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Dokumentenidentifikation DE3634227A1 14.04.1988
Titel Verfahren zur Aufarbeitung von Sodaschlacken aus der Entschwefelung von Roheisen
Anmelder Metallgesellschaft AG, 6000 Frankfurt, DE;
Stahlwerke Peine-Salzgitter AG, 3320 Salzgitter, DE
Erfinder Enß, Jürgen, Dr.-Ing., 3340 Wolfenbüttel, DE;
Minzl, Erich, Dr., 8755 Alzenau, DE;
Fennemann, Wolfgang, 6367 Karben, DE;
Köbele, Klaus, 6051 Dietzenbach, DE
Vertreter Rieger, H., Dr., Rechtsanw., 6000 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 08.10.1986
DE-Aktenzeichen 3634227
Offenlegungstag 14.04.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.04.1988
IPC-Hauptklasse C21B 3/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von beim Entschwefeln von Roheisenschmelzen mit Natriumkarbonat anfallenden Schlacken.

Roheisenschmelzen werden zur Entfernung von Schwefel durch Zugabe von Natriumkarbonat als Schlackenbildner behandelt. Diese Sodaschlacken stellen ein Deponieproblem dar und enthalten eine große Menge an Natrium, das zum Entschwefeln benötigt wird.

Die Sodaschlacken werden deshalb zur Wiedergewinnung ihres Natriumgehaltes und zur Verringerung der Deponieprobleme aufgearbeitet. Dabei wird der Natriumgehalt in Form von Natriumkarbonat wiedergewonnen und erneut zum Entschwefeln zugesetzt. Das Natriumkarbonat darf jedoch nur wenig Schwefel und Silizium enthalten.

Aus der DE-AS 26 56 812 ist eine Aufarbeitung einer Sodaschlacke von der Entphosphorung und Entschwefelung von Roheisen bekannt, bei der die zerkleinerte Schlacke unter Einleitung von CO&sub2; in Wasser gelaugt wird, wobei ein pH-Wert der Lösung von 9 bis 12 eingestellt wird. Nach einer Fällung des Phosphors mit Ca(OH&sub2;) und Abfiltrierung wird die Lösung auf etwa die Hälfte eingedampft, auf 30°C abgekühlt und Natriumkarbonat oder Natriumbikarbonat unter Einleitung von CO&sub2; ausgefällt. Nach Filtrierung wird die Mutterlauge in die Laugung zurückgeleitet. In einem Teilstrom wird mittels Tauchbrenner Schwefel entfernt.

Aus der US-PS 42 25 565 ist es ebenfalls bekannt, die Schlacke mit heißem Wasser unter Zugabe von CO&sub2; bei einem pH-Wert von 9 bis 11,5 zu laugen. Nach einer Fällung von Schwefel und Phosphor durch Zugabe von Eisensulfat oder Ca(OH)&sub2; und Abfiltrierung wird durch Eindampfen und Kristallisation Natriumkarbonat gewonnen. Die Mutterlauge wird in die Laugung zurückgeführt.

Die Rückführung der Mutterlauge in die Laugungsstufe ergibt durch den hohen Natriumgehalt eine Verschlechterung der Natrium-Löslichkeit.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aufbereitung der Schlacke mit möglichst hoher Natrium-Rückgewinnung zu ermöglichen, wobei nur gut deponierbare, feste Rückstände anfallen, kein Abwasser anfällt und ein sehr reines Natriumkarbonat erzeugt wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß

  • a) die zerkleinerte Schlacke mit Waschflüssigkeit in einer ersten Laugungsstufe bei einer Temperatur von 55 bis 75°C, vorzugsweise 60 bis 70°C, und einem pH-Wert von 9,5 bis 12, vorzugsweise 9,5 bis 10,5, unter Rühren gelaugt wird, wobei der pH-Wert so hoch eingestellt wird, daß mindestens ein Teil des SiO&sub2;-Gehaltes der Schlacke aufgelöst wird,
  • b) die Suspension aus der ersten Laugungsstufe in einer zweiten Laugungsstufe bei einer Temperatur von 55 bis 70°C, vorzugsweise 60 bis 70°C, unter Rühren und CO&sub2;-Einleitung auf einen niedrigeren pH-Wert als in (a) von 9 bis 10, vorzugsweise 9 bis 9,5, eingestellt wird, und die Verweilzeit in der Laugungsstufe so eingestellt wird, daß das SiO&sub2; weitgehend ausfällt,
  • c) das Verhältnis von Waschflüssigkeit und Schlacke in (a) und (b) so eingestellt wird, daß eine Na-Konzentration von mindestens 100 g/l in der Laugeflüssigkeit erreicht wird, jedoch die Sättigungskonzentration nicht erreicht wird,
  • d) die Suspension aus (b) durch Filtrieren in Rückstand und Filtrat getrennt wird,
  • e) der Rückstand aus (d) mit Wasser gewaschen wird, wobei die Wassermenge so eingestellt wird, daß das Waschfiltrat maximal der in (a) erforderlichen Laugeflüssigkeit entspricht, und
  • f) aus dem Filtrat aus (d) Natriumkarbonat rückgewonnen wird.


Zur Vermeidung von unerwünschten Oxidationsreaktionen der Schlacken mit Feuchtigkeit wird vorzugsweise noch warme Schlacke von etwa 40 bis 80°C in die Schlackenbrechung und Schlackenaufmahlung eingesetzt. Das Vermahlen der Schlacken auf die Endfeinheit von etwa maximal 3 bis 5 mm und die Zwischenlagerung der aufgemahlenen Schlacke erfolgen zur Vermeidung von unerwünschten Oxidationsreaktionen, vorzugsweise unter Inertgasatmosphäre.

