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Dokumentenidentifikation DE3409321C2 26.05.1988
Titel Klimaanlage, für Kraftfahrzeuge mit einer Regeleinrichtung
Anmelder Robert Bosch GmbH, 7000 Stuttgart, DE
Erfinder Frommholz, Wilfried, Dipl.-Ing. Dr., 7583 Ottersweier, DE;
Hoppe, Willy, 7590 Achern, DE;
Nolting, Peter, Dipl.-Ing., 7582 Bühlertal, DE;
Scheidel, Wolfgang, Ing.(grad.), 7580 Bühl, DE;
Steinmann, Helmut, Ing.(grad.), 7570 Baden-Baden, DE
DE-Anmeldedatum 14.03.1984
DE-Aktenzeichen 3409321
Offenlegungstag 19.09.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.05.1988
IPC-Hauptklasse B60H 3/00
IPC-Nebenklasse F24F 11/00   
Zusammenfassung Bei einer Klimaanlage für Kraftfahrzeuge mit einer Regeleinrichtung (10) zum Regeln des Innenraumklimas nach fest vorgegebenen Regelkennlinien (Fabrikprogramm) in Abhängigkeit von den momentan herrschenden Umweltparametern sind zur Erzielung eines an individuelle Behaglichkeitsvorstellungen des Benutzers angepaßten Klimakomforts Korrekturtasten (30-37) zum manuellen Eingeben von Korrekturwerten für einzelne, das Innenraumklima bestimmende Klimaparameter vorgesehen. Die Korrekturwerte werden der Regeleinrichtung (10) zugeführt, die diese in eine bleibende Korrektur der Regelkennlinien (Umprogrammierung) in dem zum Zeitpunkt der Eingabe durch die Umweltparameter festgelegten Regelbereich umsetzt.

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung betrifft eine Klimaanlage für Kraftfahrzeuge der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.

Eine solche Klimaanlage ist aus der DE-OS 30 31 410 bekanntgeworden. Bei dieser bekannten Klimaanlage sind Eingriffsmöglichkeit in die fabrikseitig fest vorgegebenen Klimaregelprogramme (Fabrikprogramme) möglich, um die Behaglichkeit und den Klimakomfort an individuelle Wünsche anzupassen. Die vorgegebenen Fabrikprogramme können mit vorwählbaren Parametern, die ebenfalls gespeichert sind, überspielt werden und die Klimaregelung auf die Eingabewerte eingestellt werden. Diese manuellen Eingabewerte bleiben jedoch unverändert konstant, so daß zur Aufrechterhaltung der momentan mit der Klimaregelung erzielten Behaglichkeit über einen längeren Zeitraum ständig weitere manuelle Korrekturen notwendig sind.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Regelung ohne ständige Korrekturen an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung gelöst.

Die erfindungsgemäße Klimaanlage mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat den Vorteil, daß durch die Korrekturtasten das vorgegebene Fabrikprogramm punktuell und graduell an individuelle Wünsche angepaßt werden kann. Die per Korrekturtasten eingegebenen Individualwünsche führen zu einer Umprogrammierung des Fabrikprogramms zu einem individuell angepaßten Benutzerprogramm. Die Klimaparameter werden damit momentan und zukünftig nach den in bestimmten Bereichen gegenüber dem Fabrikprogramm modifizierten Regelkennlinien des Benutzerprogramms aufgrund der herrschenden Umweltparameter eingeregelt, so daß eine einmal nach individuellen Vorstellungen erzielte Behaglichkeit im Innenraum über lange Zeit auch bei sich ändernden Umweltparametern ohne die Notwendigkeit des manuellen Nachstellens automatisch erhalten bleibt. Die Modifizierung des Fabrikprogramms kann dabei durch beliebig häufiges Betätigen verschiedener Korrekturtasten so lange durchgeführt werden, bis ein für den Benutzer an dessen Bedürfnisse und Empfindungen optimal angepaßtes Benutzerprogramm vorhanden ist, das als vorrangiges Arbeitsprogramm der Kimaregelung zugrunde liegt.

Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Klimaanlage ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen.

Eine vorteilhafte Ausführungsform ergibt sich dabei aus Anspruch 2. Durch diese Maßnahmen wirken alle per Korrekturtasten eingegebenen Korrekturen auf die diskreten Regelkennlinien-Stützstellen, in deren "Einzugsbereich" sie eingegeben worden sind. Alle Punkte zwischen den einzelnen Stützstellen werden durch Interpolation erzeugt.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich auch aus Anspruch 4. Durch diese Maßnahmen werden zu unsinnigen Ergebnissen führende Korrekturen unterdrückt, doch extreme, aber physikalisch sinnvolle Korrekturen durchgeführt.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich auch aus Anspruch 5. Durch diese Maßnahme bleibt das Fabrikprogramm trotz Modifizierung stets unverändert und abrufbereit im Festwertspeicher enthalten. Im Arbeitsspeicher ist immer das aktuelle Programm (Fabrikprogramm oder Benutzerprogramm), das der Klimaregelung zugrunde gelegt ist, abgelegt. Durch Tastendruck kann das Fabrikprogramm somit jederzeit wieder aufgerufen und in den Arbeitsspeicher einprogrammiert werden, wenn z. B. der Benutzer sich mit seinem Benutzerprogramm so "verirrt" hat, daß er wieder bei einem definierten Ausgangspunkt beginnen will. Hierfür ist gemäß Anspruch 9 eine Fabrikprogramm-Rückholtaste in einem Bedienungspanel zu bedienen.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich auch aus Anspruch 6. Durch die Abdeckklappe werden die Korrekturtasten gegen versehentliches Betätigen geschützt. Bei Vorsehen eines von der Abdeckplatte in deren Schließzustand betätigten Kontaktes gemäß Anspruch 7 werden automatisch die per Tastenwahl vorgegebenen Korrekturen fest in das Benutzerprogramm übernommen und im Arbeitsspeicher abgelegt.

Eine vorteilhafte Ausführungsform ergibt sich auch aus Anspruch 8. Durch diese Maßnahmen werden in Grenzen individuell unterschiedliche Klimaeinstellungen in den verschiedenen Zonen des Kraftfahrzeuginnenraums möglich und auch im Fond des Innenraums wird hoher Behaglichkeitskomfort erzielt.

Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Dabei zeigt

Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Klimaanlage,

Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Bedienungspanel der Klimaanlage in Fig. 1 bei entfernter Abdeckklappe für Programm- Korrekturtasten,

Fig. 3 eine Seitenansicht des Bedienungspanels in Fig. 2 bei weggeklappter Abdeckklappe,

Fig. 4 eine Regelkennlinie für die Abweichung der angestrebten Regeltemperatur von der Sollwerttemperatur im Innenraum in Abhängigkeit von der Außentemperatur,

Fig. 5 eine Regelkennlinie für den Betriebsstrom des Gebläses in Abhängigkeit von der Differenz zwischen Istwert und Sollwert der Innenraumtemperatur.

Die in Fig. 1 schematisch skizzierte Klimaanlage hat eine Regeleinrichtung 10, die einerseits mit Sensoren 11 bis 14 zur Erfassung von Umweltparametern und andererseits mit Stellgliedern 15 bis 17 zum Steuern von Klimaparametern, wie Luftverteilungsstellglied 15, Temperaturklappensteller 16, Stellglied 17 zum Einstellen der Gebläsedrehzahl 17 und einen nicht dargestellten Mischluftklappensteller, verbunden ist. Der Temperaturklappensteller 16 regelt die Menge der über einen Heizwärmetauscher 18 geführten Luft, während der Mischluftklappensteller durch entsprechende Klappeneinstellung das Verhältnis von Umluft zu Frischluft einstellt. Die Drehzahl eines Gebläses 29 wird kontinuierlich durch Steuerung des Betriebsstromes I des Gebläsemotors über das Gebläsedrehzahlstellglied 17 eingestellt. Von den Sensoren 11 bis 14 sind die drei Sensoren 11 bis 13 Temperatursensoren zur Erfassung der Außentemperatur, der Innenraumtemperatur und der Mischlufttemperatur, während der Sensor 14 ein Solarsensor zur Erfassung des Grads der Sonneneinstrahlung ist.

