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Dokumentenidentifikation DE3731007A1 30.03.1989
Titel Dichtung für eine Schleifmaschine
Anmelder Fortuna-Werke Maschinenfabrik GmbH, 7000 Stuttgart, DE
Erfinder Setzer, Herbert, 7000 Stuttgart, DE
Vertreter Witte, A., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Weller, W., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 16.09.1987
DE-Aktenzeichen 3731007
Offenlegungstag 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse B24B 41/04
IPC additional class // B24B 5/04  
Zusammenfassung Eine Dichtung ist für eine Schleifmaschine vorgesehen, bei der eine Schleifspindel relativ zu einem Werkstück in einer Horizontalebene verfahrbar ist. Die Schleifspindel treibt eine um eine horizontale Achse drehbare Schleifscheibe an und ist auf einer Schwenkplatte (50) angeordnet, die relativ zu einer Grundplatte (19) um eine vertikale Achse (25) verdrehbar ist. Die Dichtung (80) ist am Umfang (60) der Grundplatte (19) angeordnet und dichtet diese bei der Verschwenkbewegung gegenüber der Schwenkplatte (50) ab. Um das Eindringen von Schleifschlamm (64) in den Innenraum zwischen Grundplatte (19) und Schwenkplatte (50) zu verhindern und den Reibungswiderstand im Bereich der Dichtung (80) herabzusetzen, ist die Dichtung (80) mit mindestens zwei nach oben weisenden Lippen (82, 83, 84) versehen, von denen die in radialer Richtung äußere (82, 83) eine niedrigere Höhe (h2, h3) als die radial innere (h3, h4) aufweist. Die Schwenkplatte (50) ragt mit mindestens einer nach unten weisenden Ringschulter (71, 73) berührungslos in den Zwischenraum (96, 97) zwischen den Lippen (82, 83, 84). Die Ringschulter (71, 73) endet in einer HÖhe (h8, h9) unterhalb der Höhe (h2, h3) der in radialer Richtung äußeren Lippen (82, 83). Eine Flüssigkeit (90) ist in den Zwischenraum (96, 97) einbringbar. Die radial äußerste Lippe (82) grenzt an den Außenraum an (Fig. 3).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Dichtung für eine Schleifmaschine mit einer Schleifspindel, die relativ zu einem Werkstück in einer Horizontalebene verfahrbar ist, wobei die Schleifspindel eine um eine horizontale Achse drehbare Schleifscheibe antreibt, und auf einer Schwenkplatte angeordnet ist, die relativ zu einer Grundplatte um eine vertikale Achse verdrehbar ist, wobei die Dichtung am Umfang der Grundplatte angeordnet ist und diese bei der Verschwenkbewegung gegenüber der Schwenkplatte abdichtet.

Eine Schleifmaschine mit einer derartigen Dichtung ist bekannt.

Die bekannte Schleifmaschine dient zum Außenrundschleifen rotationssymmetrischer Werkstücke. Um Werkstücke bearbeiten zu können, bei denen zwei außenzylindrische Abschnitte unterschiedlichen Durchmessers über einen konischen Übergangsabschnitt ineinander übergehen, ist es bekannt, bei der bekannten Schleifscheibe die Schleifspindel zu verschwenken, damit die genannten Abschnitte des Werkstückes ohne Umspannen und ohne Nachschärfen der Schleifscheibe bearbeitet werden können.

