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Dokumentenidentifikation DE3110153C2 07.07.1988
Titel Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium
Anmelder Daimler, Berthold H., Dr., 5630 Remscheid, DE
Erfinder Daimler, Berthold H., Dr., 5630 Remscheid, DE
Vertreter Weissenfeld-Richters, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 6940 Weinheim
DE-Anmeldedatum 16.03.1981
DE-Aktenzeichen 3110153
Offenlegungstag 13.05.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.07.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.07.1988
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 31533086
IPC-Hauptklasse B65D 88/16
IPC-Nebenklasse F15B 1/04   
Zusammenfassung Druckspeicherung von Gasen, Flüssigkeiten oder Pulvern in Behältern, welche sich unter Beibehaltung der Gestalt ohne äußere Reibung druckabhängig elastisch verformen. Die Behälterwand besteht aus Elastomer-, Wellen- oder Faltmembranen, deren Rückstellkraft durch Vorspannung, Zusatzfedern und Ballastgewichte erhöht werden kann. Gasfüllung bietet zusätzlichen pneumatischen Energiespeicher, Flüssigkeitsfüllung thermischen Speicher. Axialelastischer Kreiszylinder als bevorzugte Ausführungsform mit quer zur Dehnungsrichtung unidirektional armierter Elastomermembran erreicht hohe Speicherenergiedichte bei optimaler Spannungsverteilung. Die benötigten Werkstoffe und Druckmedien sind reichlich verfügbar und umweltneutral. Die Behältergröße beträgt Kubikzentimeter, Liter oder Kubikmeter, die Volumenveränderung z.B. 50 bis 150 bei Maximaldrücken von beispielsweise 1 bis 20 bar. Füllgeschwindigkeit, Entnahmegeschwindigkeit und Speicherdauer sind praktisch unbegrenzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium gemäß Oberbegriff von Anspruch 1.

Aus US-PS 37 24 497 ist eine Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium bekannt. Die Verformbarkeit des zylinderförmigen Mantels beruht hierbei auf der Biegsamkeit der Bleche bzw. Kunststoffbahnen, aus denen die Einzelbehälter geformt sind. Zum Aufbau eines Fülldruckes dient die Schwerkraft von Ballastgewichten. Der Druck ist daher von der jeweiligen Lage der Speichervorrichtung abhängig.

Aus DE-OS 24 58 312 ist ein Lagerbehälter aus Kunststoff für Flüssigkeiten, insbesondere Heizöltanks bekannt in der Gestalt eines Faltzylinders. Der Lagerbehälter besteht einschließlich der Böden aus Polyäthylen, also einem Werkstoff, der bei Dünnwandigkeit gefaltet und gebogen werden kann. Der Lagerbehälter ist für praktisch drucklose Füllung bestimmt, da der verwendete Aufbau keine nennenswerte Rückstellkraft entwickeln kann.

Beide erwähnten Speichervorrichtungen eignen sich für vielfach wiederholte, beispielsweise rasch erfolgende Längenänderungen bzw. Füllung und Entleerung.

Aus FR-PS 15 04 515 ist ein Druckspeicher bekannt, bei dem ein starres Gefäß durch eine Trennmembran in zwei Kammern unterteilt ist (Hydrospeicher). Verwendet wird eine biegsame Membran aus gummielastischem Werkstoff. Dieser wird jedoch nicht auf Zugdehnung beansprucht. Daher ist eine Kaschierung mit nichtdehnbarem Nylon vorgesehen. Die Fähigkeit zur Energiespeicherung beruht darauf, daß in der einen Teilkammer ein Druckgas eingeschlossen ist, welches auf ein in die zweite Kammer einströmendes Fluid in flüssiger Form wie eine Feder wirkt.

Aus DE-OS 22 04 796 ist eine Speichervorrichtung bekannt, bei der mehrere gleiche Tellerfeder-Elemente jeweils paarweise so aufeinandergelegt sind, daß abwechselnd die äußeren und die inneren Ränder jeweils zweier benachbarter Tellerfeder-Elemente zusammentreffen. An den Berührungsstellen sind sie durch entsprechend geformte ringförmige Klemmstücke miteinander verbunden. Ein eingelegter und an der Wand anliegender dünner Schlauch soll Undichtigkeiten verhindern. Die Verwendungsmöglichkeiten einer derartigen, auf der Arbeitsweise von Tellerfedern beruhenden Speichervorrichtung sind wegen des nur sehr geringen Längenänderungsvermögens und der aufwendigen Konstruktion sehr begrenzt. Insbesondere neigen die Verbindungsstellen zwischen den beweglichen Einzelelementen zu Reibung, Verschleiß und Leckagen.