Mit der Regeleinrichtung 10 ist weiterhin mindestens ein Bedienungspanel 19 verbunden, das Bedienungstasten und Anzeigeelemente trägt (Fig. 2). So sind drei Anzeigen 20 bis 22 vorhanden, von denen eine den Betriebszustand der Heckscheibenheizung (Ein-/Ausschalten), eine den Betriebszustand des Windschutzscheiben-Defrosters (Ein-/Ausschalten) und eine das eingestellte Frischluft/Umluft-Verhältnis anzeigt. Getrennt für Fahrer- und Beifahrerseite sind eine Temperaturanzeige 23 bzw. 23&min; für eine manuell vorgebbare Innenraum-Sollwerttemperatur und jeweils zwei Vorwahltasten 24, 25 bzw. 24&min;, 25&min; zur Vorgabe dieser Sollwerttemperatur vorgesehen. Mit der Taste 24, 24&min; läßt sich die vorgewählte Temperatur erhöhen und mit der Taste 25, 25&min; erniedrigen. Eine Skalenanzeige 26, 26&min; zeigt das eingestellte Temperatursystem (Celsius oder Fahrenheit) an, für welches die in der Anzeige 23 zu sehende Temperaturgradzahl gilt.

In einem von einer Abdeckklappe 27 (Fig. 3) abdeckbaren Tastenfeld 28 sind eine Vielzahl von Eingabe- oder Korrekturtasten 30 bis 37 zusammengefaßt, die zum manuellen Verändern von Klimaparametern dienen. Die Klimaparameter, wie Gebläsedrehzahl und Luftverteilung, sind durch Symbole gekennzeichnet. Die Eingabetasten 30 bis 37 sind wiederum für die Fahrer- und Beifahrerseite getrennt vorgesehen, so daß ein Teil der Eingabetasten doppelt vorhanden ist. Die mit 30 und 31 bezeichneten Eingabetasten dienen zum Erhöhen (+) und Erniedrigen (-) des Klimaparameters "Gebläsedrehzahl" und die mit 32 bis 37 bzw. 32&min; bis 37&min; bezeichneten Eingabetasten dienen zum Erhöhen bzw. Erniedrigen des Klimaparameters Luftverteilung, wobei die Eingabetasten 32, 33 eine Erhöhung bzw. Erniedrigung der den Defrosterdüsen, die Eingabetasten 34, 35 eine Veränderung der den Mitteldüsen und die Eingabetasten 36, 37 eine Veränderung der den Fußraumdüsen jeweils zugeführten Luftmenge bewirken. Das gleiche trifft für die Eingabetasten 32&min; bis 37&min; für die Beifahrerseite zu, die zur Vereinfachung im folgenden nicht gesondert ausgewiesen werden. Im Tastenfeld 28 sind noch zwei Fabrikprogramm-Rückholtasten 38, 38&min; und ein Programmier-Auslösekontakt 39 vorhanden, deren Funktionen noch nachstehend erläutert werden.

