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Dokumentenidentifikation DE3712812A1 27.10.1988
Titel Vorrichtung zum Drehen von bewegten Gegenständen
Anmelder E.C.H. Will (GmbH & Co), 2000 Hamburg, DE
Erfinder Besemann, Alfred, 2000 Hamburg, DE
DE-Anmeldedatum 15.04.1987
DE-Aktenzeichen 3712812
Offenlegungstag 27.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.1988
IPC-Hauptklasse B65G 17/48
IPC-Nebenklasse B65G 47/22   B65H 31/34   
IPC additional class // B65G 17/12,47/80  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Drehen von bewegten Gegenständen in ihrer Bewegungsebene.

Bei der Förderung von Gegenständen, die einen Herstellungs- oder Bearbeitungsprozeß durchlaufen, kann es erforderlich sein, daß diese Gegenstände, die beispielsweise eine Bearbeitungsstation mit einer bestimmten Ausrichtung verlassen, zwecks Aufnahme in einer bzw. zwecks Zuführung zu einer nachgeordneten Bearbeitungsstation umorientiert werden müssen, um sie an deren spezifische Gegebenheiten oder räumliche Anordnung anzupassen oder besser handhabbar zu machen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehvorrichtung anzugeben, die sich durch einfache Bauweise und durch eine sichere Handhabung der Gegenstände auszeichnet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch im Teilungsabstand t an einem in vertikaler Ebene umlaufenden Fördermittel angeordnete und um zur Bewegungsebene der Gegenstände senkrechte Achsen drehbare, die Gegenstände aufnehmende einteilige Haltemittel.

Nach einem weiteren Vorschlag sind die Haltemittel vorzugsweise zur Aufnahme von flachliegend geförderten, aus der Längslage in die Querlage um 90° zu drehende Papierstapel einsetzbar. Die Bezeichnung "Papierstapel" steht stellvertretend für Stapel aller Art aus Ansammlungen übereinanderliegender Blätter, auch sogenannte Lagen aus relativ wenigen übereinanderliegenden Blättern bzw. Bogen aus Papier, Folie, Kunststoff oder dergl., die eine flächige Form haben.

Eine kontinuierliche und ruckfreie Übernahme und Mitnahme der zu drehenden Papierstapel wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung dadurch gewährleistet, daß die Haltemittel als flexible Drehteller ausgebildet sind. Auf diese Weise passen sich die Drehteller in den Umlenkzonen des Längsfördermittels dessen gekrümmter Bewegungsbahn an, legen sich mit kontinuierlich aufeinanderfolgenden Flächenabschnitten im Übernahmebereich des Längsfördermittels an die Grundfläche der vorbewegten Papierstapel an und schälen sich ebenso am Abgabeende des Längsfördermittels ruckfrei und sanft von der Grundfläche der Papierstapel ab.

Eine besonders flexible und andererseits eine sichere Auflagefläche bietende Ausgestaltung besteht darin, daß die Drehteller eine mit Auflagepolstern versehene flexible Grundplatte aufweisen.

Um die Bewegungsbahn der Drehteller so nah wie möglich an die Transportbahn des Zuförderers heranzubringen, um damit eine fließende, kontinuierliche Übergabe der Papierstapel im Übergabebereich zu ermöglichen, wird weiterhin vorgeschlagen, daß die Drehteller mit rechtwinklig zueinander verlaufenden Nuten versehen sind, in die im stromaufwärtigen Aufnahmebereich sowie im stromabwärtigen Abgabebereich des Fördermittels angeordnete, die Gegenstände überführende Gleitfinger eingreifen. Zweckmäßigerweise sind die Nuten von den Auflagepolstern der Drehteller begrenzt.

Insbesondere im Umlenkbereich des Fördermittels für die Drehteller kann deren Flexibilität noch besser ausgeschöpft werden bzw. deren enge Anlage an den Umlenkförderer erreicht werden, wenn die Drehteller im Aufnahme- und Abgabebereich über Umlenktrommeln geführt sind, in deren Umfangsfläche Magnete eingelassen sind, die mit magnetisierbaren Einlagen der Drehteller zusammenwirken.

Die Drehbewegung der Drehteller wird gemäß einer Ausgestaltung in besonders einfacher Weise dadurch erzielt, daß die Drehteller mit einem von der Bewegung des Fördermittels abgeleiteten Drehantriebsmittel versehen sind in Form einer an einem Drehzapfen der Drehteller befestigten und mit einer in einer ortsfesten Kurvenbahn geführten Steuerrolle versehenen Kurbel.