Aus DE-PS 14 112 ist ein sogenannter Gummimotor bekannt, bei dem die hohe Dehnbarkeit von Elastomeren genutzt wird. Hierbei wird ein Speicher aus einer größeren Anzahl gleichartiger, parallel zueinander liegender, spannbarer Gummischnüre gebildet. Ein solcher Speicher bzw. Gummimotor wird beispielsweise zum Propellerantrieb bei Modellflugzeugen angewandt.

Aus DE-PS 10 81 818 ist ein Druckspeicher bekannt, der aus einem Gummischlauch besteht, welcher zwei starr einander gegenüberstehende Rohrstutzen verbindet. Bei Überdruck im Inneren erfolgt radiale Ausdehnung unter Bildung einer Äquatorzone größter Dehnung, die auch zugleich nach Maßgabe der Werkstoffeigenschaften den Maximaldruck bestimmt. Die übrigen Schlauchbereiche werden progressiv abnehmend weniger verformt. Daher wird die Energiespeicherkapazität der eingesetzten Elastomermenge nur unzureichend ausgenutzt. Um das bei radialer Aufblähung schließlich eintretende katastrophale Zerplatzen bei geringer Überschreitung des zulässigen Arbeitsdruckes zu vermeiden, ist zusätzlich ein hubbegrenzendes starres Außengefäß vorgesehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium der gattungsgemäßen Art so zu verbessern, daß das Speichervolumen und der Speicherdruck in weitem Rahmen variierbar sind und die Funktion unabhängig von der jeweiligen Lage der Vorrichtung sichergestellt ist.

Nach der Erfindung wid diese Aufgabe bei einer Speichervorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruchs 1 durch die Merkmale seines Kennzeichens gelöst.

Bei der erfindungsgemäßen Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium wird die bekannt hohe Dehnung vieler Elastomere nahezu vollständig zur Speicherung von Energie genutzt. Da durch die Armierungselemente die radial gerichtete Dehnbarkeit des Mantels behindert bzw. unterbunden wird, erfolgt in allen Bereichen des Mantels die axiale Dehnung in gleichem Ausmaß. Hierdurch läßt sich die Speicherkapazität der eingesetzten Elastomermenge vollständig ausnutzen und gegenüber der nach DE-PS 10 81 818 erreichbaren beträchtlich erhöhen. Insbesondere werden bei der rein axial gerichteten Verformung bei gleicher Dimensionierung des Elastomerschlauches wesentlich höhere Drücke bei der maximal zulässigen Dehnung erreicht als bei der vorgenannten Vorrichtung mit indifferenter Dehnung. Dies ist für viele Anwendungsfälle von Vorteil.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Armierungselemente können von Ringen, Drähten oder Seilen aus Metall oder auch von besonders dehnungsarmen Chemiefasern gebildet werden, die in dem Mantel eingelagert sind, wobei diese radial wirksamen Armierungselemente Zugspannungen in Umfangsrichtung des Mantels, nicht jedoch in Richtung der Mantelachse oder seiner Erzeugenden vorsehen.

Als besonders geeignet haben sich Fasern aus aromatischen Polyamiden (Aramide) oder Kohlenstoffasern erwiesen. Auch Glasfasern können in Betracht kommen. Als Cordfäden oder als Fäden mit einer Kunststoffummantelung lassen sich diese Fasern auch zur Armierung an der Außenfläche des Mantels vorsehen.

Insbesondere für Großspeicher mit einem großen Speichervolumen sind die Ausbildungsformen der Speichervorrichtung nach der Erfindung gemäß den Ansprüchen 19 bis 21 geeignet.

Bei der Ausbildungsform der Speichervorrichtung nach Anspruch 22 läßt sich eine Einrichtung zum Niveau- bzw. Druckausgleich erstellen; besonders ist der Dehnspeicher in dieser Anordnung als Pulsationsdämpfer geeignet.

