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Dokumentenidentifikation DE2646712C2 04.02.1988
Titel Mittel zur Entblätterung von Pflanzen
Anmelder Schering AG, 1000 Berlin und 4709 Bergkamen, DE
Erfinder Rusch, Reinhart, Dr.;
Arndt, Friedrich, Dipl.-Landw. Dr., 1000 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 14.10.1976
DE-Aktenzeichen 2646712
Offenlegungstag 20.04.1978
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.02.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.02.1988
IPC-Hauptklasse A01N 43/82
IPC-Nebenklasse A01N 47/36   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Entblätterung von Pflanzen, insbesondere zur Entblätterung von Baumwollpflanzen, enthaltend Mischungen von 1-Phenyl-3-(1,2,3-thiadiazol-5-yl)-harnstoff mit Gibberellinsäure A&sub3;.

Es ist bekannt, daß 1,2,3-Thiadiazol-5-yl-harnstoffderivate Wuchsregulatoren für Pflanzen sind (DE-OS 22 14 632 und 23 24 732). Diese Wirkstoffe zeigen jedoch nicht in allen Fällen eine ausreichende Wirkung.

Es ist weiterhin Gibberellinsäure A&sub3; als Wuchsregulator bekannt, dessen Wirkung die in der Praxis gestellten Anforderungen ebenfalls nur unvollkommen erfüllt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Mittels zur Entblätterung von Pflanzen, welches eine bessere Wirkung als die bekannten Entblätterungsmittel aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Mittel gelöst, das gekennzeichnet ist durch einen Gehalt an 1-Phenyl-3-1,2,3-(thiadiazol-5-yl)-harnstoff in Mischung mit Gibberellinsäure A&sub3;.

Das erfindungsgemäße Mittel weist überraschenderweise eine entblätternde Wirkung auf, die größer ist, als die der hierin enthaltenen Einzelwirkstoffe.

Sie eignet sich insbesondere zur Entblätterung von Baumwollpflanzen, womit in idealer Weise der Einsatz von Pflückmaschinen für die Kapselernte ermöglicht wird.

Auch andere Pflanzen können indessen vorteilhaft in ihrem Wachstum beeinflußt oder entblättert werden, wie zum Beispiel Bestockungsförderung bei Gräsern, Seitentriebbildung bei Dikotyledonen, beziehungsweise bei Hibiscus, Apfel und anderen Gehölzen.

Die Aufwandmengen für die gewünschte Entblätterung betragen in der Regel 1-10 000 g Wirkstoff/ha, vorzugsweise 10-1000 g Wirkstoff/ha.

Das erfindungsgemäße Mittel kann auch in Mischung mit anderen Wirkstoffen, zum Beispiel Entblätterungs-, Pflanzenschutz- oder Schädlingsbekämpfungsmittel, je nach dem gewünschten Zweck, verwendet werden.

Eine Förderung der Wirkung und der Wirkungsgeschwindigkeit kann außerdem zum Beispiel durch wirkungssteigernde Zusätze, wie organische Lösungsmittel, Netzmittel und Öle erzielt werden. Das läßt eine weitere Minderung der Aufwandmenge der eigentlichen Wirkstoffe zu.

Zweckmäßig wird die erfindungsgemäße Mischung in Form von Zubereitungen, wie Pulvern, Streumitteln, Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen, unter Zusatz von flüssigen und/oder festen Trägerstoffen bzw. Verdünnungsmitteln und gegebenenfalls von Netz-, Haft-, Emulgier- und/oder Dispergierhilfsmitteln angewandt.

Geeignete flüssige Trägerstoffe sind zum Beispiel Wasser, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Toluol, Xylol, Cyclohexanon, Isophoron, Dimethylsulfoxyd, Dimethylformamid, weiterhin Mineralölfraktionen.

Als feste Trägerstoffe eignen sich Mineralerden, zum Beispiel Tonsil, Silicagel, Talkum, Kaolin, Attaclay, Kalkstein, Kieselsäure und pflanzliche Produkte, zum Beispiel Mehle.

