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Dokumentenidentifikation DE3713035A1 27.10.1988
Titel Tankfahrzeug
Anmelder Hofmann, Kurt W., Ing.(grad.), 8542 Roth, DE
Erfinder Hofmann, Kurt W., Ing.(grad.), 8542 Roth, DE
Vertreter Brose, M., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 16.04.1987
DE-Aktenzeichen 3713035
Offenlegungstag 27.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.1988
IPC-Hauptklasse B65D 90/28
IPC-Nebenklasse B01D 53/02   B01D 53/14   
IPC additional class // A62D 3/00  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem Tank zum Transport umweltschädlicher flüssiger Chemikalien mit einem nicht unerheblichen Dampfdruck, auf der Straße, der Schiene oder in der Luft.

Die Befüllung von Tankfahrzeugen mit umweltschädlichen flüssigen Chemikalien erfolgt durch eine Saugpumpe, die in dem Tank des Fahrzeuges einen Unterdruck erzeugt, durch den die Flüssigkeit in den Tank gesaugt wird. Bei dieser, aber auch bei jeder anderen Befüllungsart gelangen Gase der umweltschädlichen flüssigen Chemikalien in die Atmosphäre, was auf Grund der heutigen verschärften Umweltauflagen nicht mehr tragbar ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Tankfahrzeug zum Transport umweltschädlicher flüssiger Chemikalien mit einem nicht unerheblichen Dampfdruck, auf der Straße, der Schiene oder in der Luft zu schaffen, bei dem bei der Betankung keine umweltschädlichen Gase in die Atmosphäre mehr abgegeben werden.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung gelöst durch eine im oder am Tankfahrzeug angebaute Absorptions- Adsorptionsanlage zur Reinigung der Tankatmungsgase, die aus dem Tank abgesaugt oder aus dem Tank herausgedrückt werden. Nur dadurch, daß die Absorptions-Adsorptionsanlage direkt am Fahrzeug angebaut und funktionell mit der Befüllungsanlage verbunden ist, ist ein absichtliches oder unabsichtliches Entweichen der Tankatmungsgase in die Atmosphäre ohne vorherige Reinigung ausgeschlossen.

Vorzugsweise ist bei einem Tank-Lastwagen für den Straßenverkehr die Absorptions-Adsorptionsanlage zwischen dem liegenden Tank und dem Fahrerhaus angeordnet. Diese Stelle am Tank-Lastwagen bietet sich an, da etwa an gleicher Stelle die zur Tankbefüllung notwendige Absauganlage für die Tankbefüllung sich befindet.

In einer Fortbildung der Erfindung ist die Absorptions- Adsorptionsanlage zweistufig ausgebildet. Hierbei besteht die Absorptions-Adsorptionsanlage vorzugsweise aus zwei nebeneinander angeordneten und in ihrer Funktion in Reihe geschalteten Türmen mit jeweils einem eigenen oder einem gemeinsamen Waschmittelbehälter. Im ersten Turm sind eine Waschanlage mit einem Demister und in dem in Reihe geschalteten zweiten Turm eine Waschanlage mit einem Demister, ein Trockenbett und ein Adsorptionsbett angeordnet.

Folgende Waschmittel in der Absorptions-Adsorptionsanlage werden bei folgenden Substanzen im Tank benötigt: Alkalisches Wasser bei Säuren, wie Salzsäure oder Schwefelsäure, Wasser bei organischen Verbindungen, wie Aceton und Methanol und Öl bei organischen Verbindungen, wie chlorierte Kohlenwasserstoffe, Benzine, Alkylester, Ketone und höhere Alkohole.

In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben. Es zeigen

Fig. 1 die Seitenansicht eines Tanklastzuges mit einer aufgebauten Absorptions-Adsorptionsanlage und

Fig. 2 einen Schnitt durch eine zweistufige Absorptions-Adsorptionsanlage.

In Fig. 1 ist die Seitenansicht eines Tank-Lastfahrzeuges 1 mit einem Tank 2 zum Transport umweltschädlicher flüssiger Chemikalien auf der Straße wiedergegeben. Es wird angenommen, daß die Chemikalien bei normalen Temperaturen einen nicht unerheblichen Dampfdruck aufweisen. Mit einer am Fahrzeug 1 angebrachten Saugoder Vakuumpumpe 3 kann der Luftdruck im Tank herabgesetzt werden, so daß über einen in der Zeichnung nicht dargestellten Saugschlauch die Chemikalienflüssigkeit in den Tank 2 gesaugt wird. Durch den Unterdruck werden aber auch erhebliche Gasmengen abgesaugt, die in die Atmosphäre gelangen. Es versteht sich jedoch, daß bei einem gegenüber dem Transportfahrzeug 1 höherliegenden Vorratsbehälter die Befüllung des Tanks 2 auch ohne die Pumpe 3 alleine infolge der Schwerkraft möglich ist. Als Tank-Lastfahrzeug 1 kommen jedoch auch Tankwagen auf der Schiene oder auch Tankflugzeuge in Betracht, bei denen die gleichen Probleme auftreten.