Die erfindungsgemäße Speichervorrichtung kann als statisch oder dynamisch belastbarer Energiespeicher oder als Vorratsspeicher verwendet werden, sowie als eine Hilfseinrichtung für die Ausführung von sich wiederholenden Bewegungen oder zur Kraftübertragung, wobei sich diese Eigenschaft vorteilhaft mit der Speicherung von Energie kombinieren läßt. Als fließfähige Medien kommen Flüssigkeiten, Gase und weitere Fluide in Betracht. Flüssigkeiten und Gase werden bevorzugt.

Da die Speicherkapazität für die Energiespeichervorrichtung bei der Speichervorrichtung nach der Erfindung mit der zweiten Potenz der Dehnung anwächst, sind im Zusammenhang mit der Erfindung als üblich geltende Dehnwerte von 100% oder darüberliegende von besonderer Bedeutung.

Bei der erfindungsgemäßen Speichervorrichtung dient die Armierung insbesondere auch dazu, daß der Dehnzylinder bei hoher Dehnung und entsprechend hoher Belastung seine zylindrische Form und seinen Außendurchmesser beibehält. Dies wird durch die Verwendung extrem dehnungsarmer und hochfester Werkstoffe und eine Formgebung für die Armierungselemente erreicht, welche eine ungehinderte axiale Dehnung bei gleichzeitiger ungestörter Verringerung der Wandstärke des Hohlzylinders erlauben. Die Böden bei einer Speichervorrichtung nach der Erfindung sind derart mit dem Hohlzylinder verbunden, daß diese Verbindung zuverlässig sichergestellt ist auch dann, wenn infolge wechselnder Dehnung die Dicke der Wand des Hohlzylinders beträchtlich variiert.

Die Erfindung wird nachstehend an Beispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt

Fig. 1 eine Axialschnittansicht einer Speichervorrichtung im belasteten Zustand,

Fig. 2 eine Axialschnittansicht einer Speichervorrichtung nach Fig. 1 im entlasteten Zustand,

Fig. 3 eine Schnittansicht durch einen Hohlzylinder der Speichervorrichtung zur Verdeutlichung von verschiedenen Ausbildungsformen der Armierungen,

Fig. 4 eine Ansicht einer Speichervorrichtung mit einer Außenarmierung,

Fig. 5 eine schematische Ansicht einer aus Mantelbahn zusammengesetzten Speichervorrichtung,

Fig. 6 eine Speichervorrichtung mit einem Verdrängertopf,

Fig. 7 eine Speichervorrichtung aus mehreren Mänteln, die zu einer Torusform zusammengesetzt sind,

Fig. 8 eine Speichervorrichtung mit hintereinanderliegenden Einheiten,

Fig. 9 eine schematische Ansicht einer Speichervorrichtung, die mehrere Hohlzylinder umfaßt, die zu einem geschlossenen, torusähnlichen Polygon zusammengesetzt sind,

Fig. 10 eine schematische Ansicht eines Beispiels einer Anlage unter Verwendung einer Speichervorrichtung,

Fig. 11 eine schematische Ansicht einer als Kompensator oder Pulsationsdämpfer dienenden Einrichtung mit einer Speichervorrichtung, und

Fig. 12 eine schematische Ansicht einer Ausführungsvariante einer Anlage unter Verwendung einer Speichervorrichtung, die zum Druck- und/oder Niveauausgleich dient.

Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Grundbauform einer Speichervorrichtung eines Körpers 1. Die Anschlüsse für das fließfähige Medium sind hier weggelassen. In ihrem gedehnten Zustand ist die Speichervorrichtung in Fig. 1 dargestellt, während Fig. 2 den ungedehnten Zustand wiedergibt. Sie besteht aus einem Mantel 2 mit an seinen Enden angeklebten oder anvulkanisierten Ringen 3, mit denen Böden 4 und 5 mechanisch, beispielsweise durch Verschrauben, zur Bildung der Speichervorrichtung 1 verbunden sind. Der Mantel 2 ist mit einer die Dehnung des hohlzylindrischen Körpers in Umfangsrichtung praktisch verhindernden, beispielsweise aus einer außen anliegenden Armierung 13 oder einer in die Mantelwand eingelegten Armierung 12 bestehenden Armierung versehen. Die im wesentlichen in Umfangsrichtung angeordnete Armierung 12, 13 muß auf der ganzen Länge des Mantels 2 wirksam sein.