Der pH-Wert in der ersten Laugungsstufe wird so eingestellt, daß dort mindestens 10% des in der Schlacke vorhandenen SiO&sub2; in Lösung gehen. Der erforderliche pH-Wert kann durch entsprechende Wahl des Verhältnisses von Schlacke zu Laugungsflüssigkeit oder, wenn dies nicht möglich ist, durch Zugabe von CO&sub2; in die erste Laugungsstufe eingestellt werden. In der zweiten Laugungsstufe wird der pH-Wert so weit gesenkt und die Verweilzeit so lange gewählt, daß das in der ersten Stufe in Lösung gegangene SiO&sub2; weitgehend wieder ausfällt. Durch diese zweistufige Laugung mit unterschiedlichen pH-Werten wird einerseits eine sehr gute Auslaugung des Natrium-Gehaltes der Schlacke und andererseits der SiO&sub2;-Gehalt im nachfolgenden Filtrat gering gehalten. Wenn die Menge an Waschflüssigkeit für die Laugung zu gering ist, wird Ergänzungswasser zugegeben. Die Verwendung von Waschflüssigkeit mit relativ geringem Gehalt an Natrium von etwa 20 bis 40 g/l hat den Vorteil, daß eine gute Auslaugung des Natriumgehaltes der Schlacke erfolgt und trotzdem Laugeflüssigkeit mit einem Natriumgehalt nahe an der Sättigungsgrenze anfallen. Außerdem kann beim Waschen des Rückstandes relativ viel Wasser verwendet werden, da das Waschwasser in den Prozeß zurückgeführt wird, wodurch wiederum der Natriumgehalt des Rückstandes sehr geringgehalten werden kann, ohne daß dabei Abwässer anfallen.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß zur Einstellung des pH-Wertes in der ersten Laugungsstufe (a) CO&sub2; eingeleitet wird. Dadurch kann der gewünschte pH-Wert in der ersten Laugungsstufe auch bei Schwankungen in der Schlackenzusammensetzung sehr genau eingehalten und schnell korrigiert werden.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die zweite Laugungsstufe (c) zweistufig hintereinandergeschaltet durchgeführt wird. Dadurch kann die notwendige Verweilzeit mit kleinen Aggregaten erzielt werden, und es erfolgt eine Verbesserung der SiO&sub2;-Ausfällung.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß das Waschen des Rückstandes gemäß (e) mehrstufig durchgeführt wird. Das Waschen erfolgt dabei vorzugsweise im Gegenstrom zwischen Waschwasser und Rückstand. Dadurch wird ein besonders gutes Auswaschen des Natrium-Gehaltes des Rückstandes erzielt.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß zur Rückgewinnung des Natriumkarbonats aus dem Filtrat gemäß (f) das Filtrat bis zur Sättigungsgrenze eingedampft wird, eine Karbonat-Kristallisation durchgeführt wird, das Kristallisat aus der Mutterlauge abgetrennt, gewaschen und getrocknet wird, die überwiegende Menge der Mutterlauge und des Waschwassers in die Eindampfung zurückgeleitet wird, der restliche Teilstrom von Verunreinigungen befreit und dann in die Eindampfung oder Kristallisation zurückgeleitet wird, wobei die Menge des Teilstromes so gewählt wird, daß die in ihm enthaltenen Verunreinigungen der Menge entsprechen, die mit dem Filtrat eingebracht wird. Das Filtrat wird bis etwa zur maximal möglichen Natriumkonzentration eingedampft. Diese liegt im Temperaturbereich von etwa 30 bis 40°C. Die Karbonat-Kristallisation erfolgt vorzugsweise durch Abkühlen unter 20°C. Das Abtrennen des Kristallisats von der Mutterlauge kann durch Zentrifugieren unter gleichzeitigem Waschen des Kristallisats mit Wasser erfolgen. Der Trocknung des Kristallisats kann eine Kalzination folgen. Die Rückführung des Waschwassers in die Eindampfung hat den Vorteil, daß der mit ihm ausgeschleuste Natriumgehalt zurückgewonnen wird und keine Abwässer anfallen. Durch die Reinigung des restlichen Teilstroms wird eine Anreicherung der Verunreinigungen, insbesondere Schwefelverbindungen, im Kreislauf über die maximal zulässigen Werte vermieden. Je nach Anforderung an den Reinheitsgrad des zu gewinnenden Natriumkarbonats muß der maximal zulässige Wert für Schwefelverunreinigungen in der Mutterlauge eingestellt werden.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß zur Befreiung des restlichen Teilstromes von Verunreinigungen eine auf den Gehalt an Sulfat, Sulfit und Karbonat berechnete Menge an Kalk zugegeben wird, der ausgefällte Rückstand abgetrennt und gewaschen wird, das Filtrat und Waschfiltrat bis zur Sättigungsgrenze eingedampft werden, durch Kristallisation Na&sub2;S&sub2;O&sub3; · 5 H&sub2;O auskristallisiert wird, das Kristallisat von der Mutterlauge abgetrennt und gewaschen wird, und die Mutterlauge und das Waschfiltrat in die Eindampfung des Filtrates gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation zurückgeleitet werden. CaCO&sub3;, CaSO&sub4; sowie CaSO&sub3; werden unter Bildung von NaOH ausgefällt, das als Na&sub2;CO&sub3; wiedergewonnen wird. Der ausgefällte und gewaschene Rückstand wird deponiert. Die Kristallisation erfolgt vorzugsweise durch Kühlung. Das Na&sub2;S&sub2;O&sub3; · 5 H&sub2;O stellt ein Verkaufsprodukt dar. Auf diese Weise ist eine Reinigung des restlichen Teilstromes in einfacher Weise möglich, wobei nur ein Abfallprodukt anfällt, das gut deponierbar ist.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß zur Befreiung des restlichen Teilstromes von Verunreinigungen eine zur Oxidation des Na&sub2;S&sub2;O&sub3;-Gehaltes ausreichende Menge H&sub2;O&sub2; zugegeben wird und das dabei gebildete Na&sub2;SO&sub4; zusammen mit dem mit dem Teilstrom eingebrachten Sulfat, Sulfit und Karbonat durch Zugabe einer ausreichenden Menge an Kalk ausgefällt wird, der ausgefällte Rückstand abgetrennt und gewaschen wird, und das Filtrat und Waschfiltrat in die Eindampfung des Filtrates gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation zurückgeleitet werden. Auch auf diese Weise ist eine einfache Reinigung des restlichen Teilstromes möglich, wobei nur ein Abfallprodukt entsteht, das gut deponierbar ist.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß das Verhältnis von Na&sub2;CO&sub3; zu NaHCO&sub3; in der Laugung über den pH-Wert so eingestellt wird, daß das in die Eindampfung des Filtrates gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation aus der Reinigung des restlichen Teilstromes zurückgeführte NaOH mit dem NaHCO&sub3; im Filtrat gemäß (f) stöchiometrisch zu Na&sub2;CO&sub3; reagiert. Dadurch kann das Natrium in einer einzigen Verbindung gewonnen werden.

