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Dokumentenidentifikation DE2947429C2 05.01.1989
Titel Vorrichtung zum Ernten von Weintrauben
Anmelder Roth, Herbert, Ing.(grad.), 6741 Siebeldingen, DE
Erfinder Roth, Herbert, Ing.(grad.), 6741 Siebeldingen, DE
DE-Anmeldedatum 24.11.1979
DE-Aktenzeichen 2947429
Offenlegungstag 27.05.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.01.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.01.1989
IPC-Hauptklasse A01D 46/28

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ernten von Weintrauben gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise bekannt aus der DE-OS 28 44 016. Bei dieser vorbekannten Vorrichtung wird das losgeschüttelte Lesegut, das außer Trauben und Beeren auch Blätter und Stielteile enthält, durch einen aus einer Flachdüse kommenden Luftstrom über die schräg geneigten Auffangteller in eine Förderrinne geblasen, in der ein endloses Transportband umläuft. Am Ende der Förderrinne ist über oder neben dem Transportband der Ansaugtrichter des Luftgebläses angeordnet. Der Saugluftstrom saugt die leichteren Blätter und Stielteile an. Um zu verhindern, daß diese Teile in das Gebläse gelangen, ist der Ansauglufttrichter durch ein umlaufendes Siebband oder ein rotierendes Drehsieb abgedeckt.

Bei dieser bekannten Vorrichtung werden die auszusortierenden Blätter und Stielteile zunächst über eine gewisse Wegstrecke gemeinsam mit den Trauben und Beeren auf dem Förderband liegend transportiert. Dabei werden sie mit deren Saft benetzt. Die dadurch eintretende Gewichtserhöhung verschlechtert das anschließende Sortierergebnis.

Der Saugluftstrom im Bereich des Ansaugtrichters saugt nicht nur Blätter und Stielteile, sondern auch Saft an. Während die Blätter und Stielteile an dem rotierenden bzw. umlaufenden Sieb hängenbleiben, wird der Saft in das Gebläse hineingerissen. Dadurch wird nicht nur das Innere des Gebläses durch den erhebliche Mengen an Zucker enthaltenden Traubensaft verschmutzt, sondern die mit dem Lesegut jeweils frisch abgeschüttelten Blätter und Stielteile durch die aus der Flachdüse austretende Luft im Bereich der Auffangteller mit den durch das ganze Gebläse hindurchgeschleusten Saftanteilen besonders intensiv benetzt. Dadurch wird das Abtrennen der Blätter aus dem Lesegut weiter verschlechtert. Außerdem gehen große Saftanteile auf diese Weise verloren.

Außerdem zeigt die Erfahrung, daß das vor dem Ansaugtrichter rotierende bzw. umlaufende Sieb durch die Einwirkung der mit dem zuckerhaltigen Saft stark benetzten Blätter und Stielteile sehr schnell verstopft, so daß den Betriebsablauf hemmende Zwischenreinigungen erforderlich werden.

Aus der US-PS 40 83 773 ist eine weitere Vorrichtung zum Ernten von Weintrauben bekannt, bei der die leichteren Blätter und Stielteile mit Hilfe eines Luftstroms aus dem Lesegut aussortiert werden, sobald dieses über die schräg geneigten Auffangteller in den Bereich dieses Luftstroms gelangt. Dabei werden die Blätter und Stielteile mit Hilfe des Luftstroms auf kürzestem Weg aus der Erntevorrichtung herausgeblasen. Da mit den Blättern und Stielteilen aber auch die Saftanteile im Lesegut ausgeblasen werden, ist bei dieser Vorrichtung der Saftverlust sehr hoch.

Aus der US-PS 36 78 677 ist schließlich eine Vorrichtung zum Ernten von Feldfrüchten bekannt, die zwei mit definiertem Abstand zueinander angeordnete, synchron laufende Transportbänder verwendet, von denen das eine mit einer regelmäßigen Folge von Querleisten ausgerüstet ist. Die Feldfrüchte werden in den aus den Transportbändern und zwei benachbarten Querleisten gebildeten Transportabteilen schonend transportiert.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zum Ernten von Weintrauben anzugeben, bei der die Abtrennung der Blätter und Stielteile aus dem Lesegut verbessert und der Saftverlust gleichzeitig entscheidend verringert wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1.

Damit ergeben sich die Vorteile, daß die schwereren Teile des Lesegutes, nämlich Trauben und Beeren, vom Luftstrom in die Förderrinne, die leichteren Teile des Lesegutes, nämlich die Blätter und Stielteile, dagegen über die Förderrinne hinweg direkt in die Ausfördervorrichtung geblasen werden, wo sie unmittelbar erfaßt und über das schräge Rücklaufblech aus der Maschine herausgefördert werden, wobei die mit den Blättern mitgerissenen Saftanteile ausreichend Zeit haben, über das Rücklaufblech in den Bereich der Förderrinne zurückzulaufen, so daß diese Saftanteile nicht verloren sind.

