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Dokumentenidentifikation DE3811861A1 24.11.1988
Titel Polygon-Zeichenschablone
Anmelder Fleckenstein, Konrad, 1000 Berlin, DE
Erfinder Fleckenstein, Konrad, 1000 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 09.04.1988
DE-Aktenzeichen 3811861
Offenlegungstag 24.11.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.11.1988
IPC-Hauptklasse B43L 13/20

Beschreibung[de]

Die Erfindung gehört zur Gattung der Zeichenschablonen, wie sie von Ingenieuren, Zeichnern, Designern, Studenten und Schülern zur zeichnerischen Darstellung geometrischer Figuren, darunter auch Vielecke, und gelegentlich zum Nachmessen von geraden Prismen (kantige Werkstücke) häufig benutzt werden.

Die wichtigste Funktion von Zeichenschablonen besteht darin, die Füllung des Zeichengerätes und damit den Zeichenvorgang zu beschleunigen. Schablonen sollen das Zeichen einerseits rationeller gestalten und andererseits möglichst vielfältige Gestaltungs- und Konstruktionsmöglichkeiten an die Hand geben, damit nicht für jede neue Zeichnung eine umständliche und zeitraubende Konstruktionsaufgabe erforderlich ist.

Daneben werden Zeichenschablonen auch als Meßschablonen zum Nachmessen von Gegenständen eingesetzt, die eine prismenförmige glatte Gestalt aufweisen. Hierbei wird der Schablonenausschnitt über den Körper geschoben um festzustellen, ob der Körper z. B. mit den vorgegebenen Schablonenmaßen übereinstimmt.

Auf dem Markt werden eine Vielzahl von Schablonen zur manuellen Zeichnungserstellung angeboten, die dem eingangs beschriebenen Erfordernis dadurch gerecht zu werden versuchen, daß häufig vorkommende Figuren, in Kunststoffplatten gefräßt oder gestanzt sind und durch Nachfahren entlang von Kanten gezeichnet werden können.

Der gegenwärtige Stand der Technik läßt mehrere Nachteile beim Gebrauch solcher Schablonen erkennen:

  • - Schablonen mit vorgegebenen Austanzungen versagen, wenn Zwischengrößen einer bestimmten Figur erstellt werden sollen, die auf der Schablone nicht vertreten ist.
  • - Es ist regelmäßig erforderlich, eine Vielzahl von Schablonen für den Fall bereit zu halten, daß Figuren mit voneinander abweichender Eckenzahl in verschiedenen Größen gezeichnet werden sollen.
  • - Soweit Schablonen mit beweglichen Teilen existieren, die auch stufenlose Einstellungen in Teilbereichen zulassen, wird der Flächenausschnitt durch sich überlappende oder sich kreuzende Schablonenteile erzielt. Bei diesem Schablonentyp sind die Führungslinien übereinander angeordnet, wodurch sich Ungenauigkeiten beim Zeichnen ergeben können, da nicht alle Führungskanten gleichmäßig auf der Zeichenoberfläche aufliegen.
  • - Eine manuell verwendbare Schablone, mit deren Hilfe der Anwender sowohl die Anzahl der Ecken, die Winkelmaße und die Seitenmaße individuell variieren kann und die sich gegebenenfalls auch zum Messen und Übertragen von Meßwerten eignet, ist überhaupt nicht bekannt.


Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile für den Bereich der vieleckigen konvexen Figuren zu beseitigen bzw. einzuschränken.

Insbesondere soll durch die erfindungsgemäße Neuerung ein universell einsetzbares Hilfsmittel bereit gestellt werden, das je nach Aufgabenstellung flexible Lösungen in einem bisher nicht gekannten Umfang bereithält und darüber hinaus das Einsatzspektrum von Schablonen auch für gestalterische Aufgaben erheblich erweitert.

Die Lösung der Aufgabe wird durch die Merkmale bestimmt, wie sie im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 formuliert sind. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Ansprüchen 2 bis 6 gekennzeichnet.

Mehrere Zeichnungen, zeigen den Aufbau und die Wirkungsweise der Erfindung. Es zeigt

Fig. 1 eine sechsteilige Polygon-Zeichenschablone in der Null- oder Ausgangsstellung (Draufsicht),

Fig. 2 die Polygon-Zeichenschablone in der Vorderansicht,

Fig. 3 bis 6 Darstellung der Arbeitsschritte zur Herstellung eines gleichseitigen Dreiecks mit einer sechsteiligen Polygon-Zeichenschablone (Draufsicht, schematische Darstellung ohne Halte- und Feststellvorrichtung),

Fig. 6 bis 10 Flächenausschnitte die beispielsweise mit einer sechsteiligen Polygon-Zeichenschablone u. a. darstellbar sind. (Draufsicht in schematischer Darstellung ohne Halte- und Feststellvorrichtung.)

