PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3721640C1 01.12.1988
Titel Ofenwand oder -decke
Anmelder Linco GmbH, 5205 St Augustin, DE
Erfinder Mensinga, Egbert, 4005 Meerbusch, DE;
Rostek, Alois, 4030 Ratingen, DE
Vertreter Cohausz, W., Dipl.-Ing.; Knauf, R., Dipl.-Ing.; Cohausz, H., Dipl.-Ing.; Werner, D., Dipl.-Ing.; Redies, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 01.07.1987
DE-Aktenzeichen 3721640
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.12.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.1988
IPC-Hauptklasse F27D 1/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Ofenwand oder -decke, die aus neben- und übereinandergesetzten, bausteinartigen Fasermodulen aufgebaut ist, die durch Schichten und Formstanzen von Fasermatten gebildet sind.

Unter dem hier verwendeten Begriff "Fasermodul" wird ein bausteinartiges Element verstanden, das durch lagenweises Schichten mehrerer Fasermatten durch Formschneiden oder -stanzen von Modulen aus den Fasermatten-Schichtlagen erzeugt worden ist, die noch durch Umlegen von Bändern paketiert werden können. Durch Neben- und Aufeinandersetzen der bausteinartigen Fasermodule können dann in bekannter Weise Ofenwände oder -decken aufgebaut werden.

Derartige Fasermodule sind auf einfache Weise in beliebiger Form und dabei preiswert herstellbar. Probleme ergeben sich im Bereich der vertikalen Fugen. Es entstehen dort leicht breitere Spalte, durch die Gase entweichen können. Eine horizontale Fugenbildung bei aus Fasermodulen aufgebauten Ofenwänden findet deshalb nicht statt, weil sich die Ofenwand aufgrund des Eigengewichts der Module bei einer eintretenden Schrumpfung von selbst setzt und Fugen somit gar nicht erst entstehen können.

In der DE-OS 29 16 667 ist ein Verfahren zum Füllen von Spalten oder Fugen zwischen Isolierfaserelementen beschrieben. Dieses bekannte Verfahren besteht darin, in beim Aufbau der Ofenwand verbleibende vertikale Spalten Abstandsplatten einzuschieben, zwischen die Fasermaterial eingedrückt wird. Nach dem Einschieben solcher Dichtstreifen können dann die Abstandsplatten wieder herausgezogen werden. Diese bekannte Verfahrensweise stellt keine brauchbare Lösung für das Problem dar, welches sich dadurch ergibt, daß die Fasermodule während des Ofenbetriebs infolge der großen Hitzeeinwirkung schrumpfen unter Bildung vertikaler Fugen, durch die heiße Ofengase zum Ofenmantel strömen können, der durch die Fasermodule gerade vor Hitzeeinwirkung geschützt werden soll. Zum Ausfüllen dieser, während des Ofenbetriebs, entstehenden vertikalen Fugen muß der Ofen erkalten gelassen werden, um ein Nachstopfen zu ermöglichen, das bei laufendem Ofenbetrieb nicht möglich ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Ofenwand oder Ofendecke der eingangs genannten Gattung so aufzubauen, daß während des Ofenbetriebs keine vertikalen Fugen entstehen, durch die Ofengase zum Ofenmantel gelangen können.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß in Ausnehmungen, die sich über eine Teiltiefe der Fasermodule und quer zur vertikalen Fuge zwischen benachbarten Fasermodulen in deren Seitenwänden erstrecken, Dichtstreifen eingelegt sind, die aus mäanderförmig gefalteten Fasermatten bestehen, deren Schichten in Richtung der Tiefe der Fuge verlaufen.

Der mäanderförmig gefaltete Dichtstreifen sichert die Dichtheit der Fuge, denn Ofengase können die mäanderförmige Faltung nicht durchdringen. Wenn sich beim Schrumpfen der Fasermodule die vertikalen Fugen verbreitern, können sich die Dichtstreifen dank ihrer Formgebung und Anordnung zieharmonikaartig ausdehnen und überbrücken dadurch die sich als Folge der Schrumpfung der Fasermodule verbreiternden Fugen. Der Dichtstreifen kann vor dem Einbau vakuumgeformt sein.

