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Dokumentenidentifikation DE3639014A1 19.05.1988
Titel Schrott-Trennverfahren
Anmelder Metallgesellschaft AG, 6000 Frankfurt, DE
Erfinder Sattler, Hans-Peter, Dipl.-Ing. Dr., 6380 Homburg, DE;
Nichtweiß, Bernd, Dipl.-Ing., 6000 Frankfurt, DE
Vertreter Rieger, H., Dr., Rechtsanw., 6000 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 14.11.1986
DE-Aktenzeichen 3639014
Offenlegungstag 19.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1988
IPC-Hauptklasse B03C 1/10
IPC-Nebenklasse B03B 9/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Abtrennen der Edelstahlanteile aus stückigem Shredderschrott, aus dem der ferromagnetische Anteil bereits abgetrennt ist.

Dem Recycling von Nutzstoffen aus Abfällen kommt unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten steigende Bedeutung zu. Bei Glas und Papier hat sich die getrennte Erfassung schon weitgehend durchgesetzt, so daß hier die Altmaterialien in erheblichem Umfang der Wiederverwertung zugeführt werden können. In manchen Bereichen werden auch schon Kunststoffe selektiv gesammelt und für eine weitere Nutzung wiederaufbereitet. Die Rückführung von Getränkedosen mit Hilfe von Sammelautomaten wird z.Zt. in Großversuchen getestet.

In allen genannten Beispielen wird das Recycling dadurch erleichtert, daß ein selektives Erfassen der Abfallstoffe relativ leicht möglich ist. Bei der weit überwiegenden Menge der Abfallstoffe ist es aber nicht der Fall. Die Wiederverwertung der darin enthaltenen Nutzstoffe ist nur möglich, wenn geeignete Trennverfahren zur Verfügung gestellt werden können. Als geeignet kann ein Verfahren oder eine Vorrichtung angesehen werden, wenn damit einzelne Komponenten oder Materialgruppen aus einem Abfallgemisch möglichst vollständig und möglichst rein abgetrennt werden können und wenn der Aufwand in einem akzeptablen Verhältnis zur Wertschöpfung steht.

In der Bundesrepublik Deutschland fallen jährlich etwa 2 Millionen Tonnen Schrott aus Shredder-Anlagen mit folgender Zusammensetzung an:

70% ferromagnetische Metalle

10% nicht-ferromagnetische Metalle

20% Nichtmetalle.

Nach magnetischer Abtrennung der ferromagnetischen Metalle und Windsichtung erhält man ein Gemenge aus etwa 50% metallischen 50% nichtmetallischen Werkstoffen, das durch Sieben in eine Normalkorn- und in eine Unterkornfraktion aufgeteilt wird. Die Grenze wird je nach der vorgesehenen weiteren Aufbereitung zwischen 12 und 25 mm Siebkorngröße gewählt. Während die Normalkornfraktion für eine weitere Selektierung durch Vereinzelung und Analyse der einzelnen Stücke bzw. für eine Handverlesung geeignet ist, kommen solche Trennverfahren für die Unterkornfraktion mangels Wirtschaftlichkeit nicht in Betracht.

Die Unterkornfraktion enthält neben Gummi, Kunststoff, Glas, Steinen usw. noch etwa 30% Metall, und zwar im Mittel 9% Kupfer und Messing, 12% Aluminium, 3% Zink, 2% Blei und 4% Edelstahl. Unselektiert repräsentiert dieser Metallanteil einen Wert von DM 80,-/t, vollständig selektiert einen Wert von etwa DM 2000,-/t.

Aus der Unterkornfraktion werden üblicherweise mittels nasser Trennverfahren (Sink/Schwimmeinrichtungen oder Jigger) in einem ersten Durchlauf die organischen Bestandteile (Gummi, Kunststoff, Textilien) abgetrennt und in einem zweiten Durchlauf eine Aufteilung in Leicht- und Schwerfraktion vorgenommen. Die Leichtfraktion besteht zu etwa 30% aus Aluminium; der Rest sind Steine, Glasbruch und Kunststoff, isolierte Kupferdrahtstücke. Sie muß auf Halde deponiert werden, weil es hierfür bisher kein wirtschaftliches Trennverfahren gibt. Die Schwerfraktion dagegen wird bisher noch ausschließlich im Trenn- Schmelzverfahren weiter aufbereitet. Man erhält Blei- und Zink-Gußblöcke mit Blei- und Zinkgehalten von etwa 90% und als Rest ein Schrottgemenge aus Kupfer, Messing und Edelstahl. Für diesen etwa 60% Kupfer und Messing enthaltenden Rest-Schrott wird ein um 450,- bis 550,- DM/t niedrigerer Preis gezahlt als für edelstahlfreien, im übrigen gleichen Schrott. Reiner Edelstahlschrott hat einen Preis von 1000,- DM/t. Bezogen auf eine Tonne Unterfraktion errechnet sich daraus ein Mehrerlös von DM 85,- für den Fall, daß der Edelstahl aus dem Rest-Schrottgemenge abgetrennt werden kann. Weitere Vorteile können erzielt werden, wenn die Abtrennung der Edelstahlfraktion vor die Trennschmelze oder gar vor die Naß-Trennschritte gelegt wird.

