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Dokumentenidentifikation DE3820940A1 12.01.1989
Titel Wandbrett mit Tafelverwendung
Anmelder R.B. Diseños S.A. & Christales Curvados S.A. (CRICURSA), Barcelona, ES
Erfinder Campadabal, J. Roura;
Gili, F. Figuerola, Barcelona, ES
Vertreter Lorenz, E.; Gossel, H., Dipl.-Ing.; Philipps, I., Dr.; Schäuble, P., Dr.; Jackermeier, S., Dr.; Zinnecker, A., Dipl.-Ing., Rechtsanwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 21.06.1988
DE-Aktenzeichen 3820940
Offenlegungstag 12.01.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.1989
IPC-Hauptklasse B43L 1/06
IPC-Nebenklasse B43L 1/10   A47B 97/00   A47B 27/00   B05B 7/02   B32B 17/00   B32B 3/30   

Beschreibung[de]
Erfindungsgegenstand

Der Erfindungsgegenstand ist ein als Tafel verwendbares Wandbrett mit Beschrifterbenutzung und trockenem Löschvorgang auf einer unveränderlichen Oberfläche mit einer praktisch unbegrenzten Lebensdauer und einer deutlich erkennbaren Schriftlinienführung.

Sachverhalt

Üblicherweise bestehen die für Beschriftungsverwendung mit trockenem Löschvorgang bestimmten Tafeln aus einem Holzbrett, dessen Oberfläche mit einem nicht porösen Schichtauftrag versehen und durch Walzvorgang geglättet worden ist, wodurch die Tintenflüssigkeit des Beschrifters nicht in die Oberflächenunebenheiten eindringen kann und somit entstehende Tintenansammlungen auf der Tafelfläche vermieden werden.

Aus diesem Grund ist die Verwendung melaminbeschichteter Holztafeln nicht empfehlenswert, vorteilhaft sind dagegen Wandbretter mit einer aufgelegten walzenpolierten Kunststoffschicht, die eine einwandfrei glatte Oberfläche zum Ergebnis haben.

Derartig glatte Oberflächen bereiten jedoch anderweitige Schwierigkeiten, nämlich lästige Blendeffekte reflektierender Lichtausstrahlungen, und in dieser Hinsicht sind an Schularbeitsplätzen Probeversuche unternommen worden, mit denen nachgewiesen werden konnte, wie störend von Fenstern und ähnlichen künstlich erzeugten Lichtquellen kommende reflektierende Lichteinwirkungen auf die Tafeloberfläche einwirken.

Eine Beseitigung dieser Lichtreflexprobleme ist praktisch unmöglich, denn eine Oberflächenmattierung zur Aufhebung dieser Schwierigkeiten bedeutet erneut auf die Oberlächenunebenheiten zurückzukommen, und als Folge davon ergibt sich erneut eine Tintenansammlung in den Porenöffnungen und das Entstehen von Tafelbeschmutzungen.

Ferner treten außer den oben erwähnten Reflexproblemen bei herkömmlichen Tafeln noch weitere Probleme wie Verschleiß und Verkratzung infolge der kunststoffbeschichteten Tafeloberfläche auf, und diese wird im Verlauf der Zeit unbenutzbar.

Im Prinzip ist die Herstellung einer haltbaren Tafel einfach, indem man diese mit einem ausreichend dicken Glasteil von großer Haltbarkeit belegt und zum Beispiel die Rückseite mit einem undurchsichtigen Farbanstrich versieht, um auf diese Weise die trockene Tintenschrift zu verdeutlichen. Aber auch diese Lösung ist letztenendes undurchführbar, weil ein derartig behandelter Glaskörper unkontrollierbare Reflexlichtausstrahlungen abgibt.

Angesichts derartiger Schwierigkeiten bemühte sich der Antragsteller bereits um Lösungssuche und ist Patentinhaber des Gebrauchsmusters 291 568 mit der Beschreibung und Patentbeantragung einer verbesserten Wandtafel, die aus einem einseitig abgeschliffenen Glasteil besteht, das durch Auftragen einer Butyralschicht auf die bestrichene Seite eines dickeren Glaskörpers befestigt wird.

