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Dokumentenidentifikation DE3626588C1 03.12.1987
Titel Meßzirkel
Anmelder Kiefer, Klaus Jürgen, 2000 Hamburg, DE;
Straten, Günter, 2071 Siek, DE
Erfinder Straten, Günter, 2071 Siek, DE
Vertreter Richter, J., Dipl.-Ing.; Werdermann, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 2000 Hamburg
DE-Anmeldedatum 06.08.1986
DE-Aktenzeichen 3626588
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.12.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.12.1987
IPC-Hauptklasse B43L 9/04
IPC-Nebenklasse G01B 3/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel, bestehend aus zwei durch ein Scharnier verbundenen Schenkeln, von denen der erste Schenkel eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung und der zweite Schenkel ein einen auswechselbaren Zeicheneinsatz tragenden und über ein Gelenk verbundenen Tragteil aufweist, wobei der erste Schenkel mit einer Meß- und Halterungseinrichtung versehen ist, die einendseitig an den ersten Schenkel angelenkt ist und an ihrem anderen Ende eine Stecheinrichtung aufweist, wobei die Meß- und Halterungseinrichtung eine Durchbrechung aufweist, durch die ein mit Längenteilungen versehenes Meßlineal hindurchführbar ist, das mit seinem einen Ende an dem Tragteil des zweiten Schenkels lösbar befestigt ist und mit seinem anderen, freien, durch die Durchbrechung durchführbaren Ende auskragend ist.

Bei Zirkeln handelt es sich um Geräte zum Zeichnen von Kreisen oder Kurven, zum Abgreifen von Maßen und zum Übertragen von Strecken. Der gewöhnliche Zirkel besteht aus zwei durch ein Scharnier verbundenen Schenkeln, von denen der eine eine Stahlspitze, der andere, meist mit einem zusätzlichen Gelenk versehen, einen auswechselbaren Zeicheneinsatz, wie eine Mine, eine Reißfeder od. dgl., trägt, der oftmals auch durch eine zweite Stahlspitze ersetzt werden kann.

Beim Arbeiten mit derartigen Zirkeln besteht oftmals das Problem, daß Kreise mit bestimmten Radien zu zeichnen sind, wobei die Einhaltung des genauen Radius von großer Wichtigkeit ist. Um hier eine entsprechende Genauigkeit einzuhalten, sind die bekannten Zirkel an ein Meßlineal mit entsprechender Längenunterteilung anzulegen und hier die entsprechende Teilung abzugreifen.

Sodann ist der Zirkel, sofern er keine Arretierungseinrichtung besitzt, entsprechend vorsichtig auf die Zeichenplatte od. dgl. aufzusetzen, um dort den entsprechenden Radius zu zeichnen oder zu stechen. Unberücksichtigt bleiben dabei jedoch die entsprechenden Elastizitäten der Schenkel, die beispielsweise beim Aufdrücken des Schenkels zu einer unbeabsichtigten Vergrößerung des Radius führen können. Außerdem ist das Abgreifen von vorgegebenen Radienmaßen eine zusätzliche Belastung beim Zeichnen.

Daher ist bereits ein Zirkel vorgeschlagen worden, bei dem der erste Schenkel mit einer Meß- und Halterungseinrichtung versehen ist, die einendseitig an den ersten Schenkel angelenkt ist und an ihrem anderen Ende eine Stecheinrichtung aufweist, wobei die Meß- und Halterungseinrichtung eine Durchbrechung aufweist, durch die ein mit Längenteilungen versehenes Meßlineal hindurchführbar ist, das mit seinem einen Ende an dem Tragteil des zweiten Schenkels lösbar befestigt ist und mit seinem anderen, freien, durch die Durchbrechung durchführbaren Ende auskragend ist (FR-PS 14 41 541).

Auch ist bereits ein Zirkel bekannt, an dessen einen Schenkel das eine Ende eines Meßlineals angeordnet ist, das mit seinem anderen freien Ende durch eine Durchbrechung im zweiten Schenkel hindurchführbar ist (DE-PS 60 665).