Die Regeleinrichtung 10 weist eine Rechen- und Steuereinheit, die zweckmäßigerweise als Mikroprozessor 40 ausgebildet ist, einen Festwertspeicher 41 und einen Arbeitsspeicher 42 auf, der als Schreib-Lese-Speicher ausgebildet ist. In dem Festwertspeicher 41 sind fest vorgegebene Regelkennlinien abgelegt, nach welchen die das Klima des Kraftfahrzeug-Innenraums bestimmenden Klimaparameter, wie Raumtemperatur, Mischluftverhältnis (Umluft/Frischluft-Zusammensetzung), Luftverteilung auf Defroster-, Mittel- und Fußraumdüsen, in Abhängigkeit von den Umweltparametern, wie Innenraum- Sollwerttemperatur und Innenraum-Isttemperatur, Außentemperatur, Mischlufttemperatur und Sonneneinstrahlung, geregelt werden. Die Gesamtheit der im Festwertspeicher 41 abgelegten Regelkennlinien wird als Fabrikprogramm bezeichnet.

In Fig. 4 und 5 sind als Beispiel zwei der insgesamt vorhandenen Regelkennlinien dargestellt. Dabei ist im Diagramm der Fig. 4 die Differenz TIs - T zwischen der von der Regeleinrichtung 10 einzuregelnden Innenraum-Solltemperatur TIs und der per Vorwahltasten 24, 25 eingegebenen Innenraum-Vorwahltemperatur T in Abhängigkeit von der Außentemperatur TA angegeben. Eine solche Regelkennlinie läßt ein wesentlich besseres Regelverhalten zu, als wenn die Innenraum-Vorwahltemperatur unmittelbar die Innenraum-Solltemperatur vorgibt, mit dieser also identisch ist. Die Regelkennlinie in Fig. 5 zeigt den Arbeits- oder Betriebsstrom I des Gebläsemotors als Funktion von der Differenz ΔTi zwischen der Innenraum-Isttemperatur TIa und der Innenraum-Solltemperatur TIs. Da die Gebläsedrehzahl proportional dem Betriebsstrom I ist, ist dies die Regelkennlinie für die Gebläsedrehzahl.

Bei erstmaliger Inbetriebnahme der Klimaanlage oder durch Betätigen der Fabrikprogramm-Rückholtaste 38 wird das Fabrikprogramm komplett in den Arbeitsspeicher 42 übernommen. Das im Arbeitsspeicher 42 jeweils abgelegte Programm ist bestimmend für das Regelverhalten der Regeleinrichtung 10. Alle Regelkennlinien sind im Arbeitsspeicher 42 nur in Form von Stützstellen oder Stützwerten abgespeichert und werden durch im Mikroprozessor 10 durchgeführte Interpolationsroutinen für den momentanen Regelbereich generiert. Der momentane Regelbereich wird dabei von den Umweltparametern Raumtemperatur, Mischlufttemperatur, Außentemperatur, Sonneneinstrahlung, die als elektrische Signale von den Sensoren 11 bis 14 an die Regeleinrichtung 10 geliefert werden, bestimmt. Der Mikroprozessor 40 erzeugt nunmehr bei gegebenen Umweltparametern die Klimaparameter nach den vorgegebenen Regelkennlinien einstellende Stellgrößen für die Stellglieder 15 bis 17.

Wenn z. B. bei einer Außentemperatur von TA = 20°C eine Innenraumtemperatur von T = 23°C vorgewählt worden ist, die in der Temperaturanzeige 23 sichtbar wird (Fig. 2), so ergibt sich aus der im Arbeitsspeicher 42 in ihren Stützstellen enthaltenen Regelkennlinie

TIs - T = f(TA)

gemäß Fig. 4 für TIs - T der Wert 1. Mit dieser per Regelkennlinie vorgegebenen Korrekturgröße beträgt die von der Regeleinrichtung 10 einzuregelnde Innenraum-Solltemperatur TIs = 24°C. Der Temperaturklappensteller 16 erhält dann eine der Temperaturdifferenz zwischen Sollwert 24°C und Istwert (Sensor 12) entsprechende Stellgröße, welche die Temperaturklappe so lange verstellt, bis die über den Heizwärmetauscher 18 geführte Luftmenge so dosiert ist, daß die Innenraum- Solltemperatur TIs erreicht wird.