Eine Ausgestaltung besteht darin, daß vor der Kristallisation des Natriumkarbonats NaOH zur Umsetzung von NaHCO&sub3; zu Na&sub2;CO&sub3; zugesetzt wird. Die NaOH-Zugabe kann vor oder nach der Eindampfung erfolgen. Auch dadurch kann das Natrium in einer einzigen Verbindung gewonnen werden.

Eine Ausgestaltung besteht darin, daß nach der Eindampfung des Filtrates gemäß (f) bis zur Sättigungsgrenze CO&sub2; zur NaHCO&sub3;-Bildung eingeleitet wird und das Kristallisat durch thermische Behandlung in Na&sub2;CO&sub3; überführt wird. Bei dieser Arbeitsweise wird die Wassermenge verringert, die bei der Trocknung des Kristallisats ausgetrieben werden muß, jedoch muß eine höhere Temperatur zur Bildung von Na&sub2;CO&sub3; angewendet werden.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß das Waschen des Rückstandes gemäß (e) mit den Kondensaten aus den Eindampfungen erfolgt. Sowohl das Kondensat aus der Eindampfung des Filtrates gemäß (f) als auch das Kondensat aus der Eindampfung des Filtrates bei der Reinigung des restlichen Teilstromes werden auf diese Weise wieder in den Kreislauf geführt und es fällt kein Abwasser an.

Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß das Abgas aus den Laugungsstufen und das Abgas aus der Eindampfung des Filtrates gemäß (f) aufbereitet wird. Dadurch wird das ausgetriebene H&sub2;S vor der Abgabe in die Atmosphäre entfernt.

Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Ausführungsbeispiel 1. Laugungsstufe:

Einsatz: 1000 kg Schlacke

32% Na

8% S

37% SiO&sub2;

572 Nm³ Rauchgas

30 Vol.-% CO&sub2;



3648 kg Waschfiltrat

114,40 kg Na

0,94 kg SiO&sub2;

0,66 kg SO&sub4;-Schwefel

1,97 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel

10,52 kg S-Schwefel



Temperatur: 65°C

pH-Wert: 9,8

Verweilzeit: 1 Stunde

SiO&sub2; in gelöster Form: 38 g/l



2. Laugungsstufe:

Einsatz: Suspension aus 1. Laugungsstufe

312 Nm³ Rauchgas

30 Vol.-% CO&sub2;



Temperatur: 65°C

pH-Wert: 9,5

Verweilzeit: 1 Stunde

SiO&sub2; in gelöster Form: 2,3 g/l



3. Laugungsstufe:

Einsatz: Suspension aus 2. Laugungsstufe

156 Nm³ Rauchgas

30 Vol.-% CO&sub2;



Temperatur: 65°C

pH-Wert: 9,1

Verweilzeit: 1 Stunde

SiO&sub2; in gelöster Form: 0,9 g/l



Abgas aus 1. bis 3. Laugungsstufe:

949,63 Nm³

164,95 Nm³ CO&sub2;

16,8 Nm³ H&sub2;S

39,88 Nm³ H&sub2;O4



Filtration:

Einsatz: 4878,45 kg Suspension aus der 3. Laugungsstufe

Filtrat: 3037,09 kg

278,40 kg Na

2,28 kg SiO&sub2;

1,60 kg SO&sub4;-Schwefel

4,80 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel

25,60 kg S-Schwefel



Waschen des Rückstandes:

Waschen in 4 Stufen im Gegenstrom mit 1778,65 kg Kondensat und 1221,35 kg Wasser

Rückstand: 1193,36 kg feucht, 594,3 kg trocken

7,0% Na (tr.)

3,5% s(tr.)

61,9% SiO&sub2; (tr.)

