Ein Wärmedehnungen absorbierendes Material 15, beispielsweise aus Asbest oder Glaswolle, ist zwischen die Umfangswand 11 des Ofenkörpers 10 und den Umfangsteil 14a des Eisenmantels 14 eingelegt. Eine Schicht 16 aus Magnesiumoxid in Kornform ist zwischen den Boden 12 des Ofenkörpers 10a und den Bodenteil 14b des Eisenmantels 14 eingefüllt. Ein feuerfestes Gußstück 18 ist im unteren Bereich der Umfangswand 11 des Ofenkörpers 10a angeordnet.

Zum Aufheizen des Eisenmantels 14 ist ein Heizmittel vorgesehen, das eine Anzahl von Dampfrohren 19 aufweist, die nahe dem Umfangsteil 14a des Eisenmantels 14 um diesen herumgeführt sind. Die Dampfrohre 19 sind mit einem Dampferzeuger (Fig. 5) verbunden, so daß Dampf durch die Dampfrohre 19 hindurchgeführt werden kann, um den Eisenmantel 14 zu heizen.

Ein erstes Fühlmittel ist zur Ermittlung des Ausmaßes der thermischen Expansion der Mauersteine 13 vorgesehen, die den Ofenkörper 10a bilden. Das erste Fühlmittel weist mehrere Potentiometer P(P1, P2 . . .Pn) auf, die um den Umfangsteil 14a des Eisenmantels 14 unter Einhaltung eines Abstandes zueinander angeordnet sind (Fig. 4). Jedes Potentiometer P weist eine gleitfähige Stange 20 auf, die durch eine Öffnung 14b im Eisenmantel 14 hindurchgeführt ist und durch das Wärmedehnungen absorbierende Material 15 hindurchgeführt ist. Die gleitfähige Stange 20 wird an ihrem äußeren Ende in Anlage an der Außenseite der Mauersteinwand 11 gehalten, während an ihrem inneren Ende ein elektrischer Kontakt vorgesehen ist, der in Berührung mit einem zugehörigen Widerstand steht. Expandiert die Mauersteinwand 11 des Ofenkörpers 10a thermisch, so wird die Stange 20 axial verstellt, so daß der Widerstandswert des Widerstandes sich verändert, um das Maß der thermischen Expansion der Mauersteinwand 11 anzuzeigen.

Ein zweites Fühlmittel ist für die Ermittlung des Maßes der thermischen Expansion des Eisenmantels 14 bei seiner Erhitzung mittels der Dampfrohre 19 vorgesehen, sowie der Spannungsausdehnung des Eisenmantels 14 infolge der thermischen Expansion der Mauersteine. Das zweite Fühlmittel enthält eine Anzahl Potentiometer (P&min;1, P&min;2 . . .P&min;n), die um den Eisenmantel 14 herum angeordnet sind. In Aufbau und Anzahl sind die Potentiometer P&min; identisch den Potentiometern P des ersten Fühlmittels und sind diesen zur Bildung von Paaren zugeordnet, so daß jeweils zwei einander gegenüberliegende Potentiometer P und P&min; ein Paar von abstimmenden Fühlvorrichtungen bilden. Jedes Potentiometer P&min; des zweiten Abfühlmittels hat eine gleitfähige Stange 20a, die in Kontakt mit der Außenfläche des Eisenmantels steht. Expandiert der Eisenmantel thermisch, so wird die Stange 20a axial verstellt, um das Maß der thermischen Expansion des Eisenmantels 14 zu ermitteln und anzuzeigen.

In Fig. 5 ist als Blockdiagramm ein Steuersystem des Ofens 10der Eingangsklemme eines Komparators C1 zugeführt, wobei das Ausgangssignal repräsentativ für das Maß der Verstellung der Gleitstange 20 ist. Entsprechend wird auch ein Ausgangssignal des Potentiometers P&min;1 der anderen Eingangsklemme des Komparators C1 zugeführt, wobei das Ausgangssignal repräsentativ für das Maß der Verstellung der Gleitstange 20a ist. Als Antwort auf diese beiden Ausgangssignale der beiden ein Paar bildenden Potentiometer P1 und P&min;1 führt der Komparator C1 ein Ausgangssignal zu einem Steuerkreis 23, wobei dieses Ausgangssignal repräsentativ für die Differenz zwischen dem Verstellweg der Gleitstange 20 des Potentiometers P1 und dem Verstellweg der Gleitstange 20a des Potentiometers P&min;1 ist.

