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Dokumentenidentifikation DE3506792C2 26.05.1988
Titel Schlauch- oder Kabeltrommel
Anmelder Garnies, Dieter, 5060 Bergisch Gladbach, DE
Erfinder Garnies, Dieter, 5060 Bergisch Gladbach, DE
Vertreter Berkenfeld, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 23.02.1985
DE-Aktenzeichen 3506792
Offenlegungstag 29.08.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.05.1988
IPC-Hauptklasse B65H 75/48
Zusammenfassung Ein Schlauch oder ein Kabel sind in mehreren Lagen auf eine solche drehbare Trommel aufgewickelt. Ihr eines Ende ist ortsfest mit einer Druckluft- oder Stromquelle verbunden. Ihr anderes Ende führt zu einem Werkzeug. Bei Bewegen des Werkzeuges werden der Schlauch oder das Kabel von der Trommel abgewickelt. Bei der sich dabei ergebenden Drehung der Trommel soll sich das ortsfest angeschlossene Schlauch- oder Kabelende nicht mitbewegen. Hierzu werden der Schlauch oder das Kabel auf derjenigen Seite der Trommel, an der sich das ortsfest angeschlossene Ende befindet, mit solcher Lose auf sie aufgewickelt, daß deren Drehung durch ein engeres Aufwickeln mit abnehmendem Wicklungsdurchmesser aufgefangen wird, ohne daß dabei das ortsfest angeschlossene Schlauch- oder Kabelende bewegt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schlauch- oder Kabeltrommel mit einer auf einer Achse drehbar gelagerten und durch eine erste Feder entgegengesetzt zur Abrollrichtung vorgespannten Trommel, auf die ein Schlauch oder ein Kabel an einem Ende ortsfest zuführbar, in mehreren Lagen wickelbar und am anderen Ende abziehbar ist.

Viele Werkzeuge, wie Bohrmaschinen, Schlag- und Niethämmer usw., werden mit Druckluft oder elektrischer Energie angetrieben. Die Druckluft wird über einen Schlauch und die elektrische Energie über ein Kabel zugeführt. Die Werkzeuge werden mit der Hand bedient und nicht nur an einer einzigen Stelle, sondern zum Beispiel entlang eines Fließbandes eingesetzt. Das heißt, daß das Werkzeug einen veränderlichen Abstand von der Druckluft- oder Stromquelle aufweist. Entsprechend müssen der Schlauch und das Kabel ausreichend lang sein. Ein langer Schlauch oder ein langes Kabel kann den Arbeitsablauf stören. Deshalb werden sie auf eine Schlauch- oder Kabeltrommel der eingangs genannten Gattung aufgewickelt. Diese wird über dem Arbeitsplatz aufgehangen. In vielen Fällen läßt sich die Trommel auch entlang einer Längsführung verschieben.

Es ist bekannt, die Trommel mit der genannten ersten Feder in einer Drehrichtung vorzuspannen (US-PS 40 10 913). Die Kraft dieser Feder ist so bemessen, daß sie das Gewicht des an dem Schlauch oder dem Kabel befestigten und an diesem ziehenden Werkzeuges ausgleicht. Das heißt, daß sich das Werkzeug in jeder Höhenlage in stabilem Gleichgewicht befindet. Bei Anschließen eines Werkzeuges mit einem anderen Gewicht muß die Feder nachgestellt werden. Die Feder ist zwischen der Trommel und der Achse eingespannt und mit ihren Enden mit diesen verbunden. Zum Nachstellen der Feder wird diese Verbindung an einer Stelle gelöst, die Achse zum Spannen oder Entspannen der Feder gedreht und die Verbindung anschließend wieder geschlossen. Zum Verdrehen der Achse wird ein Schlüssel auf einen Vierkant an einem Ende der Achse aufgesetzt. Bei diesem Nachstellen kann es vorkommen, daß sich die Feder ruckartig entspannen will und dabei die Achse in schnelle Drehungen versetzt. Der Schlüssel folgt diesen Drehungen. Dies kann zu Verletzungen führen.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Trommel so auszubilden, daß sie bei diesem Nachstellen der Feder nicht mehr in schnelle Drehungen versetzt wird und die Verletzungsgefahr damit wegfällt.