Die radialen Veränderungen der Abmessungen des Mantels 2 sind - wie die Fig. 1 und 2 zeigen - praktisch vernachlässigbar, da sie sich ausschließlich aus der Dickenänderung des Mantels und den leichten Ausbeulungen 49 (Fig. 4) zwischen den Armierungselementen ergeben. So verlängert sich der Radius 6 bei eingelagerter Armierung auf einen Radius 7 und bei außenliegender Armierung auf einen Radius 8 bei jeweils gleichzeitiger Veränderung der Wanddicke 9 in die Wanddicke 10 bzw. 11. Wegen der andersartigen Verformungen ist der Radius 7 entsprechend kleiner als der Radius 8. Wichtig ist, daß die Armierung 12 bzw. 13 gleichmäßig über die Länge des Mantels 2 verteilt, auf eine radial gemessen enge Zone begrenzt und gegen Lageverschiebung gesichert ist.

Fig. 3 stellt einen Ausschnitt eines im unteren Teil durch einen in Spiralwindungen eingelegten Draht (Schraubenfeder) 12 armierten Mantel 2 dar. Im oberen Teil dienen zwei gegenläufig zueinander gewickelte Lagen 14 und 15 aus dehnungsarmen Chemiefasern (Kohlenstoffasern, Aramide, Glasfasern) als Armierung. Der Mantel 2 hat einen nach außen gewölbten Boden 16 mit einer Zuleitung 17. Letzterer ist mittels einer umlaufenden Rille 19 im Boden 16 im Randbereich 18, 21 des Mantels 2 und eines Spannringes 20 o. ä. mit dem Mantel 2 verbunden.

Eine Ausführungsvariante der Speichervorrichtung ist in Fig. 4 gezeigt. Während die Befestigung der Böden 4 und 5 mit der in den Fig. 1 und 2 im wesentlichen übereinstimmt, dient eine Schraubenfeder 13 als außenliegende Armierung. Mit Hilfe geeigneter Klammern 22, 23 ist sie mit den leicht überstehenden Rändern der Böden 4, 5 verbunden. Die Feder 13 kann aus Metall oder auch einem faserverstärkten Kunststoff bestehen.

In seinem Inneren weist die Speichervorrichtung 1 eine Zugfeder 25 auf, deren Enden 26 mittels Verstärkungskappen 27 an den Böden 4 und 5 befestigt sind. Im unteren Boden 4 ist eine Zuleitung 17 und ein Austrittsstutzen 24 für das fließfähige Medium vorgesehen. Die innenliegende Zusatzfeder 25 führt zu einer erhöhten Speicherkapazität. Sie kann auch dazu dienen, die Verformungscharakteristik des Mantels 2 zu modifizieren, wozu auch die Armierung 13 einen Beitrag leisten kann. Die Wandstärke 9 des Mantels 2 und damit die Rückfederkraft läßt sich reduzieren, wenn die Außenarmierung 13 bei unbelastetem Mantel so dicht liegt, daß sich die Windungen gegenseitig praktisch berühren.

Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Speichervorrichtung 1, die es ermöglicht, diesen gegebenenfalls unmittelbar am Ort der Verwendung erst zusammenzubauen. Er besteht aus längslaufenden Mantelbahnen 28, die untereinander gleich und entsprechend der Endform gekrümmt sind. Ihre Längskanten 29 verlaufen abgeschrägt, wobei eine Profilierung oder Verzahnung (Hinterschneidung) 30 besonders günstig ist. In die Außenflächen der Mantelbahnen 28 sind Nuten 31 eingearbeitet, die zur Aufnahme einer zweckmäßig in Form von parallel zueinander liegenden Ringen ausgeführten Außenarmierung 13 bestimmt sind. Zweckmäßig werden die Stoßstellen zwischen den einzelnen Mantelbahnen 28 miteinander verklebt. An ihren Enden tragen die einzelnen Mantelbahnen 28 gegebenenfalls anvulkanisierte oder ebenfalls angeklebte Platten 32 aus Metall oder Kunststoff. Sie dienen der Befestigung der nicht dargestellten Böden. Die Speichervorrichtung der Fig. 5 kann sehr große Abmessungen annehmen und beispielsweise mehrere Meter im Durchmesser und in der Höhe haben.

