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Dokumentenidentifikation DE3621381A1 28.01.1988
Titel Zweireihige Wälzlagereinheit
Anmelder SKF GmbH, 8720 Schweinfurt, DE
Erfinder Kruk, Stanislaw, Västra Frölunda, SE
DE-Anmeldedatum 26.06.1986
DE-Aktenzeichen 3621381
Offenlegungstag 28.01.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.01.1988
IPC-Hauptklasse F16C 19/38

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine zweireihige Wälzlagereinheit nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Eine Wälzlagereinheit dieser Art ist durch die DE-PS 3 71 438 bekannt. Sie ist im wesentlichen aus Laufringen mit jeweils einer Laufbahn zusammengefügt und mit Befestigungsringen am Mantel und in der Bohrung zusammengehalten. Bei einem Ausführungsbeispiel der bekannten Wälzlagereinheit ist zwischen den benachbarten inneren Laufringen ein Distanzring vorgesehen. Durch diesen Aufbau ist es möglich, die Laufringe separat zu fertigen, was insbesondere bei großen Abmessungen - Vorteile bringt. Befestigungsringe und Distanzringe sind erforderlich, um eine einbaufertige Wälzlagereinheit zu schaffen, die darüber hinaus ein kompaktes Transportgut bildet. Um die genannten Vorteile zu nutzen, sind bei der bekannten Ausführung viele Zusatzteile und entsprechender Aufwand beim Zusammenbau erforderlich. Weiterhin bildet die zweiteilige, am Mantel aufgezogene Befestigungshülse ein zusätzliches toleranzbehaftetes Bauteil, das mit erhöhter Präzision hergestellt werden muß, um die nötigen Voraussetzungen für den Einbau der bekannten Wälzlagereinheit in eine vorgefertigte Sitzbohrung zu schaffen. Weiterhin bilden die dabei entstehenden zwei bis drei radial aufeinander folgenden Sitzflächen im Mantelbereich die Grundlage für einen fehlerhaften Einbau bzw. für Veränderungen des Sitzes während des Betriebes.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine zweireihige Wälzlagereinheit der eingangs genannten Art zu schaffen, die aus getrennten Laufringen zusammengebaut ist, deren Umfangsflächen im eingebauten Zustand unmittelbar mit den entsprechenden Sitzflächen zusammenarbeiten, und die mit wenigen Zusatzbauteilen eine kompakt zusammenhaltende Einheit bilden.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der zwischen den axial nach außen über die Wälzkörper formschlüssig fixierten Laufringe angeordnete Distanzring beiderseits gerichtete, mit den betreffenden Laufringen zusammenwirken, radial formschlüssig wirkende Vorsprünge aufweist und daß der Befestigungsring an den weiteren entsprechenden Laufringen vorgesehen ist.

Die Wälzlagereinheit besteht aus getrennt hergestellten Laufringen, die unter Verwendung von mindestens einem Befestigungsring und einem Distanzring zu einer zweireihigen Ausführung zusammengebaut werden. Während der Befestigungsring ein Paar entsprechender Laufringe zusammenhält, ist der Distanzring zwischen dem Paar der anderen entsprechenden Laufringe angeordnet. Diese Aufteilung bildet die grundsätzliche Lösung bei der erfindunsgemäßen Wälzlagereinheit. Darüber hinaus können sowohl ein zweiter Befestigungsring als auch ein weiterer Distanzring ergänzend verwendet werden. Deren Anordnung an den inneren oder äußeren Laufringen ist von der Art und Anordnung der Wälzlagereinheit abhängig. Die erfindungsgemäße Lösung ist sowohl für zweireihige, rein radial belastbare Ausführungen mit Kugel- oder Rollenlagern oder mit Schräglagern in X- oder O-Anordnungen anwendbar. Der Distanzring für die grundsätzliche Anordnung ist daher erfindungsgemäß zwischen den Laufringen anzuordnen, die infolge Formschluß über Laufbahnen und Wälzkörper axial nach außen nicht bewegbar sind. Bei einer rein radial belastbaren Wälzlagereinheit sind dies beispielsweise die äußeren Laufringe, wenn diese axial innen angeordnete Schultern bzw. Borde aufweisen. Bei einer Rollenlagereinheit in O-Anordnung sind dies ebenfalls die äußeren Laufringe während bei X-Anordnung der Distanzring zwischen den inneren Laufringen vorgesehen ist. Bei allen aufgezeigten Alternativen gilt das Prinzip: Axial nach außen nicht bewegbare Laufringe erhalten einen Distanzring, axial nach außen bewegbare den Befestigungsring.