Zugleich wird aber auch die Gebläsedrehzahl gemäß der ebenfalls im Arbeitsspeicher 42 enthaltenen Regelkennlinie

I = f (ΔTi)

in Fig. 5 geregelt, und zwar dann, wenn entweder die Mischlufttemperatur TB größer als 40°C und die Außentemperatur TA kleiner als die Innenraum-Solltemperatur TIs - 5°C ist oder wenn die Außentemperatur TA größer als die Innenraum-Solltemperatur TIs - 5°C ist. Im vorliegenden Beispiel beträgt die Außentemperatur TA = 20°C und ist damit größer als die um 5°C reduzierte Innenraum-Solltemperatur TIs. Beträgt die Innenraum-Isttemperatur TIa (Sensor 12) im Beispiel 29°C, so ergibt sich für

ΔTi = TIa - TIs

eine Differenztemperatur von 5°C, dementsprechend gemäß Regelkennlinie in Fig. 5 ein Betriebsstrom I für den Gebläsemotor von 7 A. Das Stellglied 17 für die Gebläsedrehzahl wird vom Mikroprozessor 40 nunmehr derart angesteuert, daß ein Betriebsstrom von 7 A im Gebläsemotor fließt.

In ähnlicher Weise werden vom Mikroprozessor 40 nach entsprechenden Regelkennlinien auch Stellgrößen für das Luftverteilungsstellglied 16 generiert, so daß entsprechende Luftmengen zu den Defroster-, Mittel- und Fußraumdüsen gelangen. Auf eine Darstellung und Beschreibung dieser Regelkennlinien wird jedoch verzichtet.

Entspricht diese fabrikseitig vorgegebene Klimaregelung nicht dem Behaglichkeitsgefühl des Benutzers, so kann dieser durch entsprechende individuelle Veränderung der Klimaparameter Gebläsedrehzahl und Luftverteilung die Stützstellen der Regelkennlinien in dem und nur in dem momentanen Regelbereich bleibend verändern. Hierzu ist die das Tastenfeld 28 abdeckende Abdeckklappe 27 am Bedienungspanel 19 wegzuklappen, wodurch die Eingabetasten 30 bis 37 frei zugänglich sind. Der Benutzer gibt z. B. durch Betätigen der Eingabetaste 31 den Wunsch nach einer Verringerung der Gebläsedrehzahl ein. Durch zeitlich beschränktes Niederdrücken der Eingabetaste 31 ist dabei z. B. der Korrekturwert für den Betriebsstrom I des Gebläsemotors von 5 A entstanden. Dieser Korrekturwert gelangt zu der Regeleinrichtung 10 und wird hier von dem Mikroprozessor 40 in eine Korrektur des zuvor der Regelkennlinie in Fig. 5 in dem momentanen Betriebspunkt der Regelkennlinie (TA = 20°C, TIs = 24°C, TIa = 29°C) entnommenen vorgegebenen Wertes für den Betriebsstrom von 7 A umgesetzt. Da der momentane Betriebspunkt durch Interpolation zwischen den Stützstellen ΔTi = 4°C und ΔTi = 6°C gewonnen worden ist, wird nicht der Betriebspunkt selbst, sondern die dem momentanen Betriebspunkt am nächsten liegende Stützstelle, hier ΔTi = 4°C, entsprechend dem angelegten Korrekturwert verändert. Die Regelkennlinie erhält den in Fig. 5 strichpunktierten Verlauf, der wiederum durch Interpolationsroutine unter Einbeziehung der korrigierten Stützstelle ΔTi = 4°C generiert wird. Der Betriebsstrom I wird somit in diesem Betriebspunkt jetzt und bleibend bis zu einer erneuten Korrektur immer auf I = 6,5 A eingestellt.