Bei einer anderen bekannten Ausführungsform eines Zirkels ist vorgesehen, daß an einen Schenkel ein Meßlineal schwenkbar angeordnet ist, während an dem anderen Schenkel eine Einrichtung zum Ablesen der Längenteilungen des Meßlineals angeordnet ist. Eine genaue Zuordnung zwischen der dem Stechdorn des Schenkels und den Längenteilungen des Meßlineals ist hier jedoch nicht gegeben (DE-OS 34 42 675).

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Zirkel so weiterzubilden, daß das Abgreifen des zu zeichnenden oder zu stechenden Maßes entfallen kann und daß das einzustellende Maß direkt und unter Vermeidung von Elastizitätseinflüssen im Zirkel am Zirkel ablesbar ist.

Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst.

Mit dieser Ausbildung ist ein Zirkel geschaffen, mit dem das bisher notwendige Abgreifen von Maßen von Meßlinealen entfällt und bei dem Maße gezeichnet oder gestochen werden können, ohne daß die dem Zirkel innewohnenden Elastizitätseigenschaften eine Verfälschung des Meßergebnisses hervorrufen. Mit dieser Ausbildung der Stecheinrichtung ist es außerdem möglich, beim Zeichnen von kleinen Kreisen oder Radien den Stechdorn nach innen zu stellen, wodurch dieser der entsprechenden Meßspitze zugeordnet ist, während der Stechdorn bei der Zeichnung großer und größter Radien der entsprechend anderen Meßspitze zugeordnet wird, so daß eine vollkommene Ausschöpfung des vom Meßlineal vorgegebenen maximalen Radius möglich ist. Darüber hinaus ist auch eine optimale Anpassung für die Abstützung des Zirkels durchführbar.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der erste Schenkel und der zweite Schenkel jeweils aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken gebildet sind, wobei die Rohrstücke über Feststellschrauben in Verschieberichtung gegeneinander arretierbar sind. Mit dieser vorteilhaften Ausbildung ist gewährleistet, daß der Zirkel für die verschiedensten Einsatzbereiche einsetzbar ist. Sofern er nur für kleinste Radien eingesetzt werden soll und auch ein entsprechend kleines Meßlineal vorgesehen ist, werden die teleskopierbaren Schenkel in ihrer eingefahrenen Stellung arretiert, während beim Einsatz für große Radien die Schenkel in ihrer ausgefahrenen Stellung arretiert werden, wobei jede Zwischenstellung problemlos einstellbar ist. Zirkel mit teleskopierbaren Schenkeln sind jedoch an sich aus der DE-PS 8 05 191 bekannt.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß an der Meß- und Halterungseinrichtung im Bereich der Durchbrechung eine als Stellschraube ausgebildete Arretierungseinrichtung zur Feststellung und Halterung des Meßlineals in der Meß- und Halterungseinrichtung lösbar angeordnet ist. Hiermit ist es möglich, ein einmal vorgewähltes Zeichenmaß dauerhaft einzustellen, so daß beispielsweise beliebig viele Kreise oder Radien gleicher Größe zeichenbar sind, ohne daß eine Verstellung befürchtet werden muß.

Bei der weiteren bevorzugten Ausführungsform nach Anspruch 5 ergibt sich die Möglichkeit, jeweils unterschiedliche Meßlineale zu verwenden, wobei hierdurch einerseits die Anpaßbarkeit an die verschiedenen Maßsysteme gegeben wird und andererseits, insbesondere in Verbindung mit der teleskopierbaren Ausbildung der Schenkel, der Einsatzbereich des Zirkels wesentlich vergrößert wird. Sofern der Zirkel dann für größte Radien vorgesehen ist und entsprechend groß ausgebildet wird, ist bevorzugterweise vorgesehen, daß an dem Formkörper ein gegenüber dem Stechdorn eingezogen angeordnetes Stützrädchen drehbar gelagert ist, wobei die Drehachse und die Vertikallängsachse zueinander einen rechten Winkel bilden. Hierdurch wird ein tiefes Eindringen des Stechdorns in eine Zeichenunterlage auch bei starkem Zirkelgewicht oder entsprechendem Andruck durch den Zeichner sicher vermieden.