Zunächst scheint die Glasoberflächenmattierung durch mechanische Schleifanwendung eine geeignete Lösung, es stellt sich jedoch bald das Gegenteil heraus, denn in der Praxis ist dieser mechanische Schleifvorgang stets unregelmäßig und hinterläßt trotz gegenteiliger Bemühungen stets Rillenvertiefungen, Materialabschürfungen und Bearbeitungsunebenheiten, in die in gewissem Zeitabstand trockene Tintenreste eindringen und die Oberfläche verunreinigen. Diese Tafelart hat jedoch im Vergleich zu kunststoffbeschichteten Tafeln den Vorteil einer unabnutzbaren Oberflächenbeschriftung sowie eine einfache Reinigung mit einem Lösungsmittel, nachteilig ist jedoch die hohe Unkostenentstehung auf Grund des langsameren und kostspieligeren Abschleifvorganges, der sorgfältiger auszuführenden Bearbeitungsmaßnahmen, spätere Rektifizierungen und vorsichtiger Endreinigungsausführungen. Ferner erhöht sich das Bruchrisiko bei Ausführung der Bearbeitungsmaßnahmen und es entsteht eine die Glassicherheit gefährdende Druckspannung.

Erfindungsbeschreibung

Das als Erfindungsgegenstand präsentierte Wandbrett mit Tafelverwendung bringt innerhalb der Entwurfslinie des vorigen Gebrauchsmusters einen wesentlich geringeren Kostenaufwand infolge eines kürzeren Mattierungsvorganges, beseitigt völlig störende Lichtreflexbildungen und erzielt eine schleifbearbeitungsfreie Oberfläche ohne Rillenbildungen, die ein Schriftlöschen infolge von trockener Tintenansammlungen bedeutend erschweren.

Dieser Gebrauchsvorteil entsteht durch Mattierungsausführungen bei Anwendung chemischer Korrosionsvorgänge, die durch Auftragen und regelmäßiges Verteilen glasätzender Säureflüssigkeiten entstehen.

Grundlage ist eine Glasplatte mit der allgemeinen Bezeichnung "Doppelglas" in einer Dicke von 3 mm und einem immer positiv verlaufenden Toleranzwert von 3%, das heißt der Dickewert schwankt zwischen 3 und 3,09 mm.

Der chemische Korrosionsvorgang verläuft auf homogene Weise und trägt zu einem Materialverlust von etwa 0,05 mm bei, dadurch entsteht eine Korrosionstiefe im Verhältnis von etwa 1/60 zur Glasdicke je nach Toleranzmaßstäben des Glasherstellers.

Dadurch entsteht eine für die antireflektive Tafelverwendung geeignete Oberflächenaufrauhung, durch die gleichfalls der Schriftlöschvorgang wesentlich erleichtert wird. Zunächst kommt es zu einer unebenen Wellenformung durch unregelmäßige Rückenerhebungen, die miteinander konkave Rinnen oder Kanäle mit Berührungsabständen bilden, ohne daß Kanten oder Erhebungen gebildet werden, in die ein weiches Löschelement, wie zum Beispiel ein Textil- oder Zellulosematerial, ohne Widerstand eindringen kann.

Zur Erhöhung der mechanischen Bearbeitungsmöglichkeit des Glaskörpers wird dieser auf ein gleichdickes oder dickeres Glas unter Zuhilfenahme einer Butyralschichtauftragung aufgelegt und zwischen dieser Schicht und dem Glasteil ein undurchsichtiger, zumeist weißer Farbanstrich zum deutlicheren Hervortreten der mit dem Beschrifter ausgeführten Linienführungen aufgetragen.

Beim vorigen Gebrauchsmuster wurde der Farbanstrich seriegraphisch aufgetragen und bei der Befestigung der beiden Glaselemente war die Haftbarkeit von von der Farbfestigkeit einerseits und der Haftfähigkeit beider Glaskörper andererseits abhängig. Ferner wurde beim vorigen Gebrauchsmuster die nichtabgeschliffene, dickenmäßig verdoppelte Glasseite bedeckt und ein perimetraler Randstreifen für perimetrale Haftung freigelassen. Die Praxis hat jeoch die Unzureichbarkeit solcher perimetraler Randsteifen bewiesen und die ungenügende Haft- und Haltbarkeit seriegraphischer Farbanstriche gezeigt. Ferner ergaben sich Schwierigkeiten bei der während des Festigungsprozesses beider Glasteile entstehenden Temperaturabmessungen, da dieser Vorgang in heißem Zustand ausgeführt wird, wobei diese Baueinheit nach voriger Montage der einzelnen Bauelemente in einen Dampfkochkessel eingeführt und Temperaturen zwischen 120° und 160° und Druckentwicklungen von 10 bis 14 atü ausgesetzt wird.

Diese Druckauswirkungen sind bedeutungslos für den Farbanstrich, während hohe Temperaturaussetzungen Schaden anrichten und gelegentlich an bestimmten Stellen naturabweichende Auswirkungen in bezug auf Farbe und/oder Haltbarkeit zeigen.

