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Dokumentenidentifikation DE3711538A1 27.10.1988
Titel Verfahren zum elektrischen Zählen von Gegenständen und Vorrichtung hierzu
Anmelder Krämer, Norbert, 6100 Darmstadt, DE
Erfinder Krämer, Norbert, 6100 Darmstadt, DE
Vertreter Mierswa, K., Dipl.-Ing., Pat.- u. Rechtsanw., 6800 Mannheim
DE-Anmeldedatum 08.04.1987
DE-Aktenzeichen 3711538
Offenlegungstag 27.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.1988
IPC-Hauptklasse G06M 7/00
IPC-Nebenklasse H04R 17/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrischen Zählen von Gegenständen wie Tabletten, Pillen, Zäpfchen, Körner, Schrauben, Nägel oder ähnliches und eine Vorrichtung hierzu.

Es sind eine Vielzahl von mechanischen Zählvorrichtungen für Tabletten, Pillen, Schrauben oder ähnliches bekannt, bei denen nach vorangegangener Vereinzelung der Gegenstände eine Zählung beispielsweise mittels einer elektrischen Lichtschranke erfolgt. Die Gegenstände fallen dazu durch eine Lichtschranke hindurch, wodurch ein elektrischer Impuls ausgelöst wird, der registriert werden kann.

Eine derartige elektrische Registrierung mittels Lichtschranke besitzt den Nachteil, daß die Gegenstände absolut vereinzelt die Lichtschranke durchfallen müssen. Denn wenn zwei Gegenstände gleichzeitig die Lichtschranke durchfallen, wird trotzdem nur ein Impuls ausgelöst; die Lichschranke kann nicht erkennen, daß hier zwei oder möglicherweise sogar mehr Gegenstände gleichzeitig gefallen sind.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum elektrischen Zählen von Gegenständen der genannten Gattung zu schaffen, welches höchst einfach gestaltet ist und bei der auch der gleichzeitige und auch fast gleichzeitige Fall von zwei oder sogar mehr Gegenständen registriert werden kann.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht in dem erfindungsgemäßen Verfahren des Anspruchs 1. Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist in Unteranspruch 6 gekennzeichnet. Eine weitere Lösung der Aufgabe ist in dem erfindungsgemäßen Verfahren des Anspruchs 2 und in der zugehörigen Vorrichtung des Anspruchs 10 angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren besitzt den hervorstechenden Vorteil, daß mit ihm höchst einfach Gegenstände gezählt werden können, die vereinzelt im freien Fall auf die Piezo-Scheibe oder die in sich ebene Lautsprechermembran fallen, wobei die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran waagerecht oder gemäß einer schiefen Ebene schräg gestellt sein können und als Aufprallplatte ausgebildet sind. Sind die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran ungefähr waagerecht angeordnet, so wird in vorteilhafter Weise der Gegenstand nach dem Aufprall mechanisch oder pneumatisch von der Piezo-Scheibe oder der Lautsprechermembran entfernt. Sind die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran gemäß einer schiefen Ebene schräg angeordnet, so wirken dieselben nach dem Aufprall des Gegenstandes als Rutsche, der Gegenstand rutscht die schiefe Ebene herunter, und die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran ist wieder frei.

Fällt ein Gegenstand aus dem freien Fall auf die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran auf, so wird aufgrund der Biegung derselben bzw. der Induktion innerhalb der Lautsprecherspule ein elektrischer Impuls erzeugt, der geeignet registriert, weiterverarbeitet und gezählt werden kann. Fallen gleichzeitig zwei Gegenstände auf die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran, so ist die Amplitude des erzeugten elektrischen Signals entsprechend größer, so daß genau zwischen dem Auftreffen eines oder mehrerer Gegenstände unterschieden werden kann. Bei entsprechender Genauigkeit der Signalauswertung ist auch ohne weiteres die Diskriminierung von wenigstens drei gleichzeitig auffallenden Gegenständen möglich. Ebenso ist es möglich, zwei sehr kurzzeitig hintereinander auf die Piezo-Scheibe auftretende Gegenstände zu registrieren, weil dadurch eben das Ausgangssignal entsprechend verändert wird, was wiederum geeignet diskriminiert werden kann.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung besitzt den Vorteil, einfach gestaltet, aber höchst wirkungsvoll zu sein, da mittels der erfindungsgemäßen Sensoren hohe Ausgangssignale erhalten werden.

Die Schrägstellung der Piezo-Scheibe oder der Lautsprechermembran bewirkt in höchst einfacher und vorteilhafter Weise, daß nach dem Aufprallen des Gegenstandes derselbe sofort auf der schiefen Ebene herabgleitet und somit den Sensor wieder für den nächsten Aufprall des nächsten Gegenstandes freigegeben ist.

An die Zähleinrichtung kann sich dann eine Weiterverarbeitungsstation anschließen, beispielsweise eine Waage oder ein Förderband, welches die Gegenstände, beispielsweise in eine Verpackungsmaschine, weiterleitet.

Ein Beispiel der Erfindung ist in der Zeichnunug dargestellt und anschließend beschrieben. Dabei zeigt

Fig. 1 ein Querschnitt durch eine schräge Rutsche, in die eine Piezo- Scheibe gemäß einer schiefen Ebene integriert ist und

Fig. 2 eine Draufsicht auf Fig. 1, wobei die Piezo-Scheibe zur Darstellung der Aussparung innerhalb der Rutsche weggelassen ist.

