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Dokumentenidentifikation DE2904323C2 07.07.1988
Titel Überwachungseinrichtungen für den Tonarmvorschub
Anmelder Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH, 3000 Hannover, DE
Erfinder Schröder, Ernst, Dipl.-Ing., 3000 Hannover, DE
Vertreter Einsel, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 3100 Celle
DE-Anmeldedatum 05.02.1979
DE-Aktenzeichen 2904323
Offenlegungstag 14.08.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.07.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.07.1988
IPC-Hauptklasse G11B 19/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Überwachungseinrichtungen für den Tonarmvorschub nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 2.

Bei einem konventionellen Schallplattenspieler wird der Abtaster sowie der Tonarm - abgesehen von einigen Systemen mit Tangentialarm - mechanisch durch eine spiralförmige Rille geführt, die gleichzeitig die aufgezeichneten Tonsignale enthält. Bei mechanisch beschädigten Platten und dazu nicht exakter Einstellung der Antiskatingkraft kann es vorkommen, daß die Führung nicht mehr gewährleistet ist und der Abtaster in die vorhergehende Rille zurückspringt. Dies hat zur Folge, daß die in dieser Rille aufgezeichneten Tonsignale solange wiederholt werden, bis von einer Bedienungsperson eingegriffen wird. Es sind deshalb aufwendigere Systeme entwickelt worden, die mit einem Zwangsvorschub des Tonarms bzw. des den Abtaster tragenden Schlitten arbeiten. Ein derartiger Zwangsvorschub ist besonders dann erforderlich, wenn eine höhere Aufzeichnungsdichte verlangt wird, die mit einer geringeren Rillentiefe auskommen muß, wie z. B. bei FM- modulierten oder PCM-modulierten Tonplatten. Beim mechanischen System übernimmt dann die Rille nur noch eine Feinführung des Abtasters. Aber auch hierbei kann es vorkommen, daß der Abtaster an einer Stelle des Umfangs in Radialrichtung in einen benachbarten Rillenabschnitt springt. Wegen der höheren Drehzahl solcher System wird dann nicht eine längere Passage ständig wiederholt, vielmehr macht sich die Erscheinung als unangenehmes Knattern bemerkbar. Es kann erwünscht sein, die Tonwiedergabe dann zu unterbrechen oder den Abtaster von der jeweiligen Stelle der Platte zu entfernen.

Aus der DE-OS 23 19 821 ist bereits eine Schaltung zur Feststellung periodisch wiederkehrender Signale bekannt. Diese Schaltung bezieht sich allerdings auf ein Videoplattenwiedergabesystem, wobei als periodisch wiederkehrende Signale Synchronsignale ausgewertet werden. Bleiben diese Synchronsignale aus, wird ein Steuersignal abgegeben.

Mit der bekannten Schaltung kann der Fall, daß der Abtaster bei jedem Umlauf in die vorhergehende Spur zurückspringt, nur unter bestimmten Voraussetzungen erkannt werden. Diese Voraussetzung besteht darin, daß das Synchronsignal asynchron zu einem Umlauf der Platte vorliegen muß. Erscheint es dagegen synchron, wird der erwähnte Störfall nicht als solcher erkannt.

Die der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe besteht deshalb darin, Einrichtungen zu schaffen, die ein Kriterium für den obengenannten Störfall liefert.

Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen 1 und 2 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung kann sowohl bei Plattenspielern mit mechanischer Abtastung als auch bei solchen mit kapazitiver, induktiver oder optischer Abtastung angewendet werden. Bei den letztgenannten könnte dadurch die Funktion eines Fremdvorschubs überwacht werden. Außerdem läßt sich die Erfindung sowohl bei konventionellen Schallplatten mit direkter Aufzeichnung der Niederfrequenz verwenden, als auch bei solchen, bei denen der Ton auf einen Träger aufmoduliert ist. Die Kennsignale sollten dabei in einem Frequenzbereich liegen, der außerhalb des Übertragungsbereichs des Nutzsignals liegt.

Als Spur wird derjenige örtliche Bereich bezeichnet, in dem sich die kontinuierliche Aufzeichnung befindet. Dies entspricht z. B. bei mechanischer Abtastung der Rille. Für einfache Anwendungsfälle können einfach aufgebaute Kennsignale verwendet werden, die abwechselnd aus dem Wert Null und einem endlichen Wert stehen. Bei höheren Ansprüche ist es auch möglich, eine durchlaufende Numerierung der einzelnen Spuren vorzunehmen. Es können dann zwei aufeinanderfolgende Spuren hinsichtlich einer konstanten Differenz ihrer Kennsignale überwacht werden oder ein gespeicherter Wert der vorhergehenden Kennung durch Addition auf den Wert der erwarteten Kennung verändert werden und bei Eintreffen der Kennung verglichen werden. Auf diese Weise gelingt es, auch Sprünge des Abtasters über mehrere Spuren hinweg zu erkennen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden erläutert. Die Zeichnung zeigt ein Blockschaltbild für ein einfaches Ausführungsbeispiel der Erfindung. Der Teller eines Plattenspielers 1 wird durch einen Motor 2 mit der Winkelgeschwindigkeit ω angetrieben. Über den Abtaster des Plattenspielers werden einerseits Tonsignale abgetastet und über einen im Normalzustand geschlossenen Schalter 3 einer Wiedergabeeinrichtung 4 mit einem Verstärker und einem Lautsprecher zugeführt. Andererseits werden Kennsignale entnommen und einem elektronischen Umschalter 5 zugeführt. Ein Steuereingang 11 des elektronischen Umschalters 5 ist mit dem Motor 2 verbunden und bewirkt, daß der Umschalter nach jeder Umdrehung der Antriebswelle in den jeweils anderen Zustand schaltet. Der Schaltarm des Umschalters 5 verbindet den Kennsignalausgang des Plattenspielers 1 wechselweise mit einem Speicher 6 und einem Speicher 7. Die Ausgänge der Speicher sind mit einem Vergleicher 8 verbunden, von dem bei Vorliegen von gleichen Eingangssignalen eine Stellgröße US erzeugt und an eine Ausgangsklemme 9 bzw. an einen Steuereingang 10 für den Schalter 3 abgegeben wird.

