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Dokumentenidentifikation DE3538531C2 27.10.1988
Titel Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Span-, Faser- und dergleichen -platten
Anmelder Wilhelm Mende GmbH & Co, 3363 Gittelde, DE
Erfinder Steiniger, Hans Peter, Dipl.-Holzw., 3257 Springe, DE
Vertreter Leine, S., Dipl.-Ing.; König, N., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 3000 Hannover
DE-Anmeldedatum 30.10.1985
DE-Aktenzeichen 3538531
Offenlegungstag 07.05.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.1988
IPC-Hauptklasse B27N 3/26
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Span-, Faser- und dergleichen -platten beschrieben, bei dem aus einem Vlies unter Verwendung einer beheizten, teilweise von einem Stahlband umspannten Preßtrommel mit zwischen Preßtrommel und Stahlband ausgebildeten Preßspalt ein Plattenstrang gebildet wird. Zur Leistungssteigerung und Qualitätsverbesserung wird eine gezielte Komprimierung am Preßspalteingang vorgenommen und anschließend bei gleichzeitigem Weitertransport eine Erwärmung des Vlieses über eine so lange Zeit vorgenommen, daß sich durchweg elastische Teilchen im Vlies ergeben und die Bindemittel-Aushärtetemperatur erreicht wird, worauf eine weitere Druckausübung erfolgt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art zur kontinuierlichen Herstellung von Span-, Faser- und dergleichen -platten.

Durch die DE-OS 27 10 000 ist ein Verfahren der betreffenden Art bekannt, bei dem im Umschlingungsbereich des Bandes zusätzliche Andrückwalzen vorgesehen sind. Diese sollen den Zweck haben, einen sehr hohen Druck zwecks Verbesserung des Verpreßvorganges zu erzeugen. Sie sind verhältnismäßig dicht hinter dem ersten Preßspalt angeordnet, so daß die Späne noch nicht ihre gewünschte Endtemperatur und damit Weichheit erreicht haben. Insofern ist die Aussage in dieser Schrift zutreffend, daß der durch diese Andrückwalzen erzeugte Druck sehr hoch ist. Außerdem sind zwei Walzen vorgesehen, so daß eine Druckerhöhung zweimal erfolgt. Der Aufwand ist daher beträchtlich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der betreffenden Art anzugeben, bei dessen Anwendung die Qualität der gefertigten Spanplattenbahn verbessert, der Bindemittelverbrauch erniedrigt und eine Leistungssteigerung und Vereinfachung erzielt wird.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebene Lehre gelöst.

Eine überraschende Qualitätsverbesserung, verbunden mit einer Verringerung des Bindemittelverbrauchs, ist - im Gegensatz zum Bekannten - die Folge davon, daß einerseits keine übermäßigen, sondern nur die zur Erzielung der Enddicke des jeweiligen Plattenstranges unbedingt erforderlichen Drücke angewandt werden und andererseits eine zusätzliche Druckanwendung auf das Stahlband erst dann erfolgt, wenn sich entsprechend der Vliestemperatur die bestmöglichen Auswirkungen dieser Druckanwendung einstellen.

Da die zusätzliche Druckanwendung an genau der richtigen Stelle im Preßablauf erfolgt, sind zusätzliche Druckerhöhungen durch zusätzliche Andrückwalzen nicht erforderlich, so daß dadurch die Anlage beträchtlich verbilligt wird.

Vorzugsweise wird in dem Umfangsbereich der geheizten Preßtrommel, in dem die Teilchen in den nachgiebigen Zustand überführt werden, das Stahlband von außen durch Kontakt- und/ oder Strahlungswärme zusätzlich aufgeheizt. Damit läßt sich eine gut dosierbare Wärmeeinwirkung auf das Stahlband und damit auch ein Aufheiz-Temperaturgradient im jeweiligen Vlies erzielen, der sicherstellt, daß an der Stelle, an der eine zusätzliche Druckausübung erfolgt, die für die Druckausübung günstigste Temperatur im Vlies vorliegt.

Die zusätzliche Druckausübung kann im Preßablauf auf einen linienförmigen Druck beschränkt werden, da wegen der Nachgiebigkeit der Späne der Druck sofort seine Wirkung tut und die Späne im zusammengedrückten Zustand bleiben.

Zur zusätzlichen Druckanwendung wird zweckmäßigerweise eine beheizte Walze verwendet, deren Temperatur zwischen der Temperatur der eingangsseitigen Druckwalze und der Temperatur der Preßwalze liegt.

Bei der Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist es wesentlich, daß bei der Verwendung von Druckwalzen zur zusätzlichen Druckausübung biegesteife Druckwalzen verwendet werden. In diesem Zusammenhang wirkt sich günstig aus, daß der Durchmesser derartiger Druckwalzen deutlich kleiner gewählt werden kann als der Durchmesser der eingangsseitig vorgesehenen Druckwalze, weil das nachgiebige und auf die erforderliche Aushärtetemperatur des Bindemittels erhitzte Vlies an den Stellen, an denen diese Druckwalzen wirksam sein müssen, nunmehr wesentlich leichter verdichtbar ist als am Preßspaltbeginn. Auch aus diesem Grunde kann die Forderung nach einer Biegesteifigkeit der jeweiligen Druckwalze ohne besonderen Aufwand erfüllt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Span-, Faser- und dergleichen -platten, bei dem ein auf einer Unterlage gebildetes Vlies aus mit mindestens einem Bindemittel versetzten lignozellulose- und/oder zellulosehaltigen Spänen, Fasern und dergleichen in einer Kalanderpresse mit einer auf einem Teil ihres Umfangs von einem über Führungs- und Druckwalzen laufenden Stahlband umspannten, beheizten Preßtrommel unter Erhitzung gepreßt und in Form eines Plattenstranges abgeführt wird, wobei das Vlies am Beginn des Preßspaltes komprimiert und dann eingeschlossen zwischen beheizter Preßtrommel und Stahlband bei gleichzeitigem Weitertransport erwärmt und auf die erforderliche Aushärtetemperatur gebracht wird, und wobei an zumindest einer weiteren Umfangsposition der beheizten Preßtrommel wenigstens eine zusätzlihe Druckausübung auf das Stahlband und damit auf das unter dem radialen Haltedruck des Stahlbandes stehende Vlies vorgenommen und anschließend das Vlies zu einem fertig gepreßten Plattenstrang ausgehärtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Druckausübung erst nach einer Zeit erfolgt, zu der die Teilchen auf eine solche Temperatur erwärmt sind, bei der sie durchgehend in ihren nachgiebigen Zustand überführt sind und die im wesentlichen der Aushärtetemperatur des verwendeten Bindemittels entspricht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Umfangsbereich der beheizten Preßtrommel, in dem die Teilchen in den elastischen Zustand überführt werden, das Stahlband von außen durch Kontakt- und/oder Strahlungswärme aufgeheizt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Umfangsbereiches, in dem die Teilchen des Vlieses in den elastischen Zustand überführt werden, in Abhängigkeit von der Solldicke des zu fertigenden Plattenstranges variiert wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Druckausübung linienförmig erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur zusätzlichen Druckausübung eine beheizte Walze verwendet wird, deren Temperatur zwischen der Temperatur der eingangsseitigen Druckwalze und der Temperatur der Preßtrommel liegt.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Druckausübung mittels einer biegesteif ausgebildeten Druckwalze erfolgt.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zur zusätzlichen Druckausübung verwendete Druckwalze einen geringeren Durchmesser aufweist als die eingangsseitig vorgesehene Druckwalze.






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