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Dokumentenidentifikation DE2936218C2 07.07.1988
Titel Rücklaufsperre für Angelrollen
Anmelder D.A.M. Deutsche Angelgeräte Manufaktur Hellmuth Kuntze GmbH & Co KG, 8820 Gunzenhausen, DE
Erfinder Volkert, Bernd;
Dörbandt, Klaus, 1000 Berlin, DE
Vertreter Richter, B., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 06.09.1979
DE-Aktenzeichen 2936218
Offenlegungstag 19.03.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.07.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.07.1988
IPC-Hauptklasse A01K 89/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Rücklaufsperre für Angelrollen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Bei einer bekannten Ausführung dieser Art ist mit einem Stellglied ein Riegel in die beiden Endstellungen schwenkbar. Dabei drückt ihn eine Feder in die Sperrstellung, in der er durch Anlage an den Sperrzähnen des Klinkenrades ein Abwickeln der Angelschnur verhindert. Beim Aufwickeln der Angelschnur dagegen gleitet das entsprechende Ende des Riegels über die Sperrzähne des Klinkenrades, wird davon gegen die Federkraft bewegt und schnappt dann jeweils unter Bildung des Knarrgeräusches in den nächsten Zwischenraum zwischen zwei Sperrzähnen. In der anderen Endstellung des Riegels dagegen gibt er das Klinkenrad und damit die Sperre völlig frei, so daß in beiden Drehrichtungen des Klinkenrades, d. h. beim Aufwickeln und beim Abwickeln der Angelschnur kein Knarrgeräusch entsteht.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Rücklaufsperre für Angelrollen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 so auszugestalten, daß mit ein und demselben Bedienungselement ferner erreicht werden kann, daß bei eingeschalteter Rücklaufsperre das Aufwickeln der Angelschnur wahlweise mit oder ohne Knarrgeräusch erfolgen kann. Dies wird vielfach von den Anglern gewünscht.

Diese Aufgabe wird, ausgehend vom Oberbegriff des Anspruches 1, durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst. An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, daß der nachfolgend erläuterte Stand der Technik den Oberbegriff des Anspruches 1 nicht erfüllt. Außerdem bestehen folgende Unterschiede:

Bei der DE-OS 28 45 119 sind zur Erzielung der Wirkung der vorliegenden Erfindung sowohl ein Hebel zu verschwenken, der einen Sperrhebel mit Sperrklinke betätigt, als auch ein Betätigungsknopf 4 zu handhaben. Der Angler muß also zwei verschiedene Manipulationen vornehmen. Dies ist umständlich und kann zu Fehlbedienungen führen. Außerdem ist die dort vorgesehene Konstruktion sehr aufwendig und damit in der Herstellung kompliziert, sowie im Betrieb störanfällig.

Aus US-PS 34 89 365 ist eine Angelrolle bekannt, welche das Knarrgeräusch gänzlich beseitigen will. Dies steht im Widerspruch zur vorliegenden Erfindung und deren Aufgabenstellung. Das gleiche gilt sinngemäß für die gegenüber der vorliegenden Erfindung zwar prioritätsältere, aber nicht vorveröffentlichte DE-OS 30 24 854. Die Herbeiführung der drei Stellungen des Stellgliedes gemäß den Abschnitten d), e) und f) des Anspruches 1 ist darin nicht enthalten. Im Gegensatz zu dem vorstehend genannten Stand der Technik arbeitet mit nur einem Stellglied die Rücklaufsperre in den beiden Endstellungen in der bisherigen Weise, d. h. in der ersten Endstellung ist sie wirksam, bzw. bewirkt beim Aufwickeln der Schnur das Knarrgeräusch, während sie in der anderen Endstellung völlig abgeschaltet ist und in dieser Stellung auch keine Knarrgeräusche entstehen. In der spannungsfreien Mittelstellung des Stellgliedes dient dieses lediglich als Anschlag für die Bewegung des Riegels durch den Federring, wobei der Riegel beim Aufwickeln in die Ausschaltstellung und beim Rücklauf in die Sperrstellung bewegt wird. Dies verhindert durch die Sperre ein Abwickeln der Angelschnur, wobei jedoch beim Aufwickeln der Angelschnur keine Knarrgeräusche entstehen.

