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Dokumentenidentifikation DE3730711A1 23.03.1989
Titel Elektro-hydraulische Programmfolgesteuerung
Anmelder Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co KG, 4630 Bochum, DE
Erfinder Neu, Gustav, 4630 Bochum, DE;
Nerlich, Ernst-Günter, Ing.(grad.), 4300 Essen, DE;
Berger, Karl-Heinz, Dipl.-Ing. (FH), 4660 Gelsenkirchen, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 12.09.1987
DE-Aktenzeichen 3730711
Offenlegungstag 23.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.1989
IPC-Hauptklasse E21D 23/20
Zusammenfassung Die Programmfolgesteuerung umfaßt ausgehend von einem neutralen Ausbaugestell N aus eine Anzahl Ausbaugestelle AG1 bis AG10 innerhalb einer vorlaufenden Gruppe VG sowie AG1 bis AG16 in einer nachlaufenden Gruppe NG. Innerhalb dieser beiden Gruppen VG und NG ist die Anzahl der Ausbaugestelle AG frei programmierbar. Die Gruppen VG und NG sind in Zonen A bis E aufgegliedert, wobei innerhalb der Zonen A bis E die Anzahl der Ausbaugestelle AG parametrierbar ist. Dadurch kann in diesen Zonen A bis E durch die geeignete Anzahl der jeweiligen Ausbaugestelle AG den örtlichen Bedürfnissen optimal Rechnung getragen werden. Die Funktionsabläufe innerhalb der Zonen A bis E können nacheinander, überlappend oder parallel zueinander ablaufen. Denkbar ist eine Übermittlung der Momentanzustände nach Übertage und eine Rückkopplung und Initiierung von Übertage nach Untertage. den ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine elektro-hydraulische Programmfolgesteuerung zum Verlagern des entlang eines Kohlenstoßes verlegten und der Führung eines Gewinnungsgeräts dienenden Förderers sowie der mit diesem über Rückzylinder verbundenen Ausbaugestelle mit Schiebekappen gemäß den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei einer elektro-hydraulischen Programmfolgesteuerung der gattungsprägenden Bauart ist es bekannt, den Ablauf der Funktionen in den verschiedenen Funktionszonen durch den Fahrer der Schrämmaschine auszulösen. Der Fahrer befindet sich herbei im hinteren Bereich der Schrämmaschine im Schutze eines Ausbaugestells. In diesem Ausbaugestell drückt er eine Initialtaste für die Folgesteuerung, die dadurch aktiviert wird. Hierbei werden zunächst sämtliche Schiebekappen der Zone "Schiebekappen voll einfahren" in Fahrtrichtung der Schrämmaschine nacheinander voll eingefahren, so daß sie keine Hinternisse mehr für die Schrämwalzen der Schrämmaschine darstellen. Sind den Schiebekappen zusätzlich noch sich am Kohlenstoß abstützende Klappkappen zugeordnet, werden auch diese mit in Richtung auf den Versatz verlagert und ggf. unter die Schiebekappe verschwenkt.

Sind alle Schiebekappen dieser Zone voll eingefahren, wird ein Signal an die Funktionszone "Schiebekappe ausfahren" weitergeleitet, wodurch die in dieser sich an den sich etwa über die Länge der Schrämmaschine erstreckenden Sicherheitsbereich anschließenden Zone befindlichen Schiebekappen - wiederum in Fahrtrichtung der Schrämmaschine gesehen - nacheinander bis an den Kohlenstoß ausgefahren werden.

Sind alle Schiebekappen dieser Zone voll ausgefahren, wird die Zone "Förderer rücken" aktiviert und es werden hier sämtliche Rückzylinder zwischen den Ausbaugestellen und dem Förderer voll beaufschlagt. Dadurch kann sich der Förderer im Rahmen seiner Horizontalgelenkigkeit unter Abstützung an den Fördererabschnitten der voraufgehenden Zone "Schiebekappen ausfahren" sowie der nachfolgenden Zone "Ausbaugestell rücken - Schiebekappe teileinfahren" in gewissermaßen S-förmiger Konfiguration verlagern.