Das Grundprinzip der Speichervorrichtung bleibt auch dann erhalten, wenn ihre Achse gekrümmt ist. Die Krümmung kann durch die Montage oder konstruktiv hervorgebracht sein. Fig. 7 zeigt eine Speichervorrichtung 1 in Torusform. Mehrere Mäntel 2 sind mit Hilfe von angesetzten Flanschen 39, 40 bzw. mit Durchlaß versehener Böden untereinander zum Torus verbunden. Die Armierungen 13 sind zweckmäßigerweise Ringe. Die bei Füllung sich zwischen diesen bildenden Auswölbungen 43 sind unschädlich. Bei der Füllung vergrößert sich der Radius 41 auf einen Radius 42. Die Anschlüsse für das Fluid erfolgen über einen oder mehrere Böden, was nicht dargestellt ist. Eine weitere Ausbildungsform der Speichervorrichtung zeigt die Fig. 9. Sie bsteht aus mehreren gleichartigen Mänteln 2, die durch zweckmäßig hohl ausgebildete Winkelstücke 45 untereinander zu einem torusähnlichen Polygon verbunden sind. Der Radius des den Zylinderachsen 50 eingeschriebenen Kreises vergrößert sich bei Füllung vom Wert 48 auf den Wert 49.

Eine Speichervorrichtung für große Speicherkapazitäten ist in der Fig. 8 als Prinzipskizze - im unteren Teil der Figur leer, im oberen Teil gefüllt - wiedergegeben. An einem Steilhang sind auf einem Fundament 37 mehrere gleichartige Speichervorrichtungen ohne Zwischenböden aufeinandergesetzt und untereinander dichtend verbunden. Die untere Speichervorrichtung hat einen Boden, die obere einen Deckel. Die leeren Speichervorrichtungen sind mit 1, die vollen Speichervorrichtungen mit 1A bezeichnet. Die Verschiebung am Hang ist durch angedeutete auf Schienen laufende Rollen erleichtert. Statt an einem Steilhang kann der Großspeicher der Fig. 8 auch an Bauwerken mit senkrechten Wänden stehen oder waagerecht beweglich gelagert sein.

Die Fig. 6 zeigt eine Weiterbildungsform, bei der der Mantel 2 der Speichervorrichtung 1 vorgespannt ist. Einer der Böden 4 und 5 - in der Darstellung der obere - ist als in seinem Außendurchmesser in den Mantel 2 passender Verdrängertopf 35 ausgebildet und mit einem Ringflansch (Rand) 36 versehen. Mit letzterem ist er mit dem oberen Ende des Mantels 2 verbunden. Dieser trägt am unteren Ende einen Ring 3, der mit in Achsrichtung verlaufenden Schrauben 33 versehen ist. Sie dienen der dichtenden Befestigung des Bodens 4 am Ring 3 unter Verwendung der Muttern 34. Da der Verdrängertopf 35 höher ist als der Mantel 2 lang, muß dieser durch Anziehen der Muttern zunächst auf Topfhöhe gedehnt werden und wird dabei vorgespannt, wie im linken Teil der Fig. 6 gezeigt. Der überstehende Abschnitt der Schrauben 33 kann gegebenenfalls anschließend gekürzt werden.

Bei der Speichervorrichtung nach den Fig. 1 bis 4 ist das ungedehnte Ausgangsvolumen toter Raum, der sich für besondere Zwecke nutzen läßt, wenn - wie in Fig. 6 - einer der Böden 4 oder 5 als Verdrängertopf 35 ausgebildet ist. Der in diesem Fall minimale Totraum macht die Speichervorrichtung insbesondere als beispielsweise pneumatisch betriebenes Stellglied interessant, da auch bei Verwendung eines Druckgases als fließfähiges Medium wegen des kleinen Totraumes ein rasches Ansprechen gewährleistet ist. Beim Betreiben mit einer Flüssigkeit als fließfähiges Medium liegt der Vorteil in einer möglichen Gewichtseinsparung. Der im Verdrängertopf 35 zur Verfügung stehende Raum kann vielfältig, beispielsweise als Ballastraum, zur Unterbringung stationärer Aggregate, usw., genutzt werden.

