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Dokumentenidentifikation DE3225300C2 23.02.1989
Titel Gekühltes Semidruck-LPG-Gastankschiff
Anmelder Kober, Drago, Dipl.-Ing., 5020 Frechen, DE;
Martin, Erich, Dipl.-Ing., 5047 Wesseling, DE
Erfinder Kober, Drago, Dipl.-Ing., 5020 Frechen, DE;
Martin, Erich, Dipl.-Ing., 5047 Wesseling, DE
Vertreter Bauer, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 07.07.1982
DE-Aktenzeichen 3225300
Offenlegungstag 12.01.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.1989
IPC-Hauptklasse B63B 25/14
IPC-Nebenklasse B63J 2/14   
Zusammenfassung Die Rückverflüssigungsanlage dieses Gastankschiffs ist über eine Ansaugleitung mit dem Dampfraum des Ladetanks und über eine Rückleitung mit dem Flüssigkeitsraum des Ladetanks verbunden und hat mindestens einen seewassergekühlten Kondensator und mindestens zwei Kompressoren, von denen mindestens einer über die Ansaugleitung dampfförmiges Cargogas ansaugt und verdichtet. Das verdichtete Cargogas wird nach Abkühlung und Kondensation über die Rückleitung in den Tank zurückgeführt. Für den Transport von Cargogasen wie NGL erfolgt die Abkühlung und zumindest teilweise Kondensation des verdichteten Cargogases in einem durch verdampfendes Kältemittel gekühlten Wärmetauscher. Der zweite Kompressor ist mit diesem Wärmetauscher und dem seewassergekühlten Kondensator zu einem geschlossenen Kreislauf verbunden, in dem ein Kältemittel arbeitet. Die Rückverflüssigungsanlage ist zwischen einer offenen Anlage mit nur einem Kreislauf und einer Kaskadenschaltung zweier Kreisläufe umschaltbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein gekühltes Semidruck-LPG-Gastankschiff nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Gekühlte Semidruck-Gastankschiffe sind üblicherweise für minimale Ladetanktemperaturen von ca. -50°C ausgelegt und entsprechend ihrer Bezeichnung für LPG, also liquid petroleum gas, geeignet. Unter Semidruck oder Halbdruck werden dabei Ladedrücke (berechnet nach den Vorschriften des Germanischen Lloyd) von bis zu etwa 7,5 bar verstanden. Volldruck-Gastankschiffe sind im Unterschied hierzu für höhere Transportdrücke von beispielsweise bis zu 18 bar ausgelegt. Der Unterschied zu atmosphärischen Gastankschiffen liegt im wesentlichen kleineren Transportdruck von bis zu etwa 0,3 bar Überdruck dieser Schiffe. Neben den genannten drei Druckklassen unterscheidet man üblicherweise noch zwischen ungekühlten und gekühlten Schiffen. Nur die gekühlten Gastankschiffe haben eine Rückverflüssigungsanlage. In typischen Fällen ist diese Rückverflüssigungsanlage so ausgelegt, daß Ladegas bis auf eine Temperatur abgekühlt werden kann bei der es Atmosphärendruck hat. Ein Gastankschiff wird dagegen als semigekühlt oder halbgekühlt bezeichnet, wenn ein Ladegas bei der niedrigsten Transporttemperatur, für das das Gastankschiff zugelassen ist, immer noch einen (im zugelassenen Druckbereich liegenden) Überdruck hat. Neben den LPG-Gastankschiffen kennt man im Rahmen der gekühlten Gastankschiffe noch Äthylentanker, die für eine Transporttemperatur von typischerweise bis hinunter zu - -104°C ausgelegt sind. Derartige Halbdruck-Äthylen-Gastankschiffe sind wegen ihrer wesentlich aufwendigeren Verflüssigungsanlage, die für wesentlich tiefere Temperaturen ausgelegt ist, ihrer tieferen Transporttemperatur und demzufolge der höheren Werkstoffkosten für den Ladetank usw. deutlich teurer als ein Semidruck-LPG-Gastankschiff.