Wenn der Rückvorgang beendet ist, gelangt ein Signal an die Zone "Ausbaugestell rücken - Schiebekappe teileinfahren", was bedeutet, daß durch entsprechende Beaufschlagung der Rückzylinder die Ausbaugestelle - wiederum in Fahrtrichtung der Schrämmaschine gesehen - nacheinander um das vorgesehene Schreitmaß an den Förderer herangerückt und hierbei durch Drucklosschaltung der Schiebekappenzylinder die sich am Abbaustoß abstützenden Schiebekappen teilweise eingefahren werden.

Ein Nachteil der bekannten Folgesteuerung besteht darin, daß in jeder Zone dieselbe Anzahl an Ausbaugestellen vorhanden ist. Dieser Sachverhalt wird jedoch den untertägigen Gegebenheiten nicht gerecht.

So ist es beispielsweise erforderlich, daß in der Zone "Förderer rücken" eine Mindestanzahl von Ausbaugestellen vorgesehen werden muß, die von der Schnittbreite der Schrämmaschine einerseits sowie von der Horizontalgelenkigkeit des Förderers abhängig ist. Diese Zone bestimmt also die Anzahl der Ausbaugestelle in allen anderen Zonen und damit die Länge dieser Zonen.

Selbst wenn in dieser Basiszone die Verlagerung des Förderers unter erheblichen Zwängen erfolgt, um die Anzahl der Ausbaugestelle zu senken, ist diese Anzahl und folglich die Zonenlänge jedoch noch so groß, daß sie beispielsweise den untertägigen Gegebenheiten nicht mehr gerecht wird, wenn ein gebräches Gebirge vorhanden ist. Da dann nämlich auch in der Zone "Schiebekappe voll einfahren" bzw. in der Zone "Schiebekappe ausfahren" dieselbe Anzahl von Ausbaugestellen eingesetzt ist, kann es passieren, daß sich einerseits die Schiebekappen vor der Schrämmaschine zu früh vom Kohlenstoß lösen und damit Hangendflächen freigeben, die hereinbrechen können bzw. daß in der nach dem Durchgang der Schrämmaschine wirksamen Zone "Schiebekappe ausfahren" die Schiebekappen erst mit einem erheblichen Abstand hinter der Schrämmaschine an den Kohlenstoß herangeschoben werden, so daß auch hier das Hangende relativ spät unterfangen wird und zwischenzeitlich in den Streb einbrechen kann.

Nicht vergessen werden darf bei einer Minimierung der Ausbaugestelle in der Zone "Förderer rücken", daß dann die Verbindungselemente zwischen den Fördererschüssen und der Förderer selber außerordentlich hohen Verschleißbeanspruchungen ausgesetzt sind, die die Standzeit merklich senken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebene elektro-hydraulische Programmfolgesteuerung so zu verbessern, daß sie in allen Funktionszonen vor, neben und hinter der Schrämmaschine den untertägigen Gegebenheiten gerecht wird.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 aufgeführten Merkmalen.

Ein wesentlicher Punkt der Erfindung besteht zunächst darin, daß ausgehend von einem Auslösepunkt aus, der vorzugsweise im in Fahrtrichtung der Schrämmaschine hinteren Bereich liegen kann, die Anzahl der insgesamt der Folgesteuerung zugeordneten Ausbaugestelle einerseits sowie die Anzahl der von dem Auslösepunkt aus in und gegen die Fahrtrichtung der Schrämmaschine befindlichen Ausbaugestelle frei parametriert werden kann. Dabei ist es möglich, daß sich die vorlaufende Gruppe mit der nachlaufenden Gruppe auch überlappen kann. Bereits hierdurch kann den untertägigen örtlichen Gegebenheiten in verhältnismäßig großzügiger Weise Rechnung getragen werden.