Bei Versuchsausführungen ist bewiesen worden, daß ein mit Spritzpistole aufgetragener Farbanstrich beider Komponenten sowohl gegen Temperatur- als auch Druckaussetzungen beständig ist und eine ausreichende Haltbarkeit zur Gewährung einer optimalen Befestigung der beiden Glasplatten besitzt.

Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal des Erfindungsgegenstandes ist die Tatsache, daß eine gleiche kalibrierte Glasplatte auf einer Seite dem Korrosionsvorgang und auf der anderen Seite dem Farbanstrichausführungen ausgesetzt wird, wodurch die Verwendung eines einzigen hochwertigen Glaselements erforderlich ist, während die zweite Glasscheibe unsichtbar bleibt und keinem Farbanstrich ausgesetzt wird und oberflächliche Unebenheiten wie Poren, Streifen, usw. aufweisen kann, die sonst bei Sichtbarkeit während des Farbanstriches "kopiert" werden würden, demzufolge können Materialaufwendungen eingespart werden.

Andererseits können auf Grund der Deckungskraft und mechanischen Widerstandskraft der Farbauftragungen längsgeführte und/oder vertikale Schriftzeichen in Kontrastnuancen zum Farbanstrich auf der gesamten Glasseite in Form von Linien, Quradraten, Spalten, Musikzeichen, etc., aufgetragen werden, die später auf der Schriftoberfläche des Beschrifters sichtbar werden und somit eine wertvolle Unterstützung bei der graphischen Darlegung von Texten, Zahlen, Zeichnungen, Tonleiterbildungen, usw., darstellen und gleichzeitig die Bildungsaufgaben von Lehrern sowie Schülern vorteilhaft erleichtern.

Abschrägungsbearbeitungen an den inneren oder gegenüberliegenden Kantenseiten beider Glasscheiben erlauben einen haltbaren Außenabschluß mit Silikonversiegelung, beseitigen scharfe Schnittkanten und verleihen dem Verwendungsgegenstand ein schönes Aussehen.

Ferner kann dieser Gebrauchsgegenstand, wie beim vorigen Gebrauchsmuster, mit einem Preßholzträger für Wandbefestigungen der beiden Platten und wahlweise ebenfalls mit einem abschließenden Außenrahmen versehen werden.

Zeichnungsbeschreibung

Als Ergänzung zur Gegenstandsbeschreibung und zum Zweck eines besseren Verständnisses der Erfindungsmerkmale wird dieser Patentbeantragung als zugehöriger Bestandteil eine Reihe von Zeichnungen zur Erläuterung und nicht Einbeschränkung der Gegenstandeigenschaften wie folgt beigefügt:

Abb. 1. - Vergrößerte Querschnitteilansicht der vorderen Glasplatte als Bestandteil des Wandbretts mit Tafelverwendung, Gegenstand dieser Patentbeantragung, bei der man deutlich den besagte Glasplatte betreffenden Korrosionseingriff beobachten kann.

Abb. 2. - Grundrißansicht der oben beschriebenen Darstellung mit Betrachtung der Korrosionsseite und dadurch bedingte Unregelmäßigkeitenbildung.

Abb. 3. - Eine weitere vergrößerte Querschnittansicht in Anlehnung an Abb. 1 mit Darstellung der erwähnten Glasplatte, auf der die auf der Vorder- oder Verwendungsseite vorgenommenen Korrosionsausführungen verdeutlicht werden.

Abb. 4. - Teilansicht in Profildarstellung des gesamten Wandbrettes mit Freilegung von Teilschichten zum besseren Verständnis der Baustruktur.

Vorgeschlagene Ausführung des Erfindungsgegenstandes. -

Auf Grund der oben beschriebenen Abbildungen läßt sich ersehen, daß sich dieses Wandbrett mit Verwendung als Wandtafel zusammensetzt aus einer Glasscheibe 1, auf dessen Vorder- oder Funktionsseite unregelmäßige Wellenrückenbildungen entstehen 2, konvex-gerundet, miteinander verbunden durch konkav-gerundete Kanalführungen 3, ohne Kantenbildung, das heißt mit dem Rücken verbunden 2 und durch Kanalführungen vereint 3, mit Berührungstangenten nach Abb. 1 und 2.

Diese oberflächlichen Unregelmäßigkeiten der Platte 1 entstehen durch chemische Korrosionsanwendung nach Darstellung der Abb. 3 auf der Glasplatte 1, bei der die Dickenausmaße mit "A" und die chemische Korrosionstiefe mit "B", der mittlere Abstand zwischen der höchsten Rückenstelle 2 und der niedrigste Kanalpunkt 3 mit "C" gekennzeichnet sind und nachstehende Wertberechnungen ergeben:



In Übereinstimmung mit der vorgeschlagenen Gegenstandherstellung beträgt der Meßwert "A" 3 mm und daraus ergeben sich die beiden anderen Berechnungswerte "B" und "C".