An oberflächenaktiven Stoffen sind zu nennen: zum Beispiel Calciumligninsulfonat, Polyoxyäthylen-alkylphenyläther, Naphthalinsulfonsäuren und deren Salze, Phenolsulfonsäuren und deren Salze, Formaldehydkondensate, Fettalkoholsulfate sowie substituierte Benzolsulfonsäuren und deren Salze.

Der Anteil der Wirkstoffe in den verschiedenen Zubereitungen kann in weiten Grenzen variieren. Beispielsweise enthalten die Mittel etwa 10 bis 80 Gewichtsprozente Wirkstoffe, etwa 90 bis 20 Gewichtsprozente flüssige oder feste Trägerstoffe sowie gegebenenfalls bis zu 20 Gewichtsprozente oberflächenaktive Stoffe.

Das Gewichtsverhältnis der Einzelwirkstoffe im Mittel soll von 10 : 1 bis 1 : 10 betragen und richtet sich nach der Empfindlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen, dem Anwendungszeitpunkt, den klimatischen Verhältnissen und Bodenverhältnissen.

Die Ausbringung des Mittels kann in üblicher Weise erfolgen, zum Beispiel mit Wasser als Träger in Spritzbrühmengen von etwa 100 bis 1000 Liter/ha. Eine Anwendung der Mittel im sogenannten "Low-Volume-" oder "Ultra-Low-Volume-Verfahren" ist ebenfalls möglich.

Die Wirkstoffe des erfindungsgemäßen Mittels sind als solche bekannt und können nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden.

Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung.

Beispiel 1

Im Gewächshaus wurden Baumwollpflanzen im Stadium von 7 bis 11 entfalteten echten Laubblättern in vierfacher Wiederholung behandelt.

Die in 500 Liter Wasser/ha applizierten Aufwandmengen der Mischungen und der Einzelwirkstoffe sind der Tabelle zu entnehmen.

14 Tage nach der Behandlung wurde die Zahl der abgeworfenen Blätter ermittelt. Die Ergebnisse wurden als Entblätterung im Vergleich zur Zahl der vor der Behandlung vorhandenen Laubblätter aufgeführt.

Außerdem wurde nach der Methode von S. R. Colby ("Calculating synergistic and antagonistic responses of herbicide combinations", Weeds 15/1 (1967), Seiten 20-22) derjenige Wert E errechnet, der bei einer additiven Wirkung der Einzelwirkstoffe zu erwarten ist.

Die Berechnung erfolgt hierbei nach der Gleichung



in der

X = Prozentsatz Entblätterung mit Präparat A bei p kg Wirkstoff/ha,

Y = Prozentsatz Entblätterung mit Präparat B bei q kg Wirkstoff/ha,

E = erwartete Entblätterung durch A+B bei p+q kg/ha



bedeuten.

Ist der beobachtete Wert höher als der nach Colby errechnete Wert E, so liegt eine synergistische Wirkung vor.



Tabelle
Beispiel 2

Baumwollpflanzen wurden, wie im Beispiel 1 angegeben, behandelt. Die Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Tabelle

Beispiel 3

Baumwollpflanzen wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben, behandelt. Die Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Tabelle

Beispiel 4

Baumwollpflanzen wurden, wie im Beispiel 1 angegeben, behandelt. Die Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Tabelle

Beispiel 5

Baumwollpflanzen wurden, wie im Beispiel 1 angegeben, behandelt. Die Ergebnisse sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Tabelle


Anspruch[de]
  1. 1. Mittel zur Entblätterung von Pflanzen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an 1-Phenyl-3-(1,2,3-thiadiazol-5-yl)-harnstoff in Mischung mit Gibberellinsäure A&sub3;.
  2. 2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es die Einzelwirkstoffe in einem Gewichtsverhältnis von 10 : 1 bis 1 : 10 enthält.
  3. 3. Mittel nach Anspruch 1 zur Entblätterung von Baumwollpflanzen.






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