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Dokumentenidentifikation DE3710855A1 20.10.1988
Titel Poröse Gaselektrode
Anmelder Hoechst AG, 6230 Frankfurt, DE
Erfinder Staab, Rudolf, Dr., 6237 Liederbach, DE;
Russow, Jürgen, Dr.;
Medic, Nikolaj, Dipl.-Ing., 6233 Kelkheim, DE
DE-Anmeldedatum 01.04.1987
DE-Aktenzeichen 3710855
Offenlegungstag 20.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.10.1988
IPC-Hauptklasse C25B 11/06
IPC-Nebenklasse H01M 4/98   

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist eine poröse Gaselektrode mit elektrokatalytisch wirksamen Teil bestehend aus einem Nickeldrahtnetz, das mindestens auf einer Seite von einem Gemisch aus Raney-Nickel und Polytetrafluorethylen bedeckt ist.

Die in der deutschen Offenlegungsschrift 33 42 969 beschriebene poröse Gaselektrode für die Wasserstoffentwicklung im alkalischen Medium zeichnet sich durch besonders vorteilhafte Eigenschaften aus: Sie ist sehr kostengünstig herzustellen und sie besitzt unter den Bedingungen der technischen Elektrolyse - Stromdichte: 3 kA/m²; Elektrolytkonzentration: 35 Gew.-% Natriumhydroxid; wasserstoffentwickelnde Kathode; d. h., das Elektrodenpotential ändert sich bei einer Laufzeit von über 3 Jahren im Rahmen der Meßgenauigkeit nicht. Infolge der speziellen folienartigen Struktur der Elektrode muß das elektrochemische Zellsystem (Brennstoffzelle oder Elektrolysezelle), in dem diese Elektrode eingesetzt werden soll, dieser speziellen Struktur genau angepaßt sein, um die Elektrode grundsätzlich und unter optimalen Bedingungen betreiben zu können. Derzeit ist es jedoch nicht möglich, solche Elektrodenstrukturen in Breiten von 1 m und breiter zu fertigen, während es problemlos ist, Bänder bis ca. 200 mm Breite in beliebiger Länge herzustellen. Da die Elektroden nicht formstabil sind, genügt es nicht, die Elektrodenbänder am Rahmen der Zelle zu befestigen, weil ein gleichmäßiger und optimaler Abstand zu der den Elektrodenraum begrenzenden Membran nicht gewärleistet werden kann.

Darüber hinaus ist die Eigenleitfähigkeit dieser Elektroden so gering, daß bei den geforderten technischen Stromdichten und bei dem weiten Abstand zu dem stromführenden Rahmen der Spannungsabfall innerhalb der Elektrode von der Mitte bis zum Rand untragbar hoch wird.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, für diese folienartigen Elektrodenbänder eine Elektrodenkonstruktion zu entwickeln, die es erlaubt, diese Elektroden als Kathoden in Membranzellen, wie sie heute in der industriellen Technik üblich sind, mit deutlichen Vorteilen gegenüber den jetzt verwendeten Kathoden einzusetzen.

Die Aufgabe wird durch eine poröse Gaselektrode gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der elektrokatalytisch wirksame Teil auf einem elektrischen Strom leitenden Stützgerüst befestigt ist. Dabei kann der elektrokatalytisch wirksame Teil aus Bändern bis zu 200 mm Breite bestehen, die parallel und im Abstand von 5 bis 10 mm zueinander mit dem Stützgerüst elektrisch leitend verbunden sind. Das Stützgerüst kann aus einem Rahmen bestehen, der ein Gitter begrenzt. Das Gitter kann aus Streben bestehen, deren Abstand zueinander höchstens 200 mm, vorzugsweise 100 bis 150 mm beträgt, oder aus Streckmetall, vorzugsweise gewalztem Streckmetall, mit mindestens 60% offener Fläche.

Die Vorteile dieser porösen Gaselektrode bestehen darin, daß die elektrokatalytisch wirksamen Teile in optimalem Abstand gegenüber der Membran fixiert und gleichzeitig mit der Stützkonstruktion elektrisch leitend so verbunden werden können, daß innerhalb der Gaselektrode kein meßbarer Spannungsabfall auftritt. Die poröse Gaselektrode hat ferner den Vorteil, daß der frei Abzug der Gasblasen aus dem Raum zwischen Membran und Elektrode gefördert wird.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen und Beispielen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen Ausschnitt einer porösen Gaselektrode, bei der das Gitter aus Stäben besteht;

Fig. 2 einen Ausschnitt einer porösen Gaselektrode, bei der das Gitter aus flachgewalztem Steckmetall besteht;

Fig. 3 die Spannung als Funktion der Stromdichte bei unterschiedlicher Breite der Bänder.