Bekanntlich fallen beim Schleifen als spanabhebender Bearbeitungsmethode Späne an, die jedoch sehr kleine Abmessungen aufweisen. Beim Schleifen wird zum Kühlen der Schleifscheibe üblicherweise Öl oder eine Wasser-Öl-Emulsion als Schmierflüssigkeit verwendet. Die Schleifspäne und die Schmierflüssigkeit bilden zusammen den sogenannten Schleifschlamm, der sich beim Bearbeiten der Werkstücke im Bereich der Grundplatte absetzt. Bei der bekannten Schleifmaschine hat sich nun herausgestellt, daß die üblicherweise verwendeten Dichtungen, nämlich handelsübliche ein- und mehrlippige Ringdichtungen, nicht in allen Anwendungsfällen die erforderliche Dichtigkeit gewährleisten. Es kann daher geschehen, daß insbesondere nach längerer Bearbeitungsdauer Schleifschlamm durch die Dichtung hindurch in den Bereich des Verschwenkantriebes der Schwenkplatte gerät und dort zu Störungen führt. Bekannte Ringdichtungen haben darüberhinaus die Eigenschaft, daß sie mit ihren Dichtungslippen an dem jeweils abzudichtenden anderen Teil anliegen, wodurch zwischen den gegeneinander abzudichtenden Teilen Reibung entsteht. Bei der bekannten Schleifmaschine führt dies dazu, daß zum Verdrehen der Schwenkplatte mit den darauf angeordneten Aggregaten, nämlich dem Schleifschlitten und der Schleifspindel ein erhebliches zusätzliches Drehmoment aufgebracht werden muß, um alleine den Reibungswiderstand der Ringdichtung zu überwinden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Dichtung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Dichtwirkung gegenüber Schleifschlamm verbessert wird und außerdem die Reibung zwischen den gegeneinander abzudichtenden Teilen vermindert wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dichtung mit mindestens zwei nach oben weisenden Lippen versehen ist, von denen die in radialer Richtung äußere eine niedrigere Höhe als die radial innere aufweist, daß die Schwenkplatte mit mindestens einer nach unten weisenden Ringschulter berührungslos in den Zwischenraum zwischen den Lippen ragt, wobei die Ringschulter in einer Höhe unterhalb der Höhe der in radialer Richtung äußeren Lippe endet, daß eine Flüssigkeit in den Zwischenraum einbringbar ist und daß die radial äußerste Lippe an den Außenraum angrenzt.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen gelöst. Durch das Nebeneinander der Lippen und der Ringschulter entsteht nämlich eine syphonartiger Anordnung. Die in den Zwischenraum eingebrachte Flüssigkeit fließt beständig über die äußerste Lippe drucklos in den Außenraum ab und schwemmt dabei den Schleifschlamm, der sich am Umfang der Schwenkplatte absetzt, fort. Infolge der berührungslosen Anordnung der Ringschulter in dem Zwischenraum tritt auch keine Reibung zwischen der Verschwenkplatte und der Dichtung auf, so daß zum Verschwenken der Schwenkplatte auch kein entsprechendes größeres Drehmoment aufgewandt werden muß. Schließlich wird durch die jeweils höchste innere Lippe sichergestellt, daß keine Flüssigkeit in den Innenraum der Verschwenkplatte gelangt, in dem die Elemente des Verschwenkantriebes angeordnet sind. Selbst wenn aber Flüssigkeit dort hin gelangen würde, wäre dies nicht kritisch, weil als Flüssigkeit wiederum eine Schmierflüssigkeit verwendet werden kann, deren Anwesenheit im Bereich der Antriebselemente unkritisch ist, weil die Schmierflüssigkeit frei von Schleifschlamm ist.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind drei Lippen vorgesehen, deren Höhen radial nach außen abnehmen und zwei Ringschultern ragen in die Zwischenräume zwischen den Lippen, wobei die Höhe der Ringschultern über der Dichtung radial nach außen zunimmt.

Auf diese Weise wird vorteilhaft die Syphonbauweise zweistufig gestaltet, so daß die vorstehend beschriebenen Vorteile in noch höherem Maße erreicht werden.

Besonders bevorzugt ist bei diesem Ausführungsbeispiel, weil die mittlere Lippe mit einem radialen Durchbruch versehen ist, weil dann die Flüssigkeit drucklos in beide Zwischenräume zwischen den drei Lippen gelangen kann.

Weiterhin wird eine besonders gute Wirkung dadurch erzielt, daß die Flüssigkeit über einen axialen Kanal durch einen die Lippen tragenden Sockel der Dichtung hindurch in den Zwischenraum einbringbar ist.

Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß die Flüssigkeit, ohne die Dichtwirkung der Lippen zu beeinflussen, an einem oder mehreren über den Umfang verteilten Punkten in den Zwischenraum eingeleitet werden kann, um von dort in der beschriebenen Weise über die äußerste, niedrigste Lippe drucklos oder unter geringem Druck nach außen zu strömen.

Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.

Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch erläuterten Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 Eine schematisierte Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schleifmaschine in einer ersten Dreh-Endstellung;

Fig. 2 eine Darstellung, ähnlich Fig. 1, jedoch für eine zweite Dreh-Endstellung der Schleifmaschine;

Fig. 3 in vergrößerter Querschnittsdarstellung der im Bereich des Umfanges der Schwenkplatte auf der Grundplatte mit einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Dichtung.

In Fig. 1 und 2 bezeichnet 10 insgesamt eine Außenrund-Schleifmaschine. Zwischen einer Werkstückspindel 11 und einem Reitstock 12 ist ein rotationssymmetrisches Werkstück 13 eingespannt, das sich entlang einer ersten Achse 14 erstreckt, die üblicherweise als z-Achse bezeichnet wird. Bei nicht-rotationssymmetrischen Werkstücken wird das Werkstück um die z-Achse in definierten Winkelschritten gedreht und man spricht dann von einer sogenannten c-Achse.

Es versteht sich, daß die Schleifmaschine 10 nur aus Gründen der Übersichtlichkeit lediglich als Außenrund-Schleifmaschine dargestellt und erläutert ist, die Erfindung ist jedoch keineswegs auf diesen Anwendungsfall beschränkt, weil sich die nachstehende Erläuterung auch auf Innenrund-Schleifmaschinen oder auf Schleifmaschinen für nicht-rotationssymmetrische Werkstücke beziehen kann.

Auf einer Grundplatte 19 der Schleifmaschine 10 ist ein Schleifschlitten 20 in einer zweiten Achse 21 verschiebbar angeordnet, die üblicherweise als x-Achse bezeichnet wird. Die zweite Achse 21 ist zur ersten Achse 14 um einen Winkel α1 angestellt, der z.B. 55° betragen kann.

Der Schleifschlitten 20 trägt eine Schleifspindel 22, die eine Schleifscheibe 23 antreibt, wobei die Schleifscheibe 23 um eine Schleifscheibenachse 24 drehbar ist, die üblicherweise rechtwinklig zur zweiten Achse 21 verläuft.

Die Schleifspindel 22 ist mit dem Schleifschlitten 20 gesamthaft um eine dritte Achse 25 drehbar, die senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 als Vertikalachse verläuft.

Diese Verdrehung der Schleifspindel 22 um die Vertikalachse 25 kann eingesetzt werden, um beispielsweise das in Fig. 1a vergrößert dargestellte Werkstück außen rund zu schleifen, dessen Außenkontur einen ersten, dickeren zylindrischen Abschnitt 26, einen anschließenden konischen Abschnitt 27 und daran anschließend einen zweiten zylindrischen Abschnitt 28 geringeren Durchmessers aufweist.

Zum Außenrundschleifen eines derartigen Werkstücks wird zunächst die Schleifscheibe 23 in eine Position verschwenkt, in der ihre vordere Schleiffläche parallel zur Mantelfläche des zylindrischen Abschnitts 26 verläuft. Nach dem Fertigschleifen des ersten zylindrischen Abschnitts 26 wird die Schleifspindel 22 um die Vertikalachse 25 verdreht, bis die vordere Schleiffläche der Schleifscheibe 23 nun parallel zur konischen Mantelfläche des konischen Abschnitts 27 verläuft, ohne daß ein Umspannen des Werkstücks oder ein Nachschärfen der Schleifscheibe 23 erforderlich ist. Auch der zweite zylindrische Abschnitt 28 kann dann nach Rückstellen der Winkelstellung der Schleifscheibe 23 geschliffen werden.

