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Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem Schnitzelmuster - Dokument DE2913370C2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE2913370C2 14.07.1988
Titel Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem Schnitzelmuster
Anmelder Takiron Co. Ltd., Osaka, JP
Erfinder Iida, Kosuke;
Morikawa, Tadayuki;
Aoki, Mitsuo;
Ueda, Isamu;
Butsuda, Takashi;
Tsuda, Osami, Osaka, JP
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 03.04.1979
DE-Aktenzeichen 2913370
Offenlegungstag 25.10.1979
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.07.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.07.1988
IPC-Hauptklasse B29C 43/22
IPC-Nebenklasse B29C 43/28   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem Schnitzelmuster nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Derartige Folien können beispielsweise als Bodenbelag verwendet werden.

Ein Verfahren zu ihrer Herstellung ist aus der US-PS 38 35 212 bekannt. Dabei werden Kunststoffschnitzel dicht aneinanderliegend, aber ohne Überlappung ausgerichtet auf eine kontinuierlich bewegte ebene Unterlage aufgebracht und dort durch Einwirkung von Wärme und Druck miteinander verbunden. Das erhaltene auf der Unterlage befindliche Blatt wird dann durch einen Kalander geschickt und schließlich wird die Folie mit dem Schnitzelmuster von der bewegten ebenen Unterlage entfernt.

Im allgemeinen werden Folien dieser Art hergestellt, indem man Schnitzel auf eine Matrixfolie streut und die Folie mittels einer Presse oder Walzen in der Hitze verpreßt. Wird eine Presse verwendet, so ist es schwierig, die Folien kontinuierlich herzustellen und eine wirtschaftliche Herstellung ist kaum möglich. Werden Walzen verwendet, so ist eine kontinuierliche Produktion möglich, aber es ist schwierig klare und schön aussehende Produkte mit hohem Marktwert herzustellen, weil die Schnitzel dazu neigen, sich zum Teil gegenseitig zu überlappen oder weil die Schnitzel stark deformiert werden und man ein Schnitzelmuster erhält mit einer sehr wenig ausgeprägten Kontur oder weil das Schnitzelmuster in die Extrusionsrichtung der Walzen verschoben wird.

Ein Problem, das beim Einbetten von Schnitzeln in die Matrixfolie eintritt, ist darin zu sehen, daß man keine Folie herstellen kann, bei welcher die Schnitzel vollständig durch die Folie in deren Dickenrichtung eindringen, selbst wenn der Einbettungsdruck ziemlich hoch ist. Ob die Schnitzel durch die Folie in Richtung der Dickenrichtung eindringen oder nicht, hat einen großen Einfluß auf die Lebensdauer der als Fußbodenmaterial verwendeten Folie. Zum Beispiel verschwindet das Schnitzelmuster bei einer Folie, bei welcher die Schnitzel nur halb eingebettet sind, wenn die Folie bis zu der Einbettungstiefe abgetreten ist. Im Vergleich zu einer Folie, bei welcher die Schnitzel von einer Oberfläche der Folie bis zur anderen eindringen und das Schnitzelmuster nicht verschwindet, ist die Lebensdauer einer solchen Folie erheblich verkürzt. Dies trifft dann besonders zu, wenn eine örtliche Abnutzung der Folie eintritt.

Ein weiteres Problem ist darin zu sehen, daß man während der Herstellung eine sehr genaue Kontrolle über eine Reihe von Bedingungen aufrechterhalten muß, einschließlich der Menge der zugeführten Schnitzel, der Menge der zugeführten Matrixfolie und dem Einbettungsdruck für die Schnitzel. Wenn das Gleichgewicht zwischen der Menge und der Matrixfolie am Kontaktpunkt der Adruckwalzen nicht mehr vorhanden ist und die Menge der Matrixfolie zu groß wird, nehmen die Zwischenräume zwischen den Schnitzeln, die in die Folie eingepreßt wurden, zu und die entstehende Folie mit einem schnitzelähnlichen Muster hat eine niedrige Schnitzelfülldichte. Wenn andererseits die Menge der Schnitzel zu groß wird, legen sich die Schnitzel übereinander und die Schnitzel werden bei einem hohen Einbettungsdruck komprimiert und die Konturen der Schnitzel werden verwaschen. Um somit ein Produkt von gleichmäßiger Qualität kontinuierlich zu erzeugen, sind sehr genaue Überwachungen erforderlich. In der Praxis sind derartig genaue Überwachungen nur schwer möglich, und deshalb muß man gewisse Veränderungen in dem Produkt akzeptieren.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem Schnitzelmuster aufzuzeigen, bei dem sich die Schnitzel im wesentlichen vollständig in Dickenrichtung der Folie erstrecken, wobei sie ihre Umrisse deutlich sichtbar beibehalten.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß man die Zwischenräume zwischen den auf der Unterlage ausgerichteten Schnitzeln bis zur Dicke der Schnitzel oder geringfügig darüber im wesentlichen drucklos mit einem Binder auffüllt und den Binder dann verfestigt. Man erhält auf diese Weise eine ein Schnitzelmuster aufweisende Folie, bei welcher die Zwischenräume zwischen den Schnitzeln durch den Binder ausgefüllt sind. Die Schnitzel behalten ihren klaren Umriß bei und die Folien haben eine sehr lange Lebensdauer.