Das Gastankschiff der eingangs genannten Art ist aus der GB-Z "Shipbuilding and Shipping Record", 30. Mai 1969, Seiten 752 bis 754 bekannt. Zur Anwendung kommt dieser bekannte Stand der Technik beispielsweise bei dem gekühlten Semidruck-LPG-Gastankschiff MT "GAZ PACIFIC". Es ist mit drei entsprechend isolierten Zwillingstanks von insgesamt knapp 6000 m3 Volumen ausgerüstet, die, berechnet nach den Vorschriften des Germanischen Lloyd, für einen maximalen Transportdruck von 7,5 bar ausgelegt sind. Die Rückverflüssigungsanlage ist mit drei zweistufigen Kompressoren und zwei seewassergekühlten Kondensatoren ausgestattet. Dabei genügen zwei Kompressen und ein Kondensator, um die typischen Ladegase transportieren zu können, für die die Semidruck-LPG-Gastankschiffe geeignet sind, nämlich Propylen, Propan, n-Butan, Butylen, Butadien, Ammoniak usw., also den erforderlichen Transportdruck und die erforderliche Transporttemperatur unter den Bedingungen maximaler Umgebungstemperatur (z. B. +45°C) aufrechtzuerhalten. Ein Kompressor und der zweite Kondensator sind aus Sicherheitsgründen vorgesehen. Die Kompressoren können beliebig einzeln oder parallel zueinander eingesetzt werden.

Mit dem Gastankschiff der eingangs genannten Art ist ein Transport nur solcher Gase oder Gasgemische möglich, für die die kritische Temperatur ausreichend oberhalb der Temperatur des das Gastankschiff umgebenden Seewassers liegt. Nur für diesen Fall kann das hochgespannte Ladegas im seewassergekühlten Kondensator die latente Wärme an das Seewasser abgeben und kondensiert werden. Als maximale Seewassertemperatur wird üblicherweise +32°C angesetzt, in heißeren Regionen der Erde (Persischer Golf) rechnet man mit +35°C. Probleme können bei dem Gastankschiff der eingangs genannten Art daher schon beim Transport von Äthan auftreten, dessen kritische Temperatur 32°C (bei einem Druk von ca. 40 bar) beträgt und das bei genannten hohen Seewassertemperaturen nicht kondensiert werden kann. Nicht möglich aber ist ein Transport von Mischungen von Äthan mit anderen Gasen, wie z. B. Methan, die eine noch tiefere kritische Temperatur haben. Derartige Gasgemische treten beispielsweise in der Form des NGL (natural gas liquids) auf, das in der flüssigen Phase sich beispielsweise aus im wesentlichen 61% Äthan, 4% Methan und 35% Propan zusammensetzt. Die Zusammensetzung variiert von Fundstätte zu Fundstätte. Die hier angegebene Zusammensetzung ist typisch und wird in der Folge als Beispiel betrachtet. Ihre kritische Temperatur liegt bei -15°C, der kritische Druck beträgt 46 bis 47 bar. Eine Rückverflüssigung dieses Ladegases NGL ist mit der Rückverflüssigungsanlage des MT "GAS PACIFIC" nicht möglich.

Andererseits ist man aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bestrebt, in Abhängigkeit von der Schiffsgröße und der Frachtrate auch ein derartiges Gas mit einem gekühlten Semidruck-LPG-Gastankschiff zu transportieren und für den Transport nicht einen (teueren) gekühlten Äthylen- Gastank zu verwenden. Dieser könnte zwar das Ladegas NGL drucklos oder, wenn er als Semidrucktanker ausgelegt ist, auch bei einem gewissen Transportdruck transportieren, der Transport wäre jedoch aufgrund der höheren Investitionskosten teurer. Entscheidend ist hier weiterhin, daß die gekühlten Äthylen-Gastankschiffe üblicherweise eine sehr hohe Ladekapazität haben und dadurch sich für den Transport der üblicherweise anfallenden Transportmengen an NGL nicht empfehlen.

Um dennoch ein Ladegas wie NGL mit einem Gastankschiff der eingangs genannten Art transportieren zu können, ist bereits angegeben worden, der vorhandenen, offenen Rückverflüssigungsanlage dieses Schiffes einen weiteren Kreislauf nachzuschalten und somit eine Kaskadenschaltung auszubilden. Derartige, zumeist mit Frigen (Warenzeichen) als Kältemittel, arbeitende Zusatzkreisläufe können als fertige Einheiten gekauft werden und werden hinter die Druckseite des (vorhandenen Ladegaskompressors eingefügt. Der vorhandene Seewasser-Kondensator des Schiffes wird dann nicht benutzt. Das hochgespannte Ladegas NGL gibt dann seine Wärme nicht direkt im Kondensator an Seewasser, sondern in einem Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher an das dabei verdampfende Kältemittel, insbesondere Frigen (Warenzeichen), ab. Der zweite, zusätzliche Kältekreislauf arbeitet gegen Seewasser. Der Kompressor dieser Frigenanlage ist für den Betrieb mit Ladegasen ungeeignet.

