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Dokumentenidentifikation DE3633997A1 14.04.1988
Titel Bedrucken eines Papierbogens mit wählbarem Bildausschnitt
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 6050 Offenbach, DE
Erfinder Simeth, Claus, Dipl.-Ing., 6050 Offenbach, DE
DE-Anmeldedatum 06.10.1986
DE-Aktenzeichen 3633997
Offenlegungstag 14.04.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.04.1988
IPC-Hauptklasse B41M 1/02
IPC-Nebenklasse B41F 13/14   B41F 13/48   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bedrucken von Papierbogen vorzugsweise im Offsetdruck, wobei ein eine Druckplatte tragender Plattenzylinder einer Bogenoffsetdruckmaschine relativ zu deren anderen Druckwerkszylindern in weitem Bereich seiner Umfangsrichtung verstellbar ist. Eine solche Vorrichtung ist etwa in der DE-PS 5 17 548 beschrieben.

In Rotationsdruckmaschinen für mehrfarbigen Druck sind Vorrichtungen vorgesehen, um die Druckformen tragenden Zylinder relativ zueinander zu verstellen. Solche Vorrichtungen sind notwendig, um Differenzen, die etwa beim Anbringen der Druckform in der Druckmaschine entstehen, so zu beseitigen, das ein gutes Übereinanderdrucken der verschiedenen Bilder möglich ist. Die notwendigen Registerverstelleinrichtungen sind den Plattenzylindern sowohl in Umfangsrichtung als auch in Achsrichtung zugeordnet. Die normale Korrektur von Registerabweichungen zwischen zwei Farbdrucken erfordert einen relativ kleinen Stellweg. Speziell in Rollenrotationsdruckmaschinen sind aber Vorrichtungen notwendig, um auch größere Relativbewegungen zwischen den Zylindern in Umfangsrichtung zuzulassen. Dort kann es vorkommen, dass die Plattenzylinder um ganze Druckbildteile gegeneinander verstellt werden müssen. Dies ist wünschenswert, wenn unterschiedliche Motive zusammengedruckt werden sollen. Das Problem tritt aber auch bei Montagefehlern an der Druckplatte auf. Es ist also wünschenswert, die Lage der Drucke auch im weiten Bereich gegeneinander verstellen zu können.

In der DE-PS 5 17 548 ist eine Vorrichtung zum Einstellen des Registers bei Rotationsdruckmaschinen während des Betriebes beschrieben. Ausgehend von der Aufgabe, die Einstellung des Registers über einen weiten Bereich zu ermöglichen, wird auf der Hauptantriebswelle einer Rotationsdruckmaschine ein Wendegetriebe angeordnet. Das Wendegetriebe ist um die Achse der Hauptantriebswelle drehbar gelagert. Es greift mit einem frei drehbar auf der Antriebswelle sitzenden Zahnrad in das Antriebszahnrad des Formzylinders ein. Durch einen Stellantrieb kann das Gehäuse des Wendegetriebes verschwenkt werden, wodurch sich die Relativlage zwischen Hauptantriebswelle und Formzylinder stufenlos in weitem Bereich verändern läßt.

In der DE-PS 4 01 192 ist weiterhin eine Registerstellvorrichtung für Grob- und Feineinstellung an Rotationsdruckmaschinen beschrieben. Hier ist dem normalen Feinantrieb zur Registereinstellung in Form eines das Antriebszahnrad mit dem Formzylinder koppelnden Schneckentriebes eine zusätzliche Grobeinstellung zugeordnet. Diese wird dadurch ermöglicht, dass der Schneckentrieb ausgekoppelt und durch ein Handrad zur Grobverstellung überbrückt wird.