Die Erfindung wird nachfolgend durch Ausführungsbeispiele an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Folie mit einem schnitzelähnlichen Muster, das erfindungsgemäß hergestellt wurde,

Fig. 2 einen Querschnitt eines vergrößerten Teiles der Folie und

Fig. 3 eine Vorrichtung zur Herstellung der Folie.

Bezugnehmend auf Fig. 1 und 2 liegt eine Folie mit einem schnitzelähnlichen Muster vor, die aus einer Anzahl Schnitzel 1 besteht, die dicht in einer Ebene ohne Überlappung in einem verfestigten Binder 2 ausgerichtet sind, der die Zwischenräume zwischen den Schnitzeln 1 ausfüllt. Die Schnitzel 1 sind in ihrer Ganzheit zu einer Folie mittels des Binders 2 verbunden, wobei die Schnitzel 1 die gesamte Dicke der Folie ganz oder fast ganz durchdringen. Die Schnitzel 1 sind die Einzelbestandteile der Folie und dienen gleichzeitig als Elemente für das Muster. Die Folie selbst kann direkt als Fußbodenmaterial oder als Wandmaterial verwendet werden. Gewünschtenfalls kann sie durch Laminierung mit einem Verstärkungsmaterial, wie Asbest, Papier, Pappe, Fliesen, Geweben, synthetischen Harzen oder Filmen an der Rückseite verstärkt sein, oder man kann einen Oberflächenschutzfilm aus einem synthetischen Harz an eine oder beiden Oberflächen laminieren, oder man kann eine oder beide Oberflächen gravieren und so eine Textur an den Oberflächen erzeugen und dadurch eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten schaffen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Folie wird nachfolgend anhand der Fig. 3 erläutert. Bei der dort gezeigten Vorrichtung werden Schnitzel 1 auf einer Schnitzelaufnahmeplatte 6 mittels einer Zuführungswalze 4 und einer Ausrichtungswalze 5 auf die Oberfläche eines Substrates 8, das von einem Förderband 7 getragen wird, zugeführt. Während der Zufuhr werden die Schnitzel dicht in einer Ebene aneinandergereiht, so daß sie sich nicht gegenseitig überlappen. Die Ausrichtungswalze 5 hat einen höheren Reibungskoeffizienten als die Zuführungswalze 4 und besteht z. B. aus einer Sandpapierwalze. Der Reibungskoeffizient der Ausrichtungswalze 5 wird im allgemeinen durch eine Kombination der Ausrichtungswalze und der Schnitzel bestimmt und durch andere Faktoren, wie Umdrehungsgeschwindigkeit der Ausrichtungswalze 5und der Zuführungswalze 4. Vorzugsweise wird eine Ausrichtungswalze mit einem Koeffizienten der statischen Reibung zwischen der Ausrichtungswalze und den Schnitzeln von etwa 0,5 bis etwa 1,4 (bei einem Druck von etwa 0,5 bis 0,8 kPa) angewendet. Die Ausrichtungswalze 5 befindet sich gegenüber der Zuführwalze 4, wobei der Abstand (Spalt) zwischen der Ausrichtungswalze und der Zuführungswalze etwas größer ist als die Dicke jedes einzelnen Schnitzels und wobei sich die Ausrichtungswalze in einer Richtung entgegengesetzt der Richtung, mit welcher die Schnitzel zugeführt werden, dreht. Der Spalt zwischen der Ausrichtungswalze und der Zuführwalze beträgt etwa das 1,1- bis 1,9fache der Dicke der Schnitzel. Die Umlaufgeschwindigkeit der Ausrichtungswalze 5 beträgt etwa 4 bis 40 m/min. Durch ihre hohe Oberflächenfriktion und die Drehung in der entgegengesetzten Richtung der Schnitzelzufuhr zwingt die Ausrichtungswalze 5 diejenigen Schnitzel 1a zurück, die gerade so zugeführt werden, daß eine Überlappung stattfindet, und richtet die Schnitzel 1 in einer einzelnen planen Schicht ohne Überlappung aus. In der Zwischenzeit dreht sich die Zuführwalze 4 in der Schnitzelzuführrichtung (wie durch den Pfeil 14 angezeigt wird) mit höherer Geschwindigkeit als der Geschwindigkeit, mit welcher die ausgerichteten Schnitzel 1 sich nach dem Passieren der Ausrichtungswalze und der Zuführungswalze bewegen. Die Umlaufgeschwindigkeit der Zuführwalze 4 beträgt etwa 6 bis 60 m/min und die Zufuhrgeschwindigkeit der Schnitzel auf das Substrat 8 etwa 3 bis 7 m/min. Im allgemeinen beträgt die Umfangsgeschwindigkeit der Zuführungswalze 4 etwa das 2- bis 10fache der Zufuhrgeschwindigkeit der Schnitzel auf das Substrat 8. Durch die Reibung, die zwischen der Zufuhrwalze 4 und den Schnitzeln 1 erzeugt wird, werden die Schnitzel 1 immer in die Zufuhrrichtung gezogen und werden ohne Verzögerung auf das Substrat 8 aufgebracht, wo sie dicht aneinander ausgerichtet werden. Wenn zu dieser Zeit eine Führungsplatte 9 parallel zur Achse der Zuführwalze 4 vibriert oder die Zuführwalze 4 vibriert wird, um eine Vibration in axialer Richtung zu erzeugen, so wird eine dichtere Anordnung der Schnitzel möglich. In der Zeichnung werden die Schnitzel 1 auf das Substrat 8 aufgebracht. Wenn aber z. B. ein Stahlband mit guter Ablösbarkeit als Förderband 7 verwendet wird, ist es selbstverständlich möglich, die Schnitzel 1 direkt auf das Förderband 7 aufzugeben. Die Geschwindigkeit des Förderbandes 7 bzw. des Substrates 8 beträgt etwa 3 bis 7 m/min.