Nun ist dieser zweite, nachgeschaltete zusätzliche Kältekreislauf jedoch teuer. Er beansprucht Platz und Wartungsaufwand. Weiterhin benötigt ein so ausgerüstetes Gastankschiff diese Kaskadenschaltung erfahrungsgemäß nur selten, da nach dem Frachtaufkommen typischerweise die eingangs genannten Ladegase, die ohne den zusätzlichen Kältekreislauf rückverflüssigt werden können, transportiert werden. Für die seltenen Fälle eines NGL-Transportes (oder des Transportes eines Ladegases mit ähnlichen Daten) erweist sich daher der zusätzliche Kältekreislauf als unwirtschaftlich.

Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, die Nachteile der bekannten gekühlten Semidruck-LPG-Gastankschiffe hinsichtlich des Transportes von Gasen ähnlich dem NGL zu vermeiden und ein gekühltes Semidruck-LPG-Gastankschiff anzugeben, das universell für bei Halbdruck und oberhalb -50°C transportfähige Gase wirtschaftlich einsetzbar ist. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein gekühltes Semidruck-LPG-Gastankschiff mit den Merkmalen des Anspruches 1. Als Kältemittel wird beispielsweise Propylen oder Frigen (Warenzeichen) eingesetzt.

Überraschenderweise genügt somit im wesentlichen lediglich ein zusätzlicher Wärmetauscher, nämlich der Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher, um das bekannte Gastankschiff der eingangs genannten Art auch für Ladegase wie beispielsweise NGL verwenden zu können. Gegenüber einem zusätzlichen vollständigen Kältekreislauf ermöglicht die erfindungsgemäße Lösung eine wesentlich kostengünstigere Ausführung des Gastankschiffes, da sehr vorteilhaft bereits vorhandene Teile, insbesondere mindestens ein Kompressor und ein seewassergekühlter Kondensator, genutzt werden, so daß die Anschaffungs- und Wartungskosten gering bleiben und Platz gespart wird. Damit wird es wirtschaftlich, ein gekühltes Halbdruck- LPG-Gastankschiff mit der Möglichkeit einer Rückverflüssigung von Gasen wie NGL auszustatten, ohne daß ein Transport derartiger Gase absehbar ist. Da NGL bei -50°C noch einen Druck von etwa 5 bar hat, genügt lediglich einer der vorhandenen Kompressoren für das Absaugen des durch Sieden verdampfenden NGL-Gases. Damit kann bereits der zweite Kompressor für den Zusatzkreislauf eingesetzt werden.

Die Erfindung ermöglicht somit eine größere Flexibilität hinsichtlich der mit einem gekühlten Semidruck-LPG-Gastankschiff transportierbaren Ladegase. Während das Gastankschiff der eingangs genannten Art so ausgelegt ist, daß entweder im Bereich der niedrigen Transporttemperatur gefahren wird, dann aber der maximale Transportdruck, für den die Ladetanks ausgelegt sind, bei weitem nicht ausgenutzt wird, oder daß bei relativ hohen (im Semidruckbereich liegenden) Druck transportiert wird, in diesem Fall aber die Transporttemperatur deutlich oberhalb der tiefstmöglichen Transporttemperatur liegt, ermöglicht die Erfindung den Transport von Gasen bei niedriger Temperatur und (halb-) hohem Druck. Das Einsatzgebiet der Gastankschiffe der eingangs genannten Art wird somit kostengünstig erweitert.

Die in Anspruch 2 angegebene schaltungsgemäße Ausbildung ermöglicht ein rasche und bequemes Wechseln von dem einstufigen Betrieb der Rückverflüssigungsanlage, mit zwei bei Bedarf parallel betreibbaren Kreisläufen zum zweistufigen bzw. Kaskadenbetrieb der Rückverflüssigungsanlage. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen 3 bis 6 angegeben.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Figur näher erläutert. Diese zeigt ein Blockschaltbild der hier wesentlichen Teile eine Gasanlage eines Gastankschiffes der eingangs genannten Art.