Um die Papierstapel takt- und lagegerecht auf die Drehteller überführen zu können, wird weiterhin vorgeschlagen, daß dem Fördermittel für die Drehteller ein Zuteilförderer vorgeordnet ist, welcher mit Anschlägen besetzt ist, deren gegenseitiger Abstand dem Teilungsabstand t der Drehteller entspricht. Eine exakte Ausrichtung der Papierstapel vor ihrer Überführung auf die Drehteller ist nach einer Weiterbildung dadurch gewährleistet, daß dem Zuteilförderer stromauf ein mit höherer Geschwindigkeit antreibbarer Zuförderer vorgeordnet ist, welcher damit in der Lage ist, die Papierstapel mit Schwung gegen die Anschläge des Zuteilförderers zu bewegen und exakt auszurichten.

Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß die Papierstapel ohne zusätzliche, beispielsweise oberseitig angreifende Klemmittel sicher, zügig und ruckfrei überführt, abgefördert und dabei gedreht werden können, wobei die Form der Papierstapel mit Sicherheit gewährleistet bleibt.

Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Hierbei zeigt:

Fig. 1 die schematische Seitenansicht einer Drehvorrichtung gemäß Erfindung,

Fig. 2 die Draufsicht auf die Drehvorrichtung und

Fig. 3 einen Querschnitt durch die Drehvorrichtung.

Die in den Fig. 1 bis 3 abgebildete Vorrichtung zum Drehen von Gegenständen in Form von Papierstapeln 1 in ihrer Bewegungsebene weist in Förderrichtung (Pfeil 2) antreibbare Haltemittel in Form von Drehtellern 3 für die Papierstapel 1 auf, die um zur Bewegungsebene der Papierstapel 1 senkrechte Achsen 4 um 90° drehbar sind. Hierzu sind mehrere Drehteller 3 in einem Teilungsabstand t an einem in vertikaler Ebene umlaufenden Fördermittel 6 angeordnet. Das Fördermittel 6 besteht aus zwei Transportketten 7, die um Kettenräder 8 endlos umlaufen. Für jeden Drehteller 3 ist jeweils eine die beiden Transportketten 7 überbrückende und an diesen befestigte Traverse 9 vorgesehen, denen eine Führung 11 zugeordnet ist. Ein Drehantriebsmittel 12 für die Drehteller 3 besteht aus einem in der Traverse 9 gelagerten, den Drehteller 3 tragenden Drehzapfen 13, einer am entgegengesetzten Ende des Drehzapfens 13 befestigten, mit einer Steuerrolle 14 versehenen Kurbel 16 sowie einer ortsfesten Führungskurve 17 für die Steuerrolle 14. In den Umlenkbereichen der Transportketten 7 liegen die Drehteller 3 am Umfang einer Führungstrommel 18 bzw. 19 an, welche gemäß Fig. 3 eine gemeinsame Drehachse mit den Kettenrädern 8 aufweisen. Die Drehachse für die Führungstrommel 19 ist als Antriebswelle 21 ausgebildet, deren Riemenscheibe 22 einen Zahnriemen 23 trägt, der mit einer Antriebseinheit 24 für den Drehtellerantrieb verbunden ist, bestehend aus einem Stellmotor 26 und einem Getriebe 27, das mit einer als Gelenkwelle ausgebildeten Hauptantriebswelle 28 verbunden ist, welcher ein Hauptantriebsmotor 29 zugeordnet ist.

Die Drehteller 3 selbst bestehen aus einer mit Auflagepolstern 31 versehenen flexiblen Grundplatte 32. Die Auflagepolster 31 begrenzen rechtwinklig zueinander verlaufende Nuten 33, in die im stromaufwärtigen Aufnahmebereich sowie im stromabwärtigen Abgabebereich des Fördermittels 6angeordnete, die Papierstapel 1 überführende Abstreifnasen bzw. Gleitfinger 34 eingreifen. In das flexible Material der Drehteller 3 sind Einlagen 36 aus magnetisierbarem Material, wie zum Beispiel Blechstreifen, eingelassen, welche mit Magneten 37 zusammenwirken, die in der Umfangsfläche der Umlenk- bzw. Führungstrommeln 18, 19 angeordnet sind. Auf diese Weise werden die flexiblen Drehteller 3 bei ihrer Umlenkung um die Führungstrommeln 18 und 19 in allen Bereichen eng an deren Umfangsfläche angelegt. Bezogen auf die Förderrichtung (Pfeil 2) der Papierstapel 1 ist dem Fördermittel 6 für die Drehteller 3 stromab ein aus Transportbändern 38 bestehender Abförderer 39 nachgeordnet.