Jede Polygon-Zeichenschablone besteht aus wenigstens drei dreieck-förmigen Schablonensegmenten. Jedes Segment besitzt wenigstens eine Zeichenkante (2), eine Führungskante (8) sowie eine Außenkante (5). Zeichenkante und Führungskante bilden die Schenkel, die Außenkante die Basis eines jeden Segments. Die Zeichenkante ist durch eine CM-Skala mit Millimetereinteilung gekennzeichnet, deren Nullpunkt im Schnittpunkt der Schenkel liegt. Sind beide Schenkel mit einer solchen Skala versehen, sind Zeichen- und Führungskante wechselseitig austauschbar je nach dem ob der Polygonzug rechts- oder linksdrehend gezeichnet werden soll.

Die Polygon-Zeichenschablone ist ein, aus beweglichen Teilen bestehendes Hilfsmittel, dessen Beweglichkeit durch spezielle Führungs- und Haltevorrichtungen unterstützt wird. Eine solche Vorrichtung dient dem Zweck, die Schablonensegmente am ungewollten Verrutschen oder Auseinanderfallen zu hindern und ermöglicht den Transport der Polygon-Zeichenschablone auch in der Arbeitsstellung.

Nachfolgend wird am Beispiel der sechsteiligen Polygon- Zeichenschablone eine bevorzugte Führungs- und Haltevorrichtungen beschrieben.

Sie besteht nach Anspruch 4 und 5 aus Führungsleisten, die auf der Oberseite eines jeden Schablonensegments befestigt sind und parallel zu den Schenkelkanten verlaufen (8). Die Führungsfläche der Leiste steht seitlich über der jeweiligen Zeichenkante, so daß die Fläche der Führungsleiste und die Zeichenkante des Segments eine gemeinsame Ebene senkrecht zur Zeichenebene bilden (Fig. 2) (9).

Jede Führungsleiste erstreckt sich vom Scheitel des Basiswinkels zum Winkel an der Spitze. Sind die Schablonensegmente zusammengefügt, berühren sich die Führungsflächen und Zeichenkanten aller Segmente ohne daß dadurch die Verschiebbarkeit der Segmente beeinträchtigt ist.

Eine weitere Stabilität wird bei dieser bevorzugten Ausführung dadurch erzielt, daß die zusammengefügten Schablonensegmente nach Anspruch 5 durch Klammern (11) befestigt werden können. Dazu werden die benachbarten Führungsleisten miteinander von oben mit wenigstens einer Klammer verbunden und dadurch am Verrutschen gehindert. Somit lassen sich nach Einstellung des gewünschten Flächenausschnittes alle Segmente und somit die gesamte Schablone arretieren, da nur in diesem Zustand ein genaues Zeichnen möglich ist.

Um ein Abrutschen der Klammern zu unterbinden können auf den Rückseiten der Führungsleisten Rillen (10) angebracht sein in welche die Klammerbacken einrasten.

Bei der Verbindung und Verklammerung (Arretierung) aller Schablonensegmente ergibt sich ein sich gegenseitig tragender Gesamtverbund aller Teile der Polygon-Zeichenschablone.

Über die Winkelverhältnisse der Schablonensegmente lassen sich nur allgemeine Angaben machen. Je nach Aufgabenstellung benötigt der Anwender eine drei-, vier-, fünf- ,. . n-teilige Zeichenschablone.

Sollen mit der Polygon-Zeichenschablone ausschließlich gleichseitige Dreiecke unterschiedlicher Größe konstruiert werden, so reichen drei Segmente aus. Der Winkel an der Spitze beträgt bei diesem Segment 120 Grad. Will der Anwender vorzugsweise quadratische oder rechteckige Polygone zeichnen, so benötigt er wenigstens eine vierteilige Zeichenschablone. Hier beträgt der Winkel an der Spitze 90 Grad. Sollen jedoch mit einer einzigen Schablone Dreiecke und Quadrate und Rechtecke in beliebiger Größe gezeichnet werden, so benötigt der Anwender wenigstens eine zwölfteilige Schablone. Obwohl der Winkel an der Spitze 30 Grad beträgt, können durch Zusammenfassen der Segmente zu Gruppen Winkel von 60, 90 oder 120 Grad gebildet werden.

Aus je mehr Segmenten sich die jeweilige Polygon-Zeichenschablone zusammensetzt, desto vielfältiger sind die mit ihr erzielbaren Zeichenvorhaben, desto größer sind die gestalterischen Möglichkeiten.

Grundsätzlich gilt, daß der Winkel an der Spitze für jedes Schablonensegment von der Anzahl der benutzten Segmente abhängt. Es gilt: Winkel an der Spitze = 360 dividiert durch die Anzahl der Segmente.