Dieser kann je nach oben genannter Ausführung im Bereich der Bohrungs- bzw. Mantelfläche der Wälzlagereinheit angeordnet sein, wobei entsprechende ringförmige Ausnehmungen vorgesehen sind, um den Befestigungsring von der Sitzfläche fernzuhalten. Es können Befestigungsringe in allen bekannten Ausführungen zum Einsatz kommen. Der Distanzring ist beispielsweise mit axialen Vorsprüngen versehen, die mit den abgerundeten Kanten der Laufringe zusammenarbeiten und somit eine radiale Fixierung bewirken. Die erfindungsgemäße Ausführung erfordert vorteilhafterweise nur zwei zusätzliche Bauteile, um aus getrennt hergestellten Laufringen und Wälzkörpern eine zweireihige nicht auseinanderfallende Wälzlagereinheit zusammenbauen zu können.

Nach weiteren Merkmalen der Erfindung ist der Distanzring einstückig ausgeführt und weist ein T-Profil auf mit beiderseits in die Lagerräume reichenden Profilabschnitten oder weist ein Rechteckprofil auf und mindestens drei am Umfang verteilte, axiale Bohrungen mit darin eingesetzten, beiderseits in die Lagerräume überstehenden Stiften oder der rechteckig profilierte Distanzring weist an der betreffenden Umfangsfläche eine damit reibschlüssig verbundene, mit ihren Rändern beiderseits in die Lagerräume reichende Hülse auf, wobei die Ränder dieser Hülse flanschförmig an den Seitenflächen des Distanzringes anliegend umgebördelt sein können.

Diese Beispiele bilden vorteilhafte Alternativausführungen für den Distanzring und seine sichere, radial formschlüssige Anordnung zwischen den Laufringen. Die verschiedenartig ausgeführten axialen Vorsprünge reichen beiderseits in die Lagerräume der benachbarten Wälzlager und liegen vorzugsweise an der betreffenden Umfangsfläche der Laufringe an. Dadurch ist der Distanzring gegenüber den Laufringen und diese zueinander radial formschlüssig fixiert.

Die Erfindung wird im folgenden an den in der Zeichnung dargestellten Beispielen beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 den teilweisen Längsschnitt einer zweireihigen Rollenlagereinheit in O-Anordnung mit einem rechteckig profilierten Distanzring und Haltestiften,

Fig. 2 die Rollenlagereinheit nach Fig. 1 mit einem T- profilierten Distanzring und

Fig. 3 den teilweisen Längsschnitt einer zweireihigen Rollenlagereinheit in X-Anordnung mit einem rechteckig profilierten Distanzring und einer Mantelhülse.

Die in den Figuren dargestellten Rollenlagereinheiten bestehen aus getrennt gefertigten Laufringen 1, 2, 3, 4 mit jeweils einer Laufbahn für Kegelrollen 5. Je eine Reihe dieser Kegelrollen 5 enthält einen Käfig 6. In Fig. 1 und 2 sind O-Anordnungen dargestellt, wobei die Laufbahnen bei diesen Lagerausführungen zueinander nach radial innen geneigt sind. Die entsprechenden äußeren Laufringe 1, 2 werden bei diesen Anordnungen über die Kegelrollen 5 formschlüssig daran gehindert, sich jeweils axial nach außen zu verschieben. Ein Distanzring 7 ist deshalb zwischen den äußeren Laufringen 1, 2 angeordnet, der diese in ihrer Betriebsposition fixiert. Die entsprechenden inneren Laufringe 3, 4 haben ohne geeignete Verbindung die Möglichkeit, sich jeweils axial nach außen zu verschieben. Sie sind deshalb von der Bohrungsseite her mit einem U-förmig profilierten Befestigungsring 8 miteinander verbunden. Der Bohrungsdurchmesser dieses Befestigungsringes 8 ist geringfügig größer als die Bohrung der inneren Laufringe 3, 4, wodurch diese unmittelbar auf eine geeignete, nicht dargestellte Sitzfläche aufgezogen werden können. Eine entsprechende Ausdrehung an den aneinander liegenden Enden der inneren Laufringe 3, 4 schafft diese Möglichkeit.