Ferner kann erfindungsgemäß die Anzahl der Ausbaugestelle in jederZone frei parametriert werden. So ist es beispielsweise denkbar, daß in Abhängigkeit von den Gebirgsverhältnissen die Zone "Schiebekappe voll einfahren", welche sich in Fahrtrichtung der Schrämmaschine vor dieser befindet, und die Zone "Schiebekappe ausfahren", welche hinter der Schrämmaschine liegt, mit einer Mindestanzahl von Ausbaugestellen ausgerüstet werden können, um einerseits das Hangende vor der Schrämmaschine so spät wie möglich freizulegen und um andererseits das Hangende hinter der Schrämmaschine frühzeitig wieder abzufangen.

Darüber hinaus kann die Zone "Förderer rücken" mit einer demgegenüber erheblich größeren Anzahl von Ausbaugestellen ausgestattet werden. Damit ist der Vorteil gegeben, daß der Förderer nicht mehr unter Zwang gerückt wird. Die Verschleißbeanspruchungen der Verbindungen zwischen den Fördererschüssen und des Förderers selber werden herabgesetzt und damit die Standzeit des Förderers erhöht.

Von ganz besonderer Bedeutung ist jedoch nunmehr der Fakt, daß die Zone "Sicherheitsbereich" hinsichtlich der Anzahl der Ausbaugestelle nicht mehr, wie im bekannten Fall, von der Anzahl der Ausbaugestelle in der Zone "Förderer rücken" abhängig ist. Die Anzahl kann vielmehr merklich heraufgesetzt werden, wobei eine evtl. Überlappung der vorlaufenden Gruppe mit der nachlaufenden Gruppe zweckmäßig in diese Sicherheitszone integriert werden kann.

Ein weiterer wesentlicher Punkt der Erfindung ergibt sich dadurch, daß die Programmfolgesteuerung nunmehr bezüglich der Sicherheitszone nur einmal programmiert und dann nicht mehr verändert werden kann. Hingegen ist es bezüglich der anderen Funktionszonen durchaus denkbar, daß eine hierfür beauftragte Aufsichtsperson bei Bedarf eine Änderung der Parametrierung der Ausbaugestelle in den verschiedenen Zonen durchführen kann, ohne daß insgesamt das Steuerungsprogramm geändert werden muß.

Gemäß Anspruch 2 kann der Auslösepunkt durch das Gewinnungsgerät oder durch ein momentan neutrales Ausbaugestell gebildet sein. Besteht der Auslösepunkt mindestens mittelbar in der Schrämmaschine, so kann deren Funktion mit in die Programmfolgesteuerung eingegliedert sein. Wird hingegen der Auslösepunkt durch ein Ausbaugestell gebildet, so löst in der Regel der Walzenfahrer in diesem Ausbaugestell die Folgesteuerung aus. Nach Beendigung des Funktionsablaufs in allen Zonen geht der Walzenfahrer zum in Fahrtrichtung der Schrämmaschine nächsten Ausbaugestell und löst hier wiederum den geschilderten vorprogrammierten Funktionsablauf aus. Entsprechend verlagern sich die Gruppen und Zonen um je ein Ausbaugestell in Fahrtrichtung der Schrämmaschine.

Denkbar ist aber auch, daß der Walzenfahrer erst in jedem zweiten oder folgenden Ausbaugestell der Sicherheitszone die Folgesteuerung auslöst, wobei der maximale Sprung durch die Anzahl der Ausbaugestelle in der Funktionszone bestimmt wird, in welcher die geringste Anzahl an Ausbaugestellen vorhanden ist.

Die Merkmale des Anspruchs 3 sehen vor, daß die verschiedenen Aggregate in diesem Ausbaugestell individuell betätigt werden können.

