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Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Traubenerntemaschine mit einem Hauptrahmen und einem innerhalb desselben mittels Querbewegungen ermöglichenden Parallelogramm-Viergelenken aufgehängten Bogenrahmen, der symmetrisch zur Längsachse nach innen wirkende Schüttelvorrichtungen trägt, und mit unterhalb der Schüttelvorrichtungen angeordneten Auffängern, die das Erntegut zu Längsförderern leiten.

Eine solche Traubenerntemaschine ist aus der US-PS 42 07 727 bekannt. Maschinen dieser Art dienen zur Mechanisierung der Weinlese, aber auch zur Erntebergung anderer Beerenarten von Stöcken am Spalier oder aus der freien Reihenerziehung. Dies ist zu bedenken, wenn nachfolgend beispielhaft von Weinstöcken die Rede ist.

Bei der bekannten Ausbildung ermöglicht die parallelführende Viergelenkaufhängung des Bogenrahmens, daß die Maschine bei ihrer Fahrt längs einer Weinstockreihe um einen gewissen Betrag von deren Längsachse abweichen darf, was dann dadurch ausgeglichen wird, daß der Bogenrahmen gegenüber dem ihn tragenden Hauptrahmen seitlich ausschwenkt, weil er über die an den Weinstöcken angreifenden Schüttelvorrichtungen etwa in der Achse der Weinstöcke gehalten wird. Der Vorteil ist hierbei, daß der Fahrer nicht übermäßig darauf achten muß, die Weinstockreihe genau mittig zur Maschine zu halten, bzw. daß bei unvermeidlichen Abweichungen von der mittigen Fahrt die Beschädigungen der Weinstöcke gering bleiben.

Ein Nachteil der bekannten Ausbildung ist jedoch darin begründet, daß die Auffänger an den unteren Enden des Hauptrahmens befestigt sind und somit nicht den Bewegungen des Bogenrahmens folgen. Dies kann dazu führen, daß Scherkräfte auftreten, die den Abschnitt des Weinstocks zwischen den Schüttelvorrichtungen und den Auffängern auf Biegung beanspruchen und beschädigen. Außerdem können die als weiche Lappen ausgebildeten Auffänger bei Abweichungen des sie tragenden Hauptrahmens von der Weinstockreihe Abdeckungslücken lassen, so daß ein Teil der herunterfallenden Beeren nicht aufgefangen wird, sondern verloren geht.

Aus der gleichen US-PS 42 07 727 ist zwar eine weitere Ausbildung der Traubenerntemaschine bekannt, bei der Auffänger am unteren Ende eines Rahmens befestigt sind, der gleichzeitig eine Schüttelvorrichtung trägt. Hier handelt es sich jedoch um nur eine einseitig angeordnete Schüttelvorrichtung und der sie sowie die Auffänger tragende Rahmen besteht aus zwei von einem Hauptrahmen herunterhängenden Trägern ohne Parallelogrammführung. Der Träger mit der Schüttelvorrichtung wird von dieser geführt und der andere Träger hat zur Führung eine spezielle gepolsterte Führungsstange.

Ein Nachteil dieser Ausbildung sind die Biegebeanspruchungen des Stocks, die auftreten aufgrund der Kraftangriffe von Schüttelvorrichtung und Führungsstange auf verschiedener Höhe. Hinzu kommt, daß nur bei mittig zur Weinstockreihe verlaufender Fahrt der Maschine die Auffänger in gleicher Höhe beidseits der Weinstöcke anliegen, bei Auslenkungen der Träger wegen einer Fahrtabweichung von der Weinstockreihe aber in verschiedener Höhe zu liegen kommen und zusätzliche Biegebeanspruchungen bewirken. Auch hier ist dann die Vollständigkeit der Erntebergung in Frage gestellt, wobei hinzukommt, daß die Fahrtabweichungen auch zu Winkeländerungen der Träger führen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Traubenerntemaschine, bei der die Schüttelvorrichtungen und die Auffänger zuverlässig gemeinsam und ohne große Beanspruchungen der Gewächse längs der Stockreihen geführt werden und dabei eine große Vollständigkeit der Erntebergung gewährleistet ist.

Ausgehend von der eingangs betrachteten bekannten Ausbildung gelingt die Lösung dieser Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Auffänger am Bogenrahmen befestigt sind und diesen aufgrund ihrer entsprechend gewählten Elastizität stützen, und daß an den Trägern des Auffängers Schirme unter teilweiser Überdeckung der unter ihnen liegenden, am Hauptrahmen angeordneten Längsförderer befestigt sind.

Bei dieser Ausbildung werden die Schüttelvorrichtungen überwiegend durch die am unteren, kräftigen Teil der Stöcke angreifenden Auffänger geführt und zuverlässig symmetrisch zur Stockreihe gehalten. Dies bewirkt eine auf beiden Seiten gleichmäßige Schütteleinwirkung auf die Stöcke.

Zweckmäßigerweise sind zwischen dem Bogenrahmen und dem Hauptrahmen der Maschine Dämpfer vorgesehen. Dies verhindert ein Aufschaukeln des Bogenrahmens.