Schließlich ist in der DE-AS 23 12 175 eine Registerverstellung für Form- bzw. Plattenzylinder an Rotationsdruckmaschinen mit Zentralzylinder beschrieben. Hier wird zur Schaffung einer Registerverstellung mit möglichst einfachem konstruktivem Aufbau und großer Arbeitsgenauigkeit auf der Welle des Formzylinders ein über eine Rutschkupplung gekoppeltes Doppelzahnrad vorgesehen. Die eine Hälfte des Doppelzahnrades greift in den Antriebszug der Druckmaschine ein, während die andere Hälfte mit der Welle des Formzylinders direkt verbunden ist. Der Stellantrieb für die Registereinstellung weist zwei über ein Differentialgetriebe gekoppelte Abtriebszahnräder auf, die mit je einer Hälfte des Doppelzahnrades verbunden sind. Die Registereinstellung erfolgt durch Überwinden des Schlupfmomentes der Rutschkupplung.

Die beschriebenen Vorrichtungen weisen Möglichkeiten auf, wie die Relativlage eines Formzylinders in Bezug auf die Druckwerke einer Rotationsdruckmaschine in weitem Bereich verstellt werden können. Die Verstellmöglichkeiten zum stufenlosen Verstellen des Registers sind dabei relativ aufwendig gestaltet. Sie lassen offen, wie ein Betriebsartenwechsel etwa zum Ändern der Zuordnung verschiedener Teile der Druckform in Umfangsrichtung zu bewerkstelligen wäre.

Es stellt sich daher die Aufgabe, ein Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, mit dessen Hilfe Teile eines Druckbildes, die in Umfangsrichtung des Plattenzylinders hintereinander liegen auf einfache Weise in eine vorbestimmte andere Lage zu versetzen und diesen Vorgang auch wieder rückgängig zu machen. Insbesondere soll es ermöglicht werden, Hilfsflächen, die etwa für die Druckqualitätssteuerung benötigt werden, nur zeitweise im Druckbild erscheinen zu lassen, um so Papier einzusparen.

Eine Lösung dieser Aufgabe wird nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1 ermöglicht. Danach läßt sich in vorteilhafter Weise ein unterschiedliches Druckbild von ein und demselben Plattenzylinder bzw. von der gleichen Druckplatte übertragen. Für die Übergänge beim Wechsel des Druckbildes kann der Druckmaschine automatisch Makulaturpapier zugeführt werden. Sinnvollerweise erfolgt die Umstellung vor einem Wartungs- bzw. Reinigungsintervall. Eine besonders vorteilhafte Anwendung des beschriebenen Verfahrens ist zum wahlweisen Eindrucken eines Druckkontrollstreifens für die Farbregelung möglich. Mit diesen Verfahrensweisen lassen sich Betriebsstoffe und insbesondere Druckpapier, das nach dem allgemeinen Stand der Technik in großer Menge für das Eindrucken von Druckkontrollstreifen verbraucht wird, einsparen. Die Realisierung des Verfahrens ist sehr günstig möglich, dadurch, daß in der Vorrichtung eine Kupplung vorgesehen ist, die eine Verstellung des Plattenzylinders in einem ganz genau bestimmten Drehwinkel zuläßt. Dadurch ist die Verstellung sehr schnell möglich. Sie ermöglicht außerdem die Feinregulierung des Registers in beiden Endlagen.

Ein Ausführungsbeispiel zu Verfahren und Vorrichtung ist im Folgenden an Hand von zeichnerischen Darstellungen näher beschrieben. Im Einzelnen zeigen

Fig. 1 eine Bogenoffsetmaschine mit den erforderlichen Elementen nach der Erfindung,

Fig. 2 einen Plattenzylinder mit schematisiert dargestellter Registerverstelleinrichtung,

Fig. 3 ein Schema zur Erläuterung der Verfahrensmerkmale,

Fig. 4 einen schematisierten Schnitt durch einen Plattenzylinder und

Fig. 5 eine für eine spezielle Ausbildung des Verfahrens geeignete Druckplatte.

