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Dokumentenidentifikation DE3330831C2 07.04.1988
Titel Verfahren zum Herstellen keramischer Abziehbilder
Anmelder Leipold + Eppich KG, 8502 Zirndorf, DE;
Lackfabrik J. Albrecht GmbH & Co KG, 6500 Mainz, DE
Erfinder Kluge, Karl-Heinz, Dipl.-Ing., 6500 Mainz, DE;
Eppich, Alfred, 8502 Zirndorf, DE
Vertreter Kessel, E., Dipl.-Ing.; Böhme, V., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 26.08.1983
DE-Aktenzeichen 3330831
Offenlegungstag 14.03.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.04.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.04.1988
IPC-Hauptklasse B41M 3/12
IPC-Nebenklasse C04B 41/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen keramischer Abziehbilder, bei dem ein Trägermaterial mit einer Trennschicht belegt, auf diese Trennschicht der Dekordruck Farbe für Farbe im Siebdruckverfahren aufgebracht und dieser Dekordruck mittels eines Schutz- und Übertragungsfilms überdeckt wird, der Lösungsmittel enthält, wobei als Druckhilfsmittel für die keramischen Dekorfarbkörper UV-härtbare Acrylate verwendet werden und jede Farbe nach dem Aufbringen UV-strahlen-gehärtet wird. Durch die Erfindung soll der diesen bekannten Abziehbildern anhaftende Nachteil vermieden werden, daß in den vom Schutz- und Übertragungsfilm überdeckten bildfreien Bereichen die im Film enthaltenen Lösungsmittel ein derart starkes Verkleben mit dem Untergrund bewirken, daß der Film sich dort nicht abziehen läßt. Das wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß dem Schutz- und Übertragungsfilm ein Trennmittel beigegeben wird, als welches bevorzugt Polyolefine, Fettsäureamide, Rhizinusöl o. dgl. verwendet werden. Derartige Abziehbilder werden zur Dekoration von Keramik, Porzellan, Steingut, Glas und Email verwendet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen keramischer Abziehbilder, bei dem ein Trägermaterial mit einer Trennschicht belegt, auf diese Trennschicht der Dekordruck Farbe für Farbe im Siebdruckverfahren aufgebracht und dieser Dekordruck mittels eines Schutz- und Übertragungsfilms überdeckt wird, der Lösungsmittel enthält, wobei als Druckhilfsmittel für die keramischen Dekorfarbkörper UV-härtbare Acrylate verwendet werden und jede Farbe nach dem Aufbringen UV- strahlengehärtet wird.

Keramische Abziehbilder, auch Schiebebilder genannt, werden zur Dekoration von Keramik, Porzellan, Steingut, Glas und Email verwendet. Derartige Abziehbilder bestehen aus einem gut durchfeuchtbaren Trägermaterial, meist einem Spezialpapier, das auf seiner Oberseite mit einer leicht löslichen Trennschicht bedeckt ist, auf die im Mehrfarbendruck das Dekorbild aufgebracht ist; das fertige Dekorbild ist mit einem Schutz- und Übertragungsfilm großflächig überdeckt, der nach dem Verdunsten der Lösungsmittel die Eigenschaften einer elastischen Folie aufweist. Dieser Schutz- und Übertragungsfilm überdeckt das gesamte Dekorbild und ist erforderlich, um dessen Einzelbestandteile bei der Übertragung auf den zu dekorierenden Gegenstand zusammenzuhalten. Die Übertragung erfolgt üblicherweise im Naßverfahren, wobei das Abziehbild angefeuchtet, dadurch das Trägermaterial von seiner Unterseite her vom Wasser durchdrungen und schließlich die Trennschicht aufgelöst wird, so daß das vom Trägermaterial ablösbare Dekorbild mit dem Schutz- und Übertragungsfilm nach oben auf den zu dekorierenden Gegenstand aufgelegt werden kann. Im Anschluß an den Dekorationsvorgang findet dann der Dekorbrand bei Temperaturen zwischen 450°C und 1400°C - je nach Beschaffenheit des keramischen Materials bzw. der verwendeten Dekorfarben - statt.

Wird der Druckvorgang im Siebdruckverfahren durchgeführt, so wird zur Herstellung der Druckpaste meist ein Bindemittel verwendet, das als Festbestandteil thermoplastische Acryl-Polymerisate enthält, die in organischen Lösungsmitteln gelöst sind; diesem Bindemittel werden dann pulverförmige keramische Dekorfarben zugemischt. Auch der Schutz- und Übertragungsfilm enthält in organischen Lösungsmitteln gelöste thermoplastische Acryl-Polymerisate.

Für die meisten Anwendungsfälle erfüllt diese bekannte Verfahrenstechnik alle Anforderungen und ergibt eine einwandfreie keramische Dekoration. Allerdings treten auch Anwendungsfälle auf, bei denen die Übertragung des Dekorbilds mittels Schutz- und Übertragungsfilm überhaupt nicht oder nur unter Inkaufnahme schwerwiegender Nachteile möglich ist.