Die Fig. 10 zeigt stark schematisiert eine einfache und platzsparende Anlage mit einer Speichervorrichtung zur Energiespeicherung und Energieabgabe im Wechselbetrieb. Die Speichervorrichtung 1 ist in einem starren Behälterkörper 51 untergebracht, der ein vergrößertes Innenvolumen 54 hat. Der Behälterkörper 51 dient als Auffangbehälter, in welchen die Flüssigkeit bei Entladung der Speichervorrichtung 1 über eine Arbeitsmaschine 58 und die Leitungen 52 überfließt. Sowohl der Innenraum 54 des Behälterkörpers 51 als auch die Speichervorrichtung 1 sind ständig mit der Druckflüssigkeit gefüllt, ebenso die Leitungen 52, eine zur Anlage gehörende Pumpe 57 und die Arbeitsmaschine 58. Durch nicht dargestellte Ventile kann die Verbindung zwischen der Speichervorrichtung 1 und dem Behälterkörper 51 entweder über die Pumpe 57 oder die Maschine 58 hergestellt werden. Beim Aufladen der Speichervorrichtung 1 zeigt Pfeil 75 die Fließrichtung, beim Betreiben der Arbeitsmaschine 58 fließt das Medium in Pfeilrichtung 55, 56. Die Pumpe 57 und die Arbeitsmaschine sollen möglichst leckfrei arbeiten, um Flüssigkeitsverluste zu vermeiden. Die Anlage kann stationär oder mobil sein und unterschiedliche Dimensionen aufweisen.

Fig. 12 zeigt die Kombination eines durch eine Gewebeeinlage 66 gegen Dehnung seines Mantels gesicherten Balgs 65 mit einer Speichervorrichtung 1. Eine Traverse 69 trägt den Boden 67 des Balgs 65, dessen oberer Boden 68 eine weitere Traverse 70 trägt. Auf dieser sitzt ein Rahmen 72. Auf dem Rahmen 72 ist eine Speichervorrichtung 1 vorgesehen, die über die Verbindungsleitung 71 mit dem Balg 65 in Wirkverbindung steht. Die Speichervorrichtung 1 ist mit außenliegenden Ringen 13, der Balg 65 außer mit der Textileinlage 66 noch mit einem Stützring 73 armiert. Änderungen in der Belastung des Balgs 65 gleicht die Speichervorrichtung durch Änderung ihres Dehnzustands aus.

Fig. 11 zeigt zwei gleiche Speicherbehälter, die hintereinander in den Verlauf einer Rohrleitung für eine Flüssigkeit eingefügt sind. Sie sind mit den Leitungsteilen 60, 61 über Krümmer 62 verbunden und untereinander durch ein U-förmiges Rohrstück 63. Dieser Pulsationsdämpfer 59 übt bei Druckerhöhung im Leitungsinnern eine seitliche Bewegung aus, die durch die Position 64 des Rohrbogens 63 angedeutet ist. Dabei verändert sich die Lage der Rohrstücke 60, 61 nicht.