Von den insgesamt drei Ladetanks, des Gastankschiffs ist in der Figur nur ein Ladetank 10 gezeigt. Er ist mit einem Ladegas 12, angefüllt, dessen flüssige Phase den Ladetank 10 bis zum Niveau 14 ausfüllt. Darüber befindet sich dampfförmiges Ladegas 12, das über eine Ansaugleitung 16 einer Rückverflüssigungsanlage zugeführt wird, die die weiteren Teile der Figur umfaßt und in einem Kompressorraum untergebracht ist. Sie hat zwei voneinander getrennte, jeweils für eine vollständige Rückverflüssigung ausgelegte Einheiten.

In bekannter Weise ist die Rückverflüssigungsanlage mit zwei seewassergekühlten Kondensatoren 18, 20 und zwei zweistufigen Kompressoren 22, 24 ausgestattet.

Die Rückverflüssigungsanlage arbeitet einerseits einstufig mit den beiden Kältekreisläufen in Parallelschaltung oder einem Kreislauf als Reserve und andererseits zweistufig, wobei die zwei Kreisläufe durch Kaskadenschaltung miteinander verkettet werden. Der erste Kreislauf bei zweistufigem Betrieb muß nicht notwendigerweise offen sein, obwohl dies bevorzugt wird, während zweite Kreislauf als geschlossener Kältekreislauf ausgeführt ist. Die Kaskadenschaltung ist für den Transport von Gasen wie beispielsweise NGL notwendig, wie oben erläutert wurde. Diese Ausführung ist in der Figur mit ausgezogenen Strichen dargestellt. Der Zustand der Rückverflüssigungsanlage mit zwei parallen offenen Kältereisläufen wird durch Schließen von Ventilen 26, 28, 30 und 31 erhalten; hierfür gelten die gestrichelten Verbindungen. In diesem Fall saugt auch der zweite Kompressor 24 dampfförmiges Ladegas 12 und nicht das Kältemittel an. Die gestrichelt eingezeichneten Verbindungsleitungen sind mit Absperrorganen ausgestattet, die jedoch nicht eingezeichnet sind.

Im folgenden wird die mit Kaskadenschaltung erfolgende Rückverflüssigung von NGL als Ladegas 12 beschrieben: Über die Ansaugleitung 16, durch einen Wärmetauscher 32, der im folgenden dritter Wärmetauscher genannt wird, und durch einen Flüssigkeitsabscheider 34 saugt die erste (obere) Stufe des Kompressors 22 das verdampfte Ladegas 12 aus dem Ladetank 10. Hinter der ersten Kompressorstufe gelangt das höher gespannte Ladegas 12 in einen Zwischenkühler 36 bekannter Bauart, der hier jedoch nicht gefüllt ist, da eine Zwischenkühlung nicht erforderlich ist. Er ist jedoch für den einstufigen Betrieb der Rückverflüssigungsanlage mit zwei parallel geschalteten Kältekreisläufen notwendig. Der Zwischenkühler 36 wird dann in geeigneter, bekannter Weise durch Verdampfen von Ladegas und Absaugen des Dampfes durch die zweite Kompressorstufe gekühlt. Vom Zwischenkühler 36 erreicht das Ladegas 12 die Ansaugseite der zweiten Stufe des Kompressors 22. Das diese Stufe des Kompressors 22 verlassende, hochgespannte Ladegas 12 läuft im Gegenstrom zum angesaugten, dampfförmigen Ladegas 12 durch dendritten Wärmetauscher 32 (der die Zwischenkühlung im Zwischenkühler 36 erübrigt) und über das (geöffnete) Ventil 26 in einen erfindungsgemäß vorgesehenen Ladegas/Kältemittel Wärmetauscher 38, der im folgenden erster Wärmetauscher genannt wird. Dort kondensiert das hochgespannte Ladegas und gibt seine Wärme an ein Kältemittel 40 ab, auf das im folgenden näher eingegangen wird. Das flüssige Ladegas wird über eine Rückleitung 42 in Nähe des Bodens des Ladetanks 10 in diesen eingeleitet. Dampfförmiges Ladegas 12 aus dem ersten Wärmetauscher 38 gelangt über eine Leitung 44 in ein Verteilersystem 46, das sich ebenfalls unterhalb des Niveaus 14 des flüssigen Ladegases 12 befindet. Diese Anordnung hat folgenden Vorteil:

Aufgrund der unterschiedlichen thermischen Daten der Bestandteile des NGL-Ladegases, also Äthan, Methan und Propan hat das NGL in der flüssigen Phase eine andere Zusammensetzung (s. o. 61% Äthan, 4% Methan und 35% Propan) als in der dampfförmigen Phase, dort hat dasselbe Gas die Zusammensetzung: 44% Methan, 51% Äthan und ca. 5% Propan. In der Gasphase ist der Anteil an Methan damit deutlich größer. Über die Leitung 44 wird das dampfförmige NGL-Gas in den Ladetank 10 gepreßt, um zu erreichen, daß zumindest ein Teil des Methans kondensiert bzw. wieder in Lösung geht.