So ist es mitunter erforderlich, nach Übertragung des Dekorbilds in dessen Fläche vor dem Brennen noch Handmalereien einzufügen. Das bereitet jedoch dann Schwierigkeiten, wenn die gesamte Fläche des Dekorbilds von einer Filmfolie in Gestalt des Schutz- und Übertragungsfilms überdeckt ist; wird die Handmalerei auf dem Schutz- und Übertragungsfilm angebracht, so treten beim anschließenden Dekorbrand an diesen Stellen Brennstörungen auf. Probleme gibt es auch dann, wenn bis zum Rand dekorierte Flachgeschierteile in einer Rändelmaschine noch einen Gold- bzw. Farbrand erhalten sollen, da auf dem bis zum Rand des Flachgeschirrteils reichenden Schutz- und Übertragungsfilm Abrollerscheinungen entweder schon beim Rändeln oder beim anschließenden Dekorbrand auftreten.

Bei Unterglasur-Dekorationen wird auf den zu dekorierenden Gegenstand zunächst mittels Abziehbild das Dekorbild aufgebracht; danach erfolgt dann das Überziehen des Gegenstands mit der Glasur durch Spritzen oder Tauchen. Auch dabei wirkt sich der das Dekorbild vollflächig überdeckende Schutz- und Übertragungsfilm wieder recht störend aus, weil auf dem glatten Film die wäßrige Glasur-Dispersion abläuft, was beim anschließenden Brand erhebliche Fehler in der Glasur entstehen läßt, so daß der betreffende Gegenstand unbrauchbar ist.

Diese Mängel haben den Gedanken entstehen lassen, den für die Übertragung des Dekorbilds noch benötigten, dann jedoch den weiteren Verfahrensablauf störenden Schutz- und Übertragungsfilm nach erfolgter Übertragung zu beseitigen, und zwar durch trockenes Abziehen vom Untergrund und Dekorbild. Dabei hat sich allerdings herausgestellt, daß es bei einem solchen Abziehen des Schutz- und Übertragungsfilms zu Beschädigungen des Dekorbilds kommt, da Teile desselben an dem Film hängenbleiben; das beruht darauf, daß beim Überdrucken des Dekorbilds mit dem Schutz- und Übertragungsfilm dessen Lösungsmittel die organischen Bestandteile der Farbdrucke anlösen und so eine innige Verbindung zwischen Film und Farbdruck zustande kommt.

Ein solches Anlösen der organischen Bestandteile der Farbdrucke durch die Lösungsmittel des Schutz- und Übertragungsfilms kann nun dadurch vermieden werden, daß als Bindemittel für das Anpasten der keramischen Dekorfarben ultraviolett härtbare thermoplastische Acryl-Polymerisate verwendet werden, wie das beispielsweise in der EP-OS 00 52 764 vorgeschlagen ist. Werden im Zuge des Druckvorgangs die einzelnen Farbaufträge mittels UV-Strahlen gehärtet, hat das zur Folge, daß beim anschließenden Überdrucken des Dekorbilds mit dem Schutz- und Übertragungsfilm keine Verzahnung im Grenz- bzw. Kontaktschichtbereich stattfindet, so daß der Film trocken abgezogen werden kann, ohne daß Teile des Dekorbilds an ihm hängenbleiben.

Allerdings haftet auch dieser bekannten Lösung noch ein Nachteil an, der ihre praktische Anwendung behindert. Dieser Nachteil besteht darin, daß in den vom Schutz- und Übertragungsfilm überdeckten bildfreien Bereichen die im Film enthaltenen Lösungsmittel ein derart starkes Verkleben mit dem Untergrund bewirken, daß der Film sich dort nicht abziehen läßt. Da sich jedoch gerade an den Rändern des Schutz- und Übertragungsfilms, von wo aus dessen Abziehen eingeleitet bzw. begonnen wird, solche bildfreien Bereiche befinden, treten erhebliche Schwierigkeiten auf.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diese Schwierigkeiten zu vermeiden, d. h. also bei einem bekannten keramischen Abziehbild der eingangs beschriebenen Art die trockene Abziehbarkeit von dessen Schutz- und Übertragungsfilm nach erfolgter Übertragung des Dekorbilds auf den zu dekorierenden Gegenstand auch in den bildfreien Bereichen sicherzustellen. Das wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß dem Schutz- und Übertragungsfilm ein Trennmittel beigegeben wird, als welches bevorzugt Polyolefine, Fettsäureamide, Rhizinusöl verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen keramischer Abziehbilder, bei dem ein Trägermaterial mit einer Trennschicht belegt, auf diese Trennschicht der Dekordruck Farbe für Farbe im Siebdruckverfahren aufgebracht und dieser Dekordruck mittels eines Schutz- und Übertragungsfilms überdeckt wird, der Lösungsmittel enthält, wobei als Druckhilfsmittel für die keramischen Dekorfarbkörper UV-härtbare Acrylate verwendet werden und jede Farbe nach dem Aufbringen UV-strahlengehärtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß dem Schutz- und Übertragungsfilm ein Trennmittel beigegeben wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Trennmittel Polyolefine, Fettsäureamide, Rhizinusöl verwendet werden.






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