Die Lösung für diese Aufgabe ergibt sich bei einer Trommel der eingangs genannten Gattung dadurch, daß eine zweite Feder mit Reibungsschluß auf die Achse aufgesetzt ist, wobei diese Feder an ihrem einen Ende ortsfest gehalten und an ihrem anderen Ende frei beweglich ist und die Wirkungsrichtung der zweiten Feder der der ersten Feder entgegengesetzt ist. Wenn sich nun die Achse unter der Einwirkung der ersten Feder drehen will, wird die zweite Feder aufgezogen. Damit wird die Drehung abgebremst.

Vorzugsweise weist die zweite Feder mehrere axial nebeneinander auf die Achse aufgewickelte Windungen eines Federdrahtes auf, dessen eines Ende an einer ortsfesten Platte befestigt ist und dessen anderes Ende radial absteht. An diesem Ende kann die Feder erfaßt und radial so weit von der Achse entfernt werden, daß der Reibungsschluß aufgehoben und die Achse zum Spannen der ersten Feder gedreht werden kann.

Zweckmäßig ist die erste Feder eine Torsionsfeder.

Am Beispiel der in der Zeichnung gezeigten Ausführungsform wird die Erfindung nun weiter beschrieben. In der Zeichnung ist

Fig. 1 eine perspektivische Gesamtdarstellung der Trommel und ihrer Längsführung auf einer horizontal verlaufenden Schiene,

Fig. 2 ein Vertikalschnitt entlang der Schnittlinie II- II in Fig. 1,

Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines Schlauches in einem Vorrats- und einem Abroll-Bereich bei im ersten Bereich mit Lose aufgewickeltem Schlauch,

Fig. 4 eine Darstellung entsprechend Fig. 2 mit im ersten Bereich ohne Lose liegendem Schlauch,

Fig. 5 eine Stirnansicht auf die zweite Feder in Blickrichtung des Pfeiles V in Fig. 2 und

Fig. 6 eine perspektivische Darstellung der Längsführung des Schlauches.

Fig. 1 zeigt eine Trommel 14 mit einem auf sie aufgewickelten Schlauch 12. Die Trommel 14 ist an einer Platte 38 gelagert. Diese Platte 38 ist mit Laufrädern 58 längsverschiebbar in einer Schiene 56 gehalten. Am freien herabhängenden Ende des Schlauches 12 ist ein Werkzeug 54 befestigt. In der Schiene 56 liegt, was in Fig. 1 nicht dargestellt ist, eine später noch erläuterte Längsführung des Schlauches 12.

Einzelheiten der Trommel 14 werden nun unter Bezugnahme auf die Fig. 2 bis 4 erläutert. Die Trommel 14 ist auf einer Achse 16 drehbar. An einem Ende weist diese einen Vierkant 18 auf. Die Trommel 14 ist in einen Abroll-Teil 20 und einen Vorrats-Teil 26 aufgeteilt. An ihrem in Fig. 2 rechts liegenden Ende ist der Abroll-Teil 20 durch eine Scheibe 22 begrenzt. Der Vorrats-Teil 26 befindet sich links seitlich neben dem Abroll-Teil 20. Er weist einen Boden 28 auf. Zwischen diesem und der Achse 16 befinden sich Lager 30. Der Vorrats-Teil 26 ist seitlich durch Scheiben 32 begrenzt. In der zwischen den beiden Teilen 20 und 26 befindlichen Scheibe 32 befindet sich eine Öffnung 33. Durch diese ist der Schlauch 12 durchgeführt. Führungsstäbe 34 verlaufen radial im Vorrats-Teil 26 und trennen die einzelnen Schlauchwindungen voneinander. Sie sind auf der Innenseite eines Mantels 36 angeordnet. Dieser ist seinerseits mit der ortsfesten Platte 38 verbunden. Auf dieser Platte sitzt eine Halterung 40. Diese hält das zur Druckluft- oder Spannungsquelle führende Ende des Schlauches 12. Eine erste Feder 42 liegt zwischen der Achse 16 und der Trommel 14. Mit ihrem einen Ende 44 ist sie an der Achse 16 und mit ihrem anderen Ende 46 an der Trommel 14 befestigt. Am anderen Ende der Achse 16 befindet sich eine zweite Feder 48. In Fig. 5 ist sie im einzelnen dargestellt. Mit ihrem einen Ende 50 ist die zweite Feder 48 an der Platte 38 befestigt. Ihr anderes Ende 52 steht radial frei ab. Nach dieser Einzelbeschreibung kann die Arbeitsweise der Trommel erläutert werden:

Bei der Darstellung in Fig. 2 liegt der Schlauch 12 im Bereich des Vorrats-Teils 26 mit Lose, während er im Abroll-Teil 20 eng liegt. Fig. 3 zeigt das gleiche Bild. Bei einem Zug am freien Ende des Schlauches 12 - Fig. 4 zeigt dieses Bild - dreht sich die Trommel 14 in Uhrzeigerrichtung. Der Schlauch 12 wird vom Abroll-Teil 20 abgewickelt. Gleichzeitig wird er innerhalb des Vorrats-Teils 26 enger aufgewickelt. Dabei ist wichtig, daß der Schlauch 12 seine Lage an der Halterung 40 nicht verändert. Seine Längenänderungen werden innerhalb des Vorrats-Teils 26 aufgefangen. Deshalb kann auf eine beim Stand der Technik erforderliche Kupplung verzichtet werden. Bei einem Aufrollen des Schlauches 12 und damit einer Drehung der Trommel 14 in Gegenuhrzeigerrichtung vergrößern die im Vorrats-Teil 26 liegenden Schlauchwindungen ihren Durchmesser. Es entsteht wieder das in Fig. 3 gezeigte Bild.

Im folgenden sei das Nachspannen der ersten Feder 42 erläutert. Hierzu wird ihre Verbindung mit der Achse 16 gelöst und diese mit einem auf den Vierkant 18 aufgesetzten Schlüssel gedreht. Dabei versucht die erste Feder 42 die Achse 16 zu drehen. Dieser Drehung widersetzt sich die zweite Feder 48. Bei der durch die erste Feder 42 bedingten Drehung der Achse 16 würde sie stärker auf diese aufgewickelt. Sie hemmt eine solche Drehung. Deshalb wird sie an ihrem Ende 52 erfaßt und - bei Blickrichtung auf Fig. 5 - etwas in Gegenuhrzeigerrichtung gedreht. Damit löst sich der Reibungsschluß zwischen der zweiten Feder 48 und der Achse 16. Nun kann die Achse 16 gedreht und damit die erste Feder 42 nachgestellt werden.

Fig. 6 zeigt eine Längsführung 60 des Schlauches 12. Sie besteht aus einzelnen U-förmigen Elementen 62. Diese sind über kleine Gelenke 64 miteinander verbunden. Bei einer Verschiebung der Trommel 14 wickelt sich die Längsführung 60 in der durch die Pfeile angezeigten einen oder anderen Richtung ab. Der Schlauch 12 wird ständig umschlossen. Damit wird er geführt und gehalten. Der Schlauch 12 kann nicht frei herunterhängen und dabei arbeitende Personen stören oder selbst beschädigt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Schlauch- oder Kabeltrommel mit einer auf einer Achse drehbar gelagerten und durch eine erste Feder entgegengesetzt zur Abrollrichtung vorgespannten Trommel, auf die ein Schlauch oder ein Kabel an einem Ende ortsfest zuführbar, in mehreren Lagen wickelbar und am anderen Ende abziehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Feder (48) mit Reibungsschluß auf die Achse (16) aufgesetzt ist, diese Feder (48) an ihrem einen Ende (50) ortsfest gehalten und an ihrem anderen Ende (52) frei beweglich ist und die Wirkungsrichtung der zweiten Feder (48) der der ersten Feder (42) entgegengesetzt ist.
  2. 2. Trommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Feder (48) mehrere axial nebeneinander auf die Achse (16) aufgewickelte Windungen eines Federdrahtes aufweist, dessen eines Ende an einer ortsfesten Platte (38) befestigt ist und dessen anderes Ende (52) radial absteht.
  3. 3. Trommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Feder (42) eine Torsionsfeder ist.






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