Zum Verschwenken des auf einer Schwenkplatte 50 angeordneten Schleifschlittens 20 mit der Schleifspindel 22 dient ein Linearantrieb 30. Der Linearantrieb 30 ist mit seinem Gehäuse in einem ersten Schwenklager 31 an der Grundplatte 16 um eine zur Vertikalachse 25 parallele vertikale Achse schwenkbar. An einem zweiten Schwenklager 32 an der Schwenkplatte 50, das ebenfalls eine vertikale Schwenkachse aufweist, ist eine Betätigungsstange 34 angelenkt, die im Gehäuse des Linearantriebes 30 linear verfahrbar ist. Auf diese Weise entsteht ein Kurbelantrieb für die Verschwenkung des Schleifschlittens 20 um die Vertikalachse 25.

Um die exakte Drehposition des Schleifschlittens 20 beim Verschwenken mittels des Linearantriebes 30 zu erfassen, ist ein Gelenkdreieck 40 vorgesehen. Das Gelenkdreieck 40 weist einen ersten Stab 41 auf, der mit einem Ende an einem ersten Anlenkpunkt 42 an der Schwenkplatte 50 angelenkt ist. Ein zweiter Stab 43 des Gelenkdreiecks 40 ist an einen zweiten Anlenkpunkt 44 an der Grundplatte 19 schwenkbar befestigt. Die Stäbe 41, 43 sind mit ihren freien Enden in einem Gelenkpunkt 45 verbunden. Das Gelenkdreieck 40, definiert durch die Eckpunkte 42, 44 und 45, wird verschwenkt, wenn der Linearantrieb 30 zum Verschwenken des Schleifschlittens 20 betätigt wird.

Fig. 1 zeigt eine erste Extrem-Drehlage des Schleifschlittens 20, bei dem dieser gegenüber der z-Achse 14 um einen Winkel α1 in der Größenordnung von 55° verschwenkt ist. In dieser Extremlage ist die Betätigungsstange 34 des Linearantriebs 30 vollständig eingezogen und das Gelenkdreieck 40 nimmt die aus Fig. 1 ersichtliche erste Extremstellung ein.

Wird nun der Linearantrieb 30 durch Ausfahren der Betätigungsstange 34 in die andere Extremlage gefahren, verschwenkt sich der Schleifschlitten 20 in die in Fig. 2 erkennbare zweite Extremlage, bei der die x-Achse 21 zur z-Achse 14 einen Winkel α2 von etwa 100° einschließt.

Wie man durch Vergleich der Fig. 1 und 2 feststellen kann, hat sich während dieser Schwenkbewegung der zweite Anlenkpunkt 44 durch Verschwenken des zweiten Stabes 43 um einen bestimmten Winkelbetrag verschwenkt, der exakt dem Winkelbetrag der Verschwenkung des Schleifschlittens 20 um die Vertikalachse 25 entspricht, weil die Punkte 25, 42, 44 und 45 auf den Eckpunkten eines Parallelogrammes liegen. Am Ort des zweiten Anlenkpunktes 44 ist daher ein Drehwinkelsensor angebracht, der vom zweiten Stab 43 relativ zur Grundplatte 19 betätigt wird und winkelsynchron die Drehlage der Schleifspindel 22 wiedergibt.

Fig. 3 zeigt eine Querschnittsdarstellung in vergrößertem Maßstab die Schwenkplatte 50 an ihrem Umfang 60. Die Schwenkplatte 50 befindet sich in diesem Bereich mit geringfügigem Abstand oberhalb einer Oberseite 61 der Grundplatte 19, weil eine Unterseite 62 am Umfang 60 der Schwenkplatte 50 nach oben zurückgesetzt ist, während die Unterseite 62a im übrigen auf der Oberseite 61 der Grundplatte 19 aufliegt. Auf diese Weise entsteht ein Zwischenraum 63 zwischen Schwenkplatte 50 und Grundplatte 19.

Mit 64 ist angedeutet, daß sich am Umfang 60 der Schwenkplatte 50 Schleifschlamm absetzen kann. Hierunter versteht man ein Gemenge der körnigen bis staubförmigen Schleifspäne mit dem beim Schleifen verwendeten Öl bzw. der Wasser-Öl-Emulsion. Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist, zu verhindern, daß der Schleifschlamm 64 in den Bereich zwischen Schwenkplatte 50 und Grundplatte 19 gelangt, in dem sich die Antriebselemente für das Verschwenken der Schwenkplatte 50 befinden.