Die Betätigungsarten in den einzelnen Funktionszonen können nach Anspruch 4 zeitgesteuert sein. Das heißt, daß nach einer vorbestimmbaren Zeiteinheit nach Einleitung des Funktionsablaufs des ersten Ausbaugestells dieser Zone der Funktionsablauf des zweiten und danach des dritten und weiter folgenden Ausbaugestells ausgelöst wird.

Denkbar ist aber auch eine Ereignissteuerung gemäß den Merkmalen des Anspruchs 5. Hierbei können z. B. Sensoren zum Einsatz gelangen, welche ermitteln, ob der Funktionsablauf eines Ausbaugestells beendet ist und welcher danach - zumindest mittelbar - den Funktionsablauf am in Fahrtrichtung der Schrämmaschine nachfolgenden Ausbaugestell auslösen.

Unabhängig davon, ob die Zeitsteuerung gemäß Anspruch 4 oder die Ereignissteuerung gemäß Anspruch 5 verwendet wird, ist erfindungsgemäß sichergestellt, daß bei einer Störung nicht nur die Folgesteuerung gestoppt, sondern auch die Schrämmaschine stillgesetzt wird, um jeder Umfallgefahr vorzubeugen.

In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Grundgedankens kann nach Anspruch 6 der Momentanzustand des Betriebspunkts "Streb" nach Übertage geleitet und dort einer Auswerteeinheit zugeführt werden. Dies ermöglicht es dann in Verbindung mit den Merkmalen des Anspruchs 7, einen Streb vollautomatisch zu betreiben und im Streb nur noch Aufsichtspersonen zu belassen, die bei mechanischen und/oder geologischen Störungen eingreifen.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 im Schema die Seitenansicht eines Schildausbaugestells und

Fig. 2 im Schema in der Draufsicht einen Strebabschnitt mit Ausbaugestellen gemäß Fig. 1 und einem Förderer.

Mit 1 ist in den Fig. 1 und 2 ein untertägiger Streb bezeichnet, der durch nebeneinander angeordnete Ausbaugestelle AG offengehalten wird. Die Ausbaugestelle AG sind über hydraulisch beaufschlagbare Rückzylinder 2 mit einem aus einzelnen Schüssen 3 bestehenden Förderer 4 relativverschiebbar verbunden. Der Förderer 4 ist entlang des Kohlenstoßes 5, 6 verlegt.

Die Kohle wird mit Hilfe einer Zweiwalzenschrämmaschine 7 gelöst und in den Förderer 4 geladen, welcher zugleich der Führung der Schrämmaschine 7 dient.

Die hinsichtlich ihres konstruktiven Aufbaus nicht näher bezeichneten Ausbaugestelle AG besitzen gegenüber den eigentlichen Hangendkappen 8 relativverlagerbare Schiebekappen 9, um den durch den Schrämbetrieb hervorgerufenen unterschiedlichen Abstand der Ausbaugestelle AG zum Kohlenstoß 5, 6 zwecks Handendunterstützung überbrücken zu können. Die Verlagerung der Schiebekappen 9 erfolgt durch hydraulisch beaufschlagbare Zylinder 10 (Fig. 1).

Zur Einleitung und Durchführung der verschiedenen Bewegungsvorgänge der Ausbaugestelle AG im Zuge des Durchganges der Schrämmaschine 7 ist eine elektro-hydraulische Folgesteuerung vorgesehen. Diese Steuerung ist hinsichtlich des elektrischen bzw. elektronischen Teils voll programmierbar. Der Ablauf der Folgesteuerung erfolgt nach Auslösung automatisch. Beim Ausführungsbeispiel sei angenommen, daß der Auslösepunkt ein neutrales Ausbaugestell N ist, in dessen Schutz sich auch der Walzenfahrer 11 befindet, der von diesem Ausbaugestell N aus den Funktionsablauf aller in die Folgesteuerung integrierten Ausbaugestelle AG auslöst.