Die so ausgerichteten und zugeführten Schnitzel 1 werden dann einer Bindemittelfüllstufe zugeführt. Der Binder 2 wird mittels geeigneter Zuführvorrichtungen zugeführt, die in der Lage sind, eine Dickenanpassung und eine gleichförmige Füllung der Zwischenräume der Schnitzel 1 ohne Ausbildung einer Oberflächenbeschichtung oder mit nur einer sehr dünnen Oberflächenbeschichtung zu bewirken, z. B. mit einem Paar Dickenanpassungswalzen 10, wie sie in der Zeichnung gezeigt werden. Da das Füllen im wesentlichen ohne Druck erfolgt, findet keine Deformation der Schnitzel 1 statt.

Wird ein klebriger Binder 2 verwendet, so findet ein sogenanntes Fadenziehphänomen statt. Nach dem Passieren durch die Walzen 10 überbrückt der klebrige Binder (oder hängt durch) in fadenförmiger Form einen Teil der Oberfläche der oberen Walze 10 und einen Teil des aufgebrachten Binders und dadurch kann eine ungleichmäßige Binderbeschichtung stattfinden. Mit anderen Worten heißt dies, daß nach dem Passieren der Beschichtungswalze 10 ein Teil des klebrigen Binders an der Walze 10 anhaften kann und dann Fäden zwischen der Walze 10 und der mit dem Binder gefüllten Folie verursacht. Durch ein Hilfsband 81 kann dieses Fadenziehen bei einem klebrigen Binder vermieden werden. Wird kein klebriger Binder verwendet, so findet ein Fadenziehen nicht statt.