Der Distanzring 7 nach Fig. 1 weist ein rechteckiges Profil auf und liegt im wesentlichen an den Seitenflächen der äußeren Laufringe 1, 2 an. Die radial formschlüssige Fixierung wird durch drei am Umfang verteilte Stifte 9 erzielt, die in entsprechende axiale Bohrungen des Distanzringes 7 eingepreßt sind und mit ihren Mantelflächen 10 am Randbereich der Laufbahnen beider äußerer Laufringe 1, 2 anliegen.

Bei der Rollenlagereinheit nach Fig. 2 ist ein T-förmig profilierter Distanzring 7 verwendet, wobei dessen axial verlaufende Profilabschnitte 11 die radiale Fixierung übernehmen.

Die in Fig. 3 dargestellte Rollenlagereinheit ist in X- Anordnung ausgeführt, wobei die Laufbahnen zueinander nach radial außen geneigt sind. Dadurch kehren sich die möglichen Axialverschiebungen der Laufringe 1&min;, 2&min;, 3&min;, 4&min; gegenüber Fig. 1 und 2 um. Aus diesem Grund sind auch die Wirkungspositionen von Distanzring 7 und Befestigungring 8 vertauscht. Der Befestigungsring 8 verbindet bei dieser Ausführung die äußeren Laufringe 3&min;, 4&min;, während der Distanzring 7 zwischen den inneren Laufringen 1&min;, 2&min; angeordnet ist. Er ist rechteckig profiliert und trägt auf seiner Mantelfläche eine Blechhülse 12 mit umgebördelten Rändern 13, die die Aufgabe der radialen Fixierung übernehmen.

Alle beschriebenen Distanzringe 7 sind in der dargestellten Form vorgefertigt und werden beim Zusammenbau zwischen die betreffenden Laufringe 1, 2 geführt. Danach werden beide Rollenreihen 5 eingeführt und die noch nicht verbundenen weiteren Laufringe 3, 4 axial von beiden Seiten zugefügt.

Das Anbringen des Befestigungsringes 8 bildet die letzte Operation beim Zusammenbau. Entgegen der vereinfacht dargestellten Form des Befestigungsringes 8 können selbstverständlich auch andere bekannte Ausführungen, wie beispielsweise mit elastischen Vorsprüngen und konischen Anlauframpen für den vereinfachten Zusammenbau verwendet werden. Die dargestellten Ausführungen der Distanzringe 7 sind nur Beispiele. Die Einrichtungen zur radialen Fixierung können selbstverständlich variieren.


Anspruch[de]
  1. 1. Zweireihige Wälzlagereinheit mit axial geteilten, inneren und äußeren Laufringen (1, 2, 3, 4), wobei mindestens ein Paar entsprechender Laufringe (3, 4) mittels eines Befestigungsringes (8) formschlüssig verbunden ist und mindestens zwischen einem Paar entsprechender Laufringe (1, 2) ein Distanzring (7) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der zwischen den axial nach außen über die Wälzkörper (5) formschlüssig fixierten Laufringen (1, 2) angeordnete Distanzring (7) beiderseits axial gerichtete, mit den betreffenden Laufringen (1, 2) zusammenwirkende, radial formschlüssig wirkende Vorsprünge (9, 11, 13) aufweist, und daß der Befestigungsring (8) an den weiteren entsprechenden Laufringen (3, 4) vorgesehen ist.
  2. 2. Wälzlagereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Distanzring (7) einstückig ausgeführt ist und ein T-Profil aufweist mit beiderseits in die Lagerräume reichenden Profilabschnitten (11).
  3. 3. Wälzlagereinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Distanzring (7) ein Rechteckprofil aufweist und mindestens drei am Umfang verteilte, axiale Bohrungen mit darin eingesetzten, beiderseits in die Lagerräume überstehenden Stiften (9) vorgesehen sind.
  4. 4. Wälzlagereinheit nach den Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der rechteckig profilierte Distanzring (7) an der betreffenden Umfangsfläche eine damit reibschlüssig verbundene, mit ihren Rändern (13) beiderseits in die Lagerräume reichende Hülse (12) aufweist.
  5. 5. Wälzlagereinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ränder (13) der Hülse (12) flanschförmig an den Seitenflächen der Distanzringe (7) anliegend umgebördelt sind.






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