Die Vorrichtung gemäß der Fig. 1 und 2 besteht aus einer kubischen Rutsche 1, die eine schräge, in sich ebene Oberfläche 8 gemäß einer schiefen Ebene besitzt. Diese Oberfläche 8 ist beispielsweise als schräg verlaufende Ausfräsung 9 in die Rutsche 1 eingefräst, so daß die Ränder der Ausfräsung gleichzeitig Begrenzungs- und Führungswandungen für die die schiefe Ebene herabgleitene Gegenstände bilden.

Am oberen Ende der Rutsche 1 innerhalb der Ausfräsung 9 befindet sich eine Vertiefung 2, die beispielsweise als kreisrundes Sackloch ausgestaltet ist. Zu diesem Sackloch 2 führt von außerhalb der Rutsche 1 eine Bohrung 3. Die Vertiefung 2 ist mit einem elastischen Kunststoffplättchen 4 abgedeckt, auf dessen Unterseite eine Piezo-Scheibe 5 aufgeklebt ist. Elektrische Anschlüsse 6, 7 der Piezo-Scheibe 5 sind durch die Bohrung 3 nach außerhalb der Rutsche 1 geführt. Des weiteren weist die Rutsche 1 eine Querbohrung 10 auf zur Befestigung der Rutsche auf einer nicht gezeigten Unterlage.

Die Funktionsweise der Vorrichtung ist folgende:

Fällt ein Gegenstand aus dem freien Fall auf das Kunststoffplättchen 4, so werden dasselbe und die darunter befindliche Piezo-Scheibe 5 durch den Aufprall verformt, weshalb an den elektrischen Anschlüssen 6, 7 ein elektrischer Impuls abgenommen und registriert werden kann. Danach rutscht der Gegenstand die schiefe Ebene der Oberfläche 8 herab, so daß der Sensor, die Piezo-Scheibe 5, wieder für den nächsten Gegenstand freigegeben ist.

  • Liste der Bezugszeichen

    1 Rutsche

    2 Vertiefung

    3 Bohrung

    4 Kunststoffplättchen

    5 Piezo-Scheibe

    6, 7 Zuleitungen

    8 Oberfläche der schiefen Ebene

    9 Ausfräsung

    10 Querbohrung


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum elektrischen Zählen von Gegenständen, wie Tabletten, Pillen, Zäpfchen, Körner, Schrauben, Nägel oder ähnliches, dadurch gekennzeichnet, daß die vereinzelten Gegenstände aus dem freien Fall auf eine Piezo-Scheibe (5) fallen, die als Aufprallscheibe ausgebildet ist, wobei das beim Aufprall auf die Piezo-Scheibe erzeugte elektrische Signal als Zählimpuls für den Gegenstand registriert wird.
  2. 2. Verfahren zum elektrischen Zählen von Gegenständen, wie Tabletten, Pillen, Zäpfchen, Körner, Schrauben, Nägel oder ähnliches, dadurch gekennzeichnet, daß die vereinzelten Gegenstände aus dem freien Fall auf eine ungefähr in sich ebene Lautsprechermembran eines Lautsprechers fallen, die als Aufprallscheibe ausgebildet ist, wobei das beim Aufprall auf die Lautsprechermembran innerhalb der Lautsprecherspule erzeugte elektrische Signal als Zählimpuls für den Gegenstand registriert wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran gemäß einer schiefen Ebene schräg gestellt wird, so daß die Gegenstände auf derselben nach dem Aufprallen herunterrutschen.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran ungefähr waagerecht gestellt wird und die Gegenstände nach dem Aufprallen mechanisch oder pneumatisch von der Piezo-Scheibe oder der Lautsprechermembran entfernt werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände nach dem Aufprallen auf die Piezo-Schiebe oder die Lautsprechermembran von derselben weggeblasen werden.
  6. 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Piezo-Scheibe (5), die elektrische Anschlüsse (6, 7) aufweist und als Aufprallscheibe ausgebildet ist, wobei das beim Aufprall auf die Piezo-Scheibe erzeugte elektrische Signal als Zählimpuls für den Gegenstand registriert wird.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe (5) von unten auf ein elastisches Kunststoffplättchen (4) aufgeklebt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe (5) gemäß einer schiefen Ebene schräg gestellt ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe (5) über einer Aussparung (2) innerhalb einer schrägen Rutsche (1) angeordnet ist, deren an die Piezo-Scheibe nach unten anschließende, schräg verlaufende Oberfläche (8) denselben oder einen größeren Neigungswinkel (β) wie die Piezo-Scheibe besitzt.
  10. 10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine ungfähr in sich ebene Lautsprechermembran eines Lautsprechers, die als Aufprallscheibe ausgebildet ist, wobei das beim Aufprall auf die Lautsprechermembran innerhalb der Lautsprecherspule erzeugte elektrische Signal als Zählimpuls für den Gegensand registriert wird.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Lautsprechermembran des Lautsprechers gemäß einer schiefen Ebene schräg gestellt ist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspuch 6 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Piezo-Scheibe oder die Lautsprechermembran ungefähr eben angeordnet sind, wobei sich im Bereich derselben eine mechanische oder pneumatische Einrichtung zum Entfernen des aufgeprallten Gegenstandes befindet.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Entfernen des aufgeprallten Gegenstandes eine Blaseinrichtung ist.






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