In entsprechender Weise liefert jedes andere Paar der abstimmenden Potentiometer P und P&min; sein jeweiliges Ausgangssignal zum entsprechenden Komparator C und liefert jeder Komparator C ein Ausgangssignal zum Steuerkreis 23, wie es oben für den Komparator C1 beschrieben wurde. Als Antwort auf die Ausgangssignale der Komparatoren C1 bis Cn liefert der Steuerkreis 23 ein Ausgangssignal zu einer Strömungssteuervorrichtung 24, deren Ausgangssignal repräsentativ für den Durchschnittswert der Differenzen ist, die durch die Ausgangssignale der Komparatoren C1 bis Cn repräsentiert werden. Die Strömungssteuervorrichtung 24 ist zwischen dem Dampferzeuger 21 und den Dampfrohren 19 angeordnet. Als Antwort auf das Ausgangssignal des Steuerkreises 23wird die Strömungsrate des durch die Dampfrohre 19 strömenden Dampfes mittels der Steuervorrichtung 24 gesteuert, so daß das Maß der thermischen Expansion des Eisenmantels 14 grundsätzlich synchron mit dem Maß der thermischen Expansion der Mauersteinwand 11 des Ofens gesteuert wird. Das stromabwärtige Ende der Dampfrohre 19 ist über einen nicht dargestellten Kondensator mit dem Dampferzeuger verbunden.

Als Alternative kann das vorerwähnte Fühlmittel einfacher ausgebildet sein. Im Einzelnen ist gemäß der modifizierten Ausbildung der Erfindung gemäß Fig. 6, 7 das zweite Fühlmittel gemäß der vorstehend erläuterten Anordnung weggelassen. Ein Ausgangssignal jedes Potentiometers P wird einem Steuerkreis 23a zugeführt, wobei dieses Ausgangssignal repräsentativ für den Verstellweg der Gleitstange 20 jedes Potentiometers P ist. Als Antwort auf die Ausgangssignale der Potentiometer P1 bis Pn liefert der Steuerkreis 23a ein Ausgangssignal an eine Strömungssteuervorrichtung 24, wobei dieses Ausgangssignal repräsentativ für den Durchschnittswert der Verstellwege der Gleitstangen 20 ist. Als Antwort auf das Ausgangssignal des Steuerkreises 23a steuert die Strömungssteuervorrichtung 24 die Strömungsrate des durch die Dampfrohre 24 strömenden Dampfes, so daß das Maß der thermischen Expansion des Eisenmantels grundsätzlich synchron mit dem Maß der thermischen Expansion der Mauersteinwand 11 des Ofens gesteuert wird.

Wird der Schmelzofen 10 neu errichtet, so wird der Innenraum des Ofens zunächst auf eine vorbestimmte Temperatur erhitzt, wozu heiße Luft eingeblasen werden kann oder Brenner, wie Gas- oder Ölbrenner, verwendet werden können. Während des Arbeitens des Ofens, wird das Heizen des Ofens hauptsächlich durch die Hitze bewirkt, die bei der Oxidation von pulverisiertem Metall oder Erz entsteht, das in den Ofen eingeleitet wird. Ölbrenner werden verwendet, um als Hilfsbrenner betrieben zu werden, wobei die Brenner entweder der Ofendecke oder der Ofenwand zugeordnet werden. Ist der Ofen auf eine vorgegebene Temperatur gebracht, so wird er durch Hitze auf dieser Temperatur gehalten, die nicht bei der Oxidation von pulverisiertem Metall oder Erz entsteht, sondern es werden hierzu Ölbrenner verwendet.