Denkbar ist aber auch, daß die Folgesteuerung von der Schrämmaschine 7 ausgelöst werden kann.

Schließlich ist es denkbar, daß die Überwachung der Folgesteuerung von Übertage aus erfolgt, wozu der Momentanzustand aller Strebaggregate einer übertägigen Auswerteeinheit zugeleitet wird und von dort aus dann die Initiierung der Folgesteuerung erfolgt.

Wie die Fig. 2 erkennen läßt, sind vom neutralen Ausbaugestell N aus die in Fahrtrichtung der Schrämmaschine 7 liegenden Ausbaugestelle AG mit 1bis 10 bezeichnet. Adäquat hierzu sind die gegen die Fahrtrichtung der Schrämmaschine 7 angeordneten Ausbaugestelle AG vom Ausbaugestell N aus mit 1 bis 16 bezeichnet. Es ist mithin eine vorlaufende Gruppe VG von Ausbaugestellen AG und eine nachlaufende Gruppe NG vorhanden.

Innerhalb dieser beiden Gruppen VG und NG sind Ausbaugestelle AG unterschiedlicher Anzahl verschiedenen Funktionszonen A bis E zugeordnet.

Wird am Ausbaugestell N die Taste zur Auslösung der Folgesteuerung betätigt, so bewirkt diese Maßnahme, daß zunächst am Ausbaugestell 7 der Zone A die Schiebekappe 9 voll eingefahren wird, um kein Hindernis für die Oberwalze 12 der Schrämmaschine 7 zu bilden. Nach Ablauf einer in die Folgesteuerung programmierten Zeit, z. B. fünf Sekunden, wird auch die Schiebekappe 9 des Ausbaugestells 8 eingefahren, nach weiteren fünf Sekunden die Schiebekappe 9 des Ausbaugestells 9 und danach die des Ausbaugestells 10.

Während dieser Funktionsabläufe in der Zone A sind in der Zone B die Ausbaugestelle 1 bis 6 der Gruppe VG, das Ausbaugestell N sowie das Ausbaugestell 1 der Gruppe NG einwandfrei zwischen Hangendem 13 und Liegendem 14 verspannt. Die Rückzylinder 2 zwischen dem Förderer 4 und diesen Ausbaugestellen AG sind so beaufschlagt, daß zumindest in diesem Bereich der Förderer 4 eine einwandfreie Führung für die Schrämmaschine 7 bildet.

Diese sogenannte "Sicherheitszone" B umfaßt beim Ausführungsbeispiel acht Ausbaugestelle AG. Sie kann aber je nach den örtlichen Gegebenheiten verlängert oder verkürzt werden, was im Bereich des Ausbaugestells N durch den Doppelpfeil und die Zeichen + und - veranschaulicht ist.

Die Länge der Sicherheitszone B ist vorab programmierbar und kann ohne Änderung des Programms nicht verändert werden. Hingegen kann die Anzahl der Ausbaugestelle AG der Zone A bei Bedarf durch eine hierfür befugte Aufsichtsperson innerhalb des vorgegebenen Programms der Folgesteuerung erhöht oder vermindert werde.

Nach Beendigung des Funktionsablaufs innerhalb der Zone A oder überlappend hierzu bzw. parallel hierzu kann bereits in der Zone C, ausgehend vom Ausbaugestell 5, die Schiebekappe 9 wieder in Richtung auf den Kohlenstoß 6 verlagert werden, um möglichst frühzeitig hinter der Schrämmaschine 7 das Hangende 13 abzufangen. Auch bezüglich dieser Zone C ist das Ausfahren der Schiebekappen 9 der einzelnen Ausbaugestelle AG5 bis AG2 zeitabhängig gesteuert, so daß beispielsweise fünf Sekunden nach Einleitung des Ausfahrvorgangs der Schiebekappe 9 des Ausbaugestells AG5 der entsprechende Schiebezylinder 10 für die Schiebekappe 9 des Ausbaugestells AG4, dann der des Ausbaugestells AG3 und schließlich des Ausbaugestells AG2 beaufschlagt wird.