Die Ausnehmunen in den Seitenwänden der Fasermodule können von einer Front- oder Rückfläche der Fasermodule ausgehen und erstrecken sich jeweils nur über eine Teiltiefe der Fasermodule. Es ist jedoch auch möglich, die Ausnehmungen im Mittelbereich der Seitenwände der Fasermodule vorzusehen, wie im einzelnen noch anhand der Zeichnung erläutert werden wird.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Ofenwand dargestellt. Im einzelnen zeigt

Fig. 1 einen Längsschnitt einer Seitenwand und eines Teils der Decke eines Ofens,

Fig. 2 einen Querschnitt längs der Linie A-A der Ofendecke aus Fig. 1,

Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie B-B aus Fig. 1,

Fig. 4 einen Schnitt längs der Linie C-C durch die Ofenwand gemäß Fig. 1,

Fig. 5 die perspektivische Ansicht im Bereich der vertikalen Stoßfuge zwischen zwei nebeneinander gesetzten Fasermodulen und

Fig. 6 die zugehörige Draufsicht.

Fig. 7 zeigt ein Trennwehr in Ansicht.

Fig. 8 zeigt einen Schnitt längs der Linie D-D aus Fig. 7 und

Fig. 9 einen Schnitt längs der Linie E-E aus Fig. 7 und schließlich

Fig. 10 einen mäanderförmig gefalteten Dichtstreifen in Draufsicht.

Fig. 1 zeigt die über- und nebeneinander angeordneten Fasermodule 1, die aus geschichteten Matten aus feuerfesten Fasern bestehen und zu Formkörpern geschnitten oder gestanzt sind. Die Fasermodule 1 weisen abstandsweise vertikale, miteinander fluchtende Bohrungen 2 in der Ofenwand und Ausnehmungen 2a in der Ofendecke auf, durch die Rohre 3 verlaufen. Die Rohre 3 sind untereinander verbunden und können über einen Verteilerkanal 4 mit Kühlluft versorgt werden.

Die aus den Fasermodulen 1 bestehende vertikale Ofenwand ruht auf einem Sockel 5 und ist durch einen oben aufgelegten Balken 6 beschwert, der die horizontalen Fugen zwischen den Fasermodulen 1 schließt.

Die an Stäben 7 hängenden, die Ofendecke bildenden Fasermodule 1 werden an Querträgern 7a befestigt.

Problematisch ist die Abdichtung der vertikalen Fugen zwischen den Fasermodulen 1 sowohl an der Decke als auch an der Wand des Ofens. Erfindungsgemäß sind hierfür die Dichtstreifen 8 in dafür vorgesehene Ausnehmungen 9 in den die vertikale Fuge 10 begrenzenden Seitenwände der Fasermodule 1 eingelegt. Dabei sind die Dichtstreifen 8 aus einer Fasermatte mäanderförmig gefaltet, damit sich in die vertikale Fuge 10 eintretende Ofengase in dem Dichtstreifen 8 fangen und nicht durch die Fuge 10 nach außen strömen. Die Form und Lage der Ausnehmungen 9 in den Seitenwänden der Fasermodule 1 sind beliebig. Sie können gemäß Fig. 4 in der Mitte der vertikalen Fuge 10 liegen oder sich von einer Vorder- oder Rückfläche der Fasermodule 1 aus in Richtung der Tiefe der Fuge 10 erstrecken.

Die Fig. 7 bis 9 zeigen die Ausführung als selbsttragende Wand, nämlich als Trennwehr in einem Ofen. Gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen wie in den Fig. 1 bis 6 bezeichnet. Die Rohre 3 bilden mit den Querrohren 3a ein Traggerüst für die neben- und übereinandergesetzten Fasermodule 1. Die Dichtstreifen 8 sind auch hier in entsprechend gestanzte Ausnehmungen 9 im Bereich der vertikalen Fugen 10 eingelegt. Die unterste Reihe der Fasermodule 1 liegt auf einem gemeinsamen Querträger 11, insbesondere aus Feuerbeton.

Den oberen Abschluß kann ein Beschwerungsbalken 6 bilden. Ein derartiges Trennwehr ist leicht und dennoch stabil und ausreichend tragfähig sowie gasundurchlässig. Zerstörte Fasermodule können leicht ersetzt werden, und auch die Montage der gesamten Wand mittels der Fasermodule ist denkbar einfach.


Anspruch[de]
  1. Ofenwand oder Ofendecke, die aus neben- und übereinandergesetzten bausteinartigen Fasermodulen aufgebaut ist, die durch Schichten und Formstanzen von Fasermatten gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß in Ausnehmungen (9), die sich über eine Teiltiefe der Fasermodule (1) und quer zur vertikalen Fuge (10) zwischen benachbarten Fasermodulen (1) erstrecken, Dichtstreifen (8) eingelegt sind, die aus mäanderförmig gefalteten Fasermatten bestehen, deren Schichten in Richtung der Tiefe der Fuge (10) verlaufen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com