Um ein Entweichen der umweltschädlichen, durch den Dampfdruck der flüssigen Chemikalien erzeugten Gase zu vermeiden, werden diese Gase, die auch als Tankatmungsgase bezeichnet werden, nach ihrem Austritt aus der Pumpe 3 durch eine zwischen dem liegenden Tank 2 und dem Fahrerhaus 4 angeordnete Absorptions- Adsorptionsanlage 5 geleitet. Der Ansaugstutzen 31 verbindet die Ssugpumpe 3 mit dem Tank 2, während eine Leitung 32 den Fortluftstutzen der Pumpe 3 mit der Absorptions-Adsorptionsanlage 5 verbindet.

Die Absorptions-Adsorptionsanlage 5 besteht in dem wiedergegebenen Beispiel aus zwei Türmen 51, 52, die in ihren Funktionen bezüglich der Gasbehandlung in Reihe geschaltet sind. Der erste Turm 51 enthält ein Füllkörperbett 511, auf das von oben durch eine Waschanlage 512 ein Waschmittel herabrieselt, während die zu reinigenden Tankatmungsgase im Gegenstrom zu der Waschflüssigkeit von unten nach oben strömen. Hierbei wird ein Teil der schädlichen Tankatmungsgase absorbiert.

Oberhalb der Waschanlage 512 befindet sich ein Demister 513, der die mitgerissenen Tröpfchen der Waschflüssigkeit abscheidet, so daß die Tankatmungsgase im verhältnismäßig trockenem Zustand durch die Leitung 55 oben vom Turm 51 unten dem Turm 52 zugeführt werden.

Der Turm 52 enthält in seinem unteren Teil wiederum ein Füllkörperbett 521, auf das von oben durch eine Waschanlage 522 das Waschmittel herabrieselt und von unten nach oben das durch die Leitung 55 zugeführte Gas strömt. Im Demister 523 werden die mitgerissenen Tröpfchen aus dem Gas abgeschieden.

Unterhalb der beiden Türme 51, 52 befindet sich jeweils ein Waschmittelbehälter 53, 54 für zwei Waschflüssigkeiten, aus denen die Pumpen 56, 57 die Waschflüssigkeiten zu den Waschanlagen 512, 522 pumpen.

Nach dem Austritt der Tankatmungsgase aus dem Demister 523 wird das Gas durch ein Trockenbett 524 geleitet. Als Trockenbett 524 kommen folgende Substanzen in Frage: Aluminiumgel, Kieselgel, Calciumchlorid, Silicagel, usw. Die letzte Reinigungsstufe ist ein Adsorptionsbett 525 aus Aktivkohle oder einem Molekularsieb. Danach sind die Tankatmungsgase so gereinigt, daß sie in die Atmosphäre entlassen werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeug mit einem Tank zum Transport umweltschädlicher flüssiger Chemikalien mit einem nicht unerheblichen Dampfdruck, auf der Straße, der Schiene oder in der Luft, gekennzeichnet durch eine im oder am Fahrzeug (1) angebaute Absorptions-Adsorptionsanlage (5) zur Reinigung der Tankatmungsgase, die aus dem Tank (2) abgesaugt oder aus dem Tank (2) herausgedrückt werden.
  2. 2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Tank-Lastwagen (1) für den Straßenverkehr die Absorptions-Adsorptionsanlage (5) zwischen dem liegenden Tank (2) und dem Fahrerhaus (4) angeordnet ist.
  3. 3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine zweistufige Absorptions-Adsorptionsanlage (5).
  4. 4. Fahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Absorptions-Adsorptionsanlage (5) aus zwei nebeneinander angeordneten und in ihren Funktionen in Reihe geschalteten Türmen (51, 52) mit jeweils einem Waschmittelbehälter (53, 54) besteht.
  5. 5. Fahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im ersten Turm (51) eine Waschanlage (512) mit einem Demister (513) und in dem in Reihe geschalteten zweiten Turm (52) eine Waschanlage (522) mit einem Demister (523) sowie ein Trockenbett (524) und ein Adsorptionsbett (525) angeordnet sind.
  6. 6. Fahrzeug nach den Ansprüchen 3 oder 4, gekennzeichnet durch folgende Waschmittel bei folgenden Chemikalien im Tank: Alkalisches Wasser bei Säuren, wie Salzsäure oder Schwefelsäure, Wasser bei organischen Verbindungen, wie Aceton und Methanol, und Öl bei organischen Verbindungen wie chlorierten Kohlenwasserstoffen, Benzine, Alkylester, Ketone und Alkohole.






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