Um die Ausförderung der Blätter und sonstigen Pflanzenteile zu unterstützen, empfiehlt sich eine Weiterbildung gemäß Patentanspruch 2.

Weitere Einzelheiten der Erfindung und der durch dieselbe erreichten Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnung, in welcher ein Ausführungsbeispiel der Erfindung als Ansicht in Fahrtrichtung rein schematisch und beispielshaft dargestellt ist.

Die Vorrichtung weist einen Rahmen 1 auf, in welchem die Schüttelstäbe 2 mit einem Antrieb, der im einzelnen nicht dargestellt ist, angeordnet sind. Unter den Schüttelstäben 2 befinden sich zwei Längsreihen sich gegenseitig überlappender schräg ausgerichteter Auffangteller 5. Seitlich dieser Auffangteller 5 verläuft in Längsrichtung eine nach oben offene Rinne 6. In dieser Förderrinne 6 ist eine Förderschnecke 31 angeordnet. Die Förderrinne 6 ist Teil eines ansonsten pneumatischen Fördersystems für die geernteten Trauben und Beeren. Unter der Förderrinne 6 verläuft ein Teilkanal 23 für die Förderluft. Ein weiterer Teilkanal 32 ist seitlich der Förderrinne 6 angeordnet und weist einen der Förderschnecke 31 zugerichteten Längsschlitz 33 an seiner oberen Kante auf.

Gegenüber der Förderrinne 6 ist entlang der Auffangteller 5 eine Flachdüse 34 vorgesehen.

An der Außenseite der Förderrinne 6 befindet sich eine Äusfördervorrichtung 35 für die Blätter und anderen Pflanzenteile, die von den Trauben und Beeren getrennt werden. Diese Ausfördervorrichtung besteht beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus zwei endlosen, umlaufenden Ketten 36, die mit Querstäben 37 verbunden sind, auf welchen im Abstand Stifte 38 angeordnet sind. Die Umlaufrichtung der Vorrichtung ist mit dem Pfeil 39 angedeutet. Die Vorrichtung ist nach außen durch ein schräges Rücklaufblech 41 abgedeckt, über welches etwa von der Luft oder den Blättern mitgerissene Saftanteile in die Förderrinne 6 zurücklaufen können.

An den Stiften 38 sind des weiteren querverlaufende Streifen 40 vorgesehen, die im wesentlichen die Bereiche zwischen den einzelnen Stiftreihen überdecken. Diese liegen im Bereich der geraden Trums der Förderketten 36 an diesen an, schwenken in den Umlenkbereichen mit den ihnen zugeordneten Stiften 38 aus der Trumebene hinaus und unterstützen dergestalt die Abfuhr der Blätter und sonstigen unerwünschten Pflanzenteile, die wegen ihres geringen Gewichts vom Luftstrom über die Auffangteller 5 und die Förderrinne 6 geblasen werden.

Der die Flachdüse 34 versorgende Luftkanal 42 ist an seinem Eingang mit einer Regelklappe 43 ausgestattet. Ebenso weist der Teilkanal 32 an seinem Abzweig von der allgemeinen Luftversorgung eine solche (nicht dargestellte) Regelklappe auf.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Ernten von Weintrauben mit einem Rahmen in Form eines umgekehrten U, der die jeweils zu bearbeitende Rebzeile umfaßt, mit Schüttelstäben zur Übertragung von Schüttelbewegungen auf die Rebstöcke sowie mit Mitteln zum Abführen der abgeschüttelten Weintrauben bzw. -beeren, wobei diese Mittel eine Vielzahl von in zwei Reihen schwenkbar angeordneten, seitlich geneigten Auffangtellern, eine parallel dazu angeordnete, oben offene Förderrinne, ein Gebläse mit Flachdüse, welches Luft über die Auffangteller zu der Förderrinne bläst, und eine auf der den Auffangtellern gegenüberliegenden Seite der Förderrinne angeordnete Einrichtung zum Abtrennen und gesonderten Abführen der im Lesegut mitgeführten Blätter und Stielteile umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausfördervorrichtung (35) im wesentlichen aus zwei umlaufenden endlosen Trums (36) eines Antriebsmittels besteht, die durch Querstäbe (37) miteinander verbunden sind, auf welchen im Abstand Stifte (38) angeordnet sind, und nach außen durch ein schräges Rücklaufblech (41) abgeschlossen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstände zwischen den Querstäben (37) durch im rechten Winkel zu den Stiften (38) an diesen angeordnete Streifen (40) abgedeckt sind.






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