Die Merkmale des Anspruches 2 beinhalten eine vorteilhafte und sichere Anordnung des Federringes an der Antriebswelle.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. In den Zeichnungen zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Angelrolle mit zum Teil abgenommenen Gehäusedeckel und eingeschalteter Rücklaufsperre,

Fig. 2 eine Teilansicht entsprechend Fig. 1 mit dem Stellglied in der Mittelstellung,

Fig. 3 eine Teilansicht entsprechend Fig. 1 mit dem Stellglied in der Stellung für ausgeschaltete Rücklaufsperre,

Fig. 4 eine Teilansicht ähnlich Fig. 1,

Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 4 in Richtung der Pfeile gesehen,

Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 4 in Richtung der Pfeile gesehen,

Fig. 7 eine Ansicht des einen Endes des Stellglieds mit an ihm befestigten Stellknopf und

Fig. 8 Ansichten der in Fig. 7 zusammengesetzten Teile vor dem Zusammenbau.

Die Angelrolle hat ein Gehäuse 10 mit einer offenen Seitenfläche, die durch einen Gehäusedeckel 11 verschlossen ist. Im Gehäuse und dem Gehäusedeckel ist eine Antriebswelle 12 gelagert, mit der eine Handkurbel 13 verbunden ist, durch welche die Antriebswelle zum Aufwickeln der Angelschnur in Richtung des Pfeiles 14 und zum Abspulen der Angelschnur in Richtung des Pfeiles 15 gedreht werden kann. Auf der Antriebswelle 12 sitzt ein Eingangsrad 16, das über eine Verzahnung 17 (Fig. 5) eine Schnecke 18 auf einer Abtriebswelle 19 antreibt. Mit der Abtriebswelle 19 ist drehfest ein eine ortsfeste Spule 20 für die Angelschnur umgebender Wickelflansch 21 verbunden.

Die Angelrolle ist mit einer wahlweise einschaltbaren Rücklaufsperre versehen, die ein Drehen der Antriebswelle in Richtung des Pfeiles 15 verhindert. Diese besteht aus einem Sperrad 22, das neben der Schnecke 18 auf der Abtriebswelle 19 sitzt und über den Umfang verteilt mehrere, durch Nockenflächen 23 miteinander verbundene Sperrzähne 24 aufweist (Fig. 6). Mit dem Sperrad 22 arbeitet ein Riegel 25 zusammen, der um einen zur Antriebswelle 12 parallelen, gehäusefesten Zapfen 26 schwenkt und in seiner Lage durch einen am Gehäusedeckel 11 sitzenden Niederhalter 27 (Fig. 5) gesichert ist. Ein Arm des Riegels 25 arbeitet mit dem Sperrrad 22 zusammen und am anderen Arm des Riegels 25 ist eine Gabel mit zwei Schenkeln 28 und 29 gebildet, zwischen die das freie Ende eines Stellglieds 30 mit Spiel greift. Das Stellglied 30 ist als Feder ausgebildet, deren anderes Ende 30&min; längs einer der Gabel gegenüberliegenden Gehäusewand 31 verschieblich und an dieser über Rasten 32 bis 34 in drei Stellungen festlegbar ist. An dem anderen Arm des Riegels 25 ist ferner ein der Antriebswelle 12 zugewandter Schlitz 35 gebildet, in den das abgewinkelte Ende 36 (Fig. 1 und 5) eines Federrings 37 greift. Der Federring 37 hat kreisförmigen Querschnitt und paßt unter Reibanlage in eine entsprechende Ringnut der Antriebswelle 12. Seine Federkraft ist geringer als die des Stellglieds 30.

Das Verstellen des Stellglieds 30 erfolgt durch einen Stellknopf 38, der an der Gehäusewand 31 verschieblich geführt ist und mit dem Stellglied 30 über einen Zapfen 39 verbunden ist, der einen erweiterten Kopf 40 aufweist. Zur Verbindung ist in dem Stellglied 30 ein rechteckiger Durchlaß 41 gebildet, durch den der Kopf 40 nur um 90° zur Einbaulage verdreht hindurchführbar ist. Durch Drehen um 90° nach dem Durchstecken ist der Kopf 40 dann blockiert und das Stellglied mit dem an ihm befestigten Stellknopf 38 wird durch den aufgesetzten Gehäusedeckel 11 in seiner Lage gesichert.

In Fig. 1 ist die Rücklaufsperre eingeschaltet, wobei beim Aufwickeln ein Knarrgeräusch entsteht.

Das Stellglied 30 ist in der Rast 32 festgelegt und das freie Ende wird durch die Federkraft gegen den Schenkel 28 der Gabel des Riegels 25 gedrückt, so daß der Riegel 25 in die Sperrstellung geschwenkt wird, in der er bei Drehen in Richtung des Pfeiles 15 hinter einen Sperrzahn 24 greift (Fig. 1 und 6). Die Federkraft des durch Reibung mitgenommenen Federrings 37 wirkt in gleicher Richtung. Beim Drehen in Richtung des Pfeiles 14, also beim Aufwickeln der Angelschnur tritt am Sperrad 22 ein Knarrgeräusch auf, das durch die Bewegung des Stellglieds durch die Nockenflächen 23 und dessen Zurückschnappen erzeugt wird.