Innerhalb der Folgesteuerung ist die Funktionszone D dazu vorgesehen, mit Hilfe der den Ausbaugestellen AG12 bis AG6 zugeordneten Rückzylinder 2 den Förderer 4 bzw. die einzelnen Fördererschüsse 3 an den durch die Schrämmaschine 7 neu geschaffenen Kohlenstoß 6 heranzurücken. Dabei erlaubt es die elektrohydraulische Folgesteuerung, daß auch der Start dieses Verlagerungsvorgangs parallel zu den Funktionsabläufen der Zonen A und C oder überlappend zu diesen erfolgen kann. Auf jeden Fall werden die Rückzylinder 2 der Ausbaugestelle AG12 bis AG6 der Zone D gleichzeitig permanent mit Druckmedium beaufschlagt, so daß sie bestrebt sind, diesen Fördererabschnitt unter Abstützung an dem Fördererabschnitt der nachstehend noch erläuterten Zone E sowie dem Fördererabschnitt in der Zone C S-förmig in Richtung auf den Kohlenstoß 6 zu verlagern.

Bezüglich der Zone E ist die Folgesteuerung so programmiert, daß hier durch entsprechende Beaufschlagung der Rückzylinder 2 die Ausbaugestelle AG16 bis AG13 wieder an den in die Nähe des Kohlenstoßes 6 verlegten Förderer 4 herangerückt werden, so daß sie in einer Linie mit den bereits gerückten Ausbaugestellen AR ausgerichtet sind. Gleichzeitig werden bei diesem Vorgang die sich am Kohlenstoß 6 abstützenden Schiebekappen 9 entsprechend eingefahren, wozu die Schiebekappenzylinder 10 drucklos gemacht werden.

Auch bezüglich der Zone E kann der Funktionsablauf ausgehend vom Ausbaugestell AG16 zeitgesteuert bis zum Ausbaugestell AG13 durchgeführt werden, und zwar in Überlappung mit den Funktionsabläufen in den Zonen A, B und D oder zeitlich parallel hierzu.

Statt eines zeitgesteuerten Ablaufs kann auch ein ereignisgesteuerter Ablauf einprogrammiert werden. Zu diesem Zweck können Sensoren angeordnet werden, die nach Beendigung eines Funktionsablaufs an einem Ausbaugestell AG, z. B. am Ausbaugestell AG7 der Zone A, dem folgenden Ausbaugestell AG8 dieser Zone A anzeigen, daß jetzt bei diesem der Funktionsablauf eingeleitet werden kann.

Wesentlich an der beschriebenen Folgesteuerung ist der Sachverhalt, daß die Anzahl der Ausbaugestelle AG in den einzelnen Funktionszonen A bis E spezifisch auf die dort gegebenen örtlichen Strebbedingungen abgestellt werden kann. Das heißt, daß beispielsweise bezüglich der Zonen A und C durch eine entsprechend geringe Anzahl, beim Ausführungsbeispiel vier Ausbaugestelle AG, sichergestellt werden kann, daß in der vorlaufenden Gruppe VG das Hangende 13 erst kurz vor Ankunft der Schrämmaschine 7 freigelegt wird, während in der Funktionszone C das Hangende 13 bereits unmittelbar hinter der Schrämmaschine 7 wieder unterfangen wird.

Andererseits kann die Sicherheitszone B ausreichend lang bemessen werden, ohne daß dies mit einer Verschlechterung der Betriebsbedingungen vor oder hinter der Schrämmaschine 7 verbunden wäre.

Schließlich ist es möglich, die Anzahl der Ausbaugestelle AG in der Gruppe D so groß zu halten, daß der Förderer 4 keinen unzulässigen Zwängungen ausgesetzt wird, so daß auch die Verbindungsmittel zwischen den Fördererschüssen 3 nicht unzulässig beansprucht und auch der Förderer 4 selber keinen überhöhten Verschleißbeanspruchungen ausgesetzt wird.