Nachfolgend wird die Arbeitsweise des Ofens beschrieben.

Wie bereits erwähnt, werden die vom Eisenmantel 14 auf die Mauersteine 13 des Ofenkörpers 10a ausgeübten Kompressionskräfte bei jeder Wiederholung des Heizens und Kühlens des Ofens größer. Werden die Kompressionskräfte besonders hoch während des Betriebes des Ofens, so wird Dampf durch die Dampfrohre 19 geleitet, um den Eisenmantel zu heizen und zum Ausdehnen zu veranlassen. Da so der die Mauersteine 13 stützende Eisenmantel thermisch aufgeweitet wird, werden die auf die Mauersteine 13 einwirkenden Druckkräfte nicht unzuträglich hoch, sie werden vielmehr in zuträglichen Grenzen gehalten. Die Mauersteine brechen selbst dann nicht unter dem Einfluß unzulässig hoher Druckkräfte, wenn die Temperatur des gekühlten Ofens 10 während des nachfolgenden Betriebes auf eine Maximaltemperatur erhitzt wird. Im Fall, daß die von dem Eisenmantel 14 auf die Mauersteine 13 ausgeübten Druckkräfte infolge eines Kriechschrumpfens die Mauersteine unzulässig niedrig sind, wird die Menge des durch die Dampfrohre geführten Dampfes mittels der Strömungssteuerungsvorrichtung 24 verringert, um die Temperatur des Eisenmantels zu senken und diesen thermisch kontraktieren zu lassen, so daß die von dem Eisenmantel auf die Mauersteine ausgeübten Kräfte wieder auf einen erwünschten Wert ansteigen.

Ein Beispiel für den Betrieb des Ofens 10 wird nachfolgend beschrieben.

Der Ofen 10 war so ausgelegt worden, daß die Druckkräfte, die auf die Mauersteine 13 ausgeübt werden, auf 2 kg/cm2 hätten kommen sollen, nachdem die Temperatur des Ofens 10 beim ersten Inbetriebnehmen des Ofens ihren Maximalwert erreicht hatte. Die tatsächlichen Kompressionskräfte nach Erreichen der Maximaltemperatur des Ofens bei dessen erster Inbetriebnahme betrugen 2,1 kg/cm2, was in etwa dem vorgegebenen Wert entsprach. Danach wurde der Zyklus mit Heizen und Kühlen des Ofens 10 wiederholt. Nach dem zehnten Betrieb des Ofens betrugen die auf die Mauersteine 13 während des Ansteigens der Ofentemperatur auf dessen maximale Betriebstemperatur wirkenden Druckkräfte 13 bis 14 kg/cm2, was höher als die bei 12 kg/cm2 liegende Bruchfestigkeit der Mauersteine ist. Die Kompressionskräfte, die auf die Mauersteine am Ende des Kriechschrumpfens ausgeübt wurden, betrugen 12 kg/cm2. Danach wurde Dampf durch die Dampfrohre 19 geleitet, um die Temperatur des Eisenmantels von 30 auf 160°C zu erhöhen und ihn thermisch aufzuweiten. Danach wurde der Ofen erhitzt. In diesem Fall betrugen die maximalen Kompressionskräfte auf die Mauersteine während des Anstieges der Ofentemperatur auf seine maximale Betriebstemperatur 10 kg/cm2. Nach der Beendigung des Kriechschrumpfens der Mauersteine 13 wurde die Menge des durch die Dampfrohre geführten Dampfes verringert, so daß die Temperatur des Eisenmantels 14 auf 50°C verringert wurde, um seine thermische Expansion zu verringern und dabei die Kompressionskräfte auf 11,5 kg/cm2 einzustellen.