Hierzu ist die Schwenkplatte 50 in der Nähe des Umfanges 60 zunächst mit einer ersten Ringnut 70 versehen, an die sich, radial zur dritten, vertikalen Achse 25 gesehen, eine erste Ringschulter 71 anschließt. Innerhalb der ersten Ringschulter 71 befindet sich eine zweite Ringnut 72 und innerhalb dieser wiederum eine zweite Ringschulter 73, die wiederum eine dritte Ringnut 74 umschließt, an die sich eine dritte Ringschulter 75 anschließt.

Auf der Oberseite 61 der Grundplatte 19 ist in komplementärer Weise eine Dichtung 80 angeordnet, Die Dichtung 80 weist einen Sockel 81 auf, der radial den Bereich zwischen erster Ringnut 70 und dritter Ringnut 74 überdeckt. Vom Sockel 81 stehen drei Lippen nach oben ab und zwar eine erste Lippe 82, die in die erste Ringnut 70 ragt, eine zweite Lippe 83, die in die zweite Ringnut 72 ragt sowie eine dritte Lippe 84, die in die dritte Ringnut 74 ragt.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist der Sockel 81 eine Höhe h1 auf, während die Lippen 82, 83, 84 radial nach innen ansteigende Höhen, nämlich h2, h3 und h4 aufweisen. Die Ringnuten 70, 72, 74 weisen entsprechend ansteigende Höhen h5, h6 und h7 auf, während die Ringschultern 71 und 73 radial nach innen tiefer werden und demzufolge in abnehmenden Höhen h8 und h9 über der Oberseite 61 enden.

Die mittlere Lippe 83 ist oberhalb des Sockels 81 mit einem radialen Durchbruch 85 versehen.

Eine Flüssigkeit 90 ist über einen axialen Kanal 91, der die Grundplatte 19 und den Sockel 81 durchsetzt in den Zwischenraum zwischen Dichtung 80 und Schwenkplatte 50 einbringbar, wie mit einem Pfeil 92 angedeutet. Die Flüssigkeit 90 nimmt dabei einen Spiegel 93 ein, der geringfügig über der Höhe h2 der äußersten Lippe liegt.

Dies liegt daran, daß die Flüssigkeit 90 einen Zwischenraum 96 zwischen den äußeren Lippen 82, 83 ausfüllt, ebenso wie einen Zwischenraum 97 zwischen den inneren Lippen 83, 84, weil dieser letztgenannte Zwischenraum 94 über den Durchbruch 85 mit dem zunächst genannten Zwischenraum 96 in Verbindung steht.

Auf diese Weise entsteht eine syphonartige Anordnung, bei der die Flüssigkeit 90 so lange in die Zwischenräume 96, 97 eingebracht wird, bis der Spiegel 93 die Höhe h2 der äußersten Lippe 82 erreicht hat, weil dann die Flüssigkeit 90 über die äußerste Lippe 82 hinweg in die erste Ringnut 70 strömt und durch den Zwischenraum 63 in den Außenraum abfließt. Die Flüssigkeit 90 nimmt dabei den Schleifschlamm 64 am Umfang 60 der Schwenkplatte 50 mit und spült ihn zu einem in Fig. 3 nicht dargestellten Abfluß.

Da die erste Ringnut 70 über den Zwischenraum 63 drucklos mit dem Außenraum in Verbindung steht, nimmt die Flüssigkeit 90, auch wenn sie mit größerem Druck in den Kanal 91 eingepumpt wird, stets ihren Weg über die äußerste Lippe 82 hinweg nach außen, weil die dritte Ringschulter 75 mit ihrer Unterseite 62a auf der Oberseite 61 der Grundplatte 19 aufsitzt und einem Eindringen der Flüssigkeit 90 einen erheblichen Strömungswiderstand entgegensetzt.