In Fig. 1 ist eine Bogenoffsetdruckmaschine dargestellt. Sie weist einen Anleger 1, Druckwerke 2 und einen Ausleger 3 auf. In den Druckwerken 2 sind jeweils zwei Plattenzylinder 4.1 und 4.2 bzw. 4.3 und 4.4. vorgesehen. Diesen Plattenzylindern 4.1-4.4 sind jeweils Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 zugeordnet. An der Bogenoffsetdruckmaschine ist eine Steuereinrichtung 6 vorgesehen. Sie enthält einen Eindruckumschalter 7 und einen Vorwahlschalter 8 sowie hier nicht näher dargestellt, alle für eine Positioniersteuerung notwendigen Schaltungen, die aber als handelsüblich anzusehen sind. Der Vorwahlschalter 8 ist mit den Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 über Steuerleitungen 9 verbunden. Die Plattenzylinder 4.1-4.4 sind selbst über einen Drehwinkelmeßgeber 10 und Signalleitungen 11 mit dem Vorwahlschalter 8 verbunden. Außerdem sind Steuerleitungen 12.1 bzw. 12.2 zwischen der Steuereinrichtung 6 und einer Makulaturzufuhreinrichtung 13, die dem Anleger 1 zugeordnet ist, und einer Makulaturmarkierungseinrichtung 14, die dem Ausleger 3 zugeordnet ist, vorgesehen. Schließlich kann ein Teil der Maschinensteuerung über eine weitere Steuerleitung 15 mit der Steuereinrichtung 6 verbunden werden. Als Teil der Maschinensteuerung ist beispielsweise eine Farbdichtemeßanlage 16 vorgesehen worden. Die Funktion der gesamten Einrichtung gestaltet sich im Ablauf des Verfahrens zum Bedrucken von Papierbogen 23 wie folgt:

Zum Bedrucken von Papierbogen 23 in der in Fig. 1 dargestellten Bogenoffsetdruckmaschine werden die Plattenzylinder 4.1-4.4 mit Hilfe der Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 relativ zueinander so ausgerichtet, daß die von den einzelnen Plattenzylindern 4.1-4.4 übertragenen Druckbildern exakt zueinander passen und damit ein qualitativ hochwertiges und farblich richtiges mehrfarbiges Druckbild ergeben. Um nun auf den Umfang des Plattenzylinders 4.1-4.4 bzw. die Länge einer Druckplatte 17, bezogen andere Teile eines auf dieser Druckplatte 17 jedes der Plattenzylinder 4.1-4.4 vorhandenen Druckmotives 32 auf das Papier zu übertragen, müssen die Plattenzylinder 4.1-4.4 relativ zu den andern Druckwerkszylindern verdreht werden. Dazu wird am Vorwahlschalter 8 eine Einstellung vorgenommen, die den gewünschten relativen Drehwinkel wiedergibt. Die Umstellung selbst wird an dem Eindruckumschalter 7 vorgenommen. Beim Auslösen der Umstellung werden von der Steuereinrichtung 6 Signale über die Steuerleitungen 9 an die Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 gegeben. Diese verdrehen nun, auch während des Maschinenlaufes, die Plattenzylinder 4.1-4.4 relativ zu den anderen Druckwerkszylindern. Dies kann etwa auch stufenweise während des Überrollens von Kanalzonen der Plattenzylinder 4.1-4.4 erfolgen, so daß dann kein Schlupf zwischen aufeinander abrollenden Druckwerkszylindern die Verstellung behindern würde. Andernfalls könnte auch die Druckbeistellung zwischen den Plattenzylindern 4.1-4.4 und den anderen Druckwerkszylindern kurzfristig verringert werden. Während der Umstellung wird die Position der Plattenzylinder 4.1-4.4 dauernd über die Signalleitungen 11 an den Drehwinkelmeßgeber 10 und damit an die Steuereinrichtung 6 zurückgemeldet. Wenn die Umstellung beendet ist, wird das neue Druckbild bzw. der neue Ausschnitt des Druckmotives 32 übertragen. Die Papierbogen 23, die während der Zeit der Umstellung durch die Bogenoffsetdruckmaschine laufen, sind Makulatur. Deshalb kann zusätzlich bei Beginn der Umstellung ein Steuersignal über die Steuerleitung 12.1 an die Makulaturzufuhreinrichtung 13 abgegeben werden, damit Makulaturpapier während der Zeit der Umstellung in die Maschine zugeführt wird. Gleichzeitig wird entsprechend dem Maschinentakt ein Steuersignal über die Steuerleitung 12.2 an die Makulaturmarkierungseinrichtung 14 im Ausleger 3 abgegeben, die dafür sorgt, daß die Makulaturbogen zur späteren Entnahme markiert werden. Die Markierung der Makulaturbogen kann auch ohne Zufuhr von speziellem Makulaturpapier vorgenommen werden. Mit Hilfe des Vorwahlschalters 8 kann nun eine weitere Relativposition der Plattenzylinder 4.1-4.4 angewählt bzw. die ursprüngliche Lage der Plattenzylinder eingestellt werden. Damit ist entweder ein weiteres Verschieben der Plattenzylinder 4.1-4.4 in eine neue Position oder auch die Rückstellung in die ursprüngliche Druckposition möglich. Danach wird entweder der Druck des nächsten, auf den Plattenzylinderumfang bezogen, ausgewählten Ausschnitts des Druckmotives 32 durchgeführt oder das ursprüngliche Druckbild wird wieder abgedruckt.