Der eingefüllte Binder 2 wird dann verfestigt unter Bildung einer zusammenhängenden folienartigen Struktur, durch welche die Schnitzel 1 dringen oder im wesentlichen dringen, und zwar in Richtung der Dicke der Folienstruktur. Die Verfestigung kann bewirkt werden durch Anwendung von Hitze in einer Heizvorrichtung 11, wie gezeigt, sofern der Binder einen wärmeverarbeitbaren Hauptbestandteil hat, z. B. ein pastöses Harz, aber die Verfestigung ist nicht auf das Heizen alleine beschränkt. Wird z. B. ein Binder verwendet, der ein Härtungsmittel, das schon bei Raumtemperatur wirksam ist, enthält, oder ein Härtungsmittel, das bei der Anwendung von ultraviolettem Licht wirksam wird, so wird eine spontane Verfestigung erzielt, indem man bis zur Folienaufwickelstation genügend Zeit verstreichen läßt oder indem man eine Ultraviolett-Bestrahlungsvorrichtung einsetzt. Im Falle der Verfestigung durch Wärme, die die am häufigsten angewendete Art der Verfestigung ist, wird die Heiztemperatur gewünschtenfalls dem Schnitzelmaterial oder dem Bindermaterial angepaßt. Im allgemeinen werden Temperaturen zwischen etwa 60 bis 200°C angewendet.

Nach der Verfestigung wird das Substrat 8 oder das Hilfsband 81 von der entstandenen Folie A entfernt. Die Folie A wird auf eine Aufwickelrolle 12 entweder unmittelbar oder nachdem sie mittels einer üblichen Kühlvorrichtung gekühlt worden ist, oder nachdem sie einer geeigneten Wärmebehandlung unterworfen wurde, oder nach einer Temperung aufgewickelt. Hat die Folie A eine schlechte Flexibilität, so kann sie in geeignete Stücke geschnitten und ohne Aufwickeln gestapelt werden. Bei der Herstellung einer Folie mit einem schnitzelähnlichen Muster, wie in den Fig. 1 und 2 gezeigt wird, durch Entfernen des Substrates 8 oder des Hilfsbandes 81 vor dem Aufwickeln, wird ein Material mit guter Abtrennfähigkeit, z. B. ein Entformungspapier oder ein Kautschukband als Substrat 8 oder als Band 81 verwendet. Wird das vorerwähnte Verstärkungsmaterial oder der Oberflächenschutzfilm anstelle des Substrates 8 oder des Bandes 81 verwendet, so wird die Folie, ohne daß das Verstärkungsmaterial oder der Oberflächenschutzfilm entfernt wird, aufgewickelt, und je nach der Kombination dieser Materialien können verschiedene Produktarten erhalten werden. Wird zu diesem Zeitpunkt die die Dicke einstellende Walze 10 so eingestellt, daß eine sehr dünne Oberflächenbeschichtung mittels des Binders gebildet wird, so wird die Haftung zwischen dem rückseitigen Verstärkungsmaterial und der schnitzelgemusterten Folie sehr gut. Wird eine gravierte Folie gewünscht, so wird die Gravierung mit einer Gravierungswalze durchgeführt, und zwar während der Verfestigung oder nach Erweichung der verfestigten Struktur.

Der Binder 2 wird durch die Auftragsvorrichtung aufgebracht, die in der Lage ist, eine Dickenanpassung vorzunehmen, damit der Binder 2 gleichmäßig die Zwischenräume zwischen den Schnitzeln 1 ausfüllt, ohne eine Oberflächenbeschichtung auf den Schnitzeln zu bewirken. In der Fig. 3 wird die Entfernung zwischen der oberen Walze 10 und der unteren Walze 10 so eingestellt, daß keine Oberflächenbeschichtung durch den Binder 2 an der oberen Walze auf der Oberfläche der Schnitzel 1 erfolgt, oder aber so, daß nur eine sehr dünne Oberflächenbeschichtung an der oberen Oberfläche der Schnitzel 1durch den Binder 2 erfolgt. Weiterhin wird der Abstand zwischen den beiden Walzen 10 so eingestellt, daß das Einfüllen des Binders im wesentlichen ohne Druck erfolgt. Dadurch wird eine Deformation der Schnitzel vermieden.

Die erfindungsgemäße Folie wird kontinuierlich bei einer Geschwindigkeit von etwa 3 bis 7 m/min nach dem vorher beschriebenen Verfahren hergestellt. Da das Herstellungsverfahren keine Stufe umfaßt, bei welcher hohe Drücke erforderlich sind, behalten die Schnitzel 1 ihre ursprünglichen klaren Konturen, und es findet keine Verschiebung statt, bei welcher die Schnitzelkonturen verschwommen werden. In der entstehenden Folie sind die Schnitzel 1 dicht ohne Überlappung aneinandergeordnet.