Der zweite Kompressor 24 ist zusammen mit dem Kondensator 18 und dem ersten Wärmetauscher 38 zu einem geschlossenen Kreislauf für das Kältemittel 40 geschaltet. Dieser Kältemittelkreislauf dient als Kaskaden- Kältestufe, gegen die die soeben beschriebene, erste Kältestufe arbeitet. Als Kältemittel 40 wird Frigen (Warenzeichen), Propylen oder dergleichen verwendet. Der zweite Kompressor 24 saugt hierzu über eine Ansaugleitung 48, in der sich das (geöffnete) Ventil 28 befindet, und durch einen Wärmetauscher 50, der im folgenden zweiter Wärmetauscher genannt wird, verdampftes Kältemittel 40 aus dem Gasraum des Kälteteils des ersten Wärmetauschers 38 an. Vor dem Eingang des zweiten Kompressors 24 ist noch ein Flüssigkeitsabscheider 52 vorgesehen. Der zweite Kompressor 24, der baugleich mit dem ersten Kompressor 22 ausgeführt ist, hat wiederum eine Zwischenkühlung mittels eines Zwischenkühlers 54. Das hochgespannte Gas des Kältemittels 40 tritt von der Druckseite 56 des zweiten Kompressors 24 in den ersten Kondensator 18 ein. Zur Leistungsregelung wird das hochgespannte Gas des Kältemittels über eine Leitung 58 direkt in den ersten Wärmetauscher 38 geleitet. Das dampfförmige Kältemittel 40 kondensiert im ersten Kondensator 18 und durchströmt anschließend ein Schlangenrohr 60 des Zwischenkühlers 54, wodurch das Kondensat auf die Mitteldruck-Temperatur unterkühlt wird. Durch den zweiten Wärmetauscher 50 und über das Drosselventil 69 gelangt das kondensierte Kältemittel 40 über die Kondensatleitung 68 in einen Bodeneinlauf des ersten Wärmetauschers 38. Damit ist der Kältekreislauf geschlossen.

Soll nun vom beschriebenen Kaskadenbetrieb für NGL auf eine Rückverflüssigung eines Gases, für das ein einstufiger Betrieb der Rückverflüssigungsanlage mit zwei parallel geschalteten (offenen) Kältekreisläufen ausreicht, umgeschaltet werden, so werden die Ventile 26, 28, 30 und 31 sowie weitere Ventile, geschlossen. Das Kältemittel 40 wird aus dem Kreislauf herausgenommen. Für den einstufigen Betrieb werden die in der Figur gestrichelt eingezeichneten Leitungen 62, 64, 66 und 67 benötigt. Die dort befindichen (nicht dargestellten) Ventile werden geöffnet. Dann saugt der zweite Kompressor 24 nicht mehr über die Ansaugleitung 48, sondern parallel zum ersten Kompressor 22 über die Ansaugleitung 62 dampfförmiges Ladegas 12 an. Das im seewassergekühlten Kondensator 18 kondensierte Ladegas 12 wird über die Rückleitung 64 in den Ladetank 10 geleitet. Das durch den ersten Kompressor 22 hochgespannte Ladegas 12 tritt durch die Leitung 66 in den seewassergekühlten Kondensator 20 ein und gelangt nach Durchlaufen des Zwischenkühlers 36 über die Leitung 67 in den Flüssigraum des Ladetanks 10.

Die Umschaltung zwischen dem zweistufigen Betrieb und dem einstufigen Betrieb ist somit sehr einfach duchführbar, das erfindungsgemäß ausgebildete Gastankschiff benötigt lediglich den zusätzlichen ersten Wärmetauscher 38, um auch Gase wie NGL transportieren zu können. Zwar sind auch der zweite und der dritte Wärmetauscher 50, 32 beim bekannten Gastankschiff MT "GAZ PACIFIC" nicht vorhanden, diese sind jedoch nicht notwendig, sie verbessern allerdings den Wirkungsgrad der Gesamtanlage. Es ist erforderlich, in der vom ersten Wärmetauscher 38 kommenden Rückleitung 42 ein Absperrventil vor dem Einmündungspunkt der Leitung 67 anzuordnen. Ebenfalls ist ein Absperrventil in der Leitung 44 erforderlich.