Stromauf sind dem Fördermittel 6 ein aus zwei Bänderbahnen 41 und 42 bestehender Zuförderer und ein mit Anschlägen 43 versehener Zuteilförderer 44 vorgeordnet, wobei der gegenseitige Abstand der Anschläge 43 dem Teilungsabstand t der Drehteller 3 entspricht. Der Antrieb für diese Fördermittel ist von der Hauptantriebswelle 28 mittels eines Zahnriemens 46 abgeleitet und besteht aus einem Stellmotor 47 und einem Getriebe 48, welches durch einen Zahnriemen 49 mit der Bänderbahn 42 und durch einen Zahnriemen 51 mit dem Zuteilförderer 44 verbunden ist, dessen Umlaufgeschwindigkeit langsamer ist als die Transportgeschwindigkeit des Zuförderers 41, 42.

Die Wirkungsweise der Drehvorrichtung ist wie folgt: Der relativ zur Geschwindigkeit des Zuteilförderers 44 mit höherer Transportgeschwindigkeit durch den Zuförderer 41 herangeführte Papierstapel 1 wird gegen die Anschläge 43 des Zuteilförderers 44 bewegt und dabei genau ausgerichtet. Der exakt ausgerichtete Papierstapel 1 gelangt über die Gleitbahn 52 der Gleitfinger 34 auf das Fördermittel 6, wobei sich ein aus der Umlenkbahn der Führungstrommel 18in die Förderbahn (Pfeil 2) des Fördermittels 6 eintauchender Drehteller 3 durch Eintauchen der Gleitfinger 34 in die Nuten 33 der Drehteller 3 frühzeitig und kontinuierlich unter den synchron bewegten Papierstapel 1 schiebt. Auf diese Weise wird der Papierstapel 1 ruckfrei und sanft von den Auflagepolstern 31 des Drehtellers 3 übernommen. Durch den von der Transportbewegung des Fördermittels 6 abgeleiteten Drehantrieb wird der Drehteller 3 mit dem daraufliegenden Papierstapel 1 um 90° gedreht, indem die Steuerrolle 14 der Kurbel 16 der ortsfesten Führungskurve 17 folgt. Im Abgabebereich des Fördermittels 6 an den Abförderer 39, in welchem gleichzeitig der entsprechend angelenkte Drehteller 3 aus der Transportbahn austaucht und um die Führungstrommel 19 herumgeleitet und zurückgeführt wird, tauchen die abförderseitigen Gleitfinger 34 in die zuvor quer zur Förderrichtung und jetzt um 90° verdrehten, nunmehr in Förderrichtung verlaufenden Nuten 33 zwischen den Auflagepolstern 31 des Drehtellers 3 ein. Dabei wird der Papierstapel 1 kontinuierlich abgestreift und von der Gleitbahn 53 der Gleitfinger 34 bzw. vom Abförderer 39 übernommen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Drehen von bewegten Gegenständen in ihrer Bewegungsebene, gekennzeichnet durch im Teilungsabstand t an einem in vertikaler Ebene umlaufenden Fördermittel (6) angeordnete und um zur Bewegungsebene der Gegenstände (1) senkrechte Achsen (4) drehbare, die Gegenstände aufnehmende einteilige Haltemittel (3).
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltemittel (3) vorzugsweise zur Aufnahme von flachliegend geförderten, aus der Längslage in die Querlage um 90° zu drehende Papierstapel (1) einsetzbar sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltemittel als flexible Drehteller (3) ausgebildet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (3) eine mit Auflagepolstern (31) versehene flexible Grundplatte (32) aufweisen.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (3) mit rechtwinklig zueinander verlaufenden Nuten (33) versehen sind, in die im stromaufwärtigen Aufnahmebereich sowie im stromabwärtigen Abgabebereich des Fördermittels (6) angeordnete, die Gegenstände (1) überführende Gleitfinger (34) eingreifen.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Nuten (33) von den Auflagepolstern (31) der Drehteller (3) begrenzt sind.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (3) im Aufnahme- und Abgabebereich über Umlenktrommeln (18, 19) geführt sind, in deren Umfangsfläche Magnete (37) eingelassen sind, die mit magnetisierbaren Einlagen (36) der Drehteller zusammenwirken.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehteller (3) mit einem von der Bewegung des Fördermittels (6) abgeleiteten Drehantriebsmittel (12) versehen sind in Form einer an einem Drehzapfen (13) der Drehteller befestigten und mit einer in einer ortsfesten Kurvenbahn (17) geführten Steuerrolle (14) versehenen Kurbel (16).
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß dem Fördermittel (6) für die Drehteller (3) stromauf ein Zuteilförderer (44) für die Gegenstände (1) vorgeordnet ist, welcher mit Anschlägen (43) besetzt ist, deren gegenseitiger Abstand dem Teilungsabstand t der Drehteller entspricht.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem Zuteilförderer (44) stromauf ein mit höherer Geschwindigkeit antreibbarer Zuförderer (41) vorgeordnet ist.






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