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Dokumentenidentifikation DE2458520C2 26.05.1988
Titel Schaltbares Spurführungssystem
Anmelder Dipl.-Ing. Ernst Wentscher KG, 5628 Heiligenhaus, DE
Erfinder Wentscher, Arnold, Dipl.-Ing., 5628 Heiligenhaus, DE
DE-Anmeldedatum 11.12.1974
DE-Aktenzeichen 2458520
Offenlegungstag 16.06.1976
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.05.1988
IPC-Hauptklasse B60F 1/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Spurführungssystem für Zweiwege-Fahrzeuge gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung.

Für Schiene/Straße-Zweiwege-Fahrzeuge werden bisher Spurführungsrollen verwendet, die das normale Profil, bestehend aus Radreifen und Spurkranz, besitzen. Diese Rollen haben die Aufgabe, das mit seinen Straßenrädern auf dem Gleis fahrende Fahrzeug in der Spur zu halten. Um die notwendige Entgleisungssicherheit herzustellen, müssen diese Spurführungsrollen mit einer Kraft auf die Schiene gedrückt werden, um welche die Antriebsräder entlastet werden, was zum Verlust von Reibungsgewicht führt und die Zugkraft des Fahrzeuges vermindert.

Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, das tragende Antriebsrad (1) zylindrisch auszuführen und damit für Gleis- und Straßenfahrt in gleicher Weise geeignet zu machen. Zur Erhöhung des Haftreibungsbeiwertes auf der Schiene und zur Verbesserung der Fahreigenschaften auf der Straße kann dieses Rad mit Elastik-Gummibereifung ausgerüstet sein. Die Spurführungskräfte werden von Laufrädern (2) übernommen, die mit ihrem Anlaufpunkt ähnlich wie ein herkömmlicher Spurkranz am Schienenkopf anlaufen.

Die in DE-PS 5 72 598 vorgeschlagene Lösung eines reinen Spur(kranz)rades ist nicht verwendbar, weil das schrägliegende Spurrad an seiner Innenfläche mit dem senkrechten Radlenker der Weichen, wie er bei fast allen weltweit bekannten Gleissystemen vorhanden ist, kollidieren würde. Außerdem wird das Fahrzeug von diesem Spurrad nur in einem Punkt geführt, der übrigens auf gleicher Querflucht mit dem Aufstandspunkt des tragenden Rades liegt, wodurch im Doppelherzstück jeder Kreuzung oder Kreuzungsweiche ein Abirren der Achse in die falsche Fahrtrichtung erfolgen kann.

Beide Einschränkungen werden durch die vorliegende Erfindung ausnahmslos vermieden.

In der DE-PS 3 13 272 wird zur Gleisfahrt ein Spurführungsrad mit Lauffläche und Spurkranz vorgesehen, eine allseits bekannte Lösung, die nicht Gegenstand der vorliegenden Patentanmeldung ist. Dagegen stellt die Zuordnung laufflächenfreier Spurführungsräder einen wesentlichen technischen Fortschritt dar, weil die richtige Kontur des Spurkranzes sehr schwierig zu finden ist und vom Durchschnittsfachmann nicht erkannt wird. Wenn die laufflächenlosen Spurräder mit dem tragenden Treib/Laufrad in einem Fahrschemel miteinander vereinigt sind, so kann dieser Schemel nicht aufklettern und entgleisen, ohne das auf diesem Schemel liegende Fahrzeuggewicht zu überwinden. Darin liegt der technische Fortschritt, der Gegenstand der Erfindung ist.

Die zur Straßenfahrt ohnehin erforderliche Lenkbarkeit des Treibrades kann bei Gleisfahrt dazu herangezogen werden, im Bogenlauf eine Radialeinstellung des Treibrades zu bewirken, wodurch der horizontale Anlaufwinkel und damit die Anlaufkräfte verringert werden.

Der in DE-OS 16 05 055 (Fig. 1 ff.) dargelegte Stand der Technik für Zweiwege-Spurführungssysteme ist mit der hier beschriebenen Anmeldung überholt.


Anspruch[de]
  1. 1. Spurführungssystem für alle Arten von Schiene/Straße-Zweiwegefahrzeugen, bestehend aus zwei Spurrädern und einem Tragrad, deren gemeinsame Kontur in der Projektion weitgehend mit der Kontur des bekannten Spurkranzrades mit Normalprofil identisch ist, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal wirkende Last aus dem Fahrzeuggewicht auf das eine, auch angetriebene oder gebremste Rad wirkt und die horizontal wirkende Spurführungskraft auf zwei mitlaufende Räder wirkt, welche nur den Konturanteil des Spurkranzes tragen und vor und hinter dem Tragrad laufen und bei Straßenfahrt hochgeklappt sind.
  2. 2. Spurführungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spurräder mit dem Tragrad in einem Fahrschemel zusammengefaßt sind, der horizontal drehbar im Fahrzeug angeordnet ist und bei Straßenfahrt vom Fahrer gelenkt wird, bei Gleisbögen dagegen von den vor und hinter dem Tragrad laufenden Spurrädern durch deren Anlaufkräfte am Gleis im Sinne der Spurführungslehre in Radialstellung gebracht wird, wodurch die Antriebskraft des Tragrades optimal zur Wirkung kommt und die Anlaufkräfte am Gleis und die Reaktionskräfte an den Spurrädern vermindert werden.






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