Wünscht der Angler, daß das Knarrgeräusch unterbleibt, so stellt er den Stellknopf 38 um, damit das Stellglied 30 in der Rast 33 festgelegt ist (Fig. 2).

In dieser Stellung ist das Stellglied 30 spannungsfrei und stellt einen Anschlag für den Riegel 25 dar, auf den allein die Federkraft des Federrings 37 einwirkt. Beim Drehen der Antriebswelle 12 in Richtung des Pfeiles 14 bewirkt der mitgenommene Federring 37 ein Schwenken des Riegels 25 in die in Fig. 2 dargestellte Ausschaltstellung. Beim Drehen in Richtung des Pfeils 15 wird der Riegel 25 jedoch in die Sperrlage gebracht, wobei sich das freie Ende des spannungsfreien Stellglieds 30 auf den Schenkel 29 der Gabel zu bewegt. Die Weite der Gabel des Riegels muß daher mindestens so groß sein, wie der Weg des die Verriegelung bewirkenden Teils des Riegels 25 zwischen seiner Ein- und Ausschaltstellung.

Die Rücklaufsperre ist ausgeschaltet, wenn das Stellglied 30 in der Rast 34 festgelegt ist (Fig. 3). Das Stellglied drückt dann durch seine Federkraft auf den Schenkel 29 des Riegels 25 und schwenkt diesen in die Ausschaltstellung. Bei Drehen der Antriebswelle 12 in Richtung des Pfeiles 15 wirkt die Federkraft des mitgenommenen Federringes 37 zwar im Sinne des Einschaltens der Rücklaufsperre, wird aber durch die stärkere Federkraft des Stellglieds 30 überwunden.


Anspruch[de]
  1. 1. Rücklaufsperre für Angelrollen mit einem in zwei Endstellungen am Gehäuse festlegbaren Stellglied für einen um einen zur Antriebswelle parallelen, gehäusefesten Zapfen schwenkbaren Riegel, der unter Federwirkung steht und in seiner einen Endstellung ein auf der Abtriebswelle befestigtes Sperrad in dessen einen Drehrichtung blockiert und in dessen anderen Drehrichtung freigibt und zugleich als Knarre wirkt, während in der anderen Endstellung des Stellgliedes der Riegel das Sperrad freigibt, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    1. a) Das Stellglied (30) ist federnd ausgebildet und greift mit seinem freien Ende (30&min;) mit Spiel in eine Gabel (28, 29) des Riegels (25) und ist mit seinem anderen, längs einer der Gabel gegenüberliegenden Gehäusewand (31) verschieblichen Ende an dieser zusätzlich zu den beiden obengenannten Endstellungen in einer Mittelstellung (33) festlegbar;
    2. b) die Antriebswelle (12) ist von einem Federring (37) unter Reibanlage umgeben, der mit seinem in der Aufwickelrichtung (14) vorlaufenden abgewinkelten Ende (36) in einen Schlitz (35) des Riegels (25) zwischen dessen Zapfen (26) und der Antriebswelle (12) greift;
    3. c) die Federkraft des Federrings (37) ist geringer als die des federnden Stellglieds (30);
    4. d) in seiner ersten Endstellung (32) des Stellglieds (30) drückt dieses durch seine Federkraft den Riegel (25) in die Sperrstellung (Fig. 1);
    5. e) in der Mittelstellung (33) des Stellgliedes (30) ist dieses spannungsfrei und der Federring (37) drückt den Riegel (25) beim Aufwickeln (Pfeil 14) in die freigebende Stellung und bei Rücklauf (Pfeil 15) in die Sperrstellung (Fig. 2);
    6. f) in der anderen Endstellung (34) des Stellglieds (30) wirkt dieser durch seine Federkraft auf den anderen Schenkel (29) der Gabel und drückt den Riegel (25) in die freigebende Stellung, wobei die Federkraft des Federrings (37) bei Rücklauf (Pfeil 15) überwunden wird (Fig. 3);
    7. g) die Weite der Gabel (28, 29) des Riegels (25) ist zumindest so groß, daß das Stellglied (30) mit seinem freien Ende (30&min;) und der Riegel (25) mit seiner Gabel (28, 29) die Positionen gemäß vorstehenden Abschnitten d), e) und f) einnehmen können.


  2. 2. Rücklaufsperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Federring (37) kreisförmigen Querschnitt hat und in eine entsprechend geformte Ringnut der Antriebswelle (12) paßt.






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