Verläßt der Walzenfahrer 11 das Ausbaugestell N, ist es nicht notwendig, daß er dann vom benachbarten Ausbaugestell AG1 der Zone B aus, was nunmehr zum Ausbaugestell N wird, die nächste Initialzündung zum Ablauf der Folgesteuerung auslöst, wobei sich die vorlaufende Gruppe VG und die nachlaufende Gruppe NG entsprechend um ein Ausbaugestell AG in Fahrtrichtung der Schrämmaschine 7 verlagern. Vielmehr kann er zum übernächsten Ausbaugestell AG2 oder auch bis zum Ausbaugestell AG4 der vorlaufenden Gruppe VG gehen und erst von hier aus die Folgesteuerung wieder auslösen. Dementsprechend wird nunmehr das Ausbaugestell AG4 zum Ausbaugestell N und die vorlaufende Gruppe VG sowie die nachlaufende Gruppe NG verlagern sich entsprechend der Anzahl dieser Ausbaugestelle AG in Fahrtrichtung der Schrämmaschine 7.


Anspruch[de]
  1. 1. Elektro-hydraulische Programmfolgesteuerung zum Verlagern des entlang eines Kohlenstoßes verlegten und der Führung eines Gewinnungsgerätes, insbesondere einer Schrämmaschine, dienenden Förderers sowie der mit diesem über Rückzylinder verbundenen Ausbaugestelle mit Schiebekappen, wobei jeweils mehrere Ausbaugestelle und die ihnen zugeordneten Rückzylinder in Abhängigkeit der Funktionen "Schiebekappe voll einfahren", "Maschinen-Sicherheitsbereich", "Schiebekappe ausfahren", "Förderer rücken" und "Ausbaugestell rücken - Schiebekappe teileinfahren" zonenweise zusammengefaßt sind und nach Auslösung der vorprogrammierten Folgesteuerung die Funktion der einzelnen Zonen eingeleitet und durchgeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbaugestelle (AG) von einem in Streblängsrichtung wandernden Auslösepunkt (N) aus in eine vorlaufende Gruppe (VG) und in eine nachlaufende Gruppe (NG) parametriert sind, wobei der vorlaufenden Gruppe (VG) die Zonen "Schiebekappe voll einfahren" (A) und "Maschinen-Sicherheitsbereich" (B) und der nachlaufenden Gruppe (NG) die Zonen "Schiebekappe ausfahren" (C), "Förderer rücken" (D) und "Ausbaugestell rücken - Schiebekappe teileinfahren" (E) zugeordnet sind, und daß die Funktionszonen (A-E) einzeln parametrierbar und benachbarte Funktionszonen (z. B. C-D) mit Ausnahme der nach dem Parametrieren unveränderbar programmierten Zone "Sicherheitsbereich (B) hinsichtlich der in diesen Zonen (A und C-E) von Ausbaugestell (AG) zu Ausbaugestell (AG) ablaufenden Funktionsvorgänge überlappbar sind.
  2. 2. Programmfolgesteuerung nah Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslösepunkt (N) durch das Gewinnungsgerät (7) oder durch ein momentan neutrales Ausbaugestell gebildet ist.
  3. 3. Programmfolgesteuerung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das neutrale Ausbaugestell (N) individuell programmierbar ist.
  4. 4. Programmfolgesteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionszonen (A-E) zeitgesteuert sind.
  5. 5. Programmfolgesteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionszonen (A-E) ereignisgesteuert sind.
  6. 6. Programmfolgesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Momentanzustände der Ausbaugestelle (AG) auf eine Auswerteeinheit nach Übertage übertragbar sind.
  7. 7. Programmfolgesteuerung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Initiierung des Betriebsablaufs von Übertage aus durchführbar ist.






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