Wird nunmehr die Abdeckklappe 27 geschlossen, so wird der Auslösekontakt 39 betätigt und an den Mikroprozessor 40 ein Einschreibbefehl gegeben. Damit wird der Korrekturwert 5 A für die Stützstelle Δi = 4°C in den Arbeitsspeicher 42 eingeschrieben und ist von da ab fester Bestandteil des nunmehr in diesem Punkt modifizierten Fabrikprogramms im Arbeitsspeicher 42. Solche Korrekturvorgänge können beliebig durch Betätigen der verschiedenen Eingabetasten 30 bis 37 zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten und damit in unterschiedlichen momentanen Regelbereichen durchgeführt werden, wobei immer nur eine Korrektur speziell für und beschränkt auf den durch die Umweltparameter bestimmten momentanen Regelpunkt in der jeweils angesprochenen Regelkennlinie erfolgt. Bei Betätigen des Auslösekontaktes 39 mit Schließen der Abdeckklappe 27 werden alle Korrekturen in den Arbeitsspeicher 42 und damit in das Programm übernommen. Die Gesamtheit des modifizierten Fabrikprogramms im Arbeitsspeicher 42 bildet das sogenannte Benutzerprogramm.

Vor Verarbeitung der einzelnen Korrekturwerte werden diese im Mikroprozessor 40 auf Plausibilität geprüft, d. h. daraufhin überprüft, ob sie innerhalb physikalisch sinnvoller Grenzen der Klimaregelung liegen. Diese Grenzen sind im Fabrikprogramm vorgegeben und werden vom Mikroprozessor 40 jeweils abgerufen. Liegen die Korrekturwerte außerhalb der Grenzen, so werden vom Mikroprozessor 40 die Korrekturwerte automatisch auf die nächstliegenden Grenzwerte abgeändert und anschließend diese Grenzwerte, wie beschrieben, als Korrekturwerte zur Modifizierung der Regelkennlinien weiter verarbeitet. Hat sich der Benutzer durch häufiges Umprogrammieren "verirrt", so daß die Klimaregelung seinen Bedürfnissen in keiner Weise mehr entspricht, so kann er durch Betätigen der Fabrikprogramm-Rückholtaste 38 das im Festwertspeicher 41 unverändert enthaltene Fabrikprogramm wieder komplett in den Arbeitsspeicher 42 übernehmen. Das dort enthaltene Benutzerprogramm wird dabei überschrieben. Der Benutzer kann nunmehr mit der Erstellung eines an seine Komfortwünsche und Behaglichkeitsbedürfnisse angepaßten neuen Benutzerprogramms von vorn beginnen.

Zur Verbesserung des Klimakomforts ist der Innenraum des Kraftfahrzeugs in sogenannte Klimazonen unterteilt, denen jeweils Vorwahltasten und Eingabetasten zugeordnet sind. Zweckmäßigerweise sind dabei die Tasten für die Fahrer- und Beifahrerseite in einem einzigen Bedienungspanel 19 zusammengefaßt, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Auch der Fond des Fahrzeugs kann in zwei Klimazonen unterteilt werden, wobei in sinnvoller Weise die jeder Fondhälfte zugeordneten Tasten wiederum in einem, z. B. auf der Mittelkonsole angeordneten Bedienungspanel integriert sind. Auf diese Weise kann jeder Fahrzeuginsasse das in seinem Bereich unmittelbar herrschende Klima an seine Bedürfnisse und Vorstellungen anpassen. Durch die gegenseitige, nicht zu vermeidende Beeinflussung der Klimazonen gelingt das allerdings nur in beschränkten Grenzen. Erforderlich ist hierfür, daß die Stellglieder 15 bis 17 für jede Klimazone je einmal vorhanden sind. Auch muß für jede Klimazone ein gesondertes Fabrikprogramm im Arbeitsspeicher 42 abgespeichert sein, auf die der Mikroprozessor 40 nach entsprechender Ansteuerung über die verschiedenen Bedienungspanels getrennt zugreifen kann. Die Fabrikprogramme sind identisch und werden durch individuelle Betätigung der Eingabetasten in den verschiedenen Klimazonen unterschiedlich zu ggf. stark differierenden Benutzerprogrammen.


