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Dokumentenidentifikation DE3642325A1 23.06.1988
Titel Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Behältern, insbesondere von Traubenbehältern
Anmelder Koenen, Josef, 5561 Minheim, DE
Erfinder Koenen, Josef, 5561 Minheim, DE
Vertreter Schönherr, W., Dipl.-Forstwirt; Serwe, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5500 Trier
DE-Anmeldedatum 11.12.1986
DE-Aktenzeichen 3642325
Offenlegungstag 23.06.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.06.1988
IPC-Hauptklasse A01D 46/28
IPC-Nebenklasse A01D 46/00   A01B 59/043   B65G 65/23   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Behältern, insbesondere von Traubenbehältern, die mit der Hubeinrichtung bzw. der Dreipunktaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges verbindbar ist.

Bei der Lese von Trauben werden die gelesenen Trauben zunächst in einen Sammelbehälter gegeben, der von einem Träger zu einem bereitstehenden Transportfahrzeug gebracht wird und dort ausgeleert wird. Diese Arbeit ist sehr mühsam, da der gefüllte Sammelbehälter sehr schwer ist, das trittsichere Gehen mit dem schweren Sammelbehälter in den oftmals sehr steilen Weinbergen sehr schwierig ist und außerdem zum Ausleeren des Sammelbehälters über eine Leiter auf das Transportfahrzeug gestiegen werden muß.

Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art vorzuschlagen, mit der das Einsammeln der gelesenen Trauben und der Transport der Trauben zum bereitstehenden Transportfahrzeug sowie das Entleeren in den Transportbehälter des Transportfahrzeuges einfach und kostengünstig möglich ist.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine Führung gelenkig mit dem Hubgestänge des landwirtschaftlichen Fahrzeuges und durch im Abstand etwa parallel zum Hubgestänge angeordnete Schwenkhebel auf- und abschwenkbar mit dem Fahrzeug verbindbar ist, daß in der Führung ein Schlitten im wesentlichen in vertikaler Richtung verschiebbar geführt ist, daß die Führung nahe ihrem oberen Ende Umlenkrollen od. dgl. aufweist, über die ein mit dem Schlitten und der Anhängerkupplung od. dgl. des Fahrzeuges verbindbarer Seilzug geführt ist, und daß mit dem Schlitten eine Kippvorrichtung verbunden ist, in der ein Behälter schwenkbar angeordnet ist.

Vorteilhaft ist der Behälter um eine im wesentlichen horizontal verlaufende, in der Kippvorrichtung angeordnete Schwenkachse schwenkbar.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Kippvorrichtung an ihrer Unterseite Gleitkufen auf und ist lösbar mit dem Schlitten verbunden. Vorzugsweise sind die Gleitkufen in einem Winkel von ca. 45° zur Schwenkachse angeordnet. Vorteilhaft hat der Schlitten Aufnahmekufen zum Aufschieben der Gleitkufen der Kippvorrichtung. Vorzugsweise ist die Neigung der Gleitkufen und Aufnahmekufen verstellbar. Vorzugsweise weist der Schlitten eine Verriegelungsvorrichtung zum Arretieren der aufgeschobenen Kippvorrichtung auf.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist in der Kippvorrichtung eine Seilwinde mit einem steuerbaren Antrieb angeordnet.

Vorzugsweise ist im Schlitten ein hydraulisch betätigbarer Zylinder angeordnet, dessen Kolbenstange mit der Kippvorrichtung im Abstand von der Schwenkachse wirksam verbindbar ist.

Vorzugsweise weist die Kolbenstange an ihrem aus dem Zylinder ragenden Ende eine im Winkel zur Kolbenstange verlaufende Nase mit zwei parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufenden Seitenflächen auf, wobei die Höhe der Seitenflächen größer als ihr Abstand ist, und ist an der Kippvorrichtung ein Gegenlager mit einer kreisförmigen Ausnehmung mit einem Durchmesser gleich der Höhe der Seitenflächen der Nase angeordnet, in die die Nase durch einen offenen Schlitz mit der Breite des Abstandes der Seitenflächen der Nase in Bewegungsrichtung der Kolbenstange einschiebbar ist.

Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielhaft dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 die Vorrichtung in angehobenem Zustand in Seitenansicht,

Fig. 2 die Vorrichtung in abgesenktem Zustand ohne Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 3 die Vorrichtung nach Fig. 2 in Rückansicht,

Fig. 4 die Vorrichtung in angehobenem Zustand ohne Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 5 die Kippvorrichtung in Seitenansicht,

Fig. 6 die Kippvorrichtung im Detail in Vorderansicht,

Fig. 7 die Kippvorrichtung nach Fig. 6 mit teilweise ausgeschobener Kolbenstange eines Hubzylinders in Ruhestellung und

Fig. 8 die Kippvorrichtung nach Fig. 6 in teilweise geschwenkter Stellung.

Nach den Fig. 1 bis 4 ist mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) eine im wesentlichen vertikal verlaufende Führung (2) verbunden, in der ein Schlitten (3) über Kugellager (4) (Fig. 3) in vertikaler Richtung auf und ab bewegbar geführt ist.

Die Führung (2) ist nahe ihrem unteren Ende mit dem Hubgestänge (5) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) gelenkig verbunden. Weiterhin ist die Führung (2) durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge (5) verlaufende Schwenkhebel (6) gelenkig mit dem landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) verbunden.

Mit Hilfe des in der Regel hydraulisch betätigten Hubgestänges (5) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) kann die Führung (2) zwischen der in Fig. 2 gezeichneten unteren Stellung und der in Fig. 4 gezeigten oberen Stellung auf- und abgeschwenkt werden.

Die Führung (2) weist nahe ihrem oberen Ende drehbar gelagerte Umlenkrollen (7) auf, über die ein Seilzug (8) geführt ist. Der Seilzug (8) ist mit seinem einen Ende an der Anhängerkupplung (9) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) und mit seinem anderen Ende am kugelgelagert geführten Schlitten (3) verbunden. Wie die Fig. 2 und 3 zeigen, ist in der unteren Stellung der Führung (2) der Schlitten (3) gleichfalls in seiner unteren Stellung. Wird die Führung (2) über das Hubgestänge (5) angehoben, so wird über den Seilzug (8) der Schlitten (3) in der Führung (2) nach oben, in seine in den Fig. 1 und 4 gezeigte obere Stellung gezogen. Dadurch ergibt sich eine Verdoppelung der Hubhöhe.

Wie insbesondere die Fig. 2 und 3 zeigen, sind mit dem Schlitten (3) schräg geneigte Aufnahmekufen (10) verbunden.

Weiterhin weist der Schlitten (3) eine Verriegelungsvorrichtung (11) mit einem federbelasteten Haken auf. Zudem ist im Schlitten (3) ein hydraulisch betätigbarer Hubzylinder (12) mit einer Kolbenstange (13) angeordnet, die an ihrem aus dem Zylinder ragenden Ende eine im Winkel zu ihr angeordneten Nase (14) trägt.

Nach den Fig. 5 bis 8 weist eine Kippvorrichtung (15) ein Traggestell auf, in dem ein Traubenbehälter (16) um eine horizontal verlaufende Schwenkachse (17) in Richtung des mit (18) bezeichneten Pfeiles (Fig. 6 und 7) kippbar angeordnet ist. Nach Fig. 5 hat die Kippvorrichtung (15) an ihrer Unterseite im Winkel zur Schwenkachse (17) verlaufende Gleitkufen (29). Ferner ist in der Kippvorrichtung (15) eine Seilwinde (20) mit einem steuerbaren Antrieb (21) angeordnet. Die Kippvorrichtung (15) weist ferner einen Handgriff (23) zur Führung auf.

Wie die Fig. 6 bis 8 zeigen, ist an der Kippvorrichtung (15) ein Gegenlager (24) für die Nase (14) der Kolbenstange (13) des Hubzylinders (12) angeordnet. Das Gegenlager (24) hat eine kreisförmige Ausnehmung (25), deren Durchmesser gleich der Höhe (H) (Fig. 8) der parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufenden Seitenflächen (26) der Nase (14) ist. Weiterhin weist das Gegenlager (24) einen nach unten offenen Schlitz (27) auf, der in die Ausnehmung (25) übergeht (Fig. 6). Der Schlitz (27) hat eine Breite (B) (Fig. 8), die gleich dem Abstand der Seitenflächen (26) der Nase (14) ist.

Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Kippvorichtung (15) auf ihren Gleitkufen (19) durch die Rebzeilen von Hand bergab gezogen werden. Dabei ist das Ende des mit (22) bezeichneten Seiles der Seilwinde (20) am entsprechend aufgestellten landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) befestigt. Ist der Traubenbehälter (16) gefüllt, so wird mit Hilfe der Seilwinde (20) und des steuerbaren Antriebes die Kippvorrichtung (15) bergauf zum Fahrzeug (1) gezogen. Über den Handgriff (23) wird die Kippvorrichtung (15) so geführt, daß sie mit ihren Gleitkufen (19) auf die Aufnahmekufen (10) des Schlittens (3) gezogen wird, bis der federbelastete Haken der Verriegelungsvorrichtung (11) in die Kipvorrichtung eingreift und sie auf dem Schlitten arretiert. Nunmehr kann mit dem landwirtschaftlichen Fahrzeug (1) zu dem bereitgestellten Transportbehälter gefahren werden, durch Anheben der Führung (2) die Kippvorrichtung (15) angehoben werden, wie dies in Fig. 1 gezeigt ist, und durch Betätigung des Hubzylinders (12) der Behälter (16) um die Schwenkachse (17) geschwenkt werden, wie dies in Fig. 8 gezeigt ist, bis der Inhalt des Traubenbehälters (16) in den bereitgestellten Transportbehälter gekippt ist.

Durch die Ausbildung der Nase (14) mit ihren parallelen Seitenflächen (26) und die entsprechende Ausbildung des Gegenlagers (24) gelangt die Nase (14) durch den Schlitz (27) selbsttätig in die kreisförmige Ausnehmung (25) des Gegenlagers (24). Nach einer kleinen Schwenkung des Traubenbehälters (16) ist die Nase (14) im Gegenlager (24) gesichert, so daß die Kippbewegung in beiden Kipprichtungen uber den Hubzylindere (12) sicher steuerbar ist.

Im ebenen Weinbergsgelände kann das landwirtschaftliche Fahrzeug (1) mit aufgesetzter und arretierter Kippvorrichtung (15) durch die Rebzeilen fahren und nach Füllen des Traubenbehälters (16) zum bereitstehenden Transportbehälter weiterfahren. Der Antrieb (21) mit der Seilwinde (20) kann dabei zur Gewichtsverringerung abgenommen werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Heben und Auskippen von Behältern, insbesondere von Traubenbehältern, die mit der Hubeinrichtung bzw. der Dreipunktaufhängung eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Führung (2) gelenkig mit dem Hubgestänge (5) des landwirtschaftlichen Fahrzeuges (1) und durch im Abstand und etwa parallel zum Hubgestänge angeordnete Schwenkhebel (6) auf- und abschwenkbar mit dem Fahrzeug (1) verbindbar ist, daß in der Führung ein Schlitten (3) im wesentlichen in vertikaler Richtung verschiebbar geführt ist, daß die Führung nahe ihrem oberen Ende Umlenkrollen (7) od. dgl. aufweist, über die ein mit dem Schlitten und der Anhängerkupplung (9) od. dgl. des Fahrzeuges verbindbarer Seilzug (8) geführt ist, und daß mit dem Schlitten eine Kippvorrichtung (15) verbunden ist, in der ein Behälter (16) schwenkbar angeordnet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (16) um eine im wesentlichen horizontal verlaufende, in der Kippvorrichtung (15) angeordnete Schwenkachse (17) schwenkbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippvorrichtung (15) an ihrer Unterseite Gleitkufen (19) aufweist und lösbar mit dem Schlitten (3) verbunden ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitkufen (19) in einem Winkel von ca. 45° zur Schwenkachse (17) angeordnet sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (2) Aufnahmekufen (10) zum Aufschieben der Gleitkufen (19) der Kippvorrichtung hat.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Gleitkufen (19) und der Aufnahmekufen (10) verstellbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (3) eine Verriegelungsvorrichtung (11) zum Arretieren der auf die Aufnahmekufen (10) aufgeschobenen Kippvorrichtung (15) aufweist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kippvorrichtung (15) eine Seilwinde (20) mit einem steuerbaren Antrieb (21) angeordnet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Schlitten (3) ein hydraulisch betätigbarer Hubzylinder (12) angeordnet ist, dessen Kolbenstange (13) mit der Kippvorrichtung (15) im Abstand von der Schwenkachse (17) wirksam verbindbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange (13) an ihrem aus dem Hubzylinder (12) ragenden Ende eine im Winkel zur Kolbenstange verlaufende Nase (14) mit zwei parallel zueinander und parallel zur Kolbenlängsrichtung verlaufenden Seitenflächen (26) aufweist, wobei die Höhe (H) der Seitenflächen größer als ihr Abstand (B) ist, und daß an der Kippvorrichtung (15) ein Gegenlager (24) mit einer kreisförmigen Ausnehmung (25) mit einem Durchmesser gleich der Höhe der Seitenflächen der Nase angeordnet ist, in die die Nase durch einen offenen Schlitz (27) mit der Breite des Abstandes der Seitenflächen der Nase in Bewegungsrichtung der Kolbenstange einschiebbar ist.






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