In Fig. 2 ist die Registerverstelleinrichtung 5.1 des Plattenzylinders 4.1 näher dargestellt. Im Antriebszug zwischen dem Antriebszahnrad 18 und dem Wellenzapfen des Plattenzylinders 4.1 ist ein Stellgetriebe eingebaut. Das Stellgetriebe ist mit der Registerverstelleinrichtung 5.1 verbunden. Es besteht aus einem Schneckenrad 19, das mit dem Antriebszahnrad 18 verbunden ist, und einer Schnecke 20, die mit dem Plattenzylinder 4.1 über dessen Wellenzapfen verbunden ist. Durch Verdrehen der Schnecke 20 wird eine Relativbewegung zwischen dem Plattenzylinder 4.1 und dem Antriebszahnrad 18 erzeugt. Dazu kann in der Registerverstelleinrichtung 5.1 sowohl ein Feineinstellmodus als auch ein Schnellverstellmodus im groben Bereich angewählt werden. Die hier nicht dargestellte Antriebsübertragung zwischen der Registerverstelleinrichtung 5.1 und der Schnecke 20 müßte etwa über ein Umlaufrädergetriebe vorgenommen werden. Zur Vereinfachung der Umstellung kann in dem Antriebszug auch eine Schaltkupplung mit zwei definierten Endlagen vorgesehen werden. Das wäre dann von Vorteil, wenn die Umschaltung immer nur zwischen zwei Positionen etwa von einem Druckanfang 26 auf eine Position jenseits eines Druckkontrollstreifens 33 vor dem Druckanfang 26 vorgenommen wird. Dabei bleibt dann die Feinverstellung der Registerverstelleinrichtung 5.1 erhalten, die Grobverstellung wird aber von der Schaltkupplung übernommen. Die Funktion der Schaltkupplung ist so gestaltet, daß in der einen Endlage der Kupplung der normale Fortdruckbetrieb durchgeführt wird, während in der anderen Endlage der Schaltkupplung die Position Eindruck gewählt ist.