Waschfiltrat: 3648 kg

114,4 kg Na

0,94 kg SiO&sub2;

0,66 kg SO&sub4;-Schwefel

1,97 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel

10,52 kg S-Schwefel



Eindampfen des Filtrates zusammen mit der rückgeführten Mutterlauge aus den Kristallisationsschritten von Na-Karbonat und Na-Thiosulfat

Das Eindampfen erfolgte zunächst bei Normaldruck und im weiteren Verlauf unter Vakuum, wobei die Temperatur auf ca. 35°C abgesenkt wurde. Die eingedampfte Lösung enthielt 196 g/l Na.

Eingedampfte Lösung: 3993,11 kg

565,5 kg Na

2,28 kg SiO&sub2;

31,65 kg SO&sub4;-Schwefel

187,73 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Kondensat: 1690,91 kg

Abgas: 27,20 kg H&sub2;S



Kristallisation:

Abkühlung der eingedampften Lösung auf 15°C.

Zentrifugieren und Waschen:

Das Zentrifugieren erfolgte unter einem Zusatz von 492,57 kg Wasser.

Kristallisat: 1748,83 kg mit 5% Feuchte

276,1 kg Na

2,28 kg SiO&sub2;

0,53 kg SO&sub4;-Schwefel

1,60 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Mutterlauge + Waschfiltrat: 2736,85 kg

289,40 kg Na

31,12 kg SO&sub4;-Schwefel

186,13 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Rückführung Mutterlauge in Eindampfung:

Mutterlauge: 2642,70 kg

279,44 kg Na

30,05 kg SO&sub4;-Schwefel

179,70 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Reinigung des restlichen Teilstromes der Mutterlauge:

Fällung von SO&sub4;-Schwefel und CO&sub3; durch Kalk

Mutterlauge: 94,15 kg

Ca(OH&sub2;): 8,62 kg



Filtration und Waschen

Die Filtration erfolgte unter gleichzeitigem Waschen mit 60 kg Wasser.

Filterrückstand: 33,15 kg

7,62 kg CaCO&sub3;

1,09 kg Ca(HCO&sub3;)&sub2;

4,55 kg CaSO&sub4;

19,89 kg Feuchte



Waschfiltrat: 129,62 kg

9,96 kg Na

6,40 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Eindampfen des Waschfiltrates:

Die Eindampfung erfolgte auf einen Gehalt an Salzen von 60%.

eingedampftes Waschfiltrat: 41,88 kg

Kondensat: 87,74 kg



Kristallisation:

Abkühlung auf 15°C

Zentrifugieren und Waschen:

Das Zentrifugieren erfolgte unter Zusatz von 2,6 kg Wasser.

Kristallisat: 13,05 kg

2,30 kg Na

0,65 kg Feuchte



Mutterlauge + Waschfiltrat: 31,43 kg

7,66 kg Na

9,32 kg NaOH

3,20 kg S&sub2;O&sub3;-Schwefel



Mutterlauge+Waschfiltrat wurden in die erste Eindampfung zurückgeführt.

Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß ein sehr gutes Natriumausbringen von über 80% erreicht wird und gleichzeitig der Gehalt an wasserlöslichem Natrium im Rückstand so stark verringert wird, daß eine problemlose Deponie möglich ist. Die erzeugte Soda ist sehr rein. Das Verfahren arbeitet abwasserfrei und erzeugt nur gut deponierbare Rückstände.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Aufarbeitung von beim Entschwefeln von Roheisenschmelzen mit Natriumkarbonat anfallenden Schlacken, dadurch gekennzeichnet, daß

    1. a) die zerkleinerte Schlacke mit Waschflüssigkeit in einer ersten Laugungsstufe bei einer Temperatur von 55 bis 75°C, vorzugsweise 60 bis 70°C, und einem pH-Wert von 9,5 bis 12, vorzugsweise 9,5 bis 10,5, unter Rühren gelaugt wird, wobei der pH-Wert so hoch eingestellt wird, daß mindestens ein Teil des SiO&sub2;-Gehaltes der Schlacke aufgelöst wird,
    2. b) die Suspension aus der ersten Laugungsstufe in einer zweiten Laugungsstufe bei einer Temperatur von 55 bis 70°C, vorzugsweise 60 bis 70°C, unter Rühren und CO&sub2;-Einleitung auf einen niedrigeren pH-Wert als in (a) von 9 bis 10, vorzugsweise 9 bis 9,5, eingestellt wird, und die Verweilzeit in der Laugungsstufe so eingestellt wird, daß das SiO&sub2; weitgehend ausfällt,
    3. b) das Verhältnis von Waschflüssigkeit und Schlacke in (a) und (b) so eingestellt wird, daß eine Na-Konzentration von mindestens 100 g/l in der Laugeflüssigkeit erreicht wird, jedoch die Sättigungskonzentration nicht erreicht wird,
    4. d) die Suspension aus (b) durch Filtrieren in Rückstand und Filtrat getrennt wird,
    5. e) der Rückstand aus (d) mit Wasser gewaschen wird, wobei die Wassermenge so eingestellt wird, daß das Waschfiltrat maximal der in (a) erforderlichen Laugeflüssigkeit entspricht, und
    6. f) aus dem Filtrat aus (d) Natriumkarbonat rückgewonnen wird.