Wie oben beschrieben, wird bei einem Schmelzofen gemäß der vorliegenden Erfindung die thermische Expansion des Eisenmantels, der den Ofenkörper umgibt, durch die Menge des durch die Dampfrohre geführten Dampfes gesteuert, so daß die Druck- oder Kompressionskräfte, die von dem Eisenmantel auf die Mauersteine ausgeübt werden, auf einem optimalen Wert gehalten werden können. Das bedeutet, daß selbst dann, wenn das Maß der Ausdehnung der Mauersteine stufenweise ansteigt, wenn ein Zyklus aus Erhitzen und Kühlen des Ofens wiederholt wird, die Mauersteine zuverlässig vor einem Brechen infolge zu hoher Drücke bewahrt werden. Die Einsatzzeit eines Ofens mit starrer Struktur wird deshalb deutlich länger sein können als bei bekannten Öfen starrer Struktur, d. h. mit einem Ofenkörper aus Mauersteinen und einem darum herum angeordneten Eisenmantel.

Damit ist ein Ofen starrer Struktur gemäß der vorliegenden Erfindung in einer besonders zweckmäßigen Ausführung beschrieben ohne daß durch diese Beschreibung anhand der Zeichnung die Erfindung gegenüber den Patentansprüchen eingeschränkt sein soll. So können beispielsweise ohne Veränderung des Kerns der Erfindung die um den Eisenmantel herumgelegten Heizschlangen durch einen Heizmantel ersetzt werden oder es kann ein anderes Heizmittel als Dampf verwendet werden. Auch ist es möglich, ein entsprechendes Heizorgan nicht nur dem zylindrischen Teil 14a sondern auch dem Bodenteil 14b des Mantels 14 zuzuordnen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schmelzofen mit einem aus Mauersteinen aufgebauten Ofenkörper und einem diesen umgebenden Eisenmantel, gekennzeichnet durch

    1. a) einen Hohlkörper (11, 12) zur Aufnahme eines zu schmelzenden Materiales (M), wobei dieser Hohlkörper aus miteinander verbundenen Mauersteinen (13) besteht;
    2. b) den den Hohlkörper aus Mauersteinen umgebenden Eisenmantel (14), der während des Betriebes des Ofens die Wärmedehnung des Hohlkörpers aufnimmt und
    3. c) den Eisenmantel umgebende Heizmittel (19), um den Heizmantel aufheizen zu können und dadurch dessen thermische Dehnung steuern zu können, um wiederum damit die vom Eisenmantel auf den aus Mauersteinen aufgebauten Hohlkörper ausgeübten Kompressionskräfte steuern zu können, wenn sich der Hohlkörper während des Betriebes des Ofens ausdehnt.


  2. 2. Schmelzofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinheit (24) ein Fühlmittel (P) zur Erzeugung eines Signales aufweist, das für das Maß der thermischen Expansion des Mauersteinkörpers (11, 12) repräsentativ ist und daß die Steuereinheit einen Steuerkreis (23a) aufweist, der auf das vom Fühlmittel erzeugte Signal anspricht, um die den Eisenmantel (14) umgebenden Heizmittel (19) steuern zu können, um den Eisenmantel derart zu beheizen, daß die thermische Expansion des Mantels im wesentlichen synchron mit der thermischen Expansion des Mauersteinkörpers erfolgt.
  3. 3. Schmelzofen nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Steuereinheit (24) mit einem ersten Fühlmittel (P) zur Erzeugung eines ersten Signales, das repräsentativ für das Maß der thermischen Expansion des Mauersteinkörpers (11, 12) ist, mit einem zweiten Fühlmittel (P&min;) zur Erzeugung eines zweiten Signales, das repräsentativ für das Maß der thermischen Expansion des Mantels (14) ist, wobei Mittel vorgesehen sind, die auf das erste und zweite Signal ansprechen, um ein für die Differenz zwischen der thermischen Expansion des Mauersteinkörpers und des Mantels repräsentatives Signal zu erzeugen und wobei weiter ein auf dieses Differenzsignal ansprechender Steuerkreis (23) die Heizmittel steuert, um den Mantel derart zu heizen, daß die thermische Expansion des Mantels im wesentlichen synchron mit der thermischen Expansion des Mauersteinkörpers erfolgt.
  4. 4. Schmelzofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizmittel mehrere Dampfrohre (9) aufweist, die an einen Dampferzeuger (21) anschließbar sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com