Nach der Strukturbeschaffenheit der Glasplatte 1 und insbesondere der Außen- oder Verwendungsseite erhält diese Platte auf ihrer Innenseite einen Farbanstrich 4, der, wie bereits erwähnt, aus zwei Komponenten besteht und mit Spritzpistole auf die Glasplatte 1 aufgetragen wird, vorher können jedoch auf der Plattenhinterseite Markierungslinien 5 mit späterer Sichtbarkeit auf der Tafelvorderseite aufgetragen werden, danach wird diese Baueinheit auf die Stützglasscheibe 6 unter Verwendung einer Butyralhaftschicht 7 aufgelegt und wahlweise an einem Wandaufhängungsgestell 8 und an einem Außenrahmen 9 angebracht.

Weitere Merkmale des Erfindungsgegenstandes sind die beiden Glasscheiben 1 und 6 mit ihren aufeinanderliegenden Randseiten und jeweiligen Schrägneigungen 10 in perimetralem Abstand und gleichfalls perimetralen Öffnungen zum Einsatz eines Siegelstreifens 11, wie beispielsweise Silikon, zum hermetischen Verschluß der beiden Glasplatten und der dazwischenliegenden Farbanstrichs- und Butyralhaftungsschicht.

Eine detailliertere Beschreibung des Erfindungsgegenstandes ist nicht weiter erforderlich, um einem Fachmann die Reichweite und Vorteile desselben einwandfrei verständlich zu machen.

Materialverwendungen, Formgebungen, Größenanordnungen und Einbau der einzelenen Bauelemente können, sofern sie dadurch nicht die wesentlichen Funktionseigenschaften des Erfindungsgegenstandes verändern, beliebig abgewandelt werden.

Der Textinhalt dieser Patentbeantragung ist im weiten und nicht beschränktem Wortsinn auszulegen.


Anspruch[de]
  1. 1. Wandbrett mit Tafelverwendung, bestehend aus zwei aufeinanderliegenden Glasplatten, die mit einer Butyralschicht als Haftelement und einem Farbanstrich miteinander verbunden sind, wobei dieser Farbanstrich aus einer zumeist weißen Deckfarbe besteht, auf der die auszuführende Beschriftung durch Beschrifterstift oder ähnliche Schreibgegenstände deutlich sichtbar hervortritt, und diese Baueinheit kann für Wandbefestigungszwecke an einer Preßholzplatte angebracht und von einem Außenrahmen umgeben werden, kennzeichnend ist ferner für diesen Erfindungsgegenstand die Bearbeitung der Vorderseite der ersten Glasplatte in Form einer homogen ausgeführten chemischen Korrosionsanwendung zur Erzeugung bestimmter Unebenheiten wie unregelmäßige Rückenerhebungen, und zwar konkave Rillen oder Kanäle, deren Anfangs- und Endstellen durch verbundene Berührungstangenten aufeinanderstoßen, womit ein Entstehen von Kantenecken und Ausbuchtungen vermieden wird, in die ein herkömmliches Schriftlöschelement nicht eindringen kann.
  2. 2. Wandbrett mit Tafelverwendung nach Patentbeantragung 1, mit einem Durchschnittswert zwischen den einzelnen Erhebungen auf der unregelmäßig aufgerauhten Oberfläche von 3 bis 5 Tausendstel Millimeter.
  3. 3. Wandbrett mit Tafelverwendung, nach oben beschriebenen Patentbeantragungen, mit einer aus zwei Komponenten bestehenden Farbauftragung auf in inneren Hinterseite der vorderen Glasplatte unter Anwendung einer Farbspritzpistole, wobei dieser Farbanstrich sowohl temperatur- wie druckbeständig ist und wahlweise, vor Auftragung des Farbanstriches, auf der Hinterseite der ersten Glasvorderseite mit gitterförmigen Schriftzeichen im Sinne richtungsweisender Linienführungen versehen werden kann.
  4. 4. Wandbrett mit Tafelverwendung, nach oben beschriebenen Patentbeantragungen, bei dem die beiden Glasplatten eine Außenrandschrägbearbeitung mit Ausführung einer perimetralen Kanal- oder Rillenöffnung zum Einlegen eines Versiegelungsstreifens, vorzugsweise Silikon, tragen.
  5. 5. Wandbrett mit Tafelverwendung, nach Beschreibung und Darlegung in dieser Patentbeantragung und Hinzugabe der entsprechenden Zeichnungsabbildungen.






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