Es besteht somit die Aufgabe, für das eingangs genannte Verfahren eine Methode anzugeben, mit der der Edelstahlanteil aus der Unterkornfraktion von Shredderschrott wirtschaftlich abgetrennt werden kann.

Überraschenderweise wurde gefunden, daß das möglich ist, wenn der Shredderschrott in eine Normalkornfraktion und eine Unterkornfraktion aufgeteilt wird, die Normalkornfraktion aus dem Verfahren ausgeschleust und einer gesonderten Aufbereitung zugeführt wird und wenn der Edelstahlanteil aus der Unterkornfraktion mittels Magnettrommel mit einer Feldstärke größer 0,2 Tesla abgetrennt wird.

Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die an sich nicht ferromagnetischen Edelstahlanteile infolge der spanenden und spanlosen Umformung beim Shreddern in ausreichendem Maße ferromagnetisch werden, so daß eine Abtrennung mittels starker Magnete möglich ist. Dies gilt insbesondere für die Unterkornfraktion, d.h. für Edelstahlteilchen, bei denen während des Shreddervorgangs ein ausreichend großer Volumenanteil des austenitischen Gefüges in Martensit umgewandelt und damit eine so hohe Magnetisierbarkeit erreicht wird, daß eine magnetische Abtrennung von den übrigen Schrotteilen möglich ist.

In weiterer Ausbildung des Erfindungsgedankens ist vorgesehen, daß aus dem Shredderschrott - je nach vorgesehener Aufbereitung für die Normalkornfraktion - eine Unterkornfraktion mit einer Siebkorngröße kleiner 12 bis 25 mm abgetrennt wird. Ferner ist es zweckmäßig, wenn der abgetrennte, im wesentlichen Edelstahl enthaltende Anteil anschließend noch über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,07 Tesla geleitet wird. Damit werden ggfs. noch mitgeschleppte ferromagnetische Anteile abgetrennt, die üblicherweise außer dem Eisen eine Reihe von Begleitelementen aufweisen, die bei der Wiederverwendung des Edelstahlschrotts stören würden. Ggfs. kann auch so vorgegangen werden, daß der abgetrennte, im wesentlichen Edelstahl enthaltende Anteil in zwei Kornfraktionen mit einer Grenz-Siebkorngröße von 6 bis 8 mm aufgeteilt wird, daß der gröbere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,07 Tesla und der feinere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,03 Tesla geleitet wird.

Weitere Einzelheiten werden anhand des in Fig. 1 dargestellten Flußbildes erläutert.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zweckmäßigerweise eine Vorrichtung benutzt, deren wichtigster Teil eine Magnettrommel (1) ist, die eine Feldstärke von mindestens 0,2 Tesla aufweist. Diese Magnettrommel wird aus einem Vorratsbehälter (2) über eine Förderstrecke (3) mit der Unterkornfraktion eines Schrottgemenges beaufschlagt, das im wesentlichen nur noch folgende Bestandteile enthält: Edelstahl, Zink, Kupfer, Messing und Blei. Daraus werden mittels der Magnettrommel (1) hoher Feldstärke die im Shreddervorgang hinreichend ferromagnetisch gewordenen Edelstahlanteile und ggfs. noch vorhandene Reste ferromagnetischer Teile abgetrennt. Während die Zink, Kupfer, Messing und Blei enthaltende Fraktion in bekannter Weise mittels Trennschmelzverfahren weiter selektiert wird, wird die im wesentlichen nur noch Edelstahl enthaltende Fraktion auf ein Sieb mit einer Siebkorngröße von etwa 7 mm geleitet und so in zwei Korngrößenfraktionen aufgeteilt. Anschließend wird der gröbere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,07 Tesla und der feinere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,03 Tesla geleitet. Auf diese Weise werden aus der im wesentlichen Edelstahl enthaltenden Fraktion ggfs. durch das gesamte Trennverfahren noch mitgeschleppte ferromagnetische Bestandteile abgeschieden, die bei einer Wiederverwertung des Edelstahlschrotts stören würden.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die selektive Aufbereitung von Shredderschrott wesentlich verbessert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Abtrennen der Edelstahlanteile aus stückigem Shredderschrott, aus dem der ferromagnetische Anteil bereits abgetrennt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Shredderschrott in eine Normalkornfraktion und eine Unterkornfraktion aufgeteilt wird, daß die Normalkornfraktion aus dem Verfahren ausgeschleust und einer gesonderten Aufbereitung zugeführt wird und daß der Edelstahlanteil aus der Unterkornfraktion mittels Magnettrommel mit einer Feldstärke größer 0,2 Tesla abgetrennt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Shredderschrott - je nach vorgesehener Aufbereitung für die Normalkornfraktion - eine Unterkornfraktion mit einer Siebkorngröße kleiner 12 bis 25 mm abgetrennt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der abgetrennte, im wesentlichen Edelstahl enthaltende Anteil anschließend noch über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,07 Tesla geleitet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der abgetrennte, im wesentlichen Edelstahl enthaltende Anteil in zwei Kornfraktionen mit einer Grenz-Siebkorngröße von 6 bis 8 mm aufgeteilt wird, daß der gröbere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,07 Tesla und der feinere Anteil über eine Magnettrommel mit einer Feldstärke von etwa 0,03 Tesla geleitet wird.






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