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Dokumentenidentifikation DE3802038A1 04.08.1988
Titel Verfahren zum aseptischen Abpacken oder Abfüllen von Lebensmitteln
Anmelder Thies, Wolfgang, 2350 Neumünster, DE
Erfinder Thies, Wolfgang, 2350 Neumünster, DE
Vertreter Tönnies, J., Dipl.-Ing.Dipl.-Oek., Pat.- u. Rechtsanw., 2300 Kiel
DE-Anmeldedatum 25.01.1988
DE-Aktenzeichen 3802038
Offenlegungstag 04.08.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.1988
IPC-Hauptklasse B65B 55/16

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum aseptischen Abpacken oder Abfüllen von Lebensmitteln, wie Fleisch, Fisch, Gemüse oder Obst durch Sterilisieren der Packungen bzw. Behälter und des zu verpackenden bzw. abzufüllenden Gutes und Abpacken bzw. Abfüllen unter sterilen Bedingungen.

Zur Herstellung von Vollkonserven werden bisher die zu verpackenden Produkte wie Fleisch, Fisch, Fertiggerichte, Gemüse, Obst, oder Kartoffeln nach entsprechender Aufbereitung, nämlich Reinigung, Sortierung und ggf. Blanchieren in noch unsterilem Zustand in die ebenfalls noch unsterile Umverpackung (beispielsweise Dosen, Gläser, Beutel aus Aluminium oder Kunststoff, Kunststoffschalen, Tüten usw.) abgefüllt. Danach werden die Packungen luftdicht verschlossen (in einigen Fällen nach Zugabe ebenfalls noch unsteriler Aufgüsse, Soßen usw.). Um eine sterile, haltbare Packung zu erhalten, werden die Behältnisse dann mit dem Inhalt gefüllt mit Wasser oder Dampf sterilisiert bzw. - bei entsprechend niedrigen ph-Werten - pasteurisiert. Dabei dringt die Wärme im Zeitablauf von außen nach innen in den Kern des Behältnisses ein. Dies hat zur Folge, daß zur zuverlässigen Sterilisierung der sich im Kern der Packung befindlichen Produkte auf die sich am äußeren Rand des Behältnisses befindlichen Produkte mehr Wärmeeinheiten aufgegeben werden müssen, als hier zur Bewirkung der Sterilität erforderlich wäre. Dies führt dazu, daß die Masse der Produkte zur Erreichung der Gesamtsterilität der Packung mehr Wärmeeinheiten bekommen als eigentlich erforderlich. Diese Wärmeeinwirkungen führen zur Beeinträchtigung der Qualität der Produkte und zum Verlust von Vitaminen und Nährstoffen.

Es ist bekannt, zur Vermeidung dieser Nachteile Lebensmittel aseptisch abzufüllen, indem die Produkte in einer Flüssigkeit schwimmend durch ein möglichst dünnes Rohr oder dgl. geleitet werden und hier durch Hitze sterilisiert bzw. pasteurisiert werden. Anschließend werden diese Produkte in einem sterilen Raum in bereits sterile Packungen abgefüllt. Dies führt zu einer deutlichen Verringerung der Wärmebelastung des Produkts und zu einer entsprechenden Steigerung der Produktqualität, da das Produkt jeweils zur die zur Sterilisierung des einzelnen Produktes erforderliche Wärmemenge erhält.

Das Durchführen der zu sterilisierenden Produkte durch dünne Rohre oder dgl. ist jedoch aufwendig und insbesondere bei Produkten mit einer größeren Stückgröße technologisch kaum zu bewältigen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorbekannten Verfahren zum aseptischen Abpacken zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das abzupackende bzw. abzufüllende Gut in einer dünnen Schicht an einer Mikrowellen erzeugenden Station vorbeigeführt wird, wobei Fördergeschwindigkeit und Mikrowellenenergie derart gewählt werden, daß die Sterilisation des Gutes gewährleistet, eine darüber hinausgehende Wärmebelastung des Gutes jedoch vermieden wird.

Weiter wird vorgeschlagen, daß das zu sterilisierende Gut zu diesem Zweck vertikal durch zwei benachbarte Platten aus Glas oder dgl. geführt und von beiden Seiten mit Mikrowellen beaufschlagt wird.

Um eine weitere Wärmebelastung des aspetisch abzupackenden Gutes nach Sterilisieren zu vermeiden, wird weiter vorgeschlagen, dieses unmittelbar an die Sterilisierung anschließend in einem sterilen Wasserbad abzufüllen.

Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, daß abzupackende bzw. abzufüllende Gut durch die Einwirkung von Mikrowelle zu sterilisieren, wobei das Gut in einer möglichst dünnen Schicht, also einer Schicht, die nicht stärker ist als die Stückgröße des Produkts, an einer Mikrowellen erzeugenden Station vorbeigeführt wird. Diese Mikrowellen erzeugende Station besteht vorzugsweise aus zwei Glasplatten, deren lichter Abstand voneinander der maximalen Stückgröße des abzupackenden bzw. abzufüllenden Gutes entspricht. Die Geschwindigkeit, mit der das Gut durch die Station, in der es mit Mikrowellen beaufschlagt wird, geführt wird, und die Energie der Mikrowellen werden dabei so gewählt, daß eine zuverlässige Sterilisation gewährleistet ist, die eine darüber hinausgehende Wärmebelastung des Gutes jedoch vermieden wird.

Es versteht sich, daß das Verfahren auch durch eine Bewegung der Mikrowellenquelle relativ zu dem in einer dünnen Schicht ausgebreiteten Gut möglich ist.

Um eine weitere Wärmebelastung des Gutes nach Bewirkung der Sterilisation zu vermeiden, wird weiter vorgeschlagen, das abzupackende bzw. abzufüllende Gut unmittelbar nach der Sterilisierung durch ein steriles Wasserbad zu führen.

Für den Fall, daß das Gut mit einer Aufgußflüssigkeit verpackt werden soll, muß diese natürlich auch - vorzugsweise unter Verwendung von Mikrowellen - sterilisiert sein.

Bei Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens ist der Energieverbrauch relativ gering, die erreichbare Durchsatzgeschwindigkeit ist hoch.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum aseptischen Abpacken oder Abfüllen von Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Gemüse oder Obst durch Sterilisieren der Umpackungen bzw. Behälter und des Gutes und Abpacken bzw. Abfüllen des Gutes unter sterilen Bedingungen, dadurch gekennzeichnet, daß das abzupackende bzw. abzufüllende Gut in einer dünnen Schicht an einer Mikrowellen erzeugenden Station vorbeigeführt wird, wobei die Fördergeschwindigkeit des Gutes und die Mikrowellenenergie derart gewählt werden, daß die Sterilisation des Gutes gewährleistet, eine darüber hinausgehende Wärmebelastung des Gutes jedoch vermieden wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zu sterilisierende Gut vertikal durch zwei benachbarte Platten aus Glas oder dgl. geführt und von beiden Seiten mit Mikrowellen beaufschlagt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, gekennzeichnet durch Abkühlen des sterilisierten Gutes in einem sterilen Wasserbad unmittelbar nach Passieren der Mikrowellenstation.






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