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Dokumentenidentifikation DE3712296A1 27.10.1988
Titel Reinigungsstraße für Schweißdrähte
Anmelder Pache, Norbert, 8900 Augsburg, DE
Erfinder Pache, Norbert, 8900 Augsburg, DE
DE-Anmeldedatum 10.04.1987
DE-Aktenzeichen 3712296
Offenlegungstag 27.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.1988
IPC-Hauptklasse B23K 9/235
IPC additional class // B23K 9/12  

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Reinigungsstraße für Schweißdrähte nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Beim Lichtbogenschutzgasschweißen wird der Schweißdraht mittels Motor von einer Spule abgerollt und durch eine Führungsspirale zum Schweißbrenner geschoben. Am Ende des Brenners befindet sich ein Kontaktrohr, welches die Aufgabe hat, den Strom an den durchlaufenden Draht zu übertragen und den Drahtaustritt zu positionieren.

Der Schweißdraht ist normalerweise an seiner Oberfläche verkupfert. Diese Kupferschicht ist je nach Qualität mehr oder weniger porös. In diesen Oberflächenvertiefungen lagern sich Ziehmittelreste von der Drahtherstellung, Metallstaub von den Schweißdämpfen und Schmutzpartikel ab. Diese Oberflächenausbildung beeinflußt die Kontaktfläche in der Stromkontaktdüse und damit den Übergangswiderstand und die Erwärmung des Kontaktrohres. Dieses Gemisch aus Metallstaub, Schmutz und Fett lagert sich beim Durchlaufen in der Führungsspirale und im Kontaktrohr ab. Dies hat zur Folge, daß sich an der Bohrlochwandung des Kontaktrohres ein Belag bildet. Dieser Belag, zusammengesetzt aus Metallstaub, Schmutz und Fett ist ein schlechter Leiter. Der Stromübergang von Kontaktrohr zum Schweißdraht verschlechtert sich erheblich. Ein schlechter Stromübergang erzeugt kleine Lichtbogen und Schmorstellen im Inneren des Kontaktrohres. Diese wiederum begünstigen das Festhängen von Ablagerungen und verschlechtern die Zünd- und Schweißeigenschaften mit ihrer Zunahme. Die Kontaktrohrbohrung und auch die Führungsspirale setzt sich früher oder später zu und verhindert somit den Weitertransport des Schweißdrahtes.

Es ist bekannt, daß Drahtreiniger in der Praxis eingesetzt werden. Der Erfolg ist jedoch sehr gering. Der Grund liegt darin, daß alle Systeme nur einen Abstreifer und keine Entfettung haben. Bei einer Drahtdurchlaufgeschwindigkeit von bis zu 18 m/min ist es mit nur einem Abstreifer unmöglich die Ablagerungen und das Fett von der Drahtoberfläche zu beseitigen.

Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, bei der die genannten Unzulänglichkeiten nicht auftreten. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß vor dem Einlauf in die Führungsspirale der Schweißdraht eine Reinigungsstraße durchlaufen muß, die aus beliebig vielen Abstreif-Reinigungselementen und Entfettungsbädern bestehen kann. Die Abstreif-Reinigungselemente bestehen aus einem abriebfesten und elastischen Werkstoff. Der Schweißdraht wird auf seinem ganzen Umfang von diesem Material umschlungen. Die auf der Drahtoberfläche befindlichen Verunreinigungen werden mit zunehmender Zahl von Abstreif-Reinigungselementen exakter beseitigt. Vor jedem Abstreifelement ist ein freier Raum vorgesehen in denen die Verunreinigungen gelagert werden können. Ein zusätzliches Entfettungsbad beseitigt die vorhanden Ziehmittelreste. Da dem Kontaktrohr ein sauberer Draht zugeführt wird, entstehen keine Ablagerungen in der Kontaktrohrbohrung. Es kann ein ungehinderter Stromübergang von Kontaktrohr zu Schweißdraht erfolgen. Der gleichbleibende Stromübergang bewirkt ein gutes Zünden des Lichtbogens und eine gleichbleibende Energieabgabe, die einen gleichmäßig tiefen Einbrand zur Folge hat. Es geht keine Energie durch einen schlechten Übergangswiderstand verloren. Ein Zusetzen der Kontaktrohrbohrung durch Schmutzablagerungen auf dem Schweißdraht wird vermieden, wodurch ein kontinuierlicher Weitertransport des Schweißdrahtes gewährleistet ist. Die Standzeit des Kontaktrohres und der Führungsspirale wird erheblich verlängert.

Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise und schematisch dargestellt. Hierbei wird ein Ausführungsbeispiel im Sinne der Ansprüche beschrieben.

In der Figur ist der schematische Aufbau einer Reinigungsstraße (1) mit der Drahteinlaufsöffnung (2), den Reinigungselementen (3, 5, 7, 9), den Raum für die Lagerung der Verunreinigungen (2, 4, 6, 8) und dem Entfettungsbad (6) dargestellt.

Der Schweißdraht (11) wird durch die Drahteinlaufsöffnung (2) geschoben und passiert dann das erste Reinigungselement (3). Der abgestreifte Schmutz lagert sich teilweise in der Drahteinlaufsöffnung (2) ab oder er fällt aus der Öffnung (2). Nun passiert der Schweißdraht (11) das 2. Reinigungselement (5). Der abgestreifte Schmutz kann in dem Raum (4) gelagert werden. Im nächsten Schritt durchläuft der Draht (11) das Entfettungsbad (6). Das nachfolgende Reinigungselement (7) streift die Entfettungsflüssigkeit, die gelösten Ziehfettreste und noch vorhandene Schmutzpartikel ab. Sie werden im Entfettungsraum (6) gelagert. Das letzte Reinigungselement (9) streift evtl. noch vorhandene Schmutzpartikel ab und lagert sie im Raum (8). Aus der Drahtaustrittsöffnung (10) kommt ein gereinigter und entfetteter Draht (11), der durch die Drahführungsspirale zum Kontaktrohr befördert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Reinigungsstraße für Schweißdrähte beim Lichtbogenschutzgasschweißen, um den Schweißdraht zu reinigen und das Zusetzen der Führungsspirale und des Kontaktrohres zu verhindern, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsstraße aus mehreren Reinigungsstufen besteht, so daß nach jeder Reinigungs- oder Abstreifphase ein Raum für die Ablagerungen vorgesehen ist und daß eine Entfettungsflüssigkeit vorgesehen ist, welche die Ziehmittelreste von der Drahtherstellung, die sich in den Oberflächenvertiefungen des Drahtes angesammelt haben, auflöst, so daß ein mehrstufig gereinigter und entfetteter Schweißdraht der Führungsspirale und dem Kontaktrohr zugeführt wird und somit ein Zusetzen der Führungsspirale und des Kontaktrohres durch Ablagerungen vermieden wird, was einen konstanten Übergangswiderstand und damit gleichhohen Schweißstrom zur Folge hat.
  2. 2. Reinigungsstraße nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der Reinigungselemente, Entfettungsstufen und Räume für die Ablagerungen nach den Erfordernissen beliebig erweitert oder vermindert werden können.
  3. 3. Reinigungsstraße nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede handelsübliche Schutzgasschweißanlage, ohne Umbau oder Ergänzung von Zusatzteilen, mit dieser Reinigungsstraße arbeiten kann.
  4. 4. Reinigungsstraße nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die sonst üblichen Ablagerungen im Kontaktrohr, die zu einer kontinuierlichen Änderung der Stromübergangsbedingung und des Drahttransportwiderstandes, bis zum Festsitzen des Schweißdrahtes führen, vermieden werden und somit die Standzeit der Führungsspirale und des Kontaktrohres erheblich verlängert werden kann.






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