In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt

Fig. 1 den Zirkel in einer Seitenansicht, und

Fig. 2 eine weitere Ausführungsform des Zirkels in einer Seitenansicht.

Der in Fig. 1 mit 100 bezeichnete Zirkel besteht aus zwei Schenkeln 10, 20, die über ein Scharnier 30 in an sich bekannter Weise verbunden sind. Die Meß- und Halterungseinrichtung 40 ist mit ihrem einen Ende 41 gelenkig mit dem Schenkel 10 verbunden und besteht aus einem beliebig geformten Formkörper, der eine Durchbrechung 43 derart aufweist, daß ein mit Längenteilungen 65 versehenes Meßlineal 60 durch die Durchbrechung 43 frei verschiebbar hindurchführbar ist. Am unteren Ende 42 der Meß- und Halterungseinrichtung 40 ist die Stecheinrichtung 50 angeordnet, die als stangenartiger Formkörper 51 ausgebildet ist. An dessen von der Meß- und Halterungseinrichtung 40 abgewandten Ende 51a ist der Stechdorn 52 angeformt, der zur Vertikallängsachse H der Stecheinrichtung 50 einen Winkel α von vorzugsweise 30° bildet. Der Formkörper 51 weist an seinem anderen Ende einen Gelenkkörper 53 auf, der angeformt oder angeschraubt sein kann, der über einen Drehzapfen oder eine entsprechend ausgebildete Schraube 54 an der Meß- und Halterungseinrichtung 40 um die Vertikallängsachse H drehbar gelenkt ist, wobei über federbelastete Dorne 54a, 54b, die in entsprechende Ausnehmungen eingreifen, der Gelenkkörper 53 und damit letztlich der Stechdorn 52 in zwei der Schenkelverschwenkebene liegende, um 180° versetzte Positionen S1, S2 einrastbar ist. An dem Formkörper 51 ist parallel zum Stechdorn 52 ein gegenüber diesem eingezogen angeordnetes Stützrädchen 55 drehbar gelagert, dessen Drehachse D vorzugsweise in der Schenkelverschwenkebene liegt und gegenüber der Vertikallängsachse H einen rechten Winkel bildet (Fig. 2).

Die Meß- und Halterungseinrichtung 40 weist im Bereich der Durchbrechung 43 ein oder zwei Meßspitzen 44, 45 auf, die den Längenteilungen 65 des Meßlineals zugeordnet sind. Bevorzugterweise liegen die Meßspitzen 44, 45 in einer zur Schenkelverschwenkebene rechtwinkligen und zur Vertikallängsachse H parallelen Ebene P1 oder P2, so daß eine direkte Zuordnung des Stechdorns 52 zur Längenteilung 65 auf dem Meßlineal 60 durchführbar ist.

Das Meßlineal 60 ist mit seinem einen Ende 61 an dem Tragteil 21 des zweiten Schenkels 20 lösbar befestigt und mit seinem anderen freien, durch die Durchbrechung 43 durchführbaren Ende 62 auskragend angeordnet. Bei einer Bewegung des Schenkels 10 durchfährt das Meßlineal die Durchbrechung 43. Soll ein bestimmtes, von einer der Meßspitzen 44, 45 auf dem Meßlineal 60 angezeigtes Maß eingehalten werden, so wird eine Stellschraube 46 festgestellt, so daß eine Bewegung des Meßlineals 60 innerhalb der Durchbrechung 43 verhindert wird.

An dem Tragteil 21, an dem der auswechselbare Zeicheneinsatz 170 angeordnet ist, ist das Meßlineal über Klemm- oder Befestigungsschrauben 22, 23 befestigt, so daß ein problemloser Austausch des Meßlineals 60 durch ein anderes mit einer anderen Längenteilung möglich ist.