Selbst wenn aber die Schwenkplatte 50 zum Ausführen einer Schwenkbewegung geringfügig nach oben angehoben wird, um im angehobenen Zustand reibungsarm verdreht werden zu können, wirkt die beschriebene Dichtung 80, weil auch im angehobenen Zustand der Schwenkplatte 50 die Ringschultern 71, 73 noch in die Flüssigkeit 90 tauchen und aufgrund der ansteigenden Höhe der Lippen 83, 84 bzw. der abnehmenden Höhe der Ringschultern 71, 72 ein Eindringen von Flüssigkeit 90, insbesondere aber von Schleifschlamm 64 über die Dichtung 80 in den Innenraum zwischen Schwenkplatte 50 und Grundplatte 19 praktisch unmöglich ist. Andererseits bleibt auch im angehobenen Zustand der Schwenkplatte 50 der Zustand der Berührungslosigkeit von Schwenkplatte 50 und Dichtung 80 erhalten, so daß, im Gegensatz zum Stand der Technik, auch zum Anheben und Absenken der Schwenkplatte 50 kein Reibungswiderstand einer Dichtung 80 überwunden werden muß.

Es versteht sich, daß zahlreiche Abweichungen vom zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel möglich sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

So kann beispielsweise statt der dargestellten dreilippigen Dichtungsanordnung auch eine Anordnung mit weniger oder mehr Lippen verwendet werden. Im Extremfalle würde sogar eine Lippe ausreichen, auf deren Außenseite die Flüssigkeit eingepumpt wird, um dann nach außen abzuströmen.

Es versteht sich ferner, daß die Dichtung nicht nur, wie in der Zeichnung durch entsprechende Schraffur angedeutet, aus einem Kunststoff bestehen kann, weil die Dichtung und die Schwenkplatte berührungslos ineinander laufen, so daß die Dichtung auch aus einem Hartstoff oder aus Metall bestehen kann, da es auf ihre Gleiteigenschaften nicht ankommt.


Anspruch[de]
  1. 1. Dichtung für eine Schleifmaschine mit einer Schleifspindel (22), die relativ zu einem Werkstück (13) in einer Horizontalebene (x, z) verfahrbar ist, wobei die Schleifspindel (22) eine um eine horizontale Achse (24) drehbare Schleifscheibe (23) antreibt, und auf einer Schwenkplatte (50) angeordnet ist, die relativ zu einer Grundplatte (19) um eine vertikale Achse (25) verdrehbar ist, wobei die Dichtung (80) am Umfang (60) der Grundplatte (19) angeordnet ist und diese bei der Verschwenkbewegung gegenüber der Schwenkplatte (50) abdichtet, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (80) mit mindestens zwei nach oben weisenden Lippen (82, 83, 84) versehen ist, von denen die in radialer Richtung äußere (82, 83) eine niedrigere Höhe (h2, h3) als die radial innere (h3, h4) aufweist, daß die Schwenkplatte (50) mit mindestens einer nach unten weisenden Ringschulter (71, 73) berührungslos in den Zwischenraum (96, 97) zwischen den Lippen (82, 83, 84) ragt, wobei die Ringschulter (71, 73) in einer Höhe (h8, h9) unterhalb der Höhe (h2, h3) der in radialer Richtung äußeren Lippe (82, 83) endet, daß eine Flüssigkeit (90) in den Zwischenraum (96, 97) einbringbar ist und daß die radial äußerste Lippe (82) an den Außenraum angrenzt.
  2. 2. Dichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß drei Lippen (82, 83, 84) vorgesehen sind, deren Höhen (h2, h3, h4) radial nach außen abnehmen und daß zwei Ringschultern (71, 73) in die Zwischenräume (96, 97) zwischen den Lippen (82, 83, 84) ragen, deren Höhe (h8, h9) über der Dichtung (80) radial nach außen zunimmt.
  3. 3. Dichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Lippe (83) mit einem radialen Durchbruch (85) versehen ist.
  4. 4. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit (90) über einen axialen Kanal (91) durch einen die Lippen (82, 83, 84) tragenden Sockel (81) der Dichtung (80) hindurch in den Zwischenraum (96, 97) einbringbar ist.






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