Zum Verfahren selbst wird nun in Fig. 3 schematisch die Lage der Druckpositionen zueinander wiedergegeben. Das Diagramm gibt übereinanderliegend symbolisch alle am Druckprozeß beteiligten Elemente, nämlich die Druckplatte 17, ein Gummituch 21, eine Druckzylinderoberfläche 22 und den Papierbogen 23 wieder. Ebenso ist eine maximale Drucklänge 24 sowie eine zu druckende Formatlänge 25 markiert. Es wird deutlich, daß am Anfang und am Ende der Druckplatte 17 druckfreie Bereiche 34, 35 vorhanden sind. Zusätzliche Motive bzw. mitzudruckende Elemente können nun in die druckfreien Bereiche 34, 35 vor den Druckanfang 26 oder hinter das Druckende 27, wie es jeweils ohne Umstellung definiert ist, gelegt werden. Bei Umstellung des Plattenzylinders 4.1 wird die Druckplatte 17 in die Eindruckposition 28 verschoben, die als letzter Teil des Diagramms dargestellt ist. Hier ist die alte Lage des Druckanfangs 26 strichliert markiert. Es wird deutlich, daß im Bereich zwischen dem aktuellen Druckanfang 26 und dem strichliert markierten alten Druckanfang neue Druckmotive auf den Papierbogen 23 übertragen werden, sofern dort druckende Bereiche vorhanden sind. Entsprechend kann die Druckplatte 17 in Gegenrichtung verschoben werden, indem der Plattenzylinder 4.1 sinngemäß in Gegenrichtung verdreht wird.

Um im dargestellten Fall zu vermeiden, daß nach der Umstellung Druckfarbe in Bereichen des Gummituches 21 übertragen wird, die entsprechend dem Papierformat nicht zum Drucken benutzt werden, kann das Gummituch 21 mit einer Zurichtung 29 in Bezug zum Druckende 27 versehen werden. Dadurch wird vermieden, daß aus den Bereichen des Gunmituchs 21 hinter dem Druckende 27 Druckfarbe, die in der Betriebszeit zwischen Umstellung und Rückstellung dorthin übertragen wurde, auch noch auf die Druckzylinderoberfläche 22 übertragen wird. Damit wird eine Verschmutzung der Druckmaschine verhindert. Entsprechende Zurichtungen 29 können auch in anderer Weise, jeweils abgestimmt auf die Art des Druckauftrags, angebracht werden. Sie erscheinen nur sinnvoll, wenn regelmäßige und immer gleiche Umstellungen der Plattenzylinder 4.1-4.4 vorgenommen werden.

In Fig. 4 ist die Lage der druckenden Bereiche auf dem Plattenzylinder 4.1 angegeben. Vom Druckanfang 26 ausgehend sind eine angenommene minimale Drucklänge 30 und die maximale Drucklänge 24 dargestellt. Vor dem Druckanfang 26 liegt ein Walzenanlaufbereich 31, in dem zur Einfärbung der Druckplatte 17 notwendige Farbauftragwalzen auf den Plattenzylinder 4.1 treffen. Auch im Walzenanlaufbereich 31 wird also die Druckplatte 17 schon eingefärbt. Demzufolge kann in diesem Bereich ebenfalls ein Druckmotiv 32 bzw. wie es wünschenswert erscheint ein Druckkontrollstreifen auf die Druckplatte 17 kopiert werden. Andererseits ist im Bereich zwischen der minimalen Drucklänge 30 und der maximalen Drucklänge 24 eine große Variationsmöglichkeit von Formatlängen gegeben. Wird z. B. bei einem Druckauftrag nur der vordere Bereich der Druckplatte 17, etwa in der Größe der minimalen Drucklänge 30, verwendet, so kann für einen zweiten Druckauftrag auch noch der hintere Bereich bis zur maximalen Drucklänge 24 verwendet werden. Dazu ist nach dem geschilderten Verfahren die Vorrichtung nur auf die zweite Position umzustellen, sodaß dann ein anderes Druckmotiv bzw. ein Druckprodukt mit anderer Zusammensetzung des Sujets erzeugt werden kann.