In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform des Zirkels 200 dargestellt, bei der die Schenkel 110, 120 arretierbar sind. Hierzu sind die Schenkel 110, 120 jeweils aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken 111, 112, 113, 121, 122, 123 gebildet und die Rohrstücke 111, 112, 113, 121, 122, 123 sind in Verschieberichtung gegeneinander über Feststellschrauben 114, 115, 124, 125 arretierbar. Die Meß- und Halterungseinrichtung 40, die Stecheinrichtung 50, das Meßlineal 60 und der an dem Tragteil 21 angeordnete Zeicheneinsatz 70 sind in gleicher Weise ausgebildet wie beim Zirkel 100 nach Fig. 1.


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel, bestehend aus zwei durch ein Scharnier schwenkbar verbundenen Schenkeln, von denen der erste Schenkel eine Stahlspitze oder Zentriernadel als Stecheinrichtung und der zweite Schenkel ein einen auswechselbaren Zeicheneinsatz tragenden und über ein Gelenk verbundenen Tragteil aufweist, wobei der erste Schenkel (10; 110) mit einer Meß- und Halterungseinrichtung (40) versehen ist, die einendseitig (41) an den ersten Schenkel (10; 110) angelenkt ist und an ihrem anderen Ende (42) eine Stecheinrichtung (50) aufweist, wobei die Meß- und Halterungseinrichtung (40) eine Durchbrechung (43) aufweist, durch die ein mit Längenteilungen (65) versehenes Meßlineal (60) hindurchführbar ist, das mit seinem einen Ende (61) an dem Tragteil (21) des zweiten Schenkels (20; 120) lösbar befestigt ist und mit seinem anderen, freien, durch die Durchbrechung (43) durchführbaren Ende (62) auskragend ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Stecheinrichtung (50) als stangenartiger Formkörper (51) mit einem einen Winkel α zu einer Vertikallängsachse (H) der Stecheinrichtung (50) aufweisenden, am von der Meß- und Halterungseinrichtung (40) abgewandten Seite (51a) des Formkörpers (51) angeordneten Stechdorn (52) und mit einem an der Meß- und Halterungseinrichtung (40) zugewandten Ende (51b) des Formkörpers (51) angeordneten Gelenkkörper (53) ausgebildet ist und daß die Stecheinrichtung (50) über den Gelenkkörper (53) an der Meß- und Halterungseinrichtung (40) um die Vertikallängsachse (H) drehbar und in zwei in der Schenkelschwenkebene liegenden, um 180° versetzten Positionen (S1, S2) des Stechdorns (52) einrastbar ist, wobei zwei mit den Längenteilungen (65) zusammenwirkende Meßspitzen (44, 45) an der Meß- und Halterungseinrichtung (40) den Positionen (S1, S2) zugeordnet sind.
  2. 2. Zirkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Schenkel (110) und der zweite Schenkel (120) jeweils aus dünnen, ineinanderschiebbaren Rohrstücken (111, 112, 113; 121, 122, 123) gebildet sind, wobei die Rohrstücke (111, 112, 113; 121, 122, 123) über Feststellschrauben (114, 115; 124, 125) in Verschieberichtung gegeneinander arretierbar sind.
  3. 3. Zirkel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Meß- und Halterungseinrichtung (40) im Bereich der Durchbrechung (43) eine als Stellschraube (46) ausgebildete Arretierungseinrichtung zur Feststellung und Halterung des Meßlineals (60) in der Meß- und Halterungseinrichtung (40) lösbar angeordnet ist.
  4. 4. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßlineal (60) über Klemmschrauben (22, 23) an dem Tragteil (21) des zweiten Schenkels (20; 120) befestigt ist.
  5. 5. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Formkörper (51) der Stecheinrichtung (50) ein gegenüber dem Stechdorn (52) eingezogen angeordnetes Stützrädchen (55) drehbar gelagert ist, wobei die Drehachse (D) und die Vertikallängsachse (H) zueinander einen rechten Winkel bilden.






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