Wie bei dem bekannten Gastankschiff sind in den Leitungen 42, 44 und 67 Drosselventil 70 vorgesehen. Die beiden Kondensatoren 18, 20 und der Zwischenkühler 54 sind mit einem Niveauregler ausgerüstet.


Anspruch[de]
  1. 1. Gekühltes Semidurck-LPG-Gastankschiff
    1. - mit mindestens einem Ladetank (10) für die Aufnahme von verflüssigtem Ladegas (12) und
    2. - mit einer Rückverflüssigungsanlage bestehend aus mindestens zwei Kreisläufen, die jeweils
      1. a) über eine Ansaugleitung (16, 62) mit dem Dampfraum des Ladetanks (10) und über eine Rückleitung (42, 64) mit diesem Ladetank (10) verbunden sind und
      2. b) einen seewassergekühlten Kondensator (18, 20) und mindestens einen zweistufigen Kompressor (22, 24) aufweisen,
      3. c) wobei mindestens der Kompressor (22) eines Kreislaufs über die Ansaugleitung (16) dampfförmiges Ladegas (12) ansaugt und verdichtet und das verdichtete Ladegas (12) nach Abkühlung und zumindest teilweiser Kondensation über die Rückleitung (42) in den Ladetank (10) zurückgeführt wird,
  2. dadurch gekennzeichnet, daß ein Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher (38) vorgesehen ist, der
    1. - anstelle des seewassergekühlten Kondensators (20) in den ersten Kreislauf einschaltbar ist und
    2. - mit dem Kompressor (24) des zweiten Kreislaufs sowie dessen seewassergekühltem Kondensator (18) zu einem geschlossenen Kreislauf verbindbar ist, in dem ein Kältemittel (40) arbeitet.
  3. 2. Gastankschiff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) die Saugseite des zweiten Kompressors (24) wahlweise entweder über die Ansaugleitung (62) an den Ladetank (10) oder über die Ansaugleitung (48) an den Dampfraum des Kältemittel/Ladegas Wärmetauschers (38) anschließbar ist,
    2. b) daß der Kondensataustritt des seewassergekühlten Kondensators (18) des zweiten Kreislaufs wahlweise über die Rückleitung (64) an den Ladetank (10) oder über eine Kondensatleitung (68) an den Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher (38) anschließbar ist, und
    3. c) daß die Druckseite des ersten Kompressors (22) wahlweise entweder an den seewassergekühlten Kondensator (20) des ersten Kreislaufs oder an den Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher (38) anschließbar ist.
  4. 3. Gastankschiff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Wärmetauscher (50) vorgesehen ist, der einerseits in die vom Kondensator (18) des zweiten Kreislaufs zum Kältemittel/Ladegas Wärmetauscher (38) führende Kondensatleitung (68) und andererseits in die Ansaugleitung (48) eingeschaltet ist, so daß der über die Ansaugleitung (48) abesaugte Kältemitteldampf im Gegenstrom das rückverflüssigte, durch die Kondensatleitung (68) strömende Kältemittel (40) kühlt.
  5. 4. Gastankschiff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein dritter Wärmetauscher (32) vorgesehen ist, der einerseits in die Druckleitung hinter dem ersten Kompressor (22) und andererseits in die Ansaugleitung (16) dieses ersten Kompressors (22) eingeschaltet ist, so daß der aus dem Ladetank (10) abgesaugte Dampf des Ladegases (12) dem hochgespannten Ladegas in der Druckleitung Wärme entzieht.
  6. 5. Gastankschiff nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Dampfraum der Ladegasseite des Kältemittel/Ladegas Wärmetauschers (38) über eine Leitung (44) mit einem Verteilersystem (46) verbunden ist, das sich unterhalb des Niveaus (14) des Ladegases (12) im Ladetank (10) befindet.
  7. 6. Gastankschiff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei zu einstufigem Betrieb geschalteter Rückverflüssigungsanlage im ersten Kreislauf ein dessen Kompressor (22) zugeordneter Zwischenkühler (36) durch kondensiertes Ladegas (12) gekühlt wird.






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