In Fig. 5 ist prinzipiell dargestellt, wie das beschriebene Verfahren und die zugehörige Vorrichtung in erster Linie Verwendung finden sollen. Auf der Druckplatte 17 ist ein Druckmotiv 32 kopiert. Im Bereich der Druckplatte 17 vor oder hinter dem Druckmotiv 32 ist der Druckkontrollstreifen 33 einkopiert. Der Druckkontrollstreifen findet bei der Qualitätskontrolle des fertigen Druckes Verwendung. Die Vorrichtung kann dann entsprechend dem vorgeschlagenen Verfahren in folgender Weise verwendet werden:

Ausgehend von der Farbdichtemeßanlage 16 wird ein Steuersignal an die Steuereinrichtung 6 gegeben, die veranlaßt, daß über die in den Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 vorgesehenen Schaltkupplungen die Plattenzylinder 4.1-4.4 in ihre zweite Endlage verfahren werden. Gleichzeitig wird der Bogenoffsetdruckmaschine von der Makulaturzufuhreinrichtung 13 Makulaturpapier zugeführt. Nach der Stabilisierung des Druckprozesses innerhalb weniger Druckbogen 23, kann ein Probebogen zur Qualitätskontrolle innerhalb der Farbdichtemeßanlage 16 gezogen werden. Danach wird über die Steuereinrichtung 6 ein zweites Steuersignal an die Registerverstelleinrichtungen 5.1-5.4 abgegeben, sodaß die Plattenzylinder 4.1-4.4 mit Hilfe der Schaltkupplungen wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgestellt werden. Danach wird auch die Zufuhr von Makulaturpapier abgebrochen und die Zufuhr von Fortdruckpapier wieder eingeleitet. In der Zeit vom ersten Signal zur Umstellung bis zur Zufuhr von Fortdruckpapier werden alle Druckbogen 23 als Makulatur markiert. Damit sind die für die Messung notwendigen Druckkontrollstreifen 32 nur auf wenigen Bogen Makulatur eingedruckt worden, während sie auf den normal gedruckten Papierbogen 23 nicht erscheinen. So läßt sich bei ordnungsgemäß durchgeführter Qualitätskontrolle und Farbdichteregelung eine erhebliche Ersparnis an Papier erwirtschaften, die sich im Betriebsergebnis schnell niederschlägt.

Die beschriebene Vorrichtung ist im Rahmen der heute üblichen Technik insbesondere auf dem Gebiet der elektronischen Steuerungen entwicklungsfähig und kann noch verfeinert werden. Dementsprechend sind auch noch Variationen zur Entwicklung der Verfahrensmerkmale möglich. Dies betrifft insbesondere die Art der Ansteuerung und die Art des Umsteuerablaufs im Druckwerk.

  • Bezugszeichenliste:

    1 Anleger

    2 Druckwerk

    3 Ausleger

    4.1-4.4 Plattenzylinder

    5.1-5.4 Registerverstelleinrichtung

    6 Steuereinrichtung

    7 Eindruckumschalter

    8 Vorwahlschalter

    9 Steuerleitungen

    10 Drehwinkelmeßgeber

    11 Signalleitung

    12.1-12.2 Steuerleitung

    13 Makulaturzufuhreinrichtung

    14 Makulaturmarkierungseinrichtung

    15 Steuerleitung

    16 Farbdichtemeßanlage

    17 Druckplatte

    18 Antriebszahnrand

    19 Schneckenrad

    20 Schnecke

    21 Gummituch

    22 Druckzylinderoberfläche

    23 Papierbogen

    24 maximale Drucklänge

    25 Formatlänge

    26 Druckanfang

    27 Druckende

    28 Eindruckposition

    29 Zurichtung

    30 minimale Drucklänge

    31 Walzenanlaufbereich

    32 Druckmotiv

    33 Druckkontrollstreifen

    34 druckfreier Bereich

    35 druckfreier Bereich


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Bedrucken von Papierbogen vorzugsweise im Offsetdruck, wobei ein eine Druckplatte tragender Plattenzylinder einer Bogenoffsetdruckmaschine relativ zu deren anderen Druckwerkszylindern in weitem Bereich seiner Umfangsrichtung verstellbar ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Plattenzylinder (4.1-4.4) mit einer Druckplatte bespannt wird, deren mit druckenden Flächen belegter Bereich größer ist als ein zu verarbeitender Papierbogen (23), daß Papierbogen (23) in einer definierten ersten Ausgangslage des Plattenzylinders (4.1-4.4) bedruckt werden, wobei ein definierter Bereich der Druckplatte (17), vorzugsweise der vordere oder hintere Randbereich, ein Druckbild überträgt, daß der Plattenzylinder (4.1-4.4) in definierter Weise in Umfangsrichtung in wenigstens eine vorher festgelegte erste Endlage verstellt wird, derart, daß nach der Verstellung die vorher nicht benutzten Bereiche der Druckplatte (17) im Druckprozeß wirksam werden, daß danach weitere Papierbogen (23) bedruckt werden, wobei die ersten Papierbogen (23) nach der Umstellung markiert abgelegt werden, und daß danach wahlweise der Plattenzylinder (4.1-4.4) in die Ausgangslage oder eine zweite Endlage verstellt wird, wobei dann wieder das zuerst gedruckte Bild oder ein anderer definierter Bereich der Druckplatte (17) abgedruckt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Verstellung der Bogenoffsetdruckmaschine für eine kurze Zeit Makulaturpapier zugeführt wird und daß danach wieder Auflagenpapier zugeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umstellung der Bogenoffsetdruckmaschine vor einem Wartungs- bzw. Reinigungsintervall erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Umstellung zum wahlweisen Eindrucken eines Druckkontrollstreifens (33) für die densitometrische Kontrolle benutzt wird, wobei der Druckkontrollstreifen (33) in einem nicht mit Druckbildern belegten Bereich der Druckplatte (17) liegt und nur während des Druckens weniger Papierbogen (23) in den druckenden Bereich, dann aber wieder in den nichtdruckenden Bereich verschoben wird.
  5. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 an einer Druckmaschine mit einem Plattenzylinder und einer Registerverstelleinrichtung, wobei die Registerverstelleinrichtung eine Grobverstellung und eine Feinverstellung mit zugehörigen Antrieben besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, die einen Eindruckumschalter (7) enthält und selbst oder über die Maschinensteuerung mit der Registerverstelleinrichtung (5.1-5.4) verbunden ist, daß in der Steuereinrichtung des weiteren ein Vorwahlschalter (8) vorgesehen ist, wobei der Vorwahlschalter (8) die Steuereinrichtung (6) mit der Steuerung der Registerverstelleinrichtung (5.1-5.4) verbindet und der Eindruckumschalter (7) den Antrieb der Grobverstellung ansteuert.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Grobverstellung ein Eilgangantrieb in der Registerverstelleinrichtung (5.1-5.4) ist.
  7. 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 4 an einer Druckmaschine mit Anleger und Ausleger und mit einem Plattenzylinder, einer Registerverstelleinrichtung, wobei die Registerverstelleinrichtung eine Grobverstellung und eine Feinverstellung mit zugehörigen Antrieben besitzt, und einer Farbdichtemeßanlage, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (6) die Steuerung zur Grobverstellung der Registerverstelleinrichtungen (5.1-5.4) mit der Steuerung der Farbdichtemeßanlage (16) verbindet und daß die Steuereinrichtung (6) weiterhin mit einer Makulaturzufuhreinrichtung (13) am Anleger (1) und einer Makulaturmarkierungseinrichtung (14) am Ausleger (3) verbunden ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Grobverstellung einen Drehantrieb und eine Schaltkupplung mit zwei definierten Endlagen beinhaltet, wobei die eine Endlage für normalen Druckbetrieb und die zweite Endlage für Eindruckbetrieb verwendet wird.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein dem Plattenzylinder (4.1-4.4) zugeordneter Gummizylinder mit einem Gummituch (21) bespannt ist, dessen wirksame Länge der Formatlänge (25) des zu druckenden Formats entspricht.






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