Um die Ernte sofort in vorgereinigtem Zustand in einem Speicher zu sammeln, sind zweckmäßigerweise am Hauptrahmen ein Traubenreinigungssystem sowie Hub- und Umladeeinrichtungen angeordnet.

Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen weiter erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der Traubenerntemaschine;

Fig. 2 eine Ansicht der Maschine von vorn;

Fig. 3 die Maschine im Betrieb bei mittigem Abfahren einer Weinstockreihe;

Fig. 4 die Maschine im Betrieb bei Abweichung der Maschinenmitte von der Weinstockreihe.

Die Traubenerntemaschine hat einen Hauptrahmen 1, auf dem symmetrisch zur Längsachse kurze Plattenband-Längsförderer 2, ein mit Absauglüftern arbeitendes Luftreinigungssystem 3 zur Reinigung der Ernte von Beimengungen, Hub- und Entladeeinrichtungen 4 sowie eine Speichereinrichtung 5 angeordnet sind.

Im Rahmen 1 der Maschine ist ein Bogenrahmen 6 aufgehängt. In diesem sind symmetrisch zur Längsachse Schüttelvorrichtungen 7 angeordnet, und zwar auf beiden Seiten je zwei hintereinanderliegende Vorrichtungen mit Schüttelstäben, z. B. aus Titan. Unterhalb derselben sind ebenfalls symmetrisch blütenblattartige Zweisektions- Auffänger 8, deren einander gegenüberliegende Sektionen aus einander überdeckenden Plattenelementen bestehen, die beispielsweise aus nichtrostendem Stahl ausgeführt und an sie tragenden Rohrträgern 9 federnd angebracht sind.

Der Bogenrahmen 6 ist eine leichte, aber ausreichend steife räumliche Konstruktion, die am Hauptrahmen 1 mittels paralleler, vertikaler Zugstangen 10 aufgehängt ist.

An den Trägern 9 der Auffänger 8 sind relativ steife, flache Schirme 11 befestigt, die die freien Zwischenräume zwischen den Trägern 9 und den Förderern 2 und teilweise auch die Förderer 2 selber überdecken. Die Größe dieser Überdeckung übersteigt etwas die im Betrieb vorkommenden Abweichungen der Längsachse der Maschine vom Verlauf der Weinstockreihe.

Zwischen den Schirmen 11 und den Förderern 2, sowie zwischen den Trägern 9 der Auffänger 8 und den Gehäusen der Förderer 2 verbleiben Spalte, die eine freie Querbewegung innerhalb der erforderlichen Grenzen zulassen. Zwischen dem Bogenrahmen 6 und dem Hauptrahmen 1 sind auch noch Dämpfungseinrichtungen 12 vorgesehen.

Der Betrieb der beschriebenen Traubenerntemaschine verläuft folgenderweise:

Bei der Fahrt der Maschine entlang einer Reihe von z. B. Weinstöcken 13 trennt die Schüttelvorrichtung 7 die Traubenernte von den Kronen der Stöcke 13 dadurch ab, daß diese von beiden Seiten her gleichmäßig geschüttelt werden. Das Gleichmaß der Schüttelwirkung ist gewährleistet aufgrund der symmetrischen Lage der Schüttelvorrichtungen 7 im Bogenrahmen 6 sowie dadurch, daß dieser von den Auffängern 8 längs der Weinstockreihe geführt wird. Die Auffänger 8 umfassen dicht mit ihren abgefederten Elementen die Stämme 14 der Stöcke. Der Raum unter den Stöcken ist dabei maximal überdeckt, da die Auffängerelemente sich symmetrisch beidseits der Stämme bewegen und die von ihnen nicht überdeckte Fläche minimal ist.

Die Trauben, die von der Schüttelvorrichtung von den Stöcken abgetrennt sind und eine gewisse Menge an Beimengungen wie Blätter, einzelne Triebteile u. ä. enthalten, fallen auf die Oberflächen der Elemente des Auffängers 8, der Schirme 11 bzw. unmittelbar der Förderer 2, und nur ein unbedeutender Teil der Trauben fällt durch den von den Auffängerelementen nicht überdeckten Bereich auf den Boden.

Die Trauben, die auf die Elemente des Auffängers 8 gefallen sind, werden von diesen auf die Schirme 11 und von hier auf die Förderer 2 umgeladen. Die Förderer 2 leiten die Trauben mit den Fremdbestandteilen in die Luftreinigungssysteme 3, deren Lüfter die Beimengungen aus der Gesamtmasse heraustrennen und in andere Bereiche des Weinbergs blasen. Die von den Beimengungen gereinigten Trauben gelangen in die Hub- und Entladeeinrichtung 4, die sie den Speichern 5 zuleiten.