Das Verhältnis der Schnitzel 1 in der Folie ist unterschiedlich je nach der Form der Schnitzel. Im allgemeinen beträgt es bis zu etwa 70 bis 90 Vol.-%, bezogen auf das Gesamtvolumen der Folie. Um die Dichte der Schnitzel weiter zu erhöhen, werden Schnitzel 1 mit einer planen Form wie einer dreieckigen, rechteckigen, hexagonalen oder kreisförmigen Form, die besonders gut ausrichtbar sind, bevorzugt. Jedoch können selbstverständlich auch Schnitzel anderer Konfiguration verwendet werden.

Das Material für die Schnitzel ist nicht in irgendeiner Form begrenzt. Wenn man den Binder 2 richtig auswählt, können nicht nur Schnitzel aus Kunstharzen, die häufig bei Folien dieser Art verwendet werden, sondern auch anorganische Schnitzel, wie Metallschnitzel, keramische Schnitzel oder Steinschnitzel oder Holzschnitzel verwendet werden. Hinsichtlich der ästhetischen Wirkung können Kunstharzschnitzel mit einem Muster und Metallschnitzel mit schönem metallischen Glanz verwendet werden.

Sind die Schnitzel 1 sehr groß, so nimmt die Berührungsfläche der Schnitzel mit dem Binder 2 ab, und dadurch wird wahrscheinlich die Festigkeit der Folie vermindert. Daher ist es bei der Herstellung von Folien für die Verwendung als Boden- oder Wandmaterial wünschenswert, Schnitzel mit einer Dicke von etwa 1 bis 5 mm, einer Länge in der Längsrichtung von etwa 3 bis 50 mm und einer kurzen Länge von etwa 3 mm oder mehr zu verwenden.

Der Binder 2 kann unter zahlreichen Materialien je nach dem für die Schnitzel 1 verwendeten Material ausgewählt werden. Sind die Schnitzel hauptsächlich aus einem thermoplastischen Harz, wie Polyvinylchlorid, gebildet, so können Binder, die gewöhnliche Pastenharze als Hauptbestandteile enthalten, verwendet werden. Bestehen die Schnitzel aus einem anorganischen Material wie Holz, so können wärmehärtbare oder bei Raumtemperatur härtbare Binder, die hauptsächlich aus einem Epoxyharz oder Urethanharz bestehen, verwendet werden. Wird die Folie A zu flachen Platten oder Fliesen ohne Aufwickeln geschnitten, so kann man Zement oder Gips als Binder für keramische Schnitzel verwenden.

In den erfindungsgemäßen Folien ist der Anteil an verhältnismäßig billigen Schnitzeln (bei der Verwendung von Kunstharzschnitzeln können die Kosten durch Zugabe eines Füllstoffes noch vermindert werden) groß und der Anteil an verhältnismäßig kostspieligem Binder (Harzbinder sind besonders kostspielig, weil man keine Füller in großen Mengen zugeben kann) ist gering. Daher kann insgesamt die Folie mit niedrigen Kosten hergestellt werden. Darüber hinaus ist eine strenge Überwachung der Arbeitsbedingungen, wie dies beim Stand der Technik erforderlich war, bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Folien nicht erforderlich und die Produktionsmenge kann 3 bis 7 m pro Minute betragen. Die Herstellungsvorrichtung ist einfach und kann auch leicht betrieben werden

Beispiel 1

Aus einer Zusammensetzung der Formulierung gemäß Tabelle 1 wurde eine Schnitzelfolie (Dicke 2,5 mm) durch Walzverformung gebildet. Diese Folie wurde zu rechteckigen Polyvinylchloridschnitzeln mit einer Größe von 5 × 5 × 2,5 mm geschnitten Tabelle 1 Gewichtsteile



PVC 100

Calciumcarbonat 250

Weichmacher (Dioctylphthalat) 45

Stabilisator 3

Pigment 1



Ein heller, transparenter Binder wurde gemäß der in Tabelle 2 gezeigten Formulierung hergestellt. Tabelle 2 Gewichtsteile