Anspruch[de]
  1. 1. Klimaanlage für Kraftfahrzeuge mit einer Regeleinrichtung zum Regeln von das Innenraumklima bestimmenden Klimaparametern, wie Raumtemperatur, Mischluftzusammensetzung, Luftverteilung und Gebläsedrehzahl nach vorgegebenen Regelkennlinien (Fabrikprogramm) in Abhängigkeit von mittels Sensoren erfaßten Umweltparametern, wie Innenraumtemperatur, Außentemperatur, Mischlufttemperatur und Sonneneinstrahlung, mit Vorwahltasten für die Innenraum-Vorgabetemperatur und Eingabetasten zum Verändern von Klimaparametern, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingabetasten als Korrekturtasten (30 bis 37) zum Einstellen individueller Korrekturwerte für die zugeordneten Klimaparameter ausgebildet sind und daß die Regeleinrichtung (10) derart ausgebildet ist, daß die Korrekturwerte in eine bleibende Korrektur der Regelkennlinien (Umprogrammierung) in dem durch die Umweltparameter bestimmten momentanen Regelbereich umgesetzt werden.
  2. 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelkennlinien als Stützstellen abgespeichert sind und durch Interpolationsroutinen generiert werden und daß bei Korrektur einer Regelkennlinie immer nur eine im momentanen Regelbereich liegende Stützstelle auf den Korrekturwert verändert wird.
  3. 3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nur ausgewählte Stützstellen veränderbar sind und jeweils diejenige Stützstelle korrigiert wird, die dem momentanen Regelpunkt in der Regelkennlinie am nächsten liegt.
  4. 4. Anlage nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung (10) derart ausgebildet ist, daß die per Korrekturtasten (30 bis 37) vorgegebenen Korrekturwerte auf Plausibilität geprüft und auf physikalisch sinnvolle Grenzwerte beschränkt werden.
  5. 5. Anlage nach einem der Ansprüche 2-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeleinrichtung (10) einen Festwertspeicher (41), in welchem das Fabrikprogramm abgelegt ist, und einen als Schreib-Lese-Speicher ausgebildeten Arbeitsspeicher (42) aufweist, in welchen das Fabrikprogramm einprogrammierbar ist und die geänderten Stützwerte, die gespeicherten Stützwerte überschreibend, einschreibbar sind.
  6. 6. Anlage nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwahl- und Korrekturtasten (24, 25 und 30 bis 37) in einem Bedienungspanel (19) untergebracht sind und die Korrekturtasten (30 bis 37) von einer Abdeckklappe (27) abdeckbar sind.
  7. 7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckklappe (27) mit einem Auslösekontakt (39) zusammenwirkt, der mit Schließen der Abdeckklappe (27) einen Einschreibbefehl zum Einschreiben der geänderten Stützwerte in den Arbeitsspeicher (42) erzeugt.
  8. 8. Anlage nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum in mehrere von der Regeleinrichtung (10) zentral gesteuerte Klimazonen unterteilt ist und daß für jede Klimazone separate Vorwahl- und Korrekturtasten (24, 25 und 30 bis 37) vorgesehen sind.
  9. 9. Anlage nach einem der Ansprüche 6-8, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem Bedienungspanel (19) eine Fabrikprogramm-Rückholtaste (38) vorgesehen ist, die mit der Regeleinrichtung (10) verbunden ist und bei Betätigung ein erneutes Einprogrammieren des Fabrikprogramms in den Arbeitsspeicher (42) auslöst.
  10. 10. Anlage nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Fabrikprogramm für jede Klimazone getrennt abgespeichert und modifizierbar ist.






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