Die Tatsche, daß sich im inneren Bereich der Schablone einfache und komplexe n-eckige Ausschnitte bilden können, beruht auf dem dynamischen Zusammenspiel aller Schablonenteile. Die Schablonensegmente werden durch ihre geschlossene und streng geometrische Anordnung in bestimmte, miteinander kombinierbare Bewegungsrichtungen, gezwungen. Der Anwender hat es selbst in der Hand, die Schablonenteile und deren relative Lage zueinander, sowie die Bewegungsrichtung und die Strecke der Verschiebung zu bestimmen. Dadurch ergeben sich eine Reihe erzielbarer Vorteile:

Die Vorteile die sich mittels einer Polygon-Zeichenschablone des erfindungsgemäßen Typs erzielen lassen sind:

  • a) wo vorher eine Vielzahl von starren Schablonenplatten nötig waren genügt jetzt u. U. eine einzige Polygon- Zeichenschablone. Dies kann sich letztlich als die kostengünstigere Lösung erweisen.
  • b) wo bisher keine Schablone zur Verfügung stand (z. B. für außergewöhnliche Figuren) kann der Anwender mit der erfindungsgemäßen Neuerung eigene Ausschnitte einrichten und für Zeichen- oder Meßvorhaben verwenden.
  • c) Figuren können beliebig bis zur Maximalstellung vergrößert oder bis zur Nullstellung verkleinert werden.
  • d) Wo bisher zeitaufwendige Konstruktionsaufgaben mit Zirkel Lineal und Winkelmeßgerät nötig waren, lassen sich diese Aufgaben ohne besonderen Aufwand mit der Polygon- Zeichenschablone erledigen (Zeitersparnis).
  • e) Die Polygon-Zeichenschablone kann zur Gestaltung von bisher unbekannten Figuren eingesetzt werden, durch suchendes bzw. zufälliges Verschieben der Schablonensegmente.
  • f) Die Polygon-Zeichenschablone kann bedingt zur Messung von Winkelmaßen in Vielecken eingesetzt werden.
  • g) Die Polygon-Zeichenschablone kann für Lehrzwecke an Schulen und Universitäten benutzt werden, zur Demonstration geometrisch-mathematischer Gesetzmäßigkeiten.
  • h) Die Polygon-Zeichenschablone kann zur Messung kantiger, prismenförmiger Werkstücke eingesetzt werden. Die Einstellung der Schablone, die sich durch die Messung ergibt, kann direkt für Zeichenzwecke genutzt werden.


Die Anzahl der nötigen Arbeitsschritte (Schiebeschritte), die bis zum Erreichen einer Endstellung durchzuführen sind, richtet sich nach der Anzahl der Ecken des zu bildenden Flächenausschnitts. Anhand der Fig. 3 bis 6 läßt sich der Vorgang beispielhaft nachvollziehen.

Es versteht sich von selbst, daß sich die Schutzansprüche auf alle Polygon-Zeichenschablonen des erfindungsgemäßen Typs erstrecken, unabhängig davon, ob sie aus drei, vier, fünf, sechs . . . n Teilen besteht.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichenschablone zur manuellen Konstruktion ebener, regelmäßiger oder unregelmäßiger, konvexer Vielecke (Polygone), gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    Eine Schablone der erfindungsgemäßen Art besteht aus wenigstens drei

    1. - baugleichen
    2. - flachen
    3. - dreieckförmigen,


  2. Schablonensegmenten (1), die durch Führungs- und Feststellvorrichtungen (8, 11) entlang der Kanten (2) derart verbindbar sind, daß sie in der Null- oder Ausgangsstellung rundfächerförmig angeordnet sind (Fig. 1) und die Segmente entlang der Kanten überschneidungsfrei in eine Flächenausschnittstellung (Fig. 9-13) geschoben werden können, indem sich im inneren Bereich der Schablone Kanten und Ecken ausbilden, die sich als Führungslinien für Schreibgeräte oder für andere vom Anwender bestimmbare Zwecke eignen.
  3. 2. Zeichenschablone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Schablonensegmente aus transparentem Kunststoff, Holz oder Metall hergestellt sind.
  4. 3. Zeichenschablone nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei sich an den Kanten paarweise berührende Schablonensegmente über spezielle, an den Kanten entlang geführte Führungsvorrichtungen und darüber anbringbarer Feststellvorrichtungen verbindbar und trennbar sind.
  5. 4. Zeichenschablone nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsvorrichtung nach Anspruch 3 durch Führungsleisten (8) gebildet wird, die über den Schreibkanten (2) der Segmente steht und mit diesen eine Führungsfläche bildet.
  6. 5. Zeichenschablone nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei sich an den Zeichenkanten bzw. Führungsleisten paarweise berührende Schablonensegmente über eine Klammerhalterung (11), die über die benachbarten Führungsleisten geschoben werden können, fest verbindbar sind.
  7. 6. Zeichenschablone nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Schablonensegment entlang wenigstens einer Zeichenkante eine Cm-Skale mit Millimetereinteilung aufweist (7), deren Nullpunkt im Schnittpunkt der Zeichen- und Führungskante liegt (3).






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