Pastenharz 100

Weichmacher (Dioctylphthalat) 55

Stabilisator 3

Pigment 1



Es wurde eine Vorrichtung gemäß Fig. 3 verwendet und die Polyvinylchloridschnitzel und der Binder wurden auf die die Schnitzel aufnehmende Platte 6 bzw. die den Binder aufnehmende Platte 13 gegeben. Ein Glasfasergewebe (Dicke 0,3 mm) wurde als Substrat 8 verwendet und über ein Förderband 7 mit einer Geschwindigkeit von 4 m/min bewegt. Die Zuführwalze 4 wurde mit einer Geschwindigkeit von 14 m/min in Schnitzelzuführrichtung rotiert. Die Ausrichtungswalze 5 bestand aus einer Sandpapierwalze, die der Zuführwalze 4 gegenüber angebracht war, wobei der Abstand zwischen den Walzen 3 mm betrug und die Umlaufgeschwindigkeit der Ausrichtungswalze 10 m/min betrug und zwar in entgegengesetzter Richtung zu der Richtung der Schnitzelzufuhr. Auf diese Weise wurden die Polyvinylchloridschnitzel in guter Ausrichtung auf das Substrat 8 aufgegeben. Die Führungsplatte 9 vibrierte in eine Richtung parallel zur Achse der Zuführwalze 4. Die auf das Substrat 8 aufgegebenen Schnitzel wurden in einer Ebene sehr dicht zueinander ausgerichtet. Die Schnitzel liefen durch den Spalt zwischen der die Dicke ausrichtenden Walze 10, die auf eine Dicke von 2,5 mm eingestellt war, und der Binder wurde in die Zwischenräume zwischen den Schnitzeln so eingefüllt, daß sich keine Oberflächenbeschichtung bildete. Dann wurde die Matrixfolie in eine Erwärmungsvorrichtung 11 eingeführt und dort 3 Minuten auf 160°C erwärmt, wobei sich der Binder verfestigte und die Schnitzel zusammenhängend zu einer Folienform verbunden wurden. Das Substrat wurde dann abgeschält und die Folie wurde gekühlt und durch die Aufwickelrolle 12 aufgewickelt.

Die gebildete Folie zeigte ein schnitzelähnliches Muster, wobei die Schnitzel dicht aneinandergereiht waren, ohne sich zu überlappen (der Anteil der Schnitzel in der Folie betrug 83 Vol.-%) und wobei die Schnitzel mittels eines Binders fest unter Ausbildung einer zusammenhängenden Folie verbunden waren und durch die Folie in deren Dickenrichtung hindurch drangen. Es wurde weder eine Deformation der Schnitzel noch eine Verschlechterung der Konturen festgestellt, vielmehr war die Folie sehr schön und klar.

Beispiel 2

Anstelle der in Beispiel 1 verwendeten Polyvinylchloridschnitzel wurden Aluminiumschnitzel mit einer Größe von 5 × 5 × 2,5 mm verwendet, und anstelle des im Beispiel 1 verwendeten Binders wurde ein bei Raumtemperatur härtbarer Binder aus einem Epoxyharz und einem Härtungsmittel (Polyamidamin) im Verhältnis 1 : 1 verwendet, und die Härtung wurde bei Raumtemperatur durchgeführt. Sonst wurde das gleiche Verfahren wie im Beispiel 1 wiederholt und man erhielt eine Folie mit einem schnitzelähnlichen Muster. In dieser Folie waren die Aluminiumschnitzel dicht und fest mittels des Binders verbunden und bildeten eine zusammenhängende Folienstruktur mit einem sehr guten Aluminiumglanz.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einem Schnitzelmuster, bei dem man eine Vielzahl von Schnitzeln dicht aneinanderliegend, aber ohne Überlappung ausgerichtet auf eine kontinuierlich bewegte ebene Unterlage aufbringt und die verfestigte Folie von der Unterlage entfernt, dadurch gekennzeichnet, daß man die Zwischenräume zwischen den auf der Unterlage ausgerichteten Schnitzeln bis zur Dicke der Schnitzel oder geringfügig darüber im wesentlichen drucklos mit einem Binder auffüllt, und daß man den Binder dann verfestigt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigung des Binders durch Erhitzen erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigung des Binders mittels ultravioletter Bestrahlung erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die dicht aneinandergereihten Schnitzel auf ein Substrat gegeben werden, das von einem Förderband getragen wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Substrat ein die Rückseite der Folie verstärkendes Material ist.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Füllen der Zwischenräume zwischen den Schnitzeln mit dem Binder zur Verhinderung des Fadenziehens auf die Schnitzel und den Binder ein Oberflächenschutzfilm aufgebracht wird.






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