Der elektrokatalytisch wirksame Teil, die Bänder 1 der porösen Gaselektrode sind durch Schweißverbindungen elektrisch leitend mit einem elektrischen Strom leitenden Stützgerüst verbunden. Das Stützgerüst besteht aus einem Rahmen 2 und einem von diesem begrenzten Gitter. Das Gitter kann aus Stäben 3 bestehen, deren Breite d 5 bis 20 mm betragen kann und die parallel zueinander im Abstand c von 50 bis 200 mm, vorzugsweise 100 bis 150 mm angeordnet sind. Alternativ kann das Gitter aus gewalztem Streckmetall 4 bestehen, dessen offene Fläche mindestens 60% betragen soll. Der elektrokatalytisch wirksame Teil ist bei 5 mit dem Gitter und bei 6 mit dem Rahmen verschweißt. Der Abstand a der parallel zueinander angeordneten Bänder 1 kann 5 bis 10 mm betragen, ihre Breite b 10 bis 200 mm.

Beispiel

Es wurden Zellenspannung und Energieverbrauch bei konstanter Stromdichte und unterschiedlichen Bandbreiten des eleketrokatalytisch wirksamen Teiles in einer Versuchszelle gemessen. Das Stützgerüst bestand aus einem 1,3 mm dicken Nickelblech mit den Abmessungen 560 mm × 210 mm, das eine Ausnehmung von 500 mm × 78 mm aufwies. Die Bänder der folienartigen Gaselektrode waren parallel zu den Schmalseiten des Stützgerüstes angeordnet und mit seinen Längsseiten elektrisch leitend verschweißt. Diese Gaseleketrode wurde als Kathode in einer vertikal betriebenen Membranelektrolysezelle so angeordnet, daß ihre Längsseite vertikal stand und ihre Bänder der Menbran zugewandt waren. Der Abstand zwischen den Bändern und der Membran vom Typ Nafion® NX 90902 der Firma DuPont betrug 3 mm; die Anode lag auf der Rückseite der Membran direkt an. Die Zelle wurde mit 33%iger Natronlauge im Umpump im Kathodenraum und mit gesättigter, gereinigter Natriumchloridlösung und einer Anolytkonzentration von 200 g NaCl/l im Ablauf bei 90°C und einer Stromdichte von 3 KA/m² bezogen auf die im Nickelblech ausgenommene Fläche von 390 cm² betrieben. Im Dauerbetrieb über jeweils mehrere Tage wurden für die Elektroden mit unterschiedlich breiten Bändern, deren Abstand untereinander jeweils 5 mm betrug, folgende Zellenspannungen und Energieverbrauch erreicht:



Zur Bestimmung der Charakteristik der drei verschiedenen Elektroden wurde die Zellspannung in Abhängigkeit von der Stromdichte im Bereich von 0,5 bis 4 kA/m² bestimmt. Die Ergebnisse sind in Fig. 3 graphisch dargestellt und zeigen, daß diese Gaselektroden auch bei 4 kA/m² noch im linearen Bereich arbeiten.


Anspruch[de]
  1. 1. Poröse Gaselektrode mit elektrokatalytisch wirksamen Teil, bestehend aus einem Nickeldrahtnetz, das mindestens auf einer Seite von einem Gemisch aus Raney- Nickel und Polytetrafluorethylen bedeckt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrokatalytisch wirksame Teil auf einem elektrischen Strom leitenden Stützgerüst befestigt ist.
  2. 2. Poröse Gaselektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrokatalytisch wirksame Teil aus Bändern besteht, die parallel und im Abstand zueinander auf dem Stützgerüst angeordnet sind.
  3. 3. Poröse Gaselektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützgeräst aus einem Rahmen besteht, der ein Gitter begrenzt.
  4. 4. Poröse Gaselektrode nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter aus parallel angeordneten Streben besteht, deren Abstand zueinander höchstens 200 mm, vorzugsweise 100 bis 150 mm beträgt.
  5. 5. Poröse Gaselektrode nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter aus Streckmetall mit mindestens 60% offener Fläche besteht.
  6. 6. Poröse Gaselektrode nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bänder mit einer Breite von bis zu 200 mm in Abständen von 5 bis 10 mm zueinander mit dem Stützgerüst elektrisch leitend verbunden sind.






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