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Dokumentenidentifikation DE3323943C2 23.02.1989
Titel Stabilisierte elastische Melaminharz-Schaumstoffe
Anmelder BASF AG, 6700 Ludwigshafen, DE
Erfinder Woerner, Frank Peter, Dr., 6706 Wachenheim, DE;
Reimann, Horst, Dr., 6520 Worms, DE;
Mahnke, Harald, Dr., 6700 Ludwigshafen, DE;
Neumann, Peter, Dr., 6908 Wiesloch, DE;
Turznik, Gerhard, Dr., 7500 Karlsruhe, DE;
Käppel, Hanshelmut, 6940 Weinheim, DE
DE-Anmeldedatum 02.07.1983
DE-Aktenzeichen 3323943
Offenlegungstag 03.01.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.02.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.02.1989
IPC-Hauptklasse C08L 61/28
IPC-Nebenklasse C08K 3/22   C08K 5/00   C08J 9/04   
Zusammenfassung Stabilisierte Melaminharz-Schaumstoffe enthalten als Stabilisator eine Kupfer- oder Eisenverbindung in Mengen von 10 ppm bis 3% Cu bzw. Fe, bezogen auf das Gewicht des Melaminharzes, vorzugsweise ein Oxid oder Hydroxid des Kupfers.

Beschreibung[de]

Schaumstoffe auf Basis von Melamin/Formaldehyd-Kondensationsprodukten sind seit langem bekannt. In jüngster Zeit ist ein Verfahren zur Herstellung von elastischen Melaminharz-Schäumen entwickelt worden (DE-A 29 15 467), bei dem man wäßrige Dispersionen, die ein Melamin/Formaldehyd-Vorkondensat, einen Emulgator, ein flüchtiges Treibmittel und einen Härter enthalten, verschäumt und härtet. Die dabei erhaltenen Schaumstoffe zeichnen sich außer durch ihre hohe Elastizität auch durch ein günstiges Brandverhalten und gute Temperaturbeständigkeit aus.

Es hat sich nun gezeigt, daß elastische Melaminharz-Schaumstoffe bei längerer Lagerung bei erhöhten Temperaturen (im Bereich von 150 bis 250°C) bzw. bei Belichtung zur Vergilbung und zur Versprödung neigen. Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, diese Melaminharz-Schaumstoffe gegen die Schädigung durch erhöhte Temperatur und Lichteinwirkung zu stabilisieren.

Es wurde gefunden, daß Kupfer- bzw. Eisenverbindungen in Menge von 10 ppm bis 3%, vorzugsweise von 100 ppm bis 1% Cu bzw. Fe, bezogen auf das Gewicht des Melaminharzes, eine günstige Stabilisatorwirkung aufweisen. Sie entfalten ihre Wirkung in allen bekannten Melaminharz- Schaumstoffen; besonders wirksam sind sie in elastischen Schaumstoffen, die nach der zitierten DE-A 29 15 467 hergestellt wurden.

Gegenstand der Erfindung sind stabilisierte elastische Melaminharz- Schaumstoffe, hergestellt durch Verschäumen einer wäßrigen Dispersion, die ein Melamin/Formaldehyd-Vorkondensat, einen Emulgator, ein flüchtiges Treibmittel und einen Härter enthält, und Härten, dadurch gekennzeichnet, daß man als Stabilisator eine Kupfer- oder Eisenverbindung in Mengen von 10 ppm bis zu 3% Cu bzw. Fe, bezogen auf das Gewicht des Melaminharzes zumischt.

Besonders geeignete Stabilisatoren sind die Oxide und Hydroxide des Kupfers, beispielsweise Cu&sub2;O, CuO und Cu(OH)&sub2; sowie ein auf Al&sub2;O&sub3; fein verteiltes CuO. Daneben sind auch andere organische Kupferverbindungen wie CuCO&sub3;, CuSO&sub4;, CuBr, CuBr&sub2;, CuCl, CuCl&sub2; Cu(NO&sub3;)&sub2;, CuI und Cu(SCN)&sub2; geeignet.

Eine weitere bevorzugte Stabilisatorklasse sind Kupfersalze ein- und mehrbasischer Carbonsäuren, aromatischer Sulfonsäuren und organischer Phosphorsäuren. Beispielhaft seien genannt: Kupfer(II)formiat, -acetat, -laurinat, - stearat, -naphthenat, - oxaltat, -citrat, -benzosulfonat und -phensolsulfonat. Ferner sind geeignet neutrale und ionische Komplexe des zweiwertigen Kupfers, wobei als Liganden u. a. in Frage kommen: Amine, wie 2,2-Dipyril; Aldehyde, wie Salicylaldehyd; β-Diketone, wie Acetylacetone; Aminocarbonsäure, wie Ethylendiaminotetraessigsäure und Nitrilotriessigsäure; Aminophenole, wie 8-Hydroxychinolin; 1,2-Dioxime, wie Dimethylglyoxim; ferner Biuret, Thiosemicarbazid, Phthalocyanine und Azofarbstoffe. Bervorzugt sind dabei wasserlösliche Komplexe.

Außer Kupferverbindungen haben sich auch Eisenverbindungen als wirksam erwiesen, z. B. FeSO&sub4;, FeCl&sub2;, FeCl&sub3;, (NH&sub4;)Fe(SO&sub4;)&sub2;, Fe(HO&sub3;)&sub2;, sowie Eisen(III)-acetat und Eisen(II)-oxalat.

Die erfindungsgemäßen Stabilisatoren können bei der Herstellung der Schaumstoffe mit den Ausgangsmaterialien vermischt werden, wobei lösliche Kupferverbindungen zweckmäßigerweise zusammen mit der wäßrigen Emulgatorlösung zugesetzt werden. Es ist günstig, zusätzlich und übliche Antioxidantien, UV-Adsorber und Lichtschutzmittel anzuwenden.

Die in den Beispielen genannten Prozente beziehen sich auf das Gewicht.

Beispiele

Melaminharzschaumstoffe wurden nach dem Beispiel 1 der DE-A 29 15 467 hergestellt, wobei den Ausgangsmaterialien verschiedene Stabilisatoren zugesetzt wurden. Die Schaumstoffe wurden einer 24stündigen Temperung bei 240°C unterworfen. Dann wurde der Vergilbungsgrad und die Versprödung gemessen. Die Ergebnisse sind in der Tabelle aufgeführt.


Anspruch[de]
  1. 1. Stabilisierte elatische Melaminharz-Schaumstoffe, hergetellt durch Verschäumen einer wäßrigen Dispersion, die ein Melamin/Formaldehyd-Vorkondensat, einen Emulgator, ein flüchtiges Treibmittel und einen Härter enthält, und Härten, dadurch gekennzeichnet, daß man als Stabilisator eine Kupfer- oder Eisenverbindung in Mengen von 10 ppm bis zu 3% Cu bzw. Fe, bezogen auf das Gewicht des Melaminharzes zumischt.
  2. 2. Melaminharz-Schaumstoffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Stabilisator ein Kupferoxid oder -hydroxid zumischt.
  3. 3. Melaminharz-Schaumstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Stabilisator eine wasserlösliche Kupfer-Komplexverbindung zumischt.






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