Bei einer Abweichung der Fahrt der Maschine vom Verlauf der Stockreihe (Fig. 4), beispielsweise durch eine Ungenauigkeit beim Lenken, nimmt die Kraftwirkung zwischen den auf der der Stockreihe näherkommenden Seite gelegenen Schüttelvorrichtungen 7 und dem auf dieser Seite gelegenen Auffänger 8 und den Stöcken zu. Dadurch wird der Bogenrahmen 6, an dem die Schüttelvorrichtungen 7 und die Auffänger 8 befestigt sind, unter Schwenkung der Zugstangen 10 in Querrichtung versetzt, wobei sich die Schirme 11 über den Förderern 2 bewegen. Somit kommt es nicht zur Bildung von Längsspalten zwischen den Förderern und dem Auffänger. Hierbei behalten die Schüttelvorrichtungen 7 ihre vertikale Lage unverändert bei, und die Elemente des Auffängers 8 sowie die Schirme 11 behalten ihre eingestellte optimale Winkellager gegenüber der Horizontalen bei, weil die Zugstangen 10 gemeinsam mit dem Bogenrahmen 6 und dem Rahmen 1 der Maschine ein Parallelogramm-Viergelenk bilden.

Die Versetzung des Bogenrahmens 6 in Richtung der Kraftbeaufschlagung seitens der Stöcke bzw. der Spalierstützen erfolgt so lange, bis die gegenüberliegenden Schüttelvorrichtungen 7 und Auffänger 8 in bezug auf die Achse der zu bearbeitenden Reihe so liegen, daß die Kraftwirkungen auf beiden Seiten die gleichen sind. Ein Schaukeln des Rahmens 6 infolge der Wirkung der Trägheitskräfte wird von den Dämpfern 12 verhindert. Somit nehmen während der Fahrt der Maschine die Schüttelvorrichtungen 7 und die Auffänger 8 in bezug auf die Reihenachse ständig die optimale Lage ein, die eine gleichmäßige und effektive Bearbeitung der Reihe durch die Schüttelvorrichtungen 7 bei minimaler Belastung der Stöcke sowie die maximal mögliche Überdeckung des Bereichs unter den Stöcken durch den Auffänger 8 gewährleistet.

Die Auffänger unterstützen effektiv die Führungswirkung der Schüttelvorrichtung 7 in dem Sinne, daß diese dank der elastischen Einwirkung der Auffängerelemente auf die bodennahen Abschnitte der Stämme in bezug auf die Kronen der Stöcke symmetrisch geführt werden. Dies trägt zur besseren Ausbeute unter minimalen Beschädigungen der Stöcke bei.

Die Vibrationen, die von den Schüttelvorrichtungen 7 über den Bogenrahmen 6 auf die Auffänger 8 übertragen werden, gewährleisten ein rasches und gleichmäßiges Abrutschen der Ernte von den Auffängerelementen auf die Förderer 2 bei minimalen Neigungswinkeln der Auffänger 8. Dies ermöglicht eine Verringerung der Auffanghöhe, da die Auffänger 8 insgesamt niedriger angeordnet sein können.

Die bei der Fahrt der Maschine zu führenden und in der Achse der Stockreihen zu haltenden Massen sind gering; sie werden nur gebildet vom Bogenrahmen 6 mit dessen zwei Hauptarbeitsorganen, den Schüttelvorrichtungen 7 und den Auffängern 8. Somit bleiben die statischen und dynamischen Belastungen der Stöcke und des Spaliers gering trotz hoher Genauigkeit und Schnelligkeit der Zentrierung der Arbeitsorgane in bezug auf die Reihenachse.

Dadurch, daß sich die Auffänger 8 auf die Stämme der Stöcke mit ihren abgefederten Elementen stützen, nicht aber über einen steifen Balken bzw. das Förderergehäuse, findet keinerlei Beschädigung der Stöcke statt. Weitere Vorteile sind eine höhere Manövrierfähigkeit, verminderte Vibration und verbesserte Arbeitsbedingungen für das Bedienungspersonal.


Anspruch[de]
  1. 1. Traubenerntemaschine mit einem Hauptrahmen (1) und einem innerhalb desselben mittels Querbewegungen ermöglichenden Parallelogramm-Viergelenken aufgehängten Bogenrahmen (6), der symmetrisch zur Längsachse nach innen wirkende Schüttelvorrichtungen (7) trägt, und mit unterhalb der Schüttelvorrichtungen (7) angeordneten Auffängern (8), die das Erntegut zu Längsförderern (2) leiten, dadurch gekennzeichnet, daß die Auffänger (8) am Bogenrahmen (6) befestigt sind und diesen aufgrund ihrer entsprechend gewählten Elastizität stützen, und daß an den Trägern (9) des Auffängers (8) Schirme (11) unter teilweiser Überdeckung der unter ihnen liegenden, am Hauptrahmen (1) angeordneten Längsförderer (2) befestigt sind.
  2. 2. Traubenerntemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Bogenrahmen (6) und dem Hauptrahmen (1) der Maschine Dämpfer (12) vorgesehen sind.
  3. 3. Traubenerntemaschine nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am Hauptrahmen (1) ein Traubenreinigungssystem (3) sowie Hub- und Umladeeinrichtungen (4) angeordnet sind.






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