Anspruch[de]
  1. 1. Speichervorrichtung für ein fließfähiges Medium, bestehend aus einem in axialer Richtung dehnbaren, hohlzylinderförmigen Körper aus gummielastischem Werkstoff und mit einer Armierung, wobei der Körper stirnseitig durch im wesentlichen unnachgiebige Böden begrenzt ist und im Bereich der Mantelfläche durch einen dehnbaren, in sich geschlossenen Mantel, wobei wenigstens einer der Böden mit einer Zuleitung und gegebenenfalls einem Austrittsstutzen für das Medium vesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (2) als Hohlzylinder mit im wesentlichen achsparalleler Erzeugenden ausgebildet ist und daß die Armierung (12; 13; 14; 15) durch in oder auf der Außenseite seiner Wandung lagefixierte, sich im wesentlichen in Umfangsrichtung erstreckende, dehnungsarme Armierungselemente gebildet ist, deren Abstände in Achsrichtung des Körpers (1) so bemessen sind, daß die Umfangsdehnung (εQ) des Mantels (2) bei dessen Längsdehnung (εL) an keiner Stelle mehr als 25% von (εL) beträgt.
  2. 2. Speichervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsdehnung (εQ) des Mantels (2) bei dessen Längsdehnung (εL) an keiner Stelle mehr als 15% von (εL) beträgt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den Hohlzylinder an beiden Enden je ein Metallring (3) angeklebt oder anvulkanisiert ist, und daß die Metallringe (3) und Böden (4, 5) fest verbunden sind.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallringe (3) einen rechteckigen Querschnitt haben und eine radiale Dicke, die im wesentlichen der Wandstärke des unbelasteten Mantels (2) entspricht.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente aus den Windungen einer Schraubenfeder (12) bestehen.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente aus parallel zueinander angeordneten Drahtringen bestehen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente (12; 13; 14; 15) den Mantel (2) in entspanntem Zustand von außen unter einer Anpressung berühren.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente (12; 13; 14; 15) einen gleichbleibenden gegenseitigen Abstand haben.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubenfeder (12) den Mantel (2) zwischen beiden Böden (4, 5) oder Metallringen (3) außenseitig umschließt und an den Böden (4, 5) oder Metallringen (3) festlegbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente (12; 13; 14; 15) aus Metall bestehen, vorzugsweise aus Stahl, oder aus Kunststoff oder Kunststoff-Verbundmaterial.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlzylinder eine oder mehrere sich in axialer Richtung erstreckende Zugfedern (25) umschließt, daß die Zugfedern (25) mit ihren Enden in oder an den Böden (4, 5) befestigt sind, und daß die Länge der entspannten oder vorgespannten Zugfedern (25) und die Länge der drucklosen Speichervorrichtung (1) im wesentlichen übereinstimmen.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Mantel (2) aus mehreren, vorzugsweise gleiche Form aufweisenden, sich in axialer Richtung erstreckenden Mantelbahnen (28) zusammensetzt, daß die aneinanderstoßenden Längskanten benachbarter Mantelbahnen (28) mit ineinander einfügbaren Hinterschneidungen (30) versehen sind und daß die Mantelbahnen (28) von den Armierungselementen (13) außenseitig umschlossen und gegen Auseinanderfallen gesichert sind.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungselemente (13) aus Ringen oder den Windungen einer Schraubenfeder bestehen und daß diese in in die Außenfläche der Mantelbahnen eingefomten Nuten (31) angeordnet sind.
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Böden die Form eines in den Innenraum des Hohlzylinders eingreifenden, vorzugsweise mittels eines angeformten Randes (36) mit der Stirnfläche verbundenen Verdrängertopfes (35) aufweist, und daß der Verdrängertopf (35) den Innenraum des entspannten Mantels (2) wenigstens zum größten Teil ausfüllt.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (2) durch einen Anschlag vorgespannt ist.
  16. 16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag durch den Verdrängertopf (35) gebildet wird.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlzylinder einen Innenraum aufweist, der durch zur Längsachse parallele Zwischenwände in mehrere Speicherkammern unterteilt ist (Fig. 7 bis 9).
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (2) gekrümmt dehnbar ist.
  19. 19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Mäntel (2) an den Enden mit Flanschen (39, 40) versehen und durch die Flansche (39, 40) zu einem Torus verbunden sind (Fig. 7).
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Hohlzylinder gleich ausgebildet und unter Zwischenfügung gleicher Winkelstücke (45) zu einem geschlossenen, torusähnlichen Polygon zusammengesetzt sind (Fig. 9).
  21. 21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Hohlzylinder ohne trennende Zwischenwände übereinandergesetzt und zu einem Großspeicher verbunden sind (Fig. 8).
  22. 22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, insbesondere zur Verwendung in einer Rohrleitung, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlzylinder zwei gleich ausgebildete, parallel nebeneinanderliegende Mäntel umfaßt, daß sich die Mäntel senkrecht zu der Rohrleitung (60, 61) erstrecken und daß sie in Serienschaltung in einem Kompensationsbogen (63) der Rohrleitung angeordnet sind.






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