  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung des pH-Wertes in der ersten Laugungsstufe (a) CO&sub2; eingeleitet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Laugungsstufe (c) zweistufig hintereinandergeschaltet durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Waschen des Rückstandes gemäß (e) mehrstufig durchgeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Rückgewinnung des Natriumkarbonats aus dem Filtrat gemäß (f) das Filtrat bis zur Sättigungsgrenze eingedampft wird, eine Karbonat-Kristallisation durchgeführt wird, das Kristallisat aus der Mutterlauge abgetrennt, gewaschen und getrocknet wird, die überwiegende Menge der Mutterlauge und des Waschwassers in die Eindampfung zurückgeleitet wird, der restliche Teilstrom von Verunreinigungen befreit und dann in die Eindampfung oder Kristallisation zurückgeleitet wird, wobei die Menge des Teilstromes so gewählt wird, daß die in ihm enthaltenen Verunreinigungen der Menge entsprechen, die mit dem Filtrat eingebracht wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befreiung des restlichen Teilstromes von Verunreinigungen eine auf den Gehalt an Sulfat, Sulfit und Karbonat berechnete Menge an Kalk zugegeben wird, der ausgefällte Rückstand abgetrennt und gewaschen wird, das Filtrat und Waschfiltrat bis zur Sättigungsgrenze eingedampft werden, durch Kristallisation Na&sub2;S&sub2;O&sub3; · 5 H&sub2;O auskristallisiert wird, das Kristallisat von der Mutterlauge abgetrennt und gewaschen wird, und die Mutterlauge und das Waschfiltrat in die Eindampfung des Filtrates gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation zurückgeleitet werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befreiung des restlichen Teilstromes von Verunreinigungen eine zur Oxidation des Na&sub2;S&sub2;O&sub3;-Gehaltes ausreichende Menge H&sub2;O&sub2; zugegeben wird und das dabei gebildete Na&sub2;SO&sub4; zusammen mit dem mit dem Teilstrom eingebrachten Sulfat, Sulfit und Karbonat durch Zugabe einer ausreichenden Menge an Kalk ausgefällt wird, der ausgefällte Rückstand abgetrennt und gewaschen wird, und das Filtrat und Waschfiltrat in die Eindampfung des Filtrates gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation zurückgeleitet werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Na&sub2;CO&sub3; zu NaHCO&sub3; in der Laugung über den pH-Wert so eingestellt wird, daß das in die Eindampfung des Filtrats gemäß (f) oder in die Karbonat-Kristallisation aus der Reinigung des restlichen Teilstromes zurückgeführte NaOH mit dem NaHCO&sub3; im Filtrat gemäß (f) stöchiometrisch zu Na&sub2;CO&sub3; reagiert.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Kristallisation des Natriumkarbonats NaOH zur Umsetzung von NaHCO&sub3; zu Na&sub2;CO&sub3; zugesetzt wird.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Eindampfung des Filtrates gemäß (f) bis zur Sättigungsgrenze CO&sub2; zur NaHCO&sub3;-Bildung eingeleitet wird und das Kristallisat durch thermische Behandlung in Na&sub2;CO&sub3; überführt wird.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Waschen des Rückstandes gemäß (e) mit den Kondensaten aus den Eindampfungen erfolgt.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgas aus den Laugungsstufen und das Abgas aus der Eindampfung des Filtrates gemäß (f) aufbereitet wird.






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