Die Schaltung arbeitet wie folgt: Im normalen Betriebszustand wird der Abtaster entlang der die Information enthaltenen Spur geführt. Nach jeder Umdrehung wird eine alternierende Kennung beispielsweise über einen Frequenzselektor dem Schalter 5 zugeführt. Der Schalter 5 ist mit der Motorwelle des Motors 2 synchronisiert und speichert die Kennung in den Speichern 6 und 7. Im ungestörten Betriebszustand werden unterschiedliche Werte in den genannten Speichern gespeichert. Der Ausgang eines nachgeschalteten Vergleichers bleibt dann unaktiviert. Ist dagegen die Führung des Abtasters in der Spur unterbrochen, d. h. wird dieselbe Spur bei jeder Umdrehung wiederholt abgetastet, so gelangt dieselbe Kennung durch das alternierende Schalten des Schalters 5 sowohl an den Speicher 6 als auch an den Speicher 7. Durch die Übereinstimmung der Speicherwerte löst der Vergleicher 8 eine Stellgröße US aus, die an der Ausgangsklemme 9 abgreifbar ist und die dem Steuereingang 10 des Schalter 3 zugeführt wird und dort den Signalweg unterbricht. Die an der Ausgangsklemme 9 abgreifbare Stellgröße US stellt das Kriterium für den unterbrochenen Vorschub dar, und könnte vom Benutzer der Schaltung beispielsweise zur Steuerung einer Einrichtung verwendet werden, die den Abtaster von der Platte entfernt.

Wenn die Schaltung derart modifiziert werden soll, daß eine durchlaufende Numerierung der einzelnen Spuren der Platte überwacht wird, müßt der Vergleicher 8 so ausgebildet sein, daß er bei einer konstanten Differenz zwischen den Ausgängen der Speicher 6 und 7 unaktiviert ist, und bei Abweichung von dieser Differenz die Stellgröße US abgibt. Es ist auch möglich, daß durch eine Addiereinrichtung die gespeicherten Kennsignale in den Speichern 6 und 7 um einen konstanten Betrag verändert werden und der Vergleicher 8 dann eine Stellgröße US abgibt, wenn Ungleichheit zwischen den Ausgangsgrößen der Speicher 6 und 7 herrscht.


Anspruch[de]
  1. 1. Überwachungseinrichtung für den Tonarmvorschub bei einem Tonplattenspieler mit einem entlang einer spiralförmigen Spur auf einer Tonplatte geführten Abtaster, wobei entlang der Spur ein Tonsignal und ein sich von Umlauf zu Umlauf nach vorgegebener Codierung änderndes Kennsignal aufgezeichnet sind, gekennzeichnet durch eine Auswertschaltung aus zwei über einen Umschalter (5) bei jedem Umlauf der Tonplatte abwechselnd gespeisten Speichern (6, 7) und einer an die Ausgänge des Speichers (6, 7) angeschlossenen Vergleichsschaltung (8), die bei Übereinstimmung der Speicherwerte eine Stellgröße (US) abgibt.
  2. 2. Überwachungseinrichtung für den Tonarmvorschub bei einem Tonplattenspieler mit einem entlang einer spiralförmigen Spur auf einer Tonplatte geführten Abtaster, wobei entlang der Spur ein Tonsignal und ein sich von Umlauf zu Umlauf nach vorgegebener Codierung änderndes Kennsignal aufgezeichnet sind und das Kennsignal eine durchlaufende Numerierung der Spulen beinhaltet, gekennzeichnet durch eine Auswerteschaltung aus einem ersten, von Kennsignalen gespeisten Speicher (6) und einem mit einem Addierer versehenen zweiten Speicher (7), dessen Speicherinhalt bei jedem Umlauf der Tonplatte verändert wird sowie einer an die Ausgänge der Speicher (6, 7) angeschlossenen Vergleichsschaltung (8), die bei Abweichung der Speicherwerte eine Stellgröße (US) abgibt.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einem Umlauf zugeordneten Folgen der Kennsignale auf der Tonplatte eine konstante Differenz zur benachbarten Spur aufweisen.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einem Umlauf zugeordneten Folgen der Kennsignale auf der